Plattendruckversuch

Diskutiere Plattendruckversuch im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo an alle, ich habe folgende Frage: unser Erdbauer meint dass der Plattendruchversuch bei einer mittleren Füllhöhe von 50 cm nicht...

  1. leany

    leany

    Dabei seit:
    17. März 2010
    Beiträge:
    358
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Inf-Ing
    Ort:
    Hamburg
    Hallo an alle, ich habe folgende Frage: unser Erdbauer meint dass der Plattendruchversuch bei einer mittleren Füllhöhe von 50 cm nicht aussagekräftig (oder nicht ausführbar) sei und besser der Proctordichte Nachweis durchzuführen ist.

    Hintergrund, laut Bodengutachten muss der Mutterboden raus und Sand-Kies-Gemisch oder Frostschutzkies rein, lagenweise verdichtet auf 100% PrD.

    Was ist eure Meinung, ist hier besser auf einem Plattendruchversuch zu bestehen oder die Proctordichte bestimmen lassen.

    Wenn Proctordichte bestimmt werden soll, ist es vielleicht besser an mehrer Stelle Proben zu nehmen. Wenn ja an welchen Stellen am besten. Gleiche Frage auch bezüglich des Plattendruckversuchs.

    Danke schön.
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Yilmaz

    Yilmaz

    Dabei seit:
    28. März 2006
    Beiträge:
    5.543
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Maurer & Betonbaumeister
    Ort:
    Delbrück/Westfalen
    Benutzertitelzusatz:
    Maurer-und Betonbauermeister
    Statische Lastplattendruckversuch kann doch bei dieser höhe aussagekrägtige werte geben. Dynamisch eher nicht. Ermittlung der Proctordichte ist die am aussagekrägtigste Methode. Mehr von unsere geologen (Helge :winken)
     
  4. RMartin

    RMartin

    Dabei seit:
    16. September 2006
    Beiträge:
    2.445
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl.-Ing
    Ort:
    Offenbach
    So wie ich das immer verstanden habe, liefert ein Plattendruckversuch Ergebnisse über die tatsächlich mögliche Belastung eines Bodens. Ein Proctorversuch hingegen liefert Ergebnisse über den erreichten Grad der Verdichtung.

    Somit prüfe ich also das vorhandene Planum wo ich den Baukörper (oder Strasse) gründe mit einem Lastplattendruckversuch und aufgefüllte Bereiche mit dem Proctorversuch?!

    Vllt. sagt Helge ja noch was und erklärt es nochmal ganz genau...
     
  5. gast3

    gast3 Gast

    ganz kurz:

    auf jeden fall Lastplattendruckversuch - statisch

    "besseres" Ergebnis, schneller, günstiger
     
  6. KATMat

    KATMat

    Dabei seit:
    30. Juni 2008
    Beiträge:
    640
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altlaster/Baugrundler
    Ort:
    Frankfurt
    theoretisch

    ist Proctor besser, praktisch schlechter und nicht so praktisch. In der Praxis schreiben die Theorethiker aber leider immer wieder Proctordichte aus anstatt Ev2- und Ev2/Ev1-Zielwerte.
     
  7. KATMat

    KATMat

    Dabei seit:
    30. Juni 2008
    Beiträge:
    640
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altlaster/Baugrundler
    Ort:
    Frankfurt
    tiker

    natürlich :deal
     
  8. leany

    leany

    Dabei seit:
    17. März 2010
    Beiträge:
    358
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Inf-Ing
    Ort:
    Hamburg
    Danke schön an alle für eure Antworten. Warum meinte denn der Erdbauer bei nur 50 cm Füllhöhe (Bodenaustausch) gehe Plattendruckversuch nicht ? Könnt ihr mir vielleicht Paar Tipps geben, was bei der Höhe für Schwierigkeiten auftreten können, damit ich nicht so naiv vor dem Erdbauermeister da stehe :Brille Danke.

    Muss denn der Plattendruckversuch an mehreren Stellen ausgeführt werden, um sicher zu gehen?

    Wenn er den Plattendruckversuch nicht machen will, soll ich mir vielleicht doch einen anderen Erdbauer suchen?
     
  9. KATMat

    KATMat

    Dabei seit:
    30. Juni 2008
    Beiträge:
    640
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altlaster/Baugrundler
    Ort:
    Frankfurt
    Die Drucktiefe

    beim PDV ist so etwa doppelter Plattendurchmesser, d.h. normalerweise 50 - 60 cm. Vielleicht hat er da mal was gehört und erinnert sich falsch.
    Mehrere Stellen sind immer sinnvoll wie bei allen Proben. Ein Wert kann immer deutlich vom Mittel bzw. Median abweichen, zwei schon weniger usw.
    Den Plattendruckversuch macht ja normalerweise nicht der Erdbauer, sondern ein von ihm oder Ihnen beauftragtes Ingenieurbüro.
     
  10. leany

    leany

    Dabei seit:
    17. März 2010
    Beiträge:
    358
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Inf-Ing
    Ort:
    Hamburg
    Wäre es dann sinnvoll an jeder Hausecke ein Plattenversuch auszuführen? Oder ist es dann schon zu viel des Guten?

    Wie hoch sind die Kosten für so ein Versuch?

    Danke
     
  11. gast3

    gast3 Gast

    sollte es ein Bodengutachten geben, wäre der Verfasser derjenige, der die Verscuhe durchführen sollte.

    Ansonsten selbst ein Ing-Büro suchen - wegen der Unabhängigkeit.


    aber, dass ein Tiefbauer über die Proctordichte gehen will - höre ich zum ersten mal.




    leider war, und das immer wieder ... weil:

    "das habe ich aus einer alten Auschreibung übernommen ..."



    Ergänzung:

    diesmal nicht an den Hausecken - mind. 2 auf der Fläche, Ergebnisse lassen sich übrigens mit der Pr.-dichte korrelieren, falls jemand fragt

    Kosten für 2 Versuche (einsch. An- und Abtransport etc. aber Gestellung des Gegengewichtes - z.B. Bagger nach Zeitaufwand ca. 1 Std. zusätzlich) ca. 250,00 Euro
     
  12. RMartin

    RMartin

    Dabei seit:
    16. September 2006
    Beiträge:
    2.445
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl.-Ing
    Ort:
    Offenbach
    Hmmm...also ich hatte schon immer so meine Probleme mit dem Unterschied "Proctor/ Lastplattendruckversuch".

    Der Proctorwert sagt doch nur etwas über die ausgeführte Verdichtung (in Abhängigkeit) vom Wassergehalt des Bodens aus?! Er gibt aber doch keinen Hinweis mit wieviel kN der Boden nun tatsächlich belastbar ist?!
    Verschiedene Bodenmaterialen können den gleichen Proctorwert liefern, aber sind was die tatsächliche Maximalbelastung angeht doch unterschiedlich?!

    Oder habe ich hier einen Denkfehler?
     
  13. gast3

    gast3 Gast

    jopp - der "Proctorwert" allein sagt erst mal gar nichts - weil materialspezifisch

    also schon mal richtig gedacht :respekt



    das durch den LPDV ermittelte Verformungsmodul sagt dir aber auch erst mal nichts (der Irrglaube ich sag dir das Verformungsmodul und bekomme eine zulässige Bodenpressung - passt also auch nicht)

    egal ob Proctor oder LPDV: die "Erkenntnise" fließen ganz einfach in die entsprechenden Grundbruch- / Setzungsberechnungen ein oder bestätigen die im Vorfeld zu Grunde gelegten Annahmen / Kennwerte.
     
  14. RMartin

    RMartin

    Dabei seit:
    16. September 2006
    Beiträge:
    2.445
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl.-Ing
    Ort:
    Offenbach
    Verstehe Helge....ja genau so war das (erinnere mich gerade an Vorlesungen im Grundbau aus fast vergessener Zeit).

    Danke für Deine wie immer kompetente Antwort.
     
  15. leany

    leany

    Dabei seit:
    17. März 2010
    Beiträge:
    358
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Inf-Ing
    Ort:
    Hamburg
    Danke - soweit so gut, aber laut Statiker muss eine Bodenpressung von 175 kN/m^2 vorliegen. Wie kann man das denn nachprüfen, wenn das keins der beiden Verfahren ermöglicht?
     
  16. gast3

    gast3 Gast

    die zulässige Bodenpressung wird vom Bodengutachter festgelegt.
     
  17. KATMat

    KATMat

    Dabei seit:
    30. Juni 2008
    Beiträge:
    640
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altlaster/Baugrundler
    Ort:
    Frankfurt
    vielleicht

    hat der Erdbauer ja doch Recht. Wenn er nämlich meint, dass ein Plattendruckversuch für eine Gebäudegründung nicht das richtige Prüfmittel ist.
    In dem Fall => Rammsondierung.
    Aber warum hat sich der Statiker da nicht vorher mit dem Bodengutachter abgestimmt:shades
     
  18. gast3

    gast3 Gast

    wenn das mal nicht zur Verwirrung führt ... :winken

    aber im Bodengutachten steht doch garantiert drin: dass wenn das und das gemacht wird, sind Bodenpressungen von x KN/m² zulässig.

    alles andere würde mich wundern - einfach noch einmal nachlesen.
     
  19. leany

    leany

    Dabei seit:
    17. März 2010
    Beiträge:
    358
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Inf-Ing
    Ort:
    Hamburg
    Ich versuche das nochmal zu erklären:

    Bodengutachter war da und hat einen Bodenaustausch empfohlen. Dazu schrieb er auch, dass Kies-Sand-Gemisch schichtenweise verdichtet werden sollte und 100% Proctordichte sollte erreicht werden. Außerdem schrieb er, dass über 10 cm Geländeoberfläche gegründet werden sollte und dann braucht man auch keine Drainage.

    Der Statiker hat seine Berechnungen durchgeführt und einen Nachweis für <= 175 N/mm^2 geliefert. Also nehme ich an, dass wir diese Bodenpressung beim Bodenaustausch erreichen sollten. Höher ist natürlich noch besser.

    Nun sagte der Tiefbauer/Erdbauer, dass sie alle locker 200 kN/m^2 erreichen. Aber ich will dennoch lieber nochmal nachprüfen.

    Vielen Dank
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. gast3

    gast3 Gast

    was heißt denn: "war da" ????

    also der Ablauf, sollte m.E. so sein:

    1. Baugrunduntersuchung = Rammkernsondierungen und Rammsondierungen

    2. Gründungskonzept einschl. der entsprechenden Nachweise einschl. der

    bautechnischen Maßnahmen (z.B. Bodenaustausch mit Material, Stärke und Verdichtungsanforderungen - dieses resultiert eben aus den Grundbruch- / Setzungsberechnungen)

    3. Angabe Bettungsmodul und/oder zulässige Bodenpressung


    dann Umsetzung (mit Baugrubenabnahme) und Verdichtungskontrollen


    sollte von den o.g. Punkten einer fehlen - würde ich noch einmal ganz fix nachhaken.


    mmh - kenne ich .... das machen die dann auch immer so ...usw.
     
  22. leany

    leany

    Dabei seit:
    17. März 2010
    Beiträge:
    358
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Inf-Ing
    Ort:
    Hamburg
    Also hier das Bodengutachten: (ich schreibe meiner Meinung nach wichtige Sachen auf, wenn etwas fehlt, bitte sagt Bescheid)

    -------------------------------------
    Bodenaufbau:
    Schicht 1: 0,4-0.9 m Mutterboden, Sand, schluffig, humos. Klasse1
    Schicht 2: Feinsand, z.T. schwach schluffig, ocker mitteldicht gelagert Klasse 3
    Schicht 3: Feinsand, stark mittelsandig, dicht gelagert. Klasse 3

    Gründungsboden, Schicht 2
    Bodenart - Feinsand, mitteldicht
    Bodengruppe DIN 18196, SU-SE, Konsistenzveränderung --
    Frostempfindlichkeit, SU-F2, SE-F1
    Fließempfindlichkeit mittel, Wichte 18 kN/m^3
    Steifemodul 40, Kohäsion 0.

    Bodenwasser, bis 6m nicht angetroffen.

    Gründungsempfehlung -
    Gründungskonstruktion B (A ist mit Fundamenten, wir machen mit Bodenplatte)

    Fundamentplatte 16 cm,

    Bettungsmodul 13 MN/m^3

    Baugrubenaushub: Mutterboden vollständig entfernen, Gründungsplanum gut nachverdichten. Bei Fundamentherstellung Frostfreiheit gewährleisten.

    Aushubtiefe, 0,4 bis 0,9 Mutterboden abtrage, Bodenaustausch empfohlen.
    Gründung auf Schicht 2.


    Arbeitsraumverfüllung: Bodenaustauschpolster/Polster: grobkörniges Erdbaumaterial,
    (Sand-Kies-Gemisch, Frostschutzkies, Beton-Recycling, Feinkorn < 5%, kf-Wert >
    5*10^4,) min. auf 100% Proctordichte verdichtet. max. Schichtdicke 0,25m.

    ...
    Bemerkungen, bei ordnungsgem. verdichteten Planum/Polster liegen die Setzungen im Bereich < 1cm und klingen im Wesentlichen in der Bauphase ab. Die Setzungsdifferenzen liegen im unschädlichen Bereich. Wird die Bodenplatte min. 0,1 m (Unterkante) über Gelände angehoben (Bodenaustausch, Material wie oben) kann die Bauwerksabdichtung ohne Dränung erfolgen. Frostsicherheit ist zu gewährleisten.

    ------------------------


    Der Statiker macht nur die Vorgabe von 175 kN/m^2. Verstehe ich das nun richtig, dass wir diese Bodenpressung nach Bodenaustausch erreichen müssen?!?

    Was meint der Bodengutachter mit max. Schichtdicke 0,25 m. Bei Bodenaustausch sollen immer schichteweise 0,25 m nachverdichet werden oder was?

    Vielen vielen Dank.
     
Thema: Plattendruckversuch
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. plattendruckversuch kosten

    ,
  2. plattendruckversuch

    ,
  3. proctorwert

    ,
  4. lastplattendruckversuch kosten,
  5. proctordichte nachweisen,
  6. lastplattendruckversuch Ablauf,
  7. muss immer ein plattendruckversuch
Die Seite wird geladen...

Plattendruckversuch - Ähnliche Themen

  1. Verfälschtes Ergebnis Plattendruckversuch?

    Verfälschtes Ergebnis Plattendruckversuch?: Ich habe zur Prüfung der Verdichtung einer Auffüllung mit Mineralbeton, auf Empfehlung des Geologen der das Baugrundgutachten erstellt hat, einen...