Problem mit zu hoher Luftfeuchtigkeit

Diskutiere Problem mit zu hoher Luftfeuchtigkeit im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo! Ich bewohne einen vier Jahre alten Neubau. Die Wohnung hat eine Treppe nach unten ins Souterrain. Dort befinden sich zwei Zimmer, u. a....

  1. Andi316

    Andi316

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    Hallo!

    Ich bewohne einen vier Jahre alten Neubau. Die Wohnung hat eine Treppe nach unten ins Souterrain. Dort befinden sich zwei Zimmer, u. a. ein Schlafzimmer. Die beiden Räume haben eine dezentrale Lüftungsanlage, dies wurde uns beim Bau empfohlen, da im Souterrain die Gefahr von Schimmelbildung höher sei.

    Wir haben die Luftfeuchtigkeit in den ersten beiden Jahren nicht kontrolliert, da wir uns mit der Lüftungsanlage auf der sicheren Seite wähnten. Im dritten Jahr bildeten sich dann im Schlafzimmer an den beiden Wänden zur Außenseite hin im unteren Drittel seltsame Flecken. Ein ca. 15 cm breiter Streifen über die gesamte Länge der beiden Außenwände.

    Der herbeigerufene Bauträger kam mit einem Architekten zu Besuch und hat die Feuchtigkeit der beiden Außenwände gemessen. Ergebnis: Die Wand sei um ein vielfaches Trockner als sie eigentlich sein müsste und es handelt sich nicht um Schimmel, da die Wand so trocken sei, dass dort überhaupt kein Schimmel wachsen könne. Die Wand wurde dann mit einem Spray "versiegelt" und neu gestrichen.

    Der Architekt meinte, ich solle mir ein Hygrometer ins Zimmer stellen und die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten, bis 55% wäre alles ok. Das war letzten September. In der Heizperiode bis Mai war die Luftfeuchtigkeit auch immer zwischen 50 und 55%.

    Seitdem die Bodenheizung aus ist, stieg die Luftfeuchtigkeit auf permanente 68-70% und in der Nacht auf bis zu 80%. In der Nacht schalte ich die Lüftungsanlage immer aus, weil die Lärmbelästigung sonst zu hoch wäre. Ich habe dann testweise versucht auch im Sommer zu heizen, die Luftfeuchtigkeit sank dann auf um die 60%. Dauernd zu Heizen kann aufgrund der Kosten und auch der Wärmeentwicklung im Zimmer aber keine Dauerlösung sein.

    Ich habe auch versucht regelmäßig in der Früh und am Abend zu lüften. Die Luftfeuchtigkeit ändert sich aber lt. Hygrometer überhaupt nicht. Lüften hat keinen Effekt auf die Luftfeuchtigkeit. Ich habe auch die unterschiedlichen Stufen der Lüftungsanlage versucht, egal wie hoch ich die einstelle, die Luftfeuchtigkeit ist immer unverändert hoch.
    Da die Wände nachweislich alle trocken sind frage ich mich natürlich warum die Luftfeuchtigkeit trotzdem so hoch ist? Viel mehr frage ich mich, wie die Werte nach unten bekomme?

    Danke für eure Ratschläge.
     
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  3. #2 the motz, 9. Juni 2015
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  4. R.B.

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    Das Forum hat eine tolle Suchfunktion. ;)

    Bsp.:

    http://www.bauexpertenforum.de/show...m-Schlafzimmer&p=552193&viewfull=1#post552193

    Egal ob die Zahlen nun exakt auf Deinen Fall passen, ich denke das Prinzip wird klar. Wenn also die Feuchtigkeit nicht durch einen Rohrbruch o.ä. verursacht wird, dann kommen nur die Bewohner in Frage. Das wird gerne mal unterschätzt. Bauteile und Einrichtung können materialabhängig eine gewisse Menge an Luftfeuchtigkeit aufnehmen, beispielsweise der Putz an den Wänden, Bettdecke, Matraze, usw. Deren Aufnahmefähigkeit ist jedoch begrenzt, und man muss ihnen die Chance geben die Luftfeuchtigkeit wieder abzugeben. Hierbei wäre zu beachten, dass das nicht in Minuten geschieht. Stoßlüften funktioniert gut wenn man das regelmäßig macht. Ist der Raum bzw. die Bauteile schon mit Feuchtigkeit "gesättigt", dann reicht einfaches Stoßlüften am Morgen und Abend nicht mehr aus. Man ersetzt dadurch zwar die feuchte Raumluft, aber die trockenere Luft nimmt (richtigerweise) umgehend wieder Feuchtigkeit aus den umgebenden Bauteilen auf.

    Die Frage ist, ob die Wände tatsächlich trocken sind. Eine exakte Bestimmung der Feuchte ist gar nicht so einfach. Messungen mit solchen (Bauteile)Feuchtemessern können nur Anhaltswerte liefern.

    Wenn Lüften nicht mehr ausreicht, dann hilft nur ein Trockner.

    Beim Lüften auch darauf achten, wie hoch die Luftfeuchtigkeit draußen ist. Hole ich beim Lüften feucht-warme Außenluft in den Raum dann hilft das auch nicht weiter. Die Situation kann sich dadurch eher noch verschlechtern.
     
  5. #4 ThomasMD, 9. Juni 2015
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    Ich sags mal so:

    Wer im Keller schläft (und der vornehme Begriff "Souterrain" heißt nun mal nichts anderes als unter der Erde), muss sich nicht wundern, dass es muffig wird.
    In den Keller gehören die Kartoffeln und früher die Kohlen, aber keine Betten.
     
  6. Andi316

    Andi316

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    Danke für eure Beiträge.

    Lebe ich bei 65% ständiger Luftfeuchte in der Gefahr dass es jederzeit zu Schimmelbildung kommen kann? Trotz Lüftungsanlage?

    Taugen so Granulat Luftentfeuchter etwas?
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Das hängt auch von der Oberflächentemperatur der Wände ab. Nehmen wir mal an Du hast eine Raumtemperatur von 20°C und dabei 65% rel. Luftfeuchtigkeit, dann liegt der Taupunkt etwa bei 13°C. Ist die Wand an einer Stelle kälter als 13°C dann wird dort Kondensat entstehen, mit allen seinen Folgen. Man muss also die rel. Luftfeuchtigkeit immer in Bezug zu den Temperaturen betrachten.

    Da fehlen mir die Erfahrungswerte. Ich bevorzuge "richtige" Luftentfeuchter da ich mich da nicht um den Nachkauf von Granulat kümmern muss und die Entfeuchtungs"leistung" anpassen kann. Ich bezweifle, dass man mit Granulat größere Räume wirklich entfeuchten kann. Wenn ich mir vorstelle wie lange es dauert bis normales Kochsalz die Luftfeuchtigkeit bindet, dann müsste man wohl den ganzen Boden mit Granulat bestreuen um in einem feuchten Raum eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Man sollte die Wassermenge die in der Raumluft steckt nicht unterschätzen.

    Was beim Lüften auch gerne mal unterschätzt wird ist, dass man zwar die Raumluft schnell austauschen kann, aber in einem Raum bleiben die Wandecken, Ecken am Boden, usw. als kritische Bereiche. Dort ist die Luftbewegung deutlich eingeschränkt.
     
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