Punktfundament - Bewehrungsplan richtig lesen!?

Diskutiere Punktfundament - Bewehrungsplan richtig lesen!? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Gemeinde! Kurz vorweg; Ich komme aus der Tiefbaufraktion und habe von Beton- oder Stalbetonarbeiten überhaupt keine Ahnung. Jemand...

  1. pivke

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    Hallo liebe Gemeinde!

    Kurz vorweg; Ich komme aus der Tiefbaufraktion und habe von Beton- oder Stalbetonarbeiten überhaupt keine Ahnung. Jemand aus meinem engeren Familienkreis möchte ein Haus bauen und ich möchte mich "privat" einfach mal etwas weiterbilden, in diesem Falle was die Bewehrung bzw. das Lesen von Bewehrungsplänen angeht.

    Grundsätzlich konnte ich mir durch kostenlose Lektüre im Internet bereits selber gut weiterhelfen. Allerdings bin ich nun an einem Punkt angekommen, an dem ich bestimmte Dinge nicht mehr nachvollziehen kann. Vielleicht kann ja jemand kurz Licht ins Dunkle bringen.

    Folgendes:
    Ein EFH soll eine Stahlbetonstütze bekommen (siehe angehangenes Bild). Diese sitzt natürlich auf einem Punktfundament, welches im unteren Bereich aus einer gebogenen Q257A-Baustahlmatte und 4 nach oben (über die Bodenplatte herausregende) Rundeisen besteht.

    Meine Frage:
    Wenn man nun rein von dem Punktfundament ausgeht (die Bewehrung für die Betonstütze vorerst außeracht gelassen), dann gibt der Plan an dass neben der gebogenen Baustahlmatte [12] ("U"-Form) auch 4 (im unteren Bereich ebenfalls gebogene) Rundeisen (2) nach oben herausgeführt werden sollen.

    Und um genau diese Rundeisen geht es mir. Form, Biegung und Länge des Rundeisens ist mir nun klar. Auch dass es 4 stk. davon geben soll. Aber woher soll ich wissen in welcher Formation und in welchem Abstand diese zueinander stehen? Ich meine dass die Logik einem sagt dass die Rundeisen jeweils in der Ecke der späteren Betonsütze "stehen" müssen ist klar. Auch dass man die entsprechende Betondeckung einhalten muss (WU-Beton: 4cm) ist logisch. Aber muss es dazu nicht dennoch eine Angabe geben?

    Woher soll ich wissen wo genau die Rundeisen (12) rauskommen müssen? (Draufsicht) Mir fehlt hier irgendwie eine genaue Positionsangabe. Soll ich mir das selber errechnen? Ist das so üblich? Ich meine wenn ich weiß dass die Betonsütze am Ende ein Außenmaß von 24x24cm hat, soll ich mir dann selbst errechnen wo das Eisen steht wenn ich jeweils 4cm zum Rand (Betondeckung) abziehe?

    Ich hoffe ich konnte mein Dilemma nachvollziehbar darstellen.

    Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten und bedanke mich bereits jetzt vielmals im Vorfeld!

    Liebe Grüße
    pivke
     

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  2. #2 chillig80, 29.09.2022
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    Was willst da rechnen? Da sind Bügel 18/18 angeordnet und die Bewehrung muß innerhalb der Bügel sitzen, das ist recht eindeutig…
     
  3. pivke

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    Danke erstmal für deine Antwort!

    Was genau bedeutet "Bügel"? Und was bedeutet 18/18? Wo ist diese Angabe?
     
  4. #4 chillig80, 30.09.2022
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    Unter der Draufsicht, POS. 4… Maße 11/18/18/18/18/11, Durchmesser 8mm. Die sind die „Querbewehrung“ außen herum um die „12er“. Davon müssen im unteren Bereich 7 Stck. rein, Abstand 7,5cm, in der Mitte 11 mit Abstand 15 und oben wieder 7 mit 7,5.

    Du hast nicht verstanden wie das mit den Positionen funktioniert (je ein Bildchen mit POS-Nr und Maßen, dazu die Zeichnung wie das Teil aussieht und dann die Markierungen mit gleicher Nummer da wo das Teil hin gehört. Kuck einfach mal wo überall die 4 im runden Kreis steht, das gehört alles zur selben Positionsnummer, ist alles das „gleiche Teil“, 25 Stck davon…

    WU-Beton ist das auch nicht, das ist nom c=3cm, also „außen“, tut es auch, bei einer freistehenden Stütze macht WU wenig Sinn.
     
  5. pivke

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    Danke!

    Das kann ich nachvollziehen. Aber tatsächlich geht es mir ausschließlich um Pos (2), also nur die 4 Eisen die aus dem Punktfundament ragen. Woher weiß ich wie diese angeordnet sind und in welchem Abstand?
     
  6. #6 petra345, 30.09.2022
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    Der senkrechte Teil wird von den Bügeln umschlossen und in den "Ecken" der Bügel fixiert.
    Den waagrechten Teil würde ich gleichmäßig auf dem Boden nach allen Seiten verteilen.

    Besteht ein Biegemoment in der Säule, würde ich sie so verteilen, daß sie das Moment gut aufnehmen können.
     
  7. pivke

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    Ich verstehe, vielen Dank petra345!

    Das bedeutet also, dass es für den "senkrechten" Teil keine klare Positionsangabe gibt? "Halt irgendwie innerhalb der Bügel"... okay... Das bedeutet, wenn man zuerst das Punktfundament mit ausschließlich Position [12] und (2) betonieren wollen würde ohne die anschließende oberirdische Bewehrung (Bügel etc.), dann müsste man sich die exakte Position der "senkrechten" Teile errechnen oder?

    EDIT:
    Wenn die Bügel also 18/18 sind, dann wären die "senkrechten" Teile im Abstand von 17.2 in den Ecken zueinander angeordnet? (17.2 weil die Bügel einen Durchmesser von 8mm haben?)
     
  8. #8 petra345, 30.09.2022
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    Nicht errechnen.

    Man nimmt ein oder zwei Bügel, fixiert die senkrechten Stäbe damit in den Ecken der Bügel und fertig. Dazu gibt es im Baumarkt fertige Bindedrähte mit einem Werkzeug zum verdrillen. Die Profis machen das alles mit einer Zange und einem Eisendraht vom Knäul. Ist genau so schnell und billiger.

    Außerdem kann man noch einen oder zwei Stäbe in den Boden stecken, an dem man das alles in seiner Position hält. Die Säule muß ja schließlich später an ihrer Position und senkrecht sehen.
     
    simon84, Maape838 und chillig80 gefällt das.
  9. #9 petra345, 30.09.2022
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    Ich setze voraus, daß man da vorher eine Sauberkeitsschicht angelegt hat!
    Etwa 5 cm hoch. Einfach etwas Beton, ggf. mit Wasser "verarbeitbar" gemacht, reicht aus.
    .
     
  10. SIL

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    Ich sehe hier eine Stütze mit Einspannung oben und unten , was soll da Erde etc - das sind 'Wechselanschlüsse' und ausgehend von einem Verteilfundament mit Q- Matte was hat der TE vor :mauer Student oder ma schauen ob es hält...
     
  11. pivke

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    Ich weiß offengestanden nicht was ich mit deinem Beitrag anfangen soll, leider bietet er mir weder einen Mehrwert noch eine exakte Aussage zu einer meiner Fragen.

    @petra345
    Vielen Dank für deine Bemühungen! Du hast mir im Grunde alle Fragen beantwortet.
     
  12. pivke

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    Eine Frage dann vielleicht doch noch, falls mir die gestattet ist; Ich hatte ja bereits erwähnt dass ich keine Erfahrung mit dem Lesen von Bewehrungsplänen besitze. Das nur nochmal im Vorfeld bevor ich ein Student bin oder jemand der mal schaut ob es hält... Ich bin gerne bereit alles anzunehmen und zu lernen, aber bitte keine Gehässigkeit.

    Wie auch immer, nun zur eigentlichen Frage: Die "Bügel" sind ja mit 18/18/18/18/11/11 angegeben. Aber warum hat das "Quadrat" noch zwei 11cm lange Seiten? Also ich gehe mal davon aus dass der Sinn darin liegt dass der Bügel wirklich insgesamt in sich "geschlossen" ist. Aber müsste dann nicht die 18cm lange Seite oben etwas länger sein damit diese über die innenliegende 11cm Seite gebogen werden kann?

    Das verstehe ich noch nicht ganz... Hat der Bügel am Ende ein tatsächliches Maß von 18x18cm?

    Vielen Dank und liebe Grüße!
     
  13. SIL

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    Ja.

    Ja.

    Nein.

    Das ist technisch bedingt , zum einen muß die Biegemaschine ja auch etwas zum "fassen' haben zum anderen muss der Querschnitt aus Stat. Gründen auch über den gesamten Querschnitt vorhanden sein und die längeren 'überstehenden" 11 cm liegen unter den 18 cm Längen 'also leicht verbogen " , es gibt noch geschweißte Bügel da ist es etwas anders.
     
  14. pivke

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    Absolut einleuchtend. Vielen Dank für deine präzise Erläuterung!
     
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Punktfundament - Bewehrungsplan richtig lesen!?

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