Punktfundamente

Diskutiere Punktfundamente im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo und guten Tag. Um mich kurz vorzustellen: mein Name ist Bernd, 43 Jahre alt, selbständiger Schreinermeister, 3 Kinder und 4 Mitarbeiter....

  1. Beef18

    Beef18

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    Hallo und guten Tag.

    Um mich kurz vorzustellen: mein Name ist Bernd, 43 Jahre alt, selbständiger Schreinermeister, 3 Kinder und 4 Mitarbeiter.

    Als Schreiner habe ich mit (Roh-)Bau eher selten zu tun, daher fehlt mir hier auch der Ansprechpartner.

    Um folgendes geht es:
    Werkstatt 1993 gebaut, nicht unterkellert. Bodenaufbau: Bodenplatte 250mm Beton (damals) B35 auf Sauberkeitsschicht, auf der Bodenplatte Lagerhölzer 120mm hoch, darauf als Bodenbelag 30mm Industriesperrholz. Von OK Beton bis OKFB also 150mm.

    Jetzt soll eine neue Maschine aufgestellt werden, für die Fundamente nötig werden. Der Hersteller der Maschine gibt an: min. Betondicke 200mm, C25, zug- und druckbelastbar, ebenerdig. Erster Gedanke: Holzboden punktuell aufschneiden und einschalen, auf die Bodenplatte aufbetonieren, fertig.

    Da ich aber nur 150mm zur Verfügung habe stellt sich mir die Frage: reicht das aus, da ja eine Bodenplatte bereits vorhanden ist? Kann ich die Dicken addieren (dann hätte ich ja 400mm) oder muß jede Platte für sich gesehen werden?
    Ich vermute, der neue Beton muß irgendwie mit der alten Platte verankert werden, wie kann so etwas aussehen?


    Vielen Dank schon mal für Eure Antwortenund Hilfe. Ich freue mich über jeden Hinweis.

    Viele Grüße, Bernd.
     
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  3. H.PF

    H.PF

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    Gibt nur einen, der dir das beantworten kann und das ist der Hersteller der Maschine.
     
  4. #3 Gast036816, 15. Januar 2014
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    ....und dazu am besten den statiker von 1993 befragen.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Warum kompliziert wenn´s auch einfach geht?

    In die alten Unterlagen schauen, Statik zur Bodenplatte suchen, Kopien anfertigen und an den Hersteller der Maschine schicken, zusammen mit den Infos zum kompletten Bodenaufbau.

    Wenn der Boden von vornherein für eine "Werkstatt" geplant war, dann dürfte die Last das geringste Problem sein. Selbst ein größeres Bearbeitungszentrum oder eine Furnierpresse wiegen nur wenige Tonnen und verteilen diese Last über mehrere Punkte, oder gar über einen Rahmen.
    Vielleicht kann der Hersteller die Stellfüße so erweitern, dass Deinerseits wirklich nur der Boden aufgeschnitten werden muss, damit die Maschine auf dem Beton verankert werden kann. oder er legt ein paar Stahlunterlagen/-stützen bei die man auf dem Betonboden verschrauben kann, und auf denen dann die Maschine steht und verankert wird.

    Bevor ich mir Gedanken mache wie ich mit einem kleinen Betonsockel die Last nach unten leite, würde ich erst einmal die obige Alternative prüfen.
     
  6. Inkognito

    Inkognito Gast

    Unter der Annahme, dass die Bodenplatte die zusätzlichen Lasten mitmacht kann man diese durchaus ertüchtigen. Üblicherweise werden dazu in den alten Beton Bewehrungsstähle eingeklebt um ein monolithisches Bauteil zu erhalten. Den Nachweis der Fuge müsste man nochmal im Detail führen, möglicherweise aber unwahrscheinlich) ist es erforderlich, dass der alte Beton zusätzlich kornrauh aufgerauht werden muss.
    Zum Thema Betonstahlbewehrung des Fundaments hält sich der Maschinenhersteller bis auf das "zugbelastbar" vornehm zurück? Da würde ich z.B. mal nachhaken.

    Ansonsten gibt es bei Maschinenfundamenten durchaus auch Anforderungen an die Masse, Thema Dynamik. Der beste Tipp ist gefallen, melden Sie sich mit den vorhandenen Unterlagen beim Maschinenhersteller - die wollen ihre Geräte ja verkaufen, vielleicht macht sich einer die Mühe ihnen einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten.
     
  7. Beef18

    Beef18

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    Hallo und guten Morgen.

    Vielen Dank für die schnelle Hilfe. Die Platte sollte die Lasten tragen, dafür ist sie bei der Planung schon ausgelegt worden. Die Statik ist vorhanden, dann kann ich das ja prüfen lassen.
    Mir ging es vornehmlich um die 15cm bis Bodenniveau.

    Ich werde mich mit dem Hersteller in Verbindung setzen und mal sehen was die dazu sagen.
    Ganz ehrlich: Auf die Idee den Hersteller anzusprechen bin ich bisher gar nicht gekommen. Ich habe die Fundamentpläne erhalten und dachte jetzt liegts bei mir.

    Also mal sehen was dabei raus kommt.

    Gruß, Bernd
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Deswegen kann er auch nicht einfach ein bisschen Beton auf die Bodenplatte gießen, sondern er müsste später die Maschine durch diesen Pseudo-Sockel hindurch mit der Bodenplatte verankern. Das hängt auch von der Art der Maschine ab, über die es bisher noch keine Infos gab.
     
  9. OLger MD

    OLger MD

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    Da sich der Hersteller sehr zurückhält mit seinen Anforderungen an die Fundamente, würde ich mal vermuten, dass die Maschine zu den leichteren gehört und keine nennenswerten Horizontallasten abgibt. Ansonsten gäbe es vom Hersteller eine Tabelle mit Lastangaben (vertikal, horizontal, Momente, Schwingbeiwerte, dyn. Zuschläge) zu jedem Fußpunkt.

    Üblicherweise stehen die Varianten Stahl und Beton (ggf. auch Vergussbeton) zur Verfügung.
    In Stahl kann man Einzelfüße herstellen aus Fußplatte, Stütze, Kopfplatte mit Ankerbolzen. Als Stütze kann man z.B. ein Doppelt-T-Profil oder ein Quadratrohr nehmen. Abmessungen, Materialstärken, Aussteifungselemente, etc. werden lastabhängig gewählt. In der Bodenplatten erfolgt die Verankerung über Spreizdübel oder Klebeanker - Durchmesser je nach Belastung.

    Alternativ zu den (4) Einzelstützen kann die Maschine auch auf (2) liegende Stahlträger ( z.B. Doppel-T-Profile) mit entsprechenden Aussteifungsrippen montiert werden.

    Die Betonversion bietet 3 Varianten: Einzelsockel, (2) Streifen, einen großen Sockel.
    Durch einen kleinen Betonsockel (z.B. 40x40cm) erreicht man schon eine Lastverteilung von einer Punktlast auf eine flächige Verteilung auf die Bodenplatte, was der Bodenplatte und dem Untergrund zugutekommt.

    Die Einzelsockel müssen mit der Bodenplatte verbunden werden. Das erfolgt über eingeklebte Anker. Hierzu kann man U-förmige Bewehrungsstäbe nehmen, die einen langen und einen kurzen Schenkel haben. Die langen Schenkel werden in die Bodenplatte eingeklebt, jeweils zwei der herausstehenden Haken überreifen sich. Diese Haken kann man paarweise in erforderlicher Anzahl einbauen. Idealerweise neben den Ankerbolzen der maschinenfüße. Außen noch ein paar Bügel herumlegen. Zum Einkleben nimmt man z.B. Mörtel eines zugelassenes Injektionssytemes für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse (Hi,Fi,Wü). Geht auch mit Zementmörtel, dann sind aber größere Bohrlöcher erforderlich, was die Chancen erhöht, auf Bewehrung zu treffen.

    Bei den beiden Streifen sieht es ähnlich aus: Ankerhaken einkleben, Bügel und ein paar Längsstäbe einlegen.
    Der große Sockel erhält im Bereich der Verankerungen und am Rand die Anker sowie eine obere und untere Bewehrungslage.
    Die Maschinenfüße werden mit den vom Hersteller vorgeschriebenen Spreizdübeln oder mittels Klebeanker auf dem Beton befestigt. Kleine Sockel sind aufgrund der geringen Betonmengen eher schwierig/aufwändig. Bei geringen H-Lasten wäre auch eine reine Untergusslösung möglich.

    Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.

    Für 4 Einzelsockel/Einzelstützen müssen 4 kleine Öffnungen im Doppelboden hergestellt, angepasst und verschlossen werden. 1 oder 2 Öffnungen sind weniger, aber größer.
    Stahlseile sind schnell eingebaut und schnell nutzbar, erfordern aber etwas mehr Planung und Maßhaltigkeit. Unebenheiten in der vorhandenen Bodenplatte müssen mit Futterplatten ausgeglichen werden. Außerdem können die Stahlteile später recht einfach demontiert werden. Für die Stahlvariante muss der Doppelboden an die Stahlteile angearbeitet werden, ggf. sind an den Rändern zusätzliche Unterstützungen unter den Belägen erforderlich. Gut durchgeplant können diese Unterstützungen an den Stahlteilen angeordnet werden. Ein unebener oder rauher Boden macht ggf. ein Mörtelbett oder ein Unterguss unter der Fußplatten erforderlich.

    Die Betonsockel sind in der Größe (L/B) oberhalb der erforderlichen Mindestabmessungen frei wählbar, z.B. bis zu den Unterstützungen des Doppelbodens. Durch den gegossenen Beton werden Unebenheiten in der Bodenplatte automatisch ausgeglichen. Die Lage der Maschine kann beim Aufstellen (in gewissen Grenzen) variiert werden. Leerrohre für div. Medien können mit einbetoniert werden. Aufgrund der Masse und der massiven Bauweise sind die Betonsockel weniger anfällig gegen Resonanzen aus Schwingungen und etwas besser lärm- und schalldämpfend.
    Bei einem großen Sockel muss ggf. nicht unter der Maschine um die Füße herum angearbeitet werden.
    Die Betonsockel können - wenn es nicht stört - auch höher ausgeführt werden und nach oben überstehen.
    Auf einem großen Betonsockel kann auch noch Anlagentechnik befestigt werden, wie etwa Spänefang, Absaugung, Tischverlängerungen, Gebläse, Vorschubeinrichtungen, etc.

    Soweit einige generelle Möglichkeiten und Varianten.
    Abmessungen und Profilgrößen sind dann abhängig von den Lasten und den Kräften, die die Maschine an den Füßen abgeben möchte.

    Gruß
    Holger
     
  10. baufix 39

    baufix 39

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    was ein Beitrag :bierchen:
     
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  12. OLger MD

    OLger MD

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    ... nur ein paar grundlegende Gedanken vor Beginn der Planung zu der Frage
     
  13. Beef18

    Beef18

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    Hallo und vielen Dank für die Antworten.
    War die letzte Woche ziemlich eingespannt und kann mich daher erst jetzt melden.
    Die Lösung brachte dann der Maschinenhersteller in Absprache mit dem Betonbauer.
    Es sind 2 Fundamente 170 x 120 und eins 170 x 40cm geworden, in der alten Platte wurden Bewehrungsbügel eingebohrt- und geklebt, der neue Beton wurde entsprechend bewehrt.

    Zur Info: Es handelt sich um ein HolzHer Bearbeitungszentrum 7125. Im Boden verankert wirds auf jeden Fall auch noch, die Verankerung wird bis in die vorhandene Bodenplatte reichen. Die reinen Punktlasten sind scheinbar nicht so ausschlaggebend, aber durch die hohen Beschleunigungs- und Abbremswerte werden die Fundamente wohl auch horizontal belastet. Die Ausführung mit Stahlträgern war deshalb nicht machbar.
    Der Hersteller hat sich schon bemüht, aber eine fertige Antwort konnte er auch nicht aus der Schublade ziehen. Mit den Daten zur vorhandenen Platte konnte aber dann doch kurzfristig die Ausführung geklärt werden.

    Also vielen Dank nochmal und sorry für die Mühe - an den Hersteller hätte ich auch selbst denken können.

    Viele Grüße, Bernd
     
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