Raumakustik bei Galerien und Lufträumen

Diskutiere Raumakustik bei Galerien und Lufträumen im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Hallo, mich würde es mal interessieren, wie es sich in einem Haus "anhört", dass nach oben hin viel Platz hat. Lufträume über Essbereiche z. B....

  1. tine77

    tine77

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    Hallo,

    mich würde es mal interessieren, wie es sich in einem Haus "anhört", dass nach oben hin viel Platz hat. Lufträume über Essbereiche z. B. Oder Kinderzimmer, die ein offenes Deckengebilde haben, weil man auf den Spitzboden verzichtet hat und lieber eine Galerie eingezogen wurde.

    Wir wohnen in einer architektonisch simplen Wohnung mit normaler Raumhöhe und durch die Tatsache, dass wir keine Teppiche mögen, hatten wir anfangs auch ein Schallproblem. Ich hatte immer den Eindruck, es würde hallen...

    Ist das bei solch architektonischen Ideen nicht auch so? Meistens sind so toll moderne Häuser auch recht textilfrei...

    Gefallen tut es mir nämlich, aber möchte man in einem Bahnhof wohnen?

    Es heißt natürlich Raumakustik... sorry...hab mich schon gewundert, warum das so komisch aussieht...

    Tine
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Wie groß sollen denn die Räume werden? :wow

    Bei den in einem EFH üblichen Raumhöhen wirst Du keine großen Unterschiede feststellen. Bahnhofakustik tritt erst bei entsprechender Lautstärke auf.

    Also, keine Angst. Für ein schönes Echo braucht´s mehr als das bischen Raumhöhe. ;)

    Gruß
    Ralf
    -----
    ja ich weiß, messen könnte man den Unterschied....
     
  4. kalauer71

    kalauer71

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    Wenn Du sowieso mit sehr hohen Räumen liebäugelst, dann plane doch einfach eine Akustikdecke mit ein - damit solltest Du dann auf jeden Fall keine Probleme mit Hall mehr haben.
     
  5. naledi

    naledi

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    Hi!

    wir haben eine sehr offene Bauweise gewählt:
    Küche, Wohnen, Essen Diele sind offen.
    Das Wohnzimmer ist komplett offen bis unters Dach, die Treppe geht im Wohnzimmer nach oben auf die Gallerie.
    Bevor die Gardienen drin waren, war ein sehr starker Hall da.
    Jetzt geht es, wobei es meiner meinung nach immer noch etwas hallt und es recht "laut" ist, wenn mehrere Personen gleichzeitig sprechen.
    Aber wir werden uns deswegen auch noch einen Teppich anschaffen u. es fehlt auch noch eine grosse Kommode. Jedes Möbelstück u. Blume etc. hilft.
    Wenn Abends unten laut Fernseh geguckt wird, oder gesprochen wird, hört man es oben in den Zimmern.
    Dessen muss man sich bei der Bauweise bewusst sein!
    ABer uns gefällts trotzdem gut!
     
  6. ManfredH

    ManfredH Gast

    Ich denke nicht, dass so etwas im EFH notwendig ist.

    Wir haben auch ein sehr offenes Haus - im EG Flur-Garderobe-Wohnen-Essen-Küche-HWR in offener Verbindung, und darüber Luftraum und Galerie, von der aus es in die Kinderzimmer + Bad und Schlafzimmer geht. Und im im gesamten EG Bodenfliesen, viel Glas, kein einziger Teppichboden.

    Die Raumakustik ist trotzdem völlig ok; uns oder auch Gästen ist noch nie etwas Negatives daran aufgefallen.
     
  7. Peeder

    Peeder

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    na endlich mal nee gute Idee - hätte von mir stammen können :mega_lol:

    Hier ( Bild ) wurde z.B. in einen Foyer mit Sto und einer Streulochakustikdecke ein sehr gutes Ergebniss erziehlt. Na, so gross wird es wohl nicht werden .



    Peeder

    vorher planen lassen ist besser als hinterher jammern
     
  8. hdueb

    hdueb

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    Hi zusammen,
    ich schiebe mal eine kleine Frage, da es zum Thema passt, von meiner Frau hinterher.

    Ändert sich am "Hall" in den Räumen/Haus etwas wenn man von glatten Malerflies an den Wänden, auf einen Flies mit einer Struktur in der Oberfläche wechselt? Ich vermute mal das man keinen Unterschied merkt...
    Ich hoffe ihr versteht überhaupt was ich meine :eek:

    Was meinen denn die Experten?

    Gruss
    Holger
     
  9. Peeder

    Peeder

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    ja

    Peeder
     
  10. hdueb

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    ja, was? Bitte. Wirds besser oder ist es egal?

    Merci
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Ja, aber eine einfache Struktur hat nur einen geringen Einfluß. Dafür sind die Wellenlängen zu groß und die Struktur sorgt nur für eine minmale Streuung (bei der Reflexion).
    Das Material selbst hat auch einen Einfluß, und der dürfte höher sein als der der Struktur.

    Gruß
    Ralf
     
  12. hdueb

    hdueb

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    super, Danke für die Aufklärung.

    Gruss
    Holger
     
  13. meinHaus500

    meinHaus500

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    Ja, es müsste besser werden.

    Wir haben ein Schlagzeug im Keller stehen und deshalb unseren Architekten nach Möglichkeiten gefragt, den Hall zu mindern. (Das gehört sogar zum Architektenstudium) Alle Oberflächen, die eine Struktur haben, "schlucken" auch Schall. Bekannt sind in diesem Fall ja auch die alten Eierpappen an Decken und Wänden.

    Wir haben jetzt im Keller sogar Gardinen :D und das ist der einzige Raum im Haus in dem ein Teppich liegt.
     
  14. R.B.

    R.B.

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    Das ist korrekt, aber bei der ich sage mal "Strukturtapete", ist die Struktur kaum ausgeprägt.

    Akustikabsorber erreichen die Dämpfung vorwiegend durch die Materialauswahl. Soll die Form der Struktur (Bsp.: Pyramiden) einen merklichen Einfluß haben, dann müssen diesen schon eine ordentliche Länge haben. Bei 100Hz beträgt die Wellenlänge schon etwa 3,4m. Lambda/4 wäre somit 0,85m.

    Gruß
    Ralf
     
  15. ghneumann

    ghneumann

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    Streuung ist nicht Dämpfung!

    Um Schall zu dämpfen, braucht es spezielle Materialien, am besten mit viel Masse. Eierpappen dämpfen so gut wie gar nicht, aber sie streuen bestimmte Frequenzen, daher machen sie den Raumklang u.U. angenehmer.
     
  16. #15 Ralf Dühlmeyer, 4. September 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Ah ja. Deswegen sind Schalldämpfer in Autoabgasanlagen und an Feuerwaffen auch immer so schwer :D
    Am besten aus Beton mit Blei ausgegossen :smoke
     
  17. R.B.

    R.B.

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    Und weil Gewicht Sprit kostet, sind die Ökoautos auch immer so laut.....vor allen Dingen die Elektroautos. :D

    Aber das mit der Streuung konnte ich auch schon feststellen. Je mehr Falten ich im Gesicht habe, um so zerstreuter bin ich. :mega_lol:

    Gruß
    Ralf
     
  18. #17 Ralf Dühlmeyer, 4. September 2009
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Du meinst die Autos von Ökos :D
     
  19. R.B.

    R.B.

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    oder so.

    Gruß
    Ralf
     
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  21. Peeder

    Peeder

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    jupp, wenn der Auspuff so aufgebaut ist, iss es bestimmt leise :mega_lol:


    Bei Abgasanlagen ???? :mega_lol:

    Na ja, hier wird wohl einiges durcheinander gewürfelt :biggthumpup:

    Absorption

    Peeder
     
  22. Bughandle

    Bughandle

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    Also bei der Raumakustik geht es v.a. um die sog. Nachhallzeiten, also das was wir als Echo so unangenehm empfinden. Dann sollte man auch wissen, dass unser Gehör für Frequenzen unterschiedlich sensibel ist, auch innerhalb unserer Spezies gibts da Unterschiede. Meist werden Tieffrequenzen z.B. unter ca. 80 Hz als besonders störend empfunden. Der mittlere Frequenzbereich so um 500-4000 Hz ist wichtig, weil sich dort "Sprache" abspielt, hier sollten also die Nachhallzeiten ebenfalls gering sein.
    Die Preisfrage ist: was ist anzustreben?
    Ein Orientierung:
    Ein modernes Kino hat so ca. 0.4 s - 0.8 s Nachhall
    Ein Sprachlabor ca. 0.3 - 0.5 s
    Ein Tonstudio ca. 0.2 - 0.4 s
    Ein Konzertsaal ca. 1.0 - 1.5 s
    Kirchen oft 2.0 - 3.0 s

    Nachhallzeiten von ca. 0.3 - 0.8 s werden als sehr angenehm empfunden.
    Wie so oft kommt es aber auf die Nutzung an, ein Opernsänger braucht den Nachhall.

    Nachhall bzw. Verbesserung der Raumakustik kann man auf unterschiedliche Weise erreichen (etwas vereinfacht).

    1. Raumgeometrie (Vermeidung stehender Wellen)
    2. Absorber
    3. Vermeidung von Resonanzfrequenzen und Koinzidenzfrequenzen
    4. Diffusoren (bedingt)

    Der angesprochene Wandbelag hat einen recht großen Einfluß, weil er als Absorber fungiert, z.B. hat eine klassische Erfurter Rauhfasertapete mittlerer Körnung einen AlphaW (Schallabsorptionsgrad) von ca. 0.15, was sich schon deutlich bemerkbar macht.

    Möbel hingegen haben meist schallharte Flächen und Materialien und reflektieren eher den Schall. Polstermöbel sind hingegen gute Absorber.
    Großblättrige Pflanzen sind Diffusoren, verändern damit die Raumakustik, nicht aber die Nachhallzeit.

    Hier mal ein paar Links, Akustik ist leider gar nichts zum Spekulieren und Pauschalisieren. Der zweite Link führt u.a. AlphaW-Werte von Wandbelägen auf.

    http://www.uni-due.de/ibpm/Bauphysik-Interaktiv/schall.htm
    http://www.burosch.de/news/Raumakustik_Teil_1.html
    http://www.sengpielaudio.com/Rechner-RT60Koeff.htm
    http://www.uni-due.de/ibpm/BauPhy/Schall/Buch/26.00-vor27.htm

    hope it helps
     
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Raumakustik bei Galerien und Lufträumen

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