Raumluftabhängige Feuerstätte vs. Wohnraumlüftung - was ist noch zu retten?

Diskutiere Raumluftabhängige Feuerstätte vs. Wohnraumlüftung - was ist noch zu retten? im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, wie schon in anderen Diskussionen angesprochen, sitzen wir mit unserer Neubauwohnung in einer Falle. Randbedingungen: A)...

  1. GWeberJ

    GWeberJ

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    Hallo zusammen,

    wie schon in anderen Diskussionen angesprochen, sitzen wir mit unserer Neubauwohnung in einer Falle.

    Randbedingungen:

    A) Geregelte Grundlüftung in Baubeschreibung zugesichert (mittels Fensterfalzlüfter), aber nicht eingehalten, da Holzfensterhersteller keine Gewährleistung übernehmen wollte.
    B) Raumluftabhängige Feuerstätte (Grundofen) an einem gemeinsamen Schornstein mit zwei weiteren Wohnungen, in jeder Wohnung in fensterlosen Gäste-WC ein Abluftventilator verbaut. Laut DIBt-Zulassung der Lüfter ist eine Installation bei raumluftabhängigen Feuerstätten an mehrfachbelegten Abgasanlagen - selbst mit Sicherheitseinrichtungen - nicht zulässig.

    Möglichkeiten:

    1) Bauträger wegen A) zur Herstellung einer Grundlüftung (in der aktuellen DIN 1946-6 als "Nennlüftung" bezeichnet) zwingen. Geht vermutlich nur mittels (dezentraler) KWL. Und Bauträger sowie Ofenbauer wegen B) zu einem Abbruch des Grundofens und Aufstellen eines raumluftunabhängigen Kaminofens mit DIBt-Zulassung zwingen.

    Vorteil: saubere Lösung (wenn ich damit durchkomme)

    Nachteil(e): Prozessdauer, währenddessen gesperrte Feuerstätte (auch bei den Nachbarn), statt dem Wunschgrundofen irgendein Komplettsystem-Kaminofen von der Stange, einiges an Ärger

    2) Bauträger, Ofenbauer, Schornsteinfegerinnung und ein noch zu findenden Lüftungsinstallateur an einen Tisch holen und Einigung darüber erzielen, dass
    - der bestehende Grundofen mit einer externen Verbrennungsluftzufuhr ausgestattet wird.
    - CO-Sensoren, Unterdruckwächter in jeder Wohnung installiert werden.
    - der Abluftventilator im Bad weiterhin entgegen dem Wortlaut der Zulassung betrieben wird und darüber hinaus noch eine KWL, ebenfalls ohne Zulassung, eingebaut wird.
    Nach vorsichtigem Vorfühlen wären Ofenbauer und Schornsteinfeger nicht abgeneigt.

    Vorteil(e): spare mir den Prozess, zeitnahe Lösung, Grundofen bleibt erhalten

    Nachteil(e): wissentliche Verletzung der Landesbauordnung (Lüfter ohne Zulassung betreiben), lasse mich mit einem unseriösen und verschlagenen Bauträger auf eine Mauschelei ein

    In jedem Fall werde ich hier nichts ohne eingehende anwaltliche Beratung unternehmen. Gern würde ich aber wissen, ihr darüber denkt.
     
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  3. HansS

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    1) geht nicht, da es keine raumluftunabhängige Öfen mit Dibt-Zulassung für Mehrfachbelegung gibt.
    2) nicht ganz Astrein, denn die an den gleichen Schornstein angeschlossenen Feuerstätten müssten ebenfalls berücksichtigt werden.
    Ebenso sind die Unterdruckwächter nur für Einfachbelegung zugelassen.

    Eine Lösung ist dir ja schon in einen anderen Forum aufgezeigt worden. (4 Pa-Messung)
    In Verbindung mit der zugesicherten Grundlüftung laut Baubeschreibung könnten alle Feuerstätten so bleiben wie sie sind. Vorausgesetzt die 4-Pa Messung ist positiv.
    Diese Ausführung verletzte auch keine Landesbauordnung etc. Denn dort wird nur ein sicherer Betrieb der Feuerstätte in Verbindung mit luftabsaugenden Geräten gefordert.
     
  4. GWeberJ

    GWeberJ

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    Argh!

    Dass es Probleme geben könnte, wenn man die Zuluft durch den Schornstein holen wollte, war mir klar (Schornstein mit Zuluft und Mehrfachbelegung - haben wir aber ohnehin nicht). Aber dass es keine zugelassenen Öfen dafür gibt ... oh Mann! :-(

    Aber fordert die Landesbauordnung nicht auch, dass jedes luftabsaugende Gerät eine bauaufsichtliche Zulassung besitzt?

    (Falls man wirklich den sicheren Betrieb der Feuerstätten gewährleisten kann, ist es natürlich sehr ärgerlich, dass in der bauaufsichtlichen Zulassung der Lüfter steht, dass man sie trotzdem nicht betreiben darf.)
     
  5. HansS

    HansS

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    Soweit mir bekannt schreibt die Bauordnung (zumindest in Bayern) keine bauaufsichtliche Zulassung für luftabsaugende Geräte vor.
    Luftabsaugende Geräte sind z.B. auch Abluftdunstabzug, Abluftwäschetrockener etc.
    Es muss nur ein sicherer Betrieb gewährleistet sein.
     
  6. GWeberJ

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    Was du genannt hast, sind keine "Bauteile" (im Sinne der Bauordnung).

    Lüftungsgeräte sind leider Bauteile: http://www.dibt.de/de/Fachbereiche/data/Aktuelles_III_FAQ_Mechanische_Wohnungslueftanlagen.pdf

    Nun weiß ich immerhin, dass es gar keine "saubere Lösung" geben kann. Oh Mann!
     
  7. GWeberJ

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    Könnte man vielleicht drei Schornsteinrohre eng aneinander packen und gegen das aktuelle 20-cm-Rauchrohr austauschen. Jeder Ofen hätte dann seinen eigene Abluftanlage und alle wären glücklich. Die drei Einzelschornsteine müssten nur in den Schacht des jetzigen Schornsteins passen (und den aktuellen Schornstein müsste man irgendwie entfernen können).

    Klingt auf jeden Fall aufwendig.
     
  8. Julius

    Julius

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    Was wäre damit gewonnen?
    Nur die Abhängigkeit zu den anderen Wohnungen entfiele.
    Du aber hättest immer noch einen raumluftabhängigen Ofen, der sich mit der Toilettenentlüftung beißt!

    Du brauchst einen raumluftunabhängigen Ofen mit einzelner Zuluft (horizontal).
     
  9. GWeberJ

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    Richtig. Aber da könnten dann eine Sicherheitseinrichtung (Druckwächter) zusammen mit ausreichend dimensionierten Außenluftdurchlässen Abhilfe schaffen.

    Dachte ich zunächst auch. HansS hat mich aber oben darauf hingewiesen, dass es gar keinen raumluftabhängigen Ofen gibt, der für Mehrfachbelegung zugelassen ist. Sprich: Sobald ein mehrfachbelegte Schornstein vorliegt, gibt es gar keinen raumluftunabhängigen Feuerstätten (im Sinne der DIBt-Zulassung) mehr.

    Diese Abhängigkeit ist es gerade, aufgrund der ich in der Falle sitze. Es scheint keine einzige vom DIBt zugelassene Möglichkeit zu geben, wie Lüftungsanlagen und Feuerstätten an mehrfachbelegten Schornsteinen parallel betrieben werden können.

    Für den Betrieb einer Feuerstätte mit eigenem Schornstein hat man dagegen die Qual der Wahl:

    - Raumluftunabhängige Feuerstätte
    - Raumluftabhängige Feuerstätte plus Sicherheitseinrichtungen
     
  10. Julius

    Julius

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    Unabhängig von der Sicherheitsfrage wird Deine raumluftabhängige Feuerstätte sowieso nicht richtig funktionieren können.
    Oder was denkst Du, wo deren Verbrennungsluft herkommen soll...?
     
  11. GWeberJ

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    Indem der bestehende Grundofen mit einer externen Verbrennungsluftzufuhr ausgestattet wird (macht ihn leider nicht offiziell "raumluftunabhängig" gemäß DIBt, aber von physikalischer Seite ist das Problem wohl gelöst).
     
  12. GWeberJ

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    Nächste Idee: Zwei Außenschornsteine anbringen. Würde das Problem der Mehrfachbelegung der Abgasanlage beseitigen.
     
  13. R.B.

    R.B.

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    wenn alle mitspielen.....auch an die Eigentümer der anderen Wohnungen denken. Was ist, wenn alle nun einen Ofen möchten?
     
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  15. GWeberJ

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    Momentan: 5 von 6 betroffenen Wohnungen haben einen Ofen. Alle in einem Betriebszustand, der die Zulassung der ebenfalls überall vorhandenen Badlüfter verletzt. Zwei Schornsteine gibt es, also wären 4 weitere nötig, wenn jeder einen Ofen will.

    Dem - sagen wir mal: recht pragmatischen - Schornsteinfeger ist es bei der Abnahme nur nicht aufgefallen.

    Bin momentan wohl der einzige Bewohner, der nicht rundum damit zufrieden ist, in einem Gebäude zu wohnen, das die Bauordnung und Feuerungsverordnung verletzt.
     
  16. R.B.

    R.B.

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    Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es evtl. Gründe geben kann, die gegen die Außenschornsteine sprechen, und die keinen technischen Hintergrund haben. Da kommt dann einer dem die Optik nicht gefällt, oder was weiß ich, und schon geht´s rund.
     
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