Regenwasserversickerung mit Überlauf in den Kanal

Diskutiere Regenwasserversickerung mit Überlauf in den Kanal im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, vorab; bei der Suchfunktion habe ich leider keine passende Antwort gefunden. Falls die Frage schon einmal behandelt wurde, wäre...

  1. Snuggles82

    Snuggles82

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    Hallo zusammen,

    vorab; bei der Suchfunktion habe ich leider keine passende Antwort gefunden. Falls die Frage schon einmal behandelt wurde, wäre es super wenn mir jemand den Link senden könnte.

    Zum Sachverhalt:


    Wir haben vor ein paar Tagen den Bescheid für die Wassergebühren erhalten. Dabei wird uns pauschal für ein Drittel unseres Grundstück Oberflächenwasser berechnet. Das Haus steht in Rheinland-Pfalz.

    Laut Bebauungsplan mussten wir einen Versickerungsschacht auf unserem Grundstück bauen. Dieser musste mit einem Überlauf in den Kanal versehen werden, damit bei Starkregen oder wochenlangen Niederschlag das Wasser ablaufen kann. Ebenfalls gemäß Bebauungsplan sind alle Flächen, wie Hofeinfahrt, Terrasse, etc. so zu errichten, dass das Wasser direkt versickern kann. Hier ist keine Einleitung in den Versickerungsschacht vorgesehen.

    Nach Rückfrage bei unserer Gemeinde, wurde mir mitgeteilt, dass der Versickerungsschacht ja am Kanal angeschlossen wäre und deshalb auch die vollen Gebühren zu zahlen sind. Der gute Mann konnte das auch nicht richtig begründet und hat sich auf diverse Gerichtsurteile berufen, die er aber so im einzelnen auch nicht nennen konnte.

    Frage:

    Weiß jemand von euch wie es sich bei so einem Fall verhält? Es kann doch nicht sein, dass wir für über 400 qm die vollen Gebühren bezahlen müssen obwohl wir den allergrößten Teil versickern. Andere mit kleineren Grundstück bezahlen weniger obwohl die das gesamte Regenwasser in den Kanal einleiten.

    Über euren Rat wäre ich sehr dankbar.

    Gruß
    Christian
     
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  3. #2 Manfred Abt, 10. Februar 2015
    Manfred Abt

    Manfred Abt

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    von Kommune zu Kommune unterschiedlich aber meist so wie bei euch gehandhabt.

    Relevant z.B. auch für große Industriebetriebe mit viel Fläche. Die dürfen das meiste NW meist in ein Gewässer einleiten und nur ein sehr kleiner Teil muss in den öffentlichen Kanal. Trotzdem muss dann in der Regel die volle Gebühr für jeden m2 bezahlt werden.

    Auch sachlich durchaus in Ordnung, weil die maßgebenden Kosten für die Ableitung des RW genau für die Situationen anfallen, bei denen auch euer Notüberlauf der Versickerungsanlage fleißig sprudelt.
     
  4. Diamand

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    Hallo Snuggles82

    Wäre es bei dir möglich den Überschuss nicht in den Kanal sondern in eine weitere Versickerungsanlage zu leiten oder mit Hilfe einer Pumpe auf euren Rasen zu leiten und dort versickern zu lassen.
    Bei uns wird das Überschusswasser (Regenwassertank) mit einer normalen Schmutzwasserpumpe auf den Rasen geleitet. Da nun kein Anschluss mehr an den Kanal besteht brauchen wir auch nichts mehr zu bezahlen.

    Gruß
     
  5. #4 Manfred Abt, 11. Februar 2015
    Manfred Abt

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    Ist dann aber keine kleine Universalpumpe, du müsstest ja bei voller Zisterne die Abflussspitze wegpumpen können.

    Sagen wir mal 100 m2 angeschlossene Fläche
    Regenereignis rd. 350 Liter pro Sekunde und Hektar
    Gibt dann Fördermenge von 3,5 l/s.

    Und nein, wenn auf einer Pumpe z.B. max-Förderleistung = 2 l/s steht dann kann diese Pumpe unter realistischen Bedingungen niemals 2 l/s pumpen. Da muss man dann eine kleine Berechnung zu machen.
     
  6. SirSydom

    SirSydom

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    Wenn man die Zisterne so auslegt, dass man immer noch einen Puffer hat um ein Starregenereignis abzufangen? Dann kann man die Pumpe kleiner auslegen. Ob sichs lohnt? keine Ahnung..
     
  7. #6 Achim Kaiser, 11. Februar 2015
    Achim Kaiser

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    Spätestens wenn Zisterne voll und es schifft immer noch ohne Ende kennst die Antwort.
    Nachdem Pumpchen sowieso immer dann verrecken wenn man´s gar nicht gebrauchen kann ist eine zweite Pumpe nie ein Fehler ... bevor´s einem in die Schuhe oder sonstwohin läuft.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  8. planfix

    planfix Gast

    die gemeinden brauchen geld, wenn sie es so nicht eintreiben können, dann werden neue radarfallen oder was anderes erfunden.
     
  9. Snuggles82

    Snuggles82

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    Danke für die Antworten.

    Ich sehe hier allerdings einen Unterschied zwischen einer Zisterne und einem Versickerungsschacht. Wie der Name schon sagt, soll das Regenwasser dort drin ja versickern, während eine Zisterne insbesondere im Winter wahrscheinlich die meiste Zeit voll ist und das zusätzliche Regenwasser dann in den Kanal geht.

    In unseren Versickerungsschacht fließt aber auch nur das Regenwasser von der Dachentwässerung. Hof und Terrasse werde so ausgelegt, dass das Wasser direkt versickert. Eine EInleitung in den Versickerungsschacht ist nicht vorgesehen. Für das Dach des Hauses und der Garage bin ich bei knapp 150qm. Mir ist unklar warum ich dann für über 400qm Oberflächenwasser bezahlen soll?
     
  10. #9 toxicmolotow, 11. Februar 2015
    toxicmolotow

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    Wir haben auch kurz überlegt, Wasser auf dem Grundstück versickern zu lassen, ein Notüberlauf an die Kanalisation wäre aber zwingend notwendig geworden, wenn man keinen Sumpf als Garten hätte haben wollen. Und sobal auch nur der Notanschluss an der Kanalisation ist zahlt man auch bei uns hier die vollen Entwässerungsbeiträge. Damit war unser Thema erledigt.
     
  11. Diamand

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    Hallo Manfred

    Mit deiner Bemerkung

    „Und nein, wenn auf einer Pumpe z.B. max-Förderleistung = 2 l/s steht dann kann diese Pumpe unter realistischen Bedingungen niemals 2 l/s pumpen.“

    hast du mit Sicherheit recht denn was der ein oder andere Hersteller von seinem Produkt behauptet ist oftmals Meilenweit von der Wirklichkeit entfernt.
    Unsere Pumpen sollen 7000Liter/Stunde leisten. Wie die Wirklichkeit ist müsste ich im Sommer mal Prüfen.
    Wie dem auch sei hier wurde es so gemacht das die eine Pumpe ein Stück unter der max. Füllhöhe hängt so das immer noch etwas Platz vorhanden ist. Zudem wird noch eine zweite am Grund eingesetzt (noch nicht eingebaut aber vorhanden da Tank erst vergangenes Jahr errichtet wurde und ich nicht ganz fertig geworden bin). Diese ist zum Garten tränken vorgesehen (nicht per Rasensprenger sondern per Schlauch wegen Schmutz). Bei entsprechender Regenmenge kann diese also auch noch zugeschaltet werden. So ist zumindest der Plan ob dieses in der Praxis gut geht wird sich herausstellen.
     
  12. #11 Manfred Abt, 12. Februar 2015
    Manfred Abt

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    Die Angaben der Hersteller sind schon richtig.

    Es gibt eher das Problem, dass der Nutzer die Angaben falsch interpretiert.

    Eine Pumpe hat ein Kennlinie, d.h. die Fördermenge ist abhängig von der Förderhöhe.
    Die Angabe der Maximalfördermenge gilt in der Regel für einen freien Auslauf direkt hinter der Pumpe, wir sprechen da auch von Nullförderhöhe.
    Nun setzt man eine Pumpe aber in der Regel dafür ein, um Wasser von unten nach oben zu pumpen. Das ist schon mal der erste Baustein der tatsächlichen Förderhöhe.
    Und dann führt das Durchfließen der Rohre, Schläuche, Armaturen aber auch der Ein- und Auslauf selbst zu Fließverlusten in der Anlage, dass ist dann der zweite Baustein der tatsächlichen Förderhöhe.

    • Und so kann eine Pumpe bei Nullförderhöhe z.B. 10 Liter pro Sekunde fördern.
    • Bei 5 Metern Förderhöhe liegt die Fördermenge dann z.B. nur noch bei 6 Litern pro Sekunde
    • und bei 15 Metern Förderhöhe rührt die Pumpe z.B. nur noch im eigenen Saft weil sie das Wasser gar nicht so hoch gedrückt bekommt, dann liegt die Fördermenge halt bei 0

    Und jetzt kannst du mal raten, welche Fördermenge und Fördermenge die Vertriebsabteilung auf die Prospekte druckt.
    • maximale Fördermenge 10 Liter pro Sekunde (da spritzt die Pumpe gerade mal zur Seite raus)
    • maximale Förderhöhe 14,99 Meter (da fördert die Pumpe gerade mal ein Tröpfchen pro Sekunde nach oben)

    Aber jede Pumpe hat halt ihre eigene Kennlinie und die Auswahl der richtigen Pumpe beherrschen nur wenige.
     
  13. Diamand

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    Hallo Manfred

    Das was du schreibst ist das was ich so meinte. Die Hersteller, sei es Pumpen, Autos oder sonst was, geben das groß an was unter entsprechend Idealbedingungen machbar ist da dieses entsprechend Verkaufsfördernd ist. In der Wirklichkeit sind solche Idealbedingungen nur selten wenn überhaupt einzuhalten.
    Darum schrieb ich ja auch das ich im Sommer das mal Testen werde welche menge die Pumpen bei mir wirklich fördern.

    Alaaf no Kölle am Ring
     
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  15. #13 Der Bauberater, 13. Februar 2015
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    Und was sagt eure "Entwässerungssatzung" der Kommune dazu? Das muss alles in einer Satzung geregelt sein! Deutschland regelt alles!!! Gebühr mit Satzung vergleichen und evtl. einen Widerspruch einlegen.
     
  16. Frau Maier

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    Bei all euren Überlegungen es zu umgehen sollte man berücksichtigen, dass bei Starkregen das eigene Grundstück das anfallende Wasser gar nicht mehr versickern kann. Es fließt also irgendwo aus dem Grundstück weg und wenn es dumm läuft, dann fließt es in strömen in Nachbars Keller. Nimm es hin, so sind nun mal die Regeln bei uns.
     
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