Rettungsfolie für Außenwanddämmung ?!

Diskutiere Rettungsfolie für Außenwanddämmung ?! im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo, neulich hat mir der Bekannte eines Nachbars eine abenteuerliche Geschichte zur Fassadendämmung erzählt. Meine Frage wäre nun ob hier...

  1. #1 Maidörfer, 4. Oktober 2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Hallo,

    neulich hat mir der Bekannte eines Nachbars eine abenteuerliche Geschichte zur Fassadendämmung erzählt. Meine Frage wäre nun ob hier evtl. doch ein Wahrheitsgehalt vorhanden ist.

    Er meinte, dass er sein Haus mit "Rettungsfolie" eingepackt hätte und danach 4 cm dicke Dämmplatten (war Abfalls von einem anderen Haus, dass von 4 cm auf 12 cm Dämmung renoviert wurde) verwendet hätte. Statt einem "richtigen" Putz habe er grüne Rigipsplatten verwendet. Vielleicht habe ich ihn teilweise bezüglich der Reihenfolge der Bausstoffe und sonstigem nicht ganz verstanden, aber kann man mit Rettungsfolie wirklich mit weniger Dämmstoffstärke auskommen bzw. evtl. sogar auf die Spezialdübel für stärkere Dämmplatten verzichten?

    Wäre mal interessant, wass Fachleute bzw. Nicht-Rettungssanitäter hiervon halten...

    Gruß

    Maidörfer
     
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  3. #2 Maidörfer, 4. Oktober 2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Jetzt haben schon 36 Leute reingeschaut und noch keiner was dazu geschrieben. Gibt´s hierzu einfach keine verlässlichen Erfahrungen (klingt ja auch außergewöhnlich) oder halten dies alle für einen Joke.

    Für mich persönliche wäre die Antwort interessant, weil an unserem Haus ein gemeiselter Frauenkopf an der Gibelseite als Verzierung angebracht ist und ich daher gerne auf eine dicke Dämmung an dieser Seite verzichten würde.

    Alternativ habe ich auch schon darüber nachgedacht, einfach einen Streifen von ca. 1,5 m in der Breite vom Sockel bis zum Gibel ohne Isolierung zu belassen oder nur den Bereich um dem Kopf auszusparen.

    Würde mich daher über Antworten freuen.

    Gruß

    Maidörfer
     
  4. mls

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    guck mal in bau.de nach "eingequetschte alufolie" ..
    dann weisst´, warum das keine a... s.. mehr interessiert ;)
     
  5. #4 Hundertwasser, 4. Oktober 2006
    Hundertwasser

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    Die Geschichte ist so haarsträubend das man sich an den Hikntern fassen will weil einem der Kopf zu schade ist. Die Rettungsfolie sollten Sie dort lassen wo sie ist.

    Natürlich wird man durch das Einpacken mit einer Rettungsfolie theoretisch den Verlust über Wärmestrahlung verkleinern. Die Nachteile überwiegen jedoch:

    Durch das Aufkleben der Folie außen erhalten Sie eine wunderbare Dampfsperre genau da wo man sie nicht brauchen kann. :mauer


    Die ganze Geschichte ist ein hanebüchener Unsinn wie ich ihn noch nie gehört habe. :irre Zahlen Sie dem Bekannten ihres Nachbarn eine halbe Bier und sagen: "Gut, ich bin drauf reingefallen". Sehen sie sich um ob versteckte Kameras oder Kurt Felix lauern. Oder muss ich jetzt mal gucken *zimmerabsuch*

    Gehen sie zu einem seriösen Handwerker oder Energieberater und lassen Sie sich mal vor Ort beraten. :konfusius
     
  6. #5 Maidörfer, 5. Oktober 2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Jetzt bin ich zwar nicht schlauer geworden, weiss aber, dass Experten hierzu offenbar unterschiedliche Meinungen vertreten und es gleich zu heftigen Diskussionen kommt, wenn einer eine solche Frage stellt.

    Ein wenig erinnert mich das ganze an das Wechseln einer Glühbirne:

    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=7604&highlight=Gl%FChbirne

    - "4 Mitglieder, die nachfragen "Hatten wir diese Diskußion nicht erst vor kurzem?"."

    - "7 Mitglieder, die vor den Gefahren des Glühbirnenwechselns warnen."

    Der Link von mls war zwar interessant, aber ich habe ca. 5 % verstanden. Ich weiss jetzt, dass Alufolie und Rettungsfolie technisch fast identisch sein müssen.

    Warum ein Dampfsperre an der Aussenseite problematisch ist bzw. was bei einem herkömmlichen Wärmeverbundsystem hier anderst ist, weiss ich als Laie zwar immernoch nicht, werde aber wohl auch nicht mehr dazu erfahren.

    Dennoch vielen Dank für die Antworten.

    Gruß

    Maidörfer
     
  7. #6 Hundertwasser, 5. Oktober 2006
    Hundertwasser

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    Na, na, nicht gleich aufgeben. Warum soll ich denn mein Pulver schon in der ersten Runde verschießen?

    Aber im Ernst. Um das Thema erschöpfend zu behandeln halte ich Vorträge von ca. 45 min Dauer. Ich bitte da schon um Verständnis wenn eine Frage, die so merkwürdig ist, nicht gleich innerhalb einer viertel Stunde volständig abgehandelt wird.

    Übrigens, heftige Diskussionen sehen anderst aus.

    Dampfsperren an der Außenhaut sind deshalb problematisch weil der Wasserdampf, oder Luftfeuchtigkeit, immer dorthin wandert wo weniger Wasserdampf ist. Da es im Winter draußen kälter ist als drinnen ist auch die Luftfeuchtigkeit draußen geringer als drinnen (um zu erfahren warum das so ist sollten sie eien gutes Physikbuch konsultieren).

    Dadurch dringt Wasserdampf von innen ins Mauerwerk und möchte an der Außenseite wieder herauskommen. Diesen Vorgang nennt man Diffusion. Wird die Diffusion nun an der Außenseite behindert (Alufolie), kondensiert der Dampf und schlägt sich als flüssiges Wasser im Mauerwerk nieder.

    Ein konventionelles, richtig dimensioniertes WDVS lässt die Luftfeuchtigkeit ausdiffundieren ud es treten keine Feuchteschäden auf.

    Wenn Sie schon mit Rettungsfolien experimentieren wollen (und vielleicht kaufen Sie auch eine Dampfsperre im Baumarkt und legen diese an den frei gewordenen Platz in ihrem Verbandskasten) dann verkleben Sie diese an der Mauerwerksinnenseite damit die Feuchtigkeit erst gar nicht in ihren Wandaufbau gelangen kann. Dämmplatten an der Außenseite sparen Sie dadurch aber immer noch nicht. Da müssten Sie schon noch ein paar ZeMuKos (Zellstoff-Mull-Kompressen) dazupacken.
     
  8. #7 Maidörfer, 5. Oktober 2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Das war doch die Antwort, die ich gesucht habe. Danke.

    Dann kann ich also z.B. an der Gibelseite einen Streifen von rund 7-8 qm auf diese Art isolieren und somit kann der gemeiselte Frauenkopf an der Fassade bleiben und muss nicht teilweise hinter Strodurplatten oder wie das Zeug heisst verschwinden.

    Statt der ZeMuKos-Isolierung kann man doch auch sicher 2-3 cm dicke Strodurplatten verwenden und verputzen?

    Noch kurze Frage zum Abschluss: Das Hauptproblem dürfte doch aber weniger die Aussenwand sondern die Decke bzw. das Dach eines Hauses sein. Warme Luft kann doch die meißte Feuchtigkeit aufnehmen und steigt außerdem wegen der geringeren Dichte nach oben. Dort verhindert ihr aber die Dampfbremse den Weg und sie müßte doch somit im Raum bleiben, bis sie durch Lüften in die kalte Außenluft entweichen kann.

    Gruß

    Maidörfer

    P.S. Und noch ne Frage: Kann bei einer 24 cm Wand mit Vollziegeln überhaupt viel Luft diffundieren, wenn außen auch noch ein Wärmedämmsystem zwar die Diffusion nicht verhindert aber behindert?
     
  9. hapfel

    hapfel

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    Wenn Sie wirklich eine dünne Dämmung brauchen...

    ... dann suchen Sie mal nach 'Vakuumisolationspaneele". U-Wert ca. 0,004 (nee, das ist kein Vertippser), d.h. 10 mm Paneel entspricht ca. 10 cm Polystyrol/MiWo.

    Kostet halt ein bissschen und muss beim Einbau pfleglich behandelt werden!

    Ach ja, und ist Diffusionsdicht - daher in dem Bereich unbedingt innen Dampfsperre einbauen.

    Grüße
     
  10. #9 VolkerKugel (†), 6. Oktober 2006
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    Ich denke mal ...

    ... dieses Thema kann jetzt endgültig in den Bereich "HUMOR" verschoben werden :irre .
     
  11. Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Wieviele Forenmitglieder braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln

    "5 die behaupten, dass das ganze nur noch ein Witz ist und daher in einen anderen Thread gehört"

    siehe z.B.:
    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=7604&highlight=Gl%FChbirne

    ____________________________________________________

    Hallo Hapfel,

    der Tipp mit den Vakuumisolationspaneelen klingt gut. Wegen der Kosten muss ich wohl erst noch kalkulieren, ob es noch bezahlbar bleibt.

    Das blöde ist nur, dass seit ca. einem Monate die betroffenen Innenwände vergipst sind und natürlich keine Dampfsperre eingebaut wurde. Jetzt kann ich aber wenigstens mal unseren Architekten danach fragen, ob er bei Verwendung dieses Material noch eine Idee hat, wie man das hinkriegen kann.

    Gruß

    Maidörfer
     
  12. hapfel

    hapfel

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    Nee, gugstu z.B.

    http://www.va-q-tec.de/index.html

    Das haben Deine Kollegen auch schon für Häuser verwendet.

    Grüße
     
  13. #12 VolkerKugel (†), 9. Oktober 2006
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    Weiß ich doch ...

    ... hab´ ich mir alles schon bei VARIOTEC in Neumarkt in natura angeschaut.
    Das funktioniert aber doch nicht als Einzelelement sondern nur in vorgefertigten Sandwich-Elementen. Taugt also überhaupt nicht zur Lösung von Maidörfers Problem :konfusius .
     
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  15. #13 hapfel, 10. Oktober 2006
    Zuletzt bearbeitet: 10. Oktober 2006
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    No, aber er suchte doch eine möglichst dünne Dämmung, zumindest an einer Giebelseite:

    Wieso sollte das nicht als Einzelelemente funktionieren? Das sind rechteckige Platten die auf den Untergrund geklebt werden. Dann Haftvermittler, Putz, en voilà.

    Was wirklich dagegen spricht ist dass die für diesen Anwendungsfall wohl keine Zulassung haben; und hier gehts ja nia ohne amtliches Papier:boxing

    Grüße

    Korrektur: Man könnte versuchen, evtl. in Zusammenarbeit mit dem Hersteller, es als Forschungs/Versuchsobjekt durchzukriegen...
     
  16. #14 VolkerKugel (†), 10. Oktober 2006
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    Wahrscheinlich ...

    ... reden wir hier von zwei verschiedenen Dingen. Mit den VIPs (Vakuum-Isolations-Paneelen) geht das definitiv nicht. Glaub´s einfach.
    Der kleinste Nadelstich durch die Alu-Hülle und das Vakuum ist weg :konfusius .
     
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Rettungsfolie für Außenwanddämmung ?!

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