Ringanker: Schalung beim Gießen weggerutscht - drohen Spätschäden ?

Diskutiere Ringanker: Schalung beim Gießen weggerutscht - drohen Spätschäden ? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo. Beim Gießen des Ringankers (mit Betonpumpe) sind ein paar der Ytong-L-Schalen über einem breiten Fenster "rausgerutscht" unter dem Druck...

  1. #1 Projektante, 16. November 2013
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    Hallo.

    Beim Gießen des Ringankers (mit Betonpumpe) sind ein paar der Ytong-L-Schalen über einem breiten Fenster "rausgerutscht" unter dem Druck des eingefüllten Betons. D.h., sie haben sich leicht nach außen verschoben. Daraufhin wurden die betreffenden Steine und ein Teil des eingefüllten Betons per Hand entfernt, die Steine wurden wieder neu - inkl. Dämmung - eingesetzt/eingeklebt, von außen abgestützt und dann wurde der Beton wieder eingefüllt, der noch nicht abgebunden war, bei ca. 6 Grad Außentemperatur. In dem betreffenden Bereich sitzen die L-Schalen nicht auf der Mauer, sondern auf einem Holz-Unterbau, so daß quasi der Ringanker gleichzeitig der Sturz für das Fenster sein soll

    Die Bauleute kannten dieses Problem offensichtlich, wußten also damit umzugehen. Wenn ich es nicht wüßte, würde ich der Stelle jetzt nichts mehr ansehen.

    Jetzt meine Frage: Muß ich mit Spätfolgen rechnen und wenn ja mit welchen und wie behalte ich das ggf. im Auge?

    Danke.
     
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  3. ralf9000

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    Wie lange war den die Zeitspanne zwischen Rausnehmen und Wiedereinbau des Betons? Und wo war der Beton zwischenzeitlich gelagert?
     
  4. Gast036816

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    .....dann ist es denen auch schon des öfteren passiert. das schlimme dabei ist, dass keine konsequenz draus gezogen wird.

    in dem fall solltest du den statiker deines vertrauens konsultieren.
     
  5. #4 Projektante, 16. November 2013
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    Unter 1 Std., genauer weiß ich es nicht. Jedenfalls lag ca. 1 Std. zwischen meinen beiden Baustellenrundgängen, beim ersten war die Betonlieferung noch nicht da und beim zweiten Rundgang hatten sie den Beton schon draußen und begonnen, die L-Schalen wieder einzufügen.
    Gelagert wurde der Beton in so einem schwarzen großen Plastikbehälter, wie sie zum Anmischen von Kleber etc. verwendet werden.


    Gibt es ein technisches Verfahren, mit dem man von außen erkennen kann, ob größere Inhomogenitäten oder sowas entstanden sind?
    Den BauIng meines Vertrauens habe ich, der ist aber kein Statiker - kann er sowas theoretisch auch einschätzen? (Der "zuständige " Statiker arbeitet beim GÜ...)
     
  6. Josef

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    Hallo,

    wenn es ein Sturz war dann müsste er ja bewehrt gewesen sein ?
    alles raus und neu ? ... oder doch nur den 1 Stein ausgetauscht ?

    Gruss

    Josef
     
  7. #6 Projektante, 17. November 2013
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    Die komplette Bewehrung des Ringankers war drin, also das Metall. Der Ringanker als Solches ist der Sturz, also darunter ist aktuell nur ein Holzgestell, auf dem die L-Schalen gehalten werden. Oder in dem Fall eben halt nicht. Ich war vorhin dort, von außen sieht jetzt alles so aus, als ob nie was vorgefallen wäre. Bis halt auf die Tatsache, daß in dem Bereich jetzt die Steine von außen noch zusätzlich abgestützt sind, was vor dem Malheur nicht der Fall war...
    Der Beton sieht von oben jetzt flächig und voll aufgefüllt aus, also ohne offensichtlich "nachgerutschte" Bereiche. Mein Mann meint, möglicherweise wäre durch die Handarbeit in dem Bereich sogar weniger Luft drin als woanders, weil sie genauer wieder eingefüllt haben, als das die große Pumpe kann? Er ist aber auch Laie, also sorry wenn das totaler Schwachsinn ist...
     
  8. Yilmaz

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    Hallo,
    wenn Sie ganz sicher gehen wollen, stellen Sie eine foto rein. Aber wenn in kürzeste zeit sauberer beton wieder eingebaut worden ist, passiert gar nicht, und hält genau so gut wie das mit der Pumpe betonierte abschnitte.
    Mfg.
     
  9. RMartin

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    Sehe das (vorerst) auch so wie Yilmaz.

    Was mich jedoch noch interessiert ist:

    Wie lange ist der Sturz bzw. die zu überbrückende Öffnung denn? Und was für Eisen liegt in den U-Schalen? 2 x 10er?
     
  10. #9 Projektante, 17. November 2013
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    Die zu überbrückende Öffnung ist jeweils 1,76 m lang, dazwischen 2 m Mauer. Die Bewehrung besteht aus 4 Eisen, die in Form eines flachgelegten langen Quaders miteinander durch Querstreben verschweißt sind. Die Teilstücke sind jeweils durch einzelne Esen überlappend zusätzlich verdrahtet an den Stößen zwischen den einzelnen Bewehrungsstücken und an den Stellen, wo der Ringanker auch auf tragende Innenwände übergreift und an den Ecken sind Winkeleisen ebenfalls mit der Hauptbewehrung verdrahtet. Ich hoffe, das ist auch ohne korrekte Bezeichnungen nachvollziehbar...
     
  11. RMartin

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    Hui. 1,76m Öffnung durch U-Schalen mit 'bisschen' Eisen zu überbrücken ist schon mutig.
    Steht aber so im Ausführungsplan?
     
  12. Projektante

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    Weiß ich nicht. Da es der Bauleiter - der zufällig an dem Tag auf die Baustelle kam - so Ok fand bzw. wollte, gehe ich mal davon aus. Da es ein GÜ ist, habe ich den Ausführungsplan nicht in die Hand bekommen. :bef1006:
     
  13. Inkognito

    Inkognito Gast

    Nein, zumindest für mich nicht - da sind mir zu viele Möglichkeiten aneinander vorbei zu reden. Ein Foto wäre hilfreich, notfalls auch eine Skizze.
     
  14. Projektante

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  15. RMartin

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    Nunja. So wie auf der Skizze kann es bei Dir ja nicht aussehen, da es doch U-Schalen sind. Der bewehrte Betonquerschnitt ist daher schmaler als die Wandbreite.

    Aber klar; wir wissen nicht was über dem Sturz/ Ringanker noch so alles passiert; sprich welche Lasten er über den Fenstern zu tragen hat.

    Kann man aus der Ferne daher nicht viel zu sagen. Außer, dass ich derzeit bisschen Bedenken habe eine 1,76m lichte Öffnungsbreite mit U-Schalen zu überdecken.
    Aber in diesem speziellen Fall kann letztlich (fast nur) der Tragwerksplaner was zu sagen.
     
  16. Inkognito

    Inkognito Gast

    Gut, wir unterscheiden in Längsbewehrung und Bügelbewehrung. Die geschlossenen, rechteckigen sind die Bügel, die sind primär für die Querkraft. Die Längsbewehrung liegt oben und unten, in der Zeichnung jeweils in den Ecken der Bügel.

    Hier ist interessant was für eine Längsbewehrung in der unteren Lage eingebaut wurde, also die Anzahl und die Durchmesser der Bewehrungsstähle. Da Sie aber keinen Zugriff auf die Zeichnungen und vermutlich auch nicht auf die Statik haben, auch kein Foto davon besitzen können Sie höchstens eine Information aus dem Bauleiter herauskitzeln, aber inwiefern die stimmt sei dahingestellt. Das ganze ist also ziemlich müßig.
     
  17. RMartin

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    Okay. Habe gerade mal auf der Homepage des genannten Porenbetonherstellers geschaut.
    Da steht, dass U-Schalen für die "Herstellung von langen Fenster- und Türstürzen im Mauerwerk verwendet" werden.

    Habe ich bisher nur mal bei einer kleinen Öffnung von 1,00m breite gesehen; das heißt aber nicht, dass es nicht dann doch für 1,76m Breite okay ist. Bin schon lange nicht mehr im Wohnungsbau/ Häuslebau unterwegs.

    Will also keine evtl. unbegründete Beunruhigung stiften.... Und wenn dann bei Dir so ein wie in der Skizze dargestellter Bewehrungskorb reingekommen ist, scheint es so, dass es wirklich ausreichend sein kann.
     
  18. Projektante

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    Danke erst mal allen Antwortern.

    Die Statik habe ich, aber da habe ich auch das Schwein-und-Uhrwerk-Problem...

    Vom Statiker bzw. Tragwerksplaner (ich weiß nicht genau, obs ein und derselbe gemacht hat oder 2 verschiedene) bekomme ich noch eine schriftliche Stellungnahme zu der Sache.

    Sollte dann wohl in Ordnung sein....zumindest was ggf. die Gewährleistung angeht.... :-/
     
  19. OLger MD

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    zur Inhomogenität:
    Wie wurde denn der Beton verdichtet?
    Wurden eine sog. Rüttelflasche, also ein Innenrüttler verwendet, der dafür sorgt, dass der Beton die Bewehrung vollständig umschließt und Lufteinschlüsse "herausrüttelt" oder wurde nur gestochert?
    das und
    würde mir mehr Sorgen machen. Auch für das Qualitätsbewußtsein des restlichen Rohbaus.
    Schalung und Bewehrung kann man vor dem zweiten Betonierversuch wieder richten.

    Gruß
    Holger
     
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  21. #19 Alfons Fischer, 19. November 2013
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    es kann auch ein subjektiver Eindruck sein, dass die Bauleute "das Problem kannten". Vielleicht haben sie einfach nur richtig schnell richtig reagiert. Es gehört ja nicht so wahnsinnig viel dazu, zu erkennen, dass etwas beim Betonieren verdrückt wurde und das dann möglichst schnell behoben werden muss...
    Kann auch ein Zeichen von Qualität sein, einen Fehler (der immer mal passieren kann), schnell und fachlich korrekt (unterstelle ich mal) zu beheben, oder?
     
  22. OLger MD

    OLger MD

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    Richtig.
    Wenn es ein seltener Fehler war ist schnelles und fachgerechtes Handeln ein gutes Zeichen.
    Ich denke einen Sturz für 1.75m L.W. sollte auch ohne Malheur zu schaffen sein.
    Ja, es war mein subjektiver Eindruck.
     
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