Rispen: notwendige Spannung und Befestigung der Endpunkte

Diskutiere Rispen: notwendige Spannung und Befestigung der Endpunkte im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo! Unser Gutacher (VdP) hat folgendes hinsichtlich der Rispen bemängelt: "Windrispe ist nicht ausreichend gespannt. Windrispe ist nicht...

  1. stebud

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    Hallo!
    Unser Gutacher (VdP) hat folgendes hinsichtlich der Rispen bemängelt:
    "Windrispe ist nicht ausreichend gespannt. Windrispe ist nicht umgeschlagen, auf der Oberseite der Fußfette befestigt."
    Jetzt hat mir heute der Bauleiter des Bauträgers erzählt, dass er beim Dachdecker nachgefragt hat und der sagt, dass alles ok ist.
    Unabhängig davon, dass man meiner Meinung nach als Bauleiter eine eigene Meinung haben sollte, brauche ich jetzt mal ein paar Fachleute, die mir helfen.
    1. Wäre es ganz toll, wenn Ihr mal Eure Meinung zu dem Sachverhalt schreibt.
    2. Würde ich mich freuen, wenn Ihr mir seriöse Quellen nennen würdet, die ich im Zweifel dem Bauleiter als weitere Quelle zur Hand geben kann.
    Ist ein wenig schwierig auf unser Baustelle...
    Danke für Eure Hilfe
    Stefan
     
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  3. Neutal

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    Ein paar Bilder zur Beurteilung wären gut.
    Aufgrund der recht schlnken Sparren sollte am Fußpunkt und am Firstpunkt ein Stichbalken eingesetzt werden und das Rispenband bis auf die Schwelle geführt werden.
    Ganz stramm sitzt das Rispenband eigentlich nicht, sollte aber auch keine Wellen werfen.
    Wie gesagt: Bilder
     
  4. mls

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    die spannung eines windrispenbandes lässt selbt bei
    (seltener) fachgerechter montage (zb einsatz von
    spanngeräten) ziemlich schnell nach.

    viel hat der vdp-spezi ja eher wenig gesagt ;)
     
  5. stebud

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    Bilder kann ich morgen gerne mal nachreichen. Mindestens an einer Stelle kann man das Rispenband um locker mal 5-x cm nach innen drücken. Das würde ich als Laie noch nicht mal ansatzweise unter Spannung verstehen.
    Interessant auch die Befestigung am Fuß. Zwei Nägel sind gar nicht ganz eingeschlagen. Die restlichen sind drin. Allerdings ist der Gutachter der Meinung, dass bei richtiger Spannung die Nägel rausgezogen werden.
    Stefan
     
  6. Neutal

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    Ich gehe mal davon aus, das der Gutachter nicht vor Ort die Auzugswerte der Nägel ermittelt hat. Sieh in der Statik nach was gefordert ist und wie viele Nägel da sitzen sollen. Die Rispenbänder können mit einem Nagel gespannt werden, d.h. ein bis zwei nägel waren nur zum ziehen gedacht. Die restlliche Anzahl sollte aber stimmen
     
  7. stebud

    stebud

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    Naja, besprochen wurde mehr. Das Zitat ist aus seiner Situationsaufnahme. Er meinte schon, dass man die Windrispen durch ein paar Diagonalbalken ersetzen kann. Sprich das Dach muss nicht wieder runter.
    Meine Laienmeinung ist, dass die Befestigung am Fuss alles andere als korrekt ist.
    Mir wäre halt wichtig zu erfahren wo steht, wie so eine Windrispe korrekt befestigt werden MUSS.
    Es muss doch eine DIN oder so etwas dazu geben.
    Stefan
     
  8. ralf9000

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    Alle Eigenschaften eines Windaussteifungssystems findest Du hier abgebildet. Eine vollständige Implementierung aller Komponenten ist insofern wichtig, wenn z.B. bei einem Satteldach die Giebelwände keine oder nur wenig aussteifende Wände (sind dann senkrecht zur Giebelwand) für eine optimale Statik hat. Unser Statikus hat deshalb diese "vollständige" Lösung verlangt und das Spannen penibel vor Ort überwacht (symetrisches Spannen innerhalb eines "Kreuzes" und auf beiden Dachseiten gleichzeitig in kleinen überwachten Schritten).
     
  9. H.PF

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    Und dann kommen kleine böse Dachdecker und schneiden einfach die Rispen durch weil die fürs Fenster im Weg sind ;)
     
  10. ralf9000

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    Nach Eindeckung bevor die Spanner als letzte Stelle unter der Zwischensparendämmung verschwanden, war die Spannung noch voll da. Wie es jetzt ist, weiß ich natürlich nicht. :28:

    Fehlende gemeinsame Plannung von Fenstern und Windrispen?
     
  11. H.PF

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    Naja, beim Neubau eher weniger aber mit den Jahren kommen neue Fensterwünsche...
     
  12. #11 Alfons Fischer, 25. Juni 2013
    Alfons Fischer

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    ich weiß, dass diese Rispen heute oft als Aussteifung herangezogen werden. Aber so richtig überzeugt bin ich davon nicht.

    Man stelle sich ein Rispenband vor, das im Winter eingebaut wird. Im Sommer lässt durch Temperaturerhöhung und damit verbundener Materiallängung die Spannung unweigerlich nach. Kommt jetzt ein Sturm und entsprechende Windlasten, sollten ja irgendwann mal die Rispen tragen. Dann kommt aber erst noch der Schlupf der Nägel in den vorgestanzten Löchern... Aber ich bin sicher, dass bevor die Rispen wieder spannen und mal nennenswerte Lasten übernehmen, eher die raumseitige Verkleidung versagt hat...

    mir persönlich fehlt bei Rispen irgendwie die Steifigkeit...
     
  13. Neutal

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    Das System mit den Rispen funktioniert und steift die Dachflächen extrem aus. Hinzu kommt die UK für den Innenausbau und die Dachlattung. Erst durch die Lattung und die UK bekommt das System die richtige Steifigkeit. Problem sind heute oft die sehr hohen und schlanken Sparren.
    Einige legen das rispenband tatsächlich nur auf die Sparren und versuchen es zu befestigen, telweise sind nicht einmal Kammnägel drin.
    Die Ankernägel haben unter dem Kopf einen kleinen Konus, da wackelt in den gestanzten Loch nichts mehr.
    Je nach Lastfall und Windlastzone geht die Befestigung des Rispenbandes vom einfachen aufnageln auf die Schwelle bis hin zu großformatigen Ankerplatten mit Spannvorrichtung. Alternativ kann natürlich von Innen auch eine OSB Scheibe aufgebracht werden.
     
  14. H.PF

    H.PF

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    Ich bin für die OSB-Platte... Und dann Aussen Holzweichfaserplatte drauf und dazwischen schön ausflocken :)
     
  15. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Ihr könnt mich ja gerne hauen :D , aber wir haben ja öfters schon außerhalb dieser Republik gebaut. Also in Ländern, wo man keine Windrispen kennt. Dafür schlanke, hohe Sparren. Und oben druff 17 mm Rauspund. Man mag es kaum glauben, aber der Wind da oben ist nicht anders als hier und erstaunlicherweise hält das auch. OK, bei dieser komisch Billlichvariante mit USB/UDB, klar, aber warum zum Teufel noch bei Schalung bzw. dwd???

    Und wenn ich dann noch seh, wo wir eben son Rispenband eingebaut haben, das war das Netz mit doppelten Boden...:mauer
     
  16. stebud

    stebud

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    N´Abend. Wollte eigentlich keine philosophische Gespräche in Gang setzen. Auch wenn das seinen Reitz hat.
    Hier die versprochenen Bilder. Hoffe Ihr könnt damit was anfangen.
    Über Feedback zu den Bildern würde ich mich freuen.
    Besten Dank,
    Stefan
    20130625_194743klein.jpg 20130625_194827klein.jpg 20130625_194853klein.jpg 20130625_194905klein.jpg
     
  17. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Bild 1 sagt alles:mauer
     
  18. PeMu

    PeMu

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    Da wird man zum Rispenbandgegner...
     
  19. 1973rd

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  21. ralf9000

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    Zum Vergleich, so sahe es bei uns mit dem oben zitierten System aus:

    Rispen.jpg
    Detail ist aus dem Photo rausgeschnibelt, hab davon leider keine bessere Aufnahme.
    (Bevor vermutet wird: Plane hinten war eine temporäre Regenplane, darunter wurden die nicht-tragenden Wände noch gemauert.)
     
  22. StefanMD

    StefanMD

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    Zum Thema Windrispen gibt's bei der TU Braunschweig noch ein paar interessante Ausführungen:

    http://www.ibholz.tu-bs.de/index.php?page=lehrebachelor#h1 --> Script Holzbau Kap "7.1.1 Wind auf Giebel" (ab Seite 164)

    @TE: Möglicherweise ist das Windrispenband bei dir gar nicht erforderlich, da die spätere innere Beplankung, eine ggf. vorhandene Kehlscheibe und aussteifende Wände für mehr Sicherheit des Dachs sorgen, als es die Windrispe könnte. Eine Aussage hierzu ist jedoch aus der Ferne nicht möglich. Diese Frage kann letztendlich nur ein Statiker vor Ort beantworten.


    Wer noch etwas wissenschaftlichen Hintergund benötigt, der möge sich gern in diesen Forschungsbericht einarbeiten:
    Aussteifung von Holzkonstruktionen durch dünne Plattenwerkstoffe (siehe PDF am Ende)


    Grüße,
    Stefan
     
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