Riss in Giebelfassade

Diskutiere Riss in Giebelfassade im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Eine Bekannte bat mich um Rat, wie sie den Riss in der Giebelwand kostengünstigst abdichten könnte. Problem dabei ist, das sie durch Trennung mit...

  1. Helmut

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    Eine Bekannte bat mich um Rat, wie sie den Riss in der Giebelwand kostengünstigst abdichten könnte.
    Problem dabei ist, das sie durch Trennung mit ihrem Lebenspartner mittellos dasteht. Das Einkommen
    reicht gerade zum Leben für sie und ihren Sohn. Finanzielle Altlasten dürften auch noch vorhanden sein.


    So nun zum technischen Problem:

    Die Giebelwand (Hohllochziegel) auf der Westseite ( Wetterseite) des Hauses (Bj ca. 1968-70) ist auf Höhe der Unterkante Betondecke zum DG (siehe Fotos) abgerissen, typisch für Bauten aus dieser Zeit. Kein aussteifendes Mauerwerk im DG vorhanden.


    Die Außenwand war einst innen tapeziert, nach entsprechenden Schäden wurde diese Wand und auch die Decke von ihrem verstorbenen Vater holzvertäfelt.

    4 bis 5 mal pro Jahr dringt beim entsprechenden (Sau)- Wetter Nässe ein.
    An der Holz-Paneel-Wand kann man nichts erkennen, aber wie es dahinter wohl ausschaut?
    Durch die Deckenpanelle tropft das Wasser.

    Der Riss befindet sich ca. 6 m über G0K, also Gerüst erforderlich.
    426.jpg 427.jpg
    Die Reparatur kann optisch sichtbar sein, da wenig einsehbar.
    Es genügt, den Riss in der rechten, zurück gesetzten Hälfte der Giebelwand abzudichten, links gibt es innen keine Schwierigkeiten.

    Ich habe mal vorgeschlagen:

    1. Riss verbreitern, eventuell mit Gittermatte ein- und darüber spachteln, dichtmachen lassen, gibt ja riss-überbrückende Farbe dafür.
    2. Fassaden Teil-Verkleidung (welches Material?), die von oben am First beginnend unter dem Riss endet
    3. Kann man den nur Riss dichtspritzen lassen?


    Ich könnte ihr meine bescheidene Arbeitskraft zur Verfügung stellen, um Hilfsarbeiten auszuführen.
    Das Gebäude ist von meinem Wohnort 120 km entfernt. Unterkunft finde ich bei meiner Tochter, die 20 km entfernt wohnt.
    Mehr kann ich nicht für sie tun.

    Kann jemand noch Ratschläge erteilen?
    Mit welchen Kosten muss sie rechnen?

    Ich hoffe, von Euch Ratschlage zu erhalten.
    Helmut
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 30. Mai 2013
    Ralf Dühlmeyer

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    Ich sehe nur 2) - mit Holz, hinterlüftet, als sinnvolle Lösung an!
     
  4. Helmut

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    Ich füge noch ein Bild ein

    Helmut 425.jpg
     
  5. H.PF

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    Naja, ob mit Holz oder welche Oberfläche gewünscht wird, ist mal egal... Da gibts viele andere Möglichkeiten.

    Aber Eine Vorhangfassade ist auch meiner Meinung nach das Beste. Und bitte direkt Dämmen! Das MUSST du machen! Kannst ja ebenenbündig zu Links machen...
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 30. Mai 2013
    Ralf Dühlmeyer

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    Holger
    1) Holz, weil für den Heimwerker noch am ehesten zu machen.

    2) Dämmen hatte ich bewusst nicht genannt, weil das a) konstruktiv ohne Planung für den Heimwerker nicht ohne ist bei einer Hinterlüftung (die sein muss) und b) mir die Übergänge am Versprung und an der Traufe Risiken zu bergen scheinen.

    3) Ein Teil des Giebels wird Spitzboden sein, von daher dürfte der Gewinn sehr gering sein.
     
  7. H.PF

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    Und D) es laut EnEv wohl vorgeschrieben sein wird, da zu Dämmen...

    Wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt ist das kein großes Problem mit der Dämmung. Die Übergänge sind gleich, egal ob Dämmung oder keine Dämmung... Die Übergänge sind Materialspezifisch vom Deckmaterial, da ist egal ob es da noch 15 cm Dämmung drunter gibt oder nicht...


    Alternativ: Wenn es einigermaßen günstig sein kann und ruhig auffallen darf: Alsan Flashing, Vorher grundieren, dann mit dem Flüssigkunststoff abdichten...

    Wenn das sauber gemacht wird hält das ziemlich gut :) Ist für Wandanschlüsse von Flachdächern, geiles Zeug. Billiger wirds wohl nicht gehen...
     
  8. #7 Alfons Fischer, 30. Mai 2013
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    auch ich bin für eine Vorhangfassade. Es ist anzunehmen, dass der leider verstorbene Vater die Holzverkleidung innen wegen immer wieder auftretender Feuchteschäden angebracht hat.
    Auf den Fotos sieht der Putz in der Tat ziemlich "fertig" aus...
     
  9. H.PF

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    Ja... Vorhangfassade ist das Beste... Sehe ich absolut genauso... Nur die Kosten sind natürlich davon sehr viel höher als für eine "Bauchbinde" Und die Dauer auch...
     
  10. Helmut

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    Danke für eure Beiträge.
    Muß leider heute überraschend wegfahren, morgen habe ich Vereinsfeier (ganztägig), am Sonntag zur einer Taufe, auch ganztägig abwesend.
    Erst ab Montag nachmittag kann ich gezielt antworten und fragen.

    Schönes Wochende
    wünscht Helmut
     
  11. #10 JaquesTati, 31. Mai 2013
    JaquesTati

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    @H.PF

    Eine Frage aus der Neugierde heraus, warum sind Sie der Meinung, dass hier die EnEV zum Tragen kommt? Früher konnte man sich doch auf bestimmte Ausnahmen berufen, wie beispielsweise, dass nur ein kleiner Teil der Gesamtfassade verändert wird oder das diese Maßnahme eine für den Eigentümer besondere Härte (aus finanzieller Sicht) darstellen würde. Gilt das heutzutage eigentlich nicht mehr?

    Hintergrund der Frage, nächsten Monat wird eine isolierte Garage direkt an ein nicht isoliertes Einfamilienhaus gebaut, gemäß Ihren Ausführungen wäre ich ja dann auch verpflichtet, entsprechende Dämmarbeiten an der Gebäudehülle vornehmen zu lassen….


    mfG

    JaquesTati
     
  12. Helmut

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    So, nun bin ich wieder da und äußere mich zu den Beiträgen:

    Hinterlüftete Vorhangfassade ist auch mein Favorit.
    Holz finde ich nun im Außenbereich nicht so toll, will auch gepflegt sein.

    Lattung, Konterlattung, Abdichtung Übergang zur Mitte, Insektenschutz unten und oben,
    Wasserabweisung firstseitig oben und Eckenüberlappung muß genügen.


    Welche Oberfläche gewünscht wird, ist gut gesagt, es muss sich nach der Decke gestreckt werden.
    Wo du nicht bist Herr Jesus Christ.......
    Werde mich mit einem Dachdeckerbetrieb in Verbindung setzen, ob well-oder trapezförmiges Blech- oder Polyestermaterial
    Fassadenplatten aus was auch immer in Frage kommen.
    Es muss günstigst werden
    Dämmung scheidet aus, sprengt den Rahmen.
    Das DG ist unausgebauter Spitzboden, vollkommen ungedämmt, und würde hier überhaupt nichts bringen.

    Ob das Aufbringen von Alsan Flashing ernst gemeint war?
    Die Farbe wäre ja toll, ob das überstreichbar ist? Heizt sich das nicht auf?
    Und bei der vorhandenen Oberfläche ( alter Spritzputz) ohne gründliche Vorbehandlung auch keine gute Idee.
    Ich befürchte Blasenbildung.

    Was kümmert die ENEV, wenn
    1. die Dämmung in diesem speziellen Fall nichts bringt
    2. kein Geld vorhanden ist
    3. m.E. es sich um eine (Not)Reparatur handelt, um Schaden an Leib und Seele abzuhalten.

    Wie ich im Forum gelesen habe, liegen die Gerüstkosten so um die 5 € pro m².
    Bei rund 60 m² also 300 €. Da werden noch die Aufstell- und Abbaukosten da zu kommen, oder?

    Vielleicht kann ich das Vorhaben aktiv begleiten und etwas dazu helfen.
    Werde später darüber berichten, was aus der Sache geworden ist.

    Ihr habt mir mit eueren Beiträgen sehr geholfen.
    Danke dafür.

    Anstöße könnt ihr gerne noch geben.

    Helmut
     
  13. #12 JaquesTati, 4. Juni 2013
    JaquesTati

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    Stichwort ENEV, meines Erachtens hätte die Begründung „2. kein Geld vorhanden ist“ in Verbindung mit Eigennutzung die besten Aussichten auf Erfolg, um von den Auflagen der ENEV – falls sie in diesem Fall überhaupt greifen – befreit zu werden.

    „1. die Dämmung in diesem Fall nichts bringt“ zählt nicht, so zumindest meine persönliche Erfahrung. Bei einem einseitig partiell schadhaften Satteldach war ich auch verpflichtet worden, die eine Dachhälfte gemäß ENEV instandzusetzen, die andere Seite durfte weiterhin ungedämmt bleiben. Über die (Un-) Sinnhaftigkeit einer solche Vorgabe braucht man wirklich nicht zu diskutieren.


    mfG

    JaquesTati
     
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  15. #13 Alfons Fischer, 4. Juni 2013
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    ob eine Ausnahme oder Befreiung nach EnEV greift, kann man doch ganz einfach prüfen...
    Also: relevant sind nur Bauteile beheizter Räumen. Hier ist ja schon ein Teil der Fläche dem unbeheizten Dachboden zuzuordnen, ist also für die Beurteilung nicht relevant. Die restliche Fläche setzen Sie ins Verhältnis zur Fassadenflächen. Wenn Sie dann unter 10% liegen, greift die EnEV für diese Maßnahme gar nicht.
    Dann könnte man die Wirtschaftlichkeit beurteilen, das ist schon schwieriger, weil man die Einsparung der Maßnahme abschätzen muss und ins Verhältnis zu den Mehraufwendungen stellen muss.
    "kein Geld vorhanden" könnte zu einer unbilligen Härte führen. Auch, wenn schon andere Maßnahmen nach EnEV ausgeführt wurden und dies das Kapital aufgefressen hat.

    Ich sehe das hier nicht so verbissen, da wird sich schon eine Lösung finden lassen, wenn's daran liegen sollte...

    natürlich muss man bei einer solchen Abweichung von der EnEV immer den Eigentümer mit einbinden. Es muss sich über die Konsequenzen (und den evtl. höheren Energieverbrauch) vollumfänglich im Klaren sein...
     
  16. H.PF

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