Risse in der Betondecke

Diskutiere Risse in der Betondecke im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Beton ist leider nicht mein Spezialgebiet, daher habe ich eine Frage Situation: 2 Doppelhaushälften Bezugsfertig ( Bauzeit 6 Monate)...

  1. MiBa

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    Beton ist leider nicht mein Spezialgebiet, daher habe ich eine Frage
    Situation:
    2 Doppelhaushälften Bezugsfertig ( Bauzeit 6 Monate) Decken sind bereits gespachtelt und gestrichen

    Jetzt zeigen sich in beiden Häusern an genau den gleichen stellen Risse in der Decke
    genau an den Stellen wo die Fertigelemente gestossen werden. (Längsrichtung zur Spanrichtung. die Risse sind ca. 2,5 m lang und bis zu 1 mm breit. Für das Gesamtbild der Decke ist dies sehr unschön. Leider behauptet der Bauleiter, das das ganz normal ist, und man dagegen nichts machen kann. Da die Risse erst nach dem Streichen der Decken aufgetreten sind, ist die Sanierung wesentlich aufwendiger, wie bei einer Rohdecke.

    Jetzt die Frage, ist dies ein Baumangel, den der Bauträger in seinem Verantwortungsbereich beseitigen muss?? oder muss der Bauherr dies wirklich akzeptieren.
    Es geht hier nicht um eine krampfhafte suche nach Abzugsmöglichkeiten!!!!!!
    Sondern um eine gerade, gut aussehende Decke

    Leider sind die Decken nicht aus Holz da wüste ich die antwort ;-)

    Gruss Michael
     
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  3. Robby

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    WAs sind das für Decken?
     
  4. Stefan61

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    Der Fragestellung zufolge handelt es sich um Filigrandecken. Meiner Ansicht nach besteht kein Mangel, weil Beton nun einmal schrumpft, und zwar über mehrere Jahre. Mit einem Malervlies unter dem Anstrich hätte man die Gefahr sichtbarer Risse mindern können.
     
  5. Robby

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    Falsch, könnten auch Fertigmassivelementdecken sein, Hohlkörperdeckenelemente ...

    Da ist kein Hinweis auf einen Aufbeton!

    Wieso sollten eigentlich Risse in den Fugen aus Deckkenschwindung auftreten wenn bei Filigrandecken der Ortbeton schwindet, kraftschlüssig mit den Fertigteilen verbunden ist? Dann erfolgt durch das schwinden eher eine Pressung der Fertigteilfuge oder :D
     
  6. MiBa

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    Das Malerflies ist ein guter Hinweiss
    Hätte der Maler dies einbauen müssen, oder die Baufirma die die Decken verpachtelt hat?

    Es schaut sehr unschön aus in einem Neuen Haus, zumal mal leider direkt den Riss sieht wenn man den Wohnraum betritt
     
  7. Robby

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    Das kann der Steuerberater sicher seiner DIN 1045 und den resultierenden Rissbreiten und der Gebrauchstauglichkeit entnehmen :D
     
  8. Stefan61

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    Ich weiß, daß Sie anderer Meinung sind, Robby, wir hatten ja schon einmal diese Problematik diskutiert. Deshalb hier eine genauere Begründung meiner Position: Im Hinblick auf den Schwund des Betons und die dadurch entstehende Gefahr der Rißbildung spielt es keine Rolle, ob Fertigteil oder Ortbeton. Schwinden tun beide - und zwar im fertigen Bauwerk. Denn die Filigranelemente (oder andere Fertigelemente) werden nicht im Betonwerk erst mal 1-2 Jahre gut abgelagert, sondern sie werden "just in time" produziert.

    P.S.: Filigrandecken hatte ich unterstellt, weil dies bei einem 08/15 Bau inzwischen die absolut vorherrschende Bauweise ist. Auf diesen Punkt kommt es aber, wie gesagt, nicht an, weil auch Fertigmassivelementdecken schwinden.
     
  9. MiBa

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    Mir geht es darum ob der Riss so akzeptiert werden muss! ich weiss das Beton schwindet, jedoch nicht in dieser grösse und auffäligkeit. Währe es mit einem Flies verhinderbar gewesen? und wer hätte dies einspachteln müssen???
     
  10. Robby

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    Ich sehe das glaube ich so das ich meine Steuererklärungen und Abschlüsse jetzt selber mache weil das ja in den 08/15 Formularen eh immer gleich eingetragen wird.

    Der Fachmann wird Rissbildungen IMMER differenzierter anhand des Erscheinungsbildes der Rissbreite und der Ursächlichkeit im zeitlichen Zusammenhang anderer Ausführungen betrachten.

    wenn der Riss von 1 mm nicht durch den Ortbeton geht müsste das Fertigteil sich um Rissbreite anders verformt haben also noch mehr geschwunden sein als der Ortbeton der zudem auch noch schwindet.

    Möglich ja, vermeidbar in der Größe auch.

    Es ist eben NICHT uninteressant welches Fertigteil ich bewerte... sollte ich sowas in einem GA schreiben oder unterlassen zu untersuchen würde ich mächtig Haue bekommen

    Das Vlies hat zudem andere Vorteile...

    Der 1 mm so er da ist ist natürlich nicht i.O.
     
  11. MiBa

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    Also Fakt ist

    der Riss frisch nachgemessen 3,5 m und 1,2 mm breite (vorher war geschätzt) ist definitiv nicht zu akzeptieren.
    Blos wer hätte das Flies einlegen müssen

    Maler
    oder Bauunternehmer der die Decke verpachtelt und auch geschliffen hat??
     
  12. Robby

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    Der Riss ist so oder so zu breit und übersteigt die "Gebrauchstauglichkeit" Da Risse aber nicht vollständig zu vermeiden sind macht das Vlies schon Sinn.

    Die Breite geht aber darüber hinaus.

    Ein Planer sollte auf die Gefahr der Rissbildung innerhalb der Gebrauchstauglichkiet (Diese wären zulässig aber dennoch sichtbar) hinweisen.

    Dieser ist jedoch ursächlich woanders zu suchen.
     
  13. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Also:

    frische Betondecken wie auch immer ohne eine Schicht gestrichen -
    gehören zum unausrottbaren allgemeinen Ärgerniss.
     
  14. Robby

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    Du darfst ja auch darauf hinweisen, und ich muss denen erzählen das ein 0,3 mm Ärgerniss eben nur ärgerlich ist :mauer
     
  15. Manfred Abt

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    MiBa, beantworte doch mal bitte die im 2. Beitrag gestellte Frage.
     
  16. MiBa

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    Wenn es der Beitrag von Robby ist.
    Es handelt sich um Filigrandecken, ich habe gestern mit dem Bauträger gesprochen. diese wurden umgehend nach Fertigstellung im Betonwerk auf der Baustelle eingebaut und sofort vergossen. Die Spachtelung erfolgte ca 6 wochen später
     
  17. Julius

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    Wurden die Gewerke denn einzeln vergeben oder ist das ne BT/GU/GÜ-Geschichte?
     
  18. MiBa

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    Schlüsselfertig mit Bauträger
    Anbei muss man sagen das der Rest einwandfrei ist
    das einzigste was der Bauherr in Eigenleistung gemacht hat war das farbliche gestalten der Räume
     
  19. Julius

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    Ist da so zu verstehen, daß alle Malerarbeiten an besagter Decke vom Käufer in Eigenleistung ausgeführt wurden?
     
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  21. EMKA

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    Die Decke ist wahrscheinlich gespachtelt worden, bevor der Estrich darauf eingebaut wurde bzw. ganz kurz danach.
    Da die Decke "schlaff" bewehrt ist, hängt sie sich aufgrund der Belastung erst einmal durch. Dann kommt während der ersten Monate im Leben einer nicht vorgespannten Stahlbetondecke noch die Kriechverformung dazu und tut das ihrige. Ich schätze, der Anstrich wird in der Fläche auch feine Netzrissen haben.

    Meine Empfehlung:
    Gipsmarke (3-5mm starken Gipskleks, Durchmesser ca 3-5cm, auf den Riß streichen, Oberfläche mit Spachtel glattziehen, damit man sehen kann, wenn er reißt) setzen und beobachten. Reißt die Gipsmarke, dann eine weitere daneben setzen. Wenn nichts mehr reißt, ist der Beton "zur Ruhe gekommen". Dann kann der Riß zugespachtelt und gestrichen werden.

    Bei Rissen bis 1mm Breite ist es oftmals schwer, den Bauunternehmer zur Mangelbeseitigung zu bringen. Gutachter und Gerichte sehen diese Rißbreiten oftmals als hinnehmbares Risiko für den Bauherrn an. Bei Rissen mit einer Breite "deutlich" über 1mm (nach meiner Erfahrung so ab 1.5 - 2mm) sind dann die Chancen für den Bauherren sehr gut, den Riß saniert zu bekommen.


    Ein Einfamilienhaus binnen 3-4 Monaten fertigzustellen, gehört heute zum guten Ton eines Schlüsselfertig-Unternehmens. Handwerklich ist dieses mit einer ordentlichen Qualität auch zu erreichen. Auf der Strecke dabei bleiben jedoch die Verformungen der Baustoffe, die beim Aushärten und Trocknen vonstatten gehen.

    Das nächste, was in Ihrem Haus passieren wird, ist das Abreißen der dauerelastischen Fugen im Übergang Boden/Wand bei den gefliesten Flächen. Dieses passiert, weil der "hochgeschüsselte" Estrich sich wieder hin legt und die unter Druckspannung leidende Trittschalldämmung sich auf ihre Mindeststärke besinnt.

    ___________________________
    Wer baut, begibt sich in Gefahr
     
  22. Robby

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    Die Durchbiegung alleine macht bei dem Biegeradius auch keine 1,X mm. Vor allem nicht wenn es einen Kraftschlüssigen Verbund zwischen dem Ortbeton und den Fertigteilen. gibt.

    Für mich ergibt sich ein Riss immer in seiner Rissbreite entsprechend der "Gebrauchstauglichkeit" diese ist in der DIN 1045 beschrieben.

    Wenn hier Risse > 1,X mm auftauchen übersteigen die diese.

    Weiteres grundsätzliches Übel ist das bei den Decken die Querzulagen direkt auf das Ferigteil geworfen werden :D
     
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