Sanierung Ferienhäuschen in den Bergen

Diskutiere Sanierung Ferienhäuschen in den Bergen im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Es handelt sich um ein Ferienhäuschen in alpiner Umgebung auf 1.800 m, das von zwei Familien inkl. halbwüchsigen Kindern und deren Freunden (viele...

  1. gigaluis

    gigaluis

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    Es handelt sich um ein Ferienhäuschen in alpiner Umgebung auf 1.800 m, das von zwei Familien inkl. halbwüchsigen Kindern und deren Freunden (viele Köche…!) sehr sporadisch benutzt wird (jeweils 3-4 Wochen im Winter und im Sommer). In einigen Jahren (Pension) wollen wir das Häuschen durchaus etwas mehr bewohnen.

    Der Bau wurde Anfang der 60er Jahre aus 25er Betonsteinen errichtet.

    Boden: Auf den großteils felsigen Untergrund wurde (lt. vorhandenem Plan) über einer Sandausgleichsschicht eine Bodenplatte betoniert, eine Kunststofffolie eingelegt und ca. 10 cm Heraklith aufgebracht, darüber ca. 2 cm Schiffboden, der mittlerweile von Kunststoffböden und Teppichen (Kälte!) belegt ist. Das Heraklith ist z.T. bereits durchfeuchtet, auch der Holzboden weist an mauerberührenden Stellen teilweise schon Schäden auf. Im unbeheizten Lagerraum gibt es einen Zementestrich, was darunter ist, weiß ich nicht.

    Decke: Betonfiligrandecke, angeblich mit, damals lose in Säcken gelieferter, Telwolle gedämmt (Zustand konnte ich noch nicht überprüfen). In den Dachschrägen sind deutlich die Stöße der Heraklithplatten erkennbar, die dort aufgeschraubt sind (tapeziert).

    Heizung: Aktuell ausschließlich elektrisch (hauptsächlich Flachheizkörper und zwei Ölradiatoren), da der Kamin sanierungsbedürftig und aktuell nicht benutzbar ist.

    Im hinteren, unbeheizten Lagerraum- die Nordseite steckt teilweise im Hang - gab es schon längere Zeit Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel. Vor etwa 5 Jahren wurde an drei Seiten aufgegraben, abgedichtet, drainagiert und mit XPS-Platten das Fundament gedämmt (angeblich hatte an einer Ecke eine Quelle das Mauerwerk durchfeuchtet). An den Außenwänden wurde ein 5 cm starkes WDVS („Styropor“) angebracht. Entfeuchtet wurde das Objekt leider nicht, bevor die Außendämmung angebracht wurde. Das Feuchteproblem wurde m.E. trotzdem etwas entschärft, es gibt auch keine Eiskristalle mehr an der Innenseite der Außenwand.

    Das über die letzten Jahrzehnte aufgebaute Schimmelproblem in fast allen Räumen besteht aber noch immer. Schwarzschimmel an den Außen- aber auch an den Innenwänden. Dazu gibt es einen muffeligen Geruch, der nicht nur auffällt, wenn man das Gebäude betritt, sondern auch an allem was man von dort mitbringt tagelang haftet (Schimmelsporen?).

    Vorhaben: Ich habe mich mit einem „Sanierungsexperten“ beraten und möchte Folgendes machen (etwa in dieser Priorität, aber budgetabhängig, da ich leider bei der Sanierung alleine bin:
    1. Alle Tapeten herunter und den Putz an allen befallenen Stellen (inkl. Fensterlaibungen und Bodenanschluss) großzügig abschlagen (z.T. gibt es vor den Wänden Holzverkleidungen, die ich entfernen werde; mal sehen, wie es dahinter aussieht…)
    2. Kalkgebundenen Perlit-Dämmputz aufbringen.
    3. Entfeuchten (vielleicht ein erstes Mal schon nach dem Abschlagen des Putzes?)
    4. Färbelung in Sumpfkalktechnik
    5. Kamin sanieren
    6. Überprüfung der Dämmung der Decke und der Dachschräge > ev. Verbesserung
    7. Entfernung des Bodenaufbaus: Das wird/würde eine Herausforderung, da der bestehende Aufbau recht seicht zu sein scheint. Der vorgeschlagene „neue“ Aufbau sieht folgendermaßen aus (von u nach o): Geotextil – Liapor – Trasskalk Estrich – Polsterhölzer/Schüttung – Pfostenboden. Vorgeschlagen wird auch eine Temperierung eines Randstreifens (?).
    8. Möglichkeit, die E-Heizung mittels Handy zu aktivieren (von“ Frostschutz“ auf „Heizen“), um vor der Anreise einheizen zu können. In diesem Zusammenhang überlege ich auch, die elektrischen Leitungen neu zu ziehen und eine zeitgemäße Anzahl von Steckdosen zu setzen.
    9. Kaminofen, Speicherkaminofen, kleiner (Fertig)Kachelofen…. > Budget?
    10. Lagerraum wieder von außen zugänglich machen, um ihn auch als Skikeller nutzen zu können. Dazu muss innen, nach der Blechtür, eine Eingangstür (inkl. Zarge) installiert werden und außen ein Windfang (Holzverschlag gegen Verwehungen). Allerdings wird dann durch Skier und Rodeln zusätzliche Feuchtigkeit eingetragen.
    11. Ich überlege auch, das dritte, fast nur als Abstellraum genutzte Schlafzimmer zu einer Schlafkoje zu verkleinern und die Küche (aktuell ca. 2,5 m²) zu vergrößern.

    Wer es geschafft hat, bis hier zu lesen:28:, ist eingeladen, Kommentare zu den geplanten Sanierungsschritten – Zustimmung, konstruktive Kritik, alternative Vorschläge – abzugeben. Ich bin für Anregungen offen und dankbar, da ich leider (bau)technisch ein wirklicher Laie bin.

    Zum Thema „Möglichkeiten der zukünftigen Vermeidung des Feuchtigkeits- und Schimmelproblems“ werde ich im Bereich „Lüftung“ etwas posten.

    Danke!
    Alois

    Grundriss-0381.jpg O-0372.jpg SO-0371.jpg
     
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  3. planfix

    planfix Gast

    gegen feuchtigkeit gibts eigentlich nur 2 dinge:
    1. eintrag von außen verhindern durch abdichtung
    2. feuchtigkeit innen (woher auch immer) weglüften.

    zu 1. da muß man sich vor ort ein bild machen
    zu 2. könnte man mit klimagerät, das auch heizt und kondenswasser abführt, in den griff bekommen. ... mann kann das teil auch als luft/luft WP bezeichnen.

    um beides sinnvoll zu kombiniren, muß man sich das mal alles vor ort anschauen.

    deine vorhabenpunkte 1-11 sind nicht zwingend zielführend, da gegen schimmel vor allem luft hilft. dämmung und dichtigkeit ist da eher hinderlich.
     
  4. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Also, ich wär immer noch für Abbruch, auch wenn mein Beitrag gelöscht wurde
     
  5. R.B.

    R.B.

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  6. gigaluis

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    @planfix
    Der Feuchtigkeitseintrag durch die Mauer scheint mit der Perimeterabdichtung gestoppt worden zu sein, in den Wänden ist aber sicher noch viel Wasser das raus muss, was in einem ersten Schritt wohl nur mit einem Bauentfeuchter möglich ist.

    Eine Elektroheizung ist bereits vorhanden, ist es da nicht sinnvoller, den notwendigen Luftaustausch durch Einzelraumlüfter o.ä. zu gewährleisten, wie ich es in einem anderen Thread zum gleichen Objekt aber mit Schwerpunkt Lüftung angedacht habe? http://www.bauexpertenforum.de/showt...rienh%E4uschen

    @MoRüBe
    Ich merke schon, dass du deiner Signatur gerecht wirst:hammer:
    aber: Was sind die ausschlaggebenden Punkte, dass deine Ferndiagnose nichts außer Abbruch in Betracht zieht?
     
  7. #6 Alfons Fischer, 4. März 2016
    Alfons Fischer

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    die preisgünstigste Möglichkeit, die über die Jahre angereicherte Feuchtigkeit los zu werden, wird wohl ein kontinuierlicher Luftwechsel sein. Also einen Lüfter einbauen und einen ca. 0,3 bis 0,4-fachen Luftwechsel (Erfahrungswert. Mehr hilft etwas mehr, aber führt auch zu vermehrtem Auskühlen, was durch mehr Heizen kompensiert werden müsste) sicherstellen.
    Mäßiges Heizen (je nach Bedingungen reichen oft schon 12-14°C) unterstützt das. Nicht zu viel Heizen in der momentanen Situation, weil dies Schimmelwachstum unterstützt. Einer gleichmäßigen Beheizung kommt ein größerer Stellenwert zu als der erreichten Raumtemperatur.
    Und dann Zeit mitbringen. Monate. Jahre?

    Vor einer Sanierung bitte erst mal eine vernünftige fachgerechte Bestandsaufnahme durchführen lassen. Und dazu eine Kostenschätzung mit Bewertung der Sanierungsfähigkeit und Ihrer finanziellen Einsatzbereitschaft.

    Putz abschlagen kann man dann immer noch. Der Bodenaufbau wird möglicherweise nicht rettbar sein, den vorgeschlagenen Bodenaufbau verstehe ich aber nicht.
    Die Sinnhaftigkeit des Dämmputzes kann man hinterfragen, wenn doch die Außenwände zusätzlich schon mit 5cm EPS gedämmt sind. Vorteil dieses Dämmputzes ist, dass dieser auch als Sanierputz wirkt, was bei der derzeitigen Feuchtesituation vorteilhaft sein kann. Vorteil wäre aber auch, dass damit auf eine nur eingeschränkte Vollbeheizung reagiert werden kann, bei der die große Masse der Außenwände thermisch entkoppelt wird. Das muss man halt unter Kosten- und anderen Gesichtspunkten abwägen.

    Das Wichtigste ist aber eine fachgerechte Einschätzung der Schimmelproblematik und des dafür erforderlichen Sanierungsaufwands vor Ort. Möglicherweise läuft es auf eine Entkernung raus, zumal ja augenscheinlich auch die Technik veraltet ist.
     
  8. gigaluis

    gigaluis

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    Danke für die Antworten!

    Ich habe nicht den Eindruck, dass von außen (noch) Feuchtigkeit eindringt, aber die Wände, v.a. im hinteren, ungeheizten Bereich sind wohl vollgesogen - nicht zuletzt durch Eintrag aus dem "bewohnten", beheizten Teil.

    Ich werde mir die einzelnen Schritte nochmals überlegen bzw. fachmännischen Rat vor Ort einholen.
    Klar ist mir, dass Lüften (bei entsprechendem Temperaturunterschied bzw Differenz der absoluten Luftfeuchtigkeit) unabdingbar ist.

    Auch an eine Wärmepumpe habe ich in der Zwischenzeit schon gedacht. Ich muss mich aber noch schlau machen, ob das in alpiner Umgebung mit entsprechenden Temperaturen Sinn macht.

    Bei einem solchen Ferienhaus, das immer zwischen Aufheizen und Auskühlen pendelt, müsste vom Prinzip her eigentlich eine Wandheizung optimal sein. Der Frostwächter verhindert, dass die Wand kälter ist als die eingestellte Lufttemperatur und damit ist Kondensat unmöglich. Oder verstehe ich da was falsch? (Ich denke jetzt nicht an Investitionskosten, Trägheit etc.).

    Gruß
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Das wäre nicht die schlechteste Idee, aber man muss daran denken, dass ein Haus nicht nur aus Wänden besteht. Was passiert mit Boden, Fenster, Decke, Dach?
    Besser ist es an der Ursache anzusetzen, sprich Luftfeuchtigkeit kontrollieren und bei Bedarf lüften/trocknen.
     
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  11. planfix

    planfix Gast

    bautrockner und klimakonvektoren haben so einige gemeinsamkeiten in der funktion.
    daher hatte ich ja vorsgeschlagen auf diese weise zu heizen.
    ohne ausreichende raumtemperatur bringen bautrockner auch nix. damit die tun, was sie sollen, muß es warm sein. außerdem muß das kondensierte wasser weggebracht werden. ohne ableitung nicht für längere abwesenheit geeignet.
     
  12. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    @ Fragesteller:
    Genau deshalb. Und wenn man dann alles zusammenzählt, bleibt ohnehin nicht mehr viel nach vom Haus. Und wenn wir dann die Kosten zusammenzählen:wow

    @RB: OK, nimm meine Entschuldigung an :D
     
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