Sanierung mit Lehm als Wärmedämmung

Diskutiere Sanierung mit Lehm als Wärmedämmung im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo, ich bin gerade bei der Planung für die Sanierung/Kellertrockenlegung/Wärmmedämmung meines Hauses das wie folgt aufgebaut ist: EG,...

  1. #1 rudinussbaum, 8. März 2008
    rudinussbaum

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    Hallo,

    ich bin gerade bei der Planung für die Sanierung/Kellertrockenlegung/Wärmmedämmung meines Hauses das wie folgt aufgebaut ist:

    EG, OG, unausgebautes Dach, 20% unterkellert. Vollziegel (45cm Dicke). Fundament aus Mischmauerwerk.
    Im kleinen Keller gibt es bereits Saliterausbildungen an der Innenwand. Baujahr 1912.

    Nach dem Lesen verschiedener Bücher über Kellersanierung/Trockenlegung und Wärmedämmung, habe ich zwei große Richtungen endeckt.

    I. Neue Produkte der Bausstoffindustrie (Wärmedämmung auf Polystirol-Basis usw...)
    II. Wiederauferstehung von natürlichen Bausstoffen (Lehmbautechniken)

    Prinzipiell tendiere ich mehr zur II. da ich mir das Raumklima, das jetzt im Moment gar nicht schlecht ist (Luftfeuchtigkeit zw. 50 und 60%)
    nicht durch Dampfdiffusionsdichte Materialien zerstören möchte.
    Ökologisch ist der Lehm (vielleicht aus dem eigenen Garten auch). Jedoch scheint der k-Wert von Lehmbautechniken nicht so gut zu sein.


    Daher meine Fragen:

    1)Wie sind eure Erfahrungen mit Lehm als Wärmedämmstoff (Trocken und Feuchtlehmtechniken)
    2)Macht die Verwendung von Lehm bei einer Mauer von dieser Dicke als Außenwärmedämmung überhaupt Sinn
    (Normalerweise ist der Einsatz ja bei Fachwerkhäusern im Gefach)
    3)Wenn ich zusätzlich den Keller trockenlegen möchte dann muß ich ja, so denke ich neue Technologien einsetzen. (Horizontale Feuchtigkeitssprerre am Kellerboden,
    möglicherweise Bohrlochinjektion an vertikalen Außenmauern nahe Kellerboden, Außenabdichtung gegen Feuchtigkeit inkl Perimeterdämmung und Drainage unter Erdniveau = Schwarze wanne)
    Macht dies dann Sinn das mit Lehmdämmung oberhalb Erdniveau zu kombinieren?
    4)Für die Lehmwärmedämmung benötige ich ja eine Art Fundament an der Außenmauer am Erdboden, da im Gegensatz zu Styropor der Lehm doch deutlich schwerer ist, und der Lehm, so denke ich nicht direkt auf der Erde stehen darf (Humusierung). Wie kann dann dieses Fundament ausgeführt sein? Welche Möglichkeiten gibt es da? Beton macht ja keinen Sinn, da ich ja erst wieder eine Kältebrücke in Kauf nehmen würde.
    5)Um einen entsprechenen K-Wert zu erreichen müsste die Lehmdicke enorm sein, wo sind hier die Grenzen?
    6)Der im Moment existierende Aussenputz meines Hauses ist zu einem großen Teil von Wildem Wein bewachsen. Ist dies auch bei Lehmaußenwänden möglich, oder würde hier die Außenhaut zerstört werden.

    Schöne Grüße

    rudinussbaum
     
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  3. Micha123

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    Lehm dämmt?

    Hallo,

    wer hat Ihnen erzählt daß Lehm eine wirksame Wärmedämmwirkung hat? Also ggf. schon aber im Kellerbereich???
    Aus meiner Sicht ist das Unsinn. Mich würde da mal die Quelle interessieren...

    MfG

    Micha123
     
  4. #3 wasweissich, 15. März 2008
    wasweissich

    wasweissich Gast

    da hat einer dämmung und wärmeleitfähigkeit verwechselt..........
     
  5. #4 rudinussbaum, 26. März 2008
    rudinussbaum

    rudinussbaum

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    Also nach Studium, diverser Bücher über Lehmbau kann gesagt werden, dass Holzleichlehm oder Strohleichtlehm, was die Dämmeigenschaften betrifft deutlich besser abschneidet als Vollziegel. Der Dampfdiffusionswiderstand ist deutlich geringer als bei moderenen Dämmelementen auf Polystirol-Basis.
    Es ist klar, dass Lehm-Dämmprodukte nicht an Polystirol herankommt was den U-Wert betrifft aber, so denke ich, und das ist ja der Sinn meiner Anfragen, ein besseres Raumklima schafft. Ich habe selbst einmal in einer Wohnung gelebt, wo eine Dämmung mit super U-Wert und superdichten modernen Doppelglas-Fenstern installiert war. Dann hat man im Winter etwas Tee gekocht und das Wasser ist das Fenster heruntergeronnen. Und wenn man vergessen hat vor dem Winterurlaub zu lüften, und zusätzlich die Heizung ein wenig zurückgedreht hat, ist nach 2 Wochen die Wand in Fensternähe grün angelaufen (Schimmel).
    Und dass war eine Kombination aus wahrscheinlich Baumängel (Kältebrücken) und dampfdiffusionsdichter Wand (Dämmstoff).

    Und genau das soll verhindert werden.
    Und genau deswegen war meine Frage nach Erfahrung mit Lehmbaustoffen.

    Im Kellerbereich hat Lehm ja wohl als Dämmmaterial nichts verloren. Daher wie ich geschrieben habe sollte hier eine moderne Perimeterdämmung ran.

    Die Quelle zum Lehmbauen ist:
    Naturbaustoff Lehm
    K. Schillberg, H. Knieriemen
    AT Verlag, Aarau / Stuttgart
    "Moderne Lehmbautechniken im Detail, Konstruktionsdetails f. Wand-, Decken- u. Dachaufbauten, Verputze, Anstriche, Lehmmischungen, Rezepturen, Ausschreibungstexte, bauphysikalische Angaben, technische Dokumentation"


    ....Ob lambda, k (U) Wert so stimmen wie in diesem Buch nehme ich einmal an.

    PS: Nachdem ich selbst Dipl.Ing. eines Maschinenbau-nahem Studiums bin möchte ich mich was die Thermodynamik betrifft als mit den physikalischen Größen vertraut outen. Ich bin aber kein Werkstoffwissenschafter und noch viel weniger praxiserfahren mit Lehmbau. Daher meine Anfrage an das Forum. ...

    Schöne Grüße

    Rudi
     
  6. bluecher

    bluecher Gast

    aha!

    du wilst als bauphysikalische mängel zeitgemäßer konstruktionen verhindern, in dem du unzeitgemäß in mitteleuropäischen gefilden schlecht dämmst, und mit lehm baust!
    dabei darf man dämmen nie ohne dem thema lüftung betrachten.
    noch effektiver könntest du der kondensatgefahr begegnen, wenn du im freien am lagerfeuer lebtest. da wäre auch für lüftung gesorgt...
    auf schillbergs selbstdarstellungen gäbe ich nicht so viel...
     
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  8. Primut

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    Nein!
    neue Technologien??? Angefangen wird mit dem uralten Klassiker: Ursachenanalyse!!!
    Erscheint spontan am sinnvollsten.
    Nun ja, die Grenze ist erreicht, wenn das Zimmer komplett mit Lehm gefüllt ist! :D:D:D

    Hey, von der Sache her nicht schlecht, und Lehm ist sehr wohl ein ökologischer Baustoff, aber kein Wärmedämmstoff, die Schalldämmung dagegen sieht schon besser aus. Es gibt aber noch ganz andere auch ökologische und sehr gute Wärmedämmstoffe (zB Isofloc etc.). Das Problem besteht nur darin, dass sie tendenziell wesentlich teurer sind (Isofloc mal ausgenommen).
    Und mittlerweile gibt es auch Planer, die sich auf ökologische Bauweisen spezialisiert haben. Einfach mal umschauen.
     
  9. Julius

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    Und wieder einer, der an die Mär von den atmenden Wänden glaubt...

    Und Du bist sicher, daß das bestehende (luftundurchlässige!) verputzte Mauerwerk plötzlich anfängt, heftig zu diffundieren, wenn Du es mit Lehm einpackst (von welcher Seite auch immer)???

    Die von Dir genannten Probleme mancher moderner Bauten haben nichts mir den Mauerbildnern zu tun, sondern mit der heutigen Luftdichtheit der Öffnungen vor allem der Fenster). Dagegen hilft entweder ein korrekte Heiz- und Lüftungsverhalten oder eben der Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage (was sowieso zu empfehlen ist, besonders mit Wärmerückgewinnung).
     
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Sanierung mit Lehm als Wärmedämmung

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