Sanierungskonzept nach Innenraumkontamination und Evakuierung

Diskutiere Sanierungskonzept nach Innenraumkontamination und Evakuierung im Baubiologie Forum im Bereich Rund um den Bau; Es ist alles etwas kompliziert (für mich). Nach einer Innenraumkontamination mit einem Schadstoff mussten die Bewohner meines Hauses evakuiert...

  1. #1 onyx2014, 2. Mai 2015
    onyx2014

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    Es ist alles etwas kompliziert (für mich). Nach einer Innenraumkontamination mit einem Schadstoff mussten die Bewohner meines Hauses evakuiert werden. Jetzt läuft bereits die Sanierung. Hat jemand sachdienliche Hinweise zum Sanierungskonzept? - Aber erst mal von vorn:

    Das Haus: Fertigteilhaus eines namhaften Herstellers Bj. 1993, einfache Bodenplatte ohne Keller. Über die Randfugen unterhalb der Holz-Sockelleisten und den 4 offenen Gebäudeecken (?!) kommt es zum Luftaustausch (keine luftdichte Ebene)

    - Zum Ende des letzten Jahres wurde bei uns zu Hause Schimmelgeruch im Schlafzimmer im Teppich festgestellt. Ein leichter Befall der Wand wurde hinter einem Möbelstück oberhalb der Sockelleiste gefunden.
    - Die Sockelleisten und der Teppich wurden entfernt und die Wartungsklappe unterhalb der Wanne geöffnet.
    - Durch intensives Lüften verbeitetet sich nun ein muffiger Geruch durch die Randfugen im Fußbodenaufbau im gesamten Haus und der Geruch kam in allen Zimmern aus dem Fußbdodenbereich zwischen Sockelleiste und Teppich heraus.


    Ursachen:

    - Als Ursache wurden gefunden: Undichte innenliegende Regenrinne, undichte Dusche, undichter Wasseranschluss, keine luftdichte Ebene

    Maßnahmen:

    - Entfernen der Sockelleisten
    Suche nach Feuchtigkeiten und Ursachen mittels Endoskopkamera und Feuchtigkeitsmesser
    - Entfernen der Dusche und eines Schimmelschadens durch Entfernen des Bauteils (0,5 m2 Rigips-Wand)
    - Desinfektionsversuch eines unzugänglichen Brettes an der Dusche (ca. 4 cm2 Schimmel) zwischen Bodenplatte und einer Teerpappe mit Spiritus, Wasserstoffperoxid in Kombination mit Silbersalz, im Schlafzimmer mit verspritztem Spiritus
    - Evakuierung der Bewohner nach dem plötzlichen Auftreten von Gesunheitsbeschwerden (hyperreagibles Bronchialsystem (Asthma-Vorstufe)


    Seither wohne ich leider nicht mehr in meinem Haus und bekam ein Kortisonspray verordnet. :-( Im Haus stört mich immer ein gewisser reizender Holzgeruch. :-(


    - Beauftragung einer Firma und eines Sachverständigen; Ergebnis: Der Sachverständige findet in der Außenluft mehr Schimmel als im Innenraum und innen findet er nur wenig Sporen aus der Gruppe Aspergillus Restrictus, weiter empfiehlt er das Öffnen an zwei Stellen der Wand im Schlafzimmer, Zitat "Hier ist kaum was", Firma wird nicht tätig
    - Beauftragung eines Schadstoffscreenings; Ergebnis: Insektizid Permethrin mehr als 3 mal höher als der Grenzwert (2 malige vorherige Anwendung eines Hunde-Flohmittels mit dem selben Wirkstoff), Benzo(b)fluranthen unterhalb des Grenzwerts, es wurden noch viel (1,4 mg/m3) Spiritus gefunden (davon vergoss ich reichlich)


    Mein Sanierungskonzept:


    Nachdem die Firma nicht tätig wurde, die Versicherung nicht zahlt, der Arzt nicht weiter helfen konnte und das Ergebnis des Gutachters nicht zufriedenstellend war, habe ich auf eigene Faust mit der Sanierung begonnen:
    (Alles unter Vollschutz)
    - Abdichten der Regenrinne
    - Ausräumen des Hausrats, Entfernen der Randdämmstreifen, aussaugen und abdichten der Fußbodenfugen mit Fugenschnur und Acryl, Testweise Feinreinigung der Wände und des Fußbodens

    Das Konzept scheint zu funktionieren: Erstmals war ein beschwerdefreies Betreten des Flurs ohne Maske wieder möglich. :-)
    Anders der Haufen Sperrmüll mit dem alten Teppich. Bereits in großem Abstand im Freien, kann ich einen holzartigen reizenden Geruch wahrnehmen.

    - Als nächstes will ich den alten Teppichkleber entfernen und Fliesen verlegen (muss ich eigentlich dafür den alten Teppichkleber entfernen?? Das ist ja eine Sauarbeit!)
    - neue Wanne und Dusche einbauen
    - Wände streichen

    Zur Zeit riecht es noch im Bad, wo ich den Spiritus vergossen habe etwas nach ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass es noch besser wird. Aber es reizt mich nicht mehr.

    Hat jemand noch Hinweise oder Ratschläge zur Sanierung?
    Wäre ein regelmäßiger Unterdruck im Fußbodenbereich sinnvoll (dass nicht wieder nach oben kommt z.B. mit kaminartigem Abzug oder Lüfter)?
    Kann eine so große Menge PErmethrin vom Hundeflohmittel kommen oder ist das eher ein Holzschutzmittel?

    Zur Ursache meiner Beschwerden kann ich nur Vermuten, dass ich auf Schimmelpilzsporen reagiere oder vielleicht, dass dieser holzartige reizende Geruch nach der Anwendung von Wasserstoffperoxid am Leimholzbrett entstand und Holzpartikel freigesetzt wurden auf die ich reagiere.

    Auf Eure Meinungen und Hilfestellungen bin ich gespannt...
     
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  3. #2 Stolzenberg, 2. Mai 2015
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  4. #3 jodler2014, 2. Mai 2015
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    Ein Allergologe mit dem Spezialgebiet Wohngifte kann hier weiterhelfen!
     
  5. #4 Stolzenberg, 3. Mai 2015
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    @Jodler: Falsch übersetzt, aber sinngemäß kommt es hin...
    Solche Maßnahmen gehören geplant! Dann plempert auch keiner sinnlos mit Spiritus rum. Wenn das gegen Schimmel helfen soll, dann sollte zumindest Wasser im richtigen Verhältnis zugegeben werden, sonst kommt der Alkohol gar nicht an sein Ziel. Bitte lasse Deine Sanierung vom Fachmann planen. In Berlin gibt es mindestens eine namhafte Person die sich mit so etwas auskennt.

    Alles andere geht eher in die Richtung Baugefährdung oder Körperverletzung! Ich hoffe das reicht als Aussage in Worten und kommt auch ohne Binärcode an...
     
  6. #5 onyx2014, 3. Mai 2015
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    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Mund zu halten. Da kommen dann auch keine Fliegen rein.

    Tja, solche Antworten gehören verboten. Was denkst Du denn was das da oben von mir ist? Das ist der Plan. Für SACHDIENLICHE Hinweise bin ich dankbar.
     
  7. #6 toxicmolotow, 4. Mai 2015
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    Onyx, sollte dein Eingangsbeitrag denn eine Frage oder eine Stellungnahme sein? - Ferndiagnosen sind vermutlich schwierig und wenn sich hier irgendjemand gut in diesem Fachgebiet auskennt, dann bist du bei Stolzenberg schon ganz richtig.
     
  8. #7 Alfons Fischer, 4. Mai 2015
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    wenngleich ich kein Fachmann für Wohnschadstoffe bin, mich aber mit Holzkonstruktionen, insbesondere Holzrahmenbau, aber auch mit Feuchteschäden auskenne, würde ich die Tragkonstruktion erst mal statisch untersuchen lassen. Wer weiß, wie lange dort die Hölzer in der Suppe gelegen sind?
    Man muss vermutlich in Betracht ziehen, dass der untere horizontale Anschluss der aussteifenden Platte nicht mehr funktionsfähig sein könnte, war dieser Bereich ja länger feucht. Und Holzwerkstoffe oder Gipsplatten verlieren ihre Festigkeit bei Feuchtebeanspruchung recht schnell...

    Mir persönlich wäre vermutlich wohler, wenn bei dieser Gelegenheit gleich der ganze Estrich und vor allem die Dämmung drunter erneuert würde... Dann kommt man dann auch an die Fußpunkte der Wände bzw. den unteren Rand der aussteifenden Scheiben ran.
     
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  10. #8 Stolzenberg, 4. Mai 2015
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  11. #9 onyx2014, 4. Mai 2015
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    Ich habe leider auf die "Bauexperten" gehört und mir einen solchen Baubiologen ins Haus geholt. Viel gebracht hat es ja eben nichts! Soviel zum "Experten".


    MVOC hat der EXPERTE natürlich auch nicht gemessen. Genausowenig wie flüchtige und schwerflüchtige Schadstoffe. Letztere Beiden habe ich dann bei einem Labor in Auftrag gegeben. Ergebnis siehe oben.

    Es wurde lediglich eine Luftprobe und Abklatschproben genommen. Gefunden wurde Aspergillus Restrictus aber draußen waren mehr Pilzsporen vorhanden als innen. Das wundert mich, weil ich doch selbst Schimmel gesehen und entfernt habe. Außerdem roch es ja auch nach Schimmel im Innenraum, aber sehr, sehr wenig. Zwischenzeitlich riecht es nicht mehr nach Schimmel. Der Baubiologe hat lediglich an 3 Stellen an der Wand empfohlen diese dort zu öffnen und bei Feuchtigkeit zu trocknen und den Dämmstoff zu ersetzen.

    Ferner hielt er es für vertretbar die Fußbodenkonstruktion unangetastet zu lassen und lediglich die Fugen zu versiegeln. Statt dem üblichen Weg der diffusionsoffenen staubdichten Versieglung habe ich die Fugen luftdicht versiegelt (siehe oben) und damit auch die fehlende luftdichte Ebene nachzurüsten.
     
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