Sanitärentlüftung über Schornstein?

Diskutiere Sanitärentlüftung über Schornstein? im Sanitär Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir müssen noch unsere Abwasserentlüftung nach draußen führen, beim Überlegen wie/wo am besten durchs Dach gehen, hat der Dachdecker...

  1. eltorito

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    Hallo,

    wir müssen noch unsere Abwasserentlüftung nach draußen führen, beim Überlegen wie/wo am besten durchs Dach gehen, hat der Dachdecker vorgeschlagen die Entlüftung nicht durchs Dach, sondern durch den Schornstein zu machen, somit würden weniger Anschlussdetails wegen der Luftdichtigkeit zu lösen sein (Dach ist Sichtbarer Dachstuhl mit 200mm PUR), man müsste ja vorbei an Konterlatten und genau eine ganze Ziegel treffen, geht wohl nicht ohne noch ein Flexrohr zu benutzen, und das ganze muss ja auch wieder Luftdicht....

    Nun haben wir den Schornsteinfeger gefragt, und er hat da keine Bedenken. Der Schornstein hat 2 Kammern, davon wird eine Kammer für die Abgase der Heizung benutzt, der andere Zug ist tod, und können wir als Versorgungsschacht benutzen.

    Ungefähr dort wo das Abwasserrohr im OG endet, befindet sich eine alte Revisionsöffnung des Kamin, ich habe den Schornsteinfeger gefragt ob es reicht wenn das Abwasserrohr dort eingemauert wird, oder ob man das Rohr durch den Schornstein weiter führen soll bis oben raus. Darauf wusste er keine Antwort, konnte mir auch niemanden nennen der das wissen könnte.

    Laut google regelt die DIN EN 12056 wie Abwasser Leitungen zu entlüften sind, aber da werde ich auch nicht schlau draus.

    Wer kann da weiter helfen?

    Danke
     
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  3. Julius

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    Bis oben hin führen, dann ist Ruhe!
     
  4. #3 Achim Kaiser, 26. Oktober 2015
    Achim Kaiser

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    Wenn du in der DIN EN 12056 Kaminformsteine als zugelassene Abwasserleitungen findest ....
    Kurzform : Nicht normgerecht.

    Nebenbemerkung ... bei ner Aufdachdämmung taugt ein Lüftungsziegel mit Flexschlauch nicht die Bohne für ne Dachdurchdringung.
    Diese Krampflösung kriegt man auch mit hohem Aufwand ganz einfach nicht dauerhaft in die Dampfsperren und Dichtbahnen eingebunden.

    Das einzige was sicher funktioniert ... starres Rohr, nach der Verschalung auf der Dampfsperre /-bremse eine Luftdichtungsmanschette mit Klebekragen passend zum verwendeten Material, Aufdachdämmung, noch nen Luftdichtungsmanschette mit Klebekragen passend zum verwendeten Material des Unterdachs und ne maßgefertigte Verwahrung des gedämmten Rohres durch den Flaschner oder Dachdecker.
    Alles andere ... geht fast ausnahmslos mit Ansage in die Hose.

    Das Rohr muß spätestens dann montiert sein, wenn die Dachverschalung als unterste Ebene eingebracht worden ist, bevor die erste funktionale Ebene verlegt wird.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  5. eltorito

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    Hallo,

    danke für eure Antworten.

    Klar, Kondensat vom Abfluss Rohr könnte an den Kaminwänden sich niederlegen...

    War auch mein Gedanke, ich fragte nochmal obs nicht besser gewesen wäre den Dachdurchbruch spätestens nach der Schalung zu machen,
    ne das ginge nicht weil, siehe Oben (ganzen Ziegel Treffen, Lattungverlauf noch nicht fest ... ). Bei Flexrohre bin ich auch immer Skeptisch, von unserer DAH habe ich auch als erstes das Flexrohr gegen ein Starres getauscht.

    Da jetzt noch ein Durchbruch im Dach zu machen halte ich auch für gewagt, müsste man schon ein großes Stück Dämmung rausnehmen um vernünftig Arbeiten und ein Sauberen Anschluss zu bekommen.

    Ziehen dann ein Feuerfestes Rohr durch den Versorgungsschacht des Kamin und lassen uns vom Kaminbauer oben ein passenden Abschluss machen.
     
  6. #5 Achim Kaiser, 27. Oktober 2015
    Achim Kaiser

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    Also mal wieder :

    Von der Wiege bis zur Bahre ist der Murks das einzig Wahre ....

    Ich werds einfach nie begreifen warum man einen solchen Krampf baut.

    Noch weniger begreif ich wieso man solche Standarddetails die im Jahr 50x vorkommen nicht im Lösungsportfolio hat.
    Ein einziges Geschuster und Geflicke von A bis Z ... einfach nur grausam.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  7. eltorito

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    Kann ich dir sagen: fehlende Detailplanung...

    Dachdurchführung bei einer 200 mm Aufachdämmung mit Sichtdachstuhl wird wohl nicht so oft bei den kleineren Betrieben vorkommen, wenn nicht sogar das erste mal in unserem Fall.

    Habe grad mit ein Aussendienstler vom Hersteller gesprochen (auch DDM) , er meinte korrekt und einfacher gewesen wäre, wie du schon sagst,
    das ganze vorn vorn rein zu berücksichtigen, ab Schalung den Durchbruch, und dann Rohr mit Luftdichtmanschetten an der LD Folie anschließen, die Dämmung drum herum,oberhalb der Dämmung nochmal mit Manschette,...
    Es wäre kein Problem das nun noch nachträglich zu machen, das würde man auch wieder Luftdicht bekommen, wäre halt ne fummelsarbeit...


    Wäre ja zu schön wenn nie Fehler passieren würden, und nie etwas vergessen würde, oder falsch oder gar nicht geplant,...

    ist manchmal so, und nicht nur in der Baubranche...:bau_1::bierchen:
     
  8. #7 Achim Kaiser, 27. Oktober 2015
    Achim Kaiser

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    Das eigentlich Schlimme an der Sache ...
    Der Dachdecker hat keinen funktionierenden Lösungsansatz, der wirklich zu Ende gedacht und auch montierbar ist.
    Die Aufgabenstellung tritt bei nahezu jedem Dach meistens mehrfach auf.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  9. Elopant

    Elopant Gast

    :bierchen:

    Wie es vernünftig eingebaut wird, hat Achim Kaiser schon geschrieben. Nachträglich eine Aufdachdämmung auszuschneiden, ohne die Dampfsperre mit zu durchschneiden ( die eigentlich bei einem Sichtdachstuhl direkt unter der Aufdachdämmung liegt ) halte ich für fast unmöglich. Man bekommt es vielleicht irgendwie raus, um an die Dampfsperre zu kommen und das sauber anzuschließen, aber die weggeschnittene Aufdachdämmung muß auch, möglichst passgenau, wieder rein. Der einzige, der sich bei solchen Aktionen wahrscheinlich dann freuen wird, ist der PU-Schaum Verkäufer. :mega_lol:
     
  10. eltorito

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    Hab den Architekt auch mal gefragt, er meint wir können das Rohr auch durch die Wand am Giebel nach draußen führen.

    Werde ich mal die Zimmermänner fragen ob die mir dafür ein Detail planen und das beim Anbringen der Fassade anschließen, dann sollte es kein Baumurks mehr sein? :) :hammer:
     
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  12. #10 Achim Kaiser, 27. Oktober 2015
    Achim Kaiser

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    Auch so eine nicht normgerechte Verlegenheitslösung :).

    Hab ich an zwei Bauvorhaben gemacht und beides Mal zeigen sich genau die in der Norm beschriebenen Themen.
    Um das eine Lüftungsrohr muss der Putz so alle 5-10 Jahre ausgebessert werden und der Maler freut sich übers Pinseln.
    Das andere Lüftungsrohr sorgt für einen hohen Feuchtigkeitsgehalt unter dem Dachvorsprung ... da wird wohl irgendwann das Streichen nicht mehr reichen und irgendwann ist die Verschalung hinüber und den Balken gefällt die Dauerfeuchtbegasung auch nicht wirklich ... Fazit : Die Einschränkungen der Norm (dort steht : don´t do it) bestehen zurecht ... (Bauherr kann das natürlich Freizeichnen, ausführlich aufgeklärt über die Nachteile wurde er jetzt sogar schriftlich ;) ).

    Lüftungsleitungen sind über Dach zu führen :). Details hatten wir schon.
    Möglichkeit sofern wenigstens 1x über Dach geführt, die anderen Fallstränge mit Belüftern auszustatten oder als Sammelentlüftung zusammenziehen und dann 1x einen Dachdurchtritt in DN 125 anstelle mehrerer kleinerer.
    Obs möglich ist hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  13. eltorito

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    Hallo herr kaiser,

    Also rohr durch kamin führen nicht normgerecht, dito an der fassade rausführen, dachdämmung nachträglich perforieren baumurks...

    Und folgende idee? Rohr durch giebelmauer nach draussen führen, dann am giebel hoch und dach austritt am dachuberstand mit lüfterziegel, giebel wird noch gedämmt und es kommt eine holzfassade hinterlüftet davor

    Waere die lösung ok? Ansonsten bleibt nur murks oder nicht normgerecht ?
     
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Sanitärentlüftung über Schornstein?

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