Schall über's Dach

Diskutiere Schall über's Dach im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, wir haben neu gebaut (KfW40, 36,5cm Hochlochziegel). Haus steht an einer Hauptstraße mit relativ viel Verkehr. Im EG ist davon wenig zu...

  1. paul21

    paul21

    Dabei seit:
    16. März 2010
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    München
    Hallo,

    wir haben neu gebaut (KfW40, 36,5cm Hochlochziegel). Haus steht an einer Hauptstraße mit relativ viel Verkehr. Im EG ist davon wenig zu hören, aber im OG (offener Dachstuhl, Aufdachdämmung 16cm, Raumhöhe ca. 1,20 bis 5m durch Dachschräge) um so mehr: vorbeifahrende Fahrzeuge sind sehr laut, die Ferne Autobahn ist immer zu hören, starke Windgeräusche auch bei relativ wenig Wind.

    Woran kann das liegen (mich interessieren alle erdenklichen Möglichkeiten)? Ich vermute, der Schall kommt über's Dach rein da im EG ja nahezu nichts bis wenig zu hören ist.

    Vielen Dank schon mal für die Hilfe.
    Paul
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    welche aufdachdämmung? pur oder pir?
     
  4. paul21

    paul21

    Dabei seit:
    16. März 2010
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    München
    Bachl Tecta PUR 024, 16cm, N+F, oberseitig kaschiert...
     
  5. H.PF

    H.PF

    Dabei seit:
    7. Dezember 2005
    Beiträge:
    11.917
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbau
    Ort:
    Hückeswagen
    Benutzertitelzusatz:
    Dachdecker+Hochbautechniker
    Tritt deinem Planer in den Hintern, aber ganz gewaltig...

    Diese Aufdachdämmung taugt nix gegen Schall.

    Da hat er wohl nicht dran gedacht...

    Es wird bei Aufdachdämmung selten an Schall gedacht :mauer
     
  6. paul21

    paul21

    Dabei seit:
    16. März 2010
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    München
    Ok, danke für die Info...
    Der Planer hatte in der LV nur angegeben: Audachisolierung aus PUR/PIR, WLG 025, 16cm mit Nut u. Feder
    Wer ist nun schuld? Ich kann sowas ja schlecht wissen...

    Kannst Du mir sagen, was ich nun machen kann? Das Dach wieder abdecken lassen?

    Paul
     
  7. Roth

    Roth

    Dabei seit:
    13. August 2009
    Beiträge:
    973
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Hausfrau
    Ort:
    Franken
    an paul21

    Hallo Paul,

    ich habe das gleiche Problem mit meiner pur-Aufdachdämmung. Straßenlärm, Stimmen von draußen, Wind und Regen vernimmt man so, als ob ein Fenster offen stünde!
    Das Dach habe ich mit folgendem Ergebnis von einem vereidigten Gutachter für Dächer untersuchen lassen:

    Der Schall ist in meinem Fall durch konstruktive Fehler im Schichtenaufbau bedingt. Außerdem gibt es offene Fugen in Schalung und Dämmplatten. Dadurch ist das Dach weder luft- noch schalldicht. (verkürzt zitiert)

    Was haben Sie bisher unternommen?
    Und schreiben Sie bitte auch mehr über Ihren Dachaufbau.

    Gruß
    R.
     
  8. paul21

    paul21

    Dabei seit:
    16. März 2010
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    München
    Hallo R.,

    da wir erst vor Kurzem eingezogen sind, noch nichts unternommen. Der Blower-Door-Test fehlt sowieso noch. Nun muss wohl ein Gutachter her... nebenbei: was kostet dieser denn so?

    Dachaufbau sieht (aus meinem Gedächtnis) so aus:
    - Sparren
    - Sichtschalung
    - Dampfsperre?
    - PUR-Dämmung (oberseitig an den Stößen verklebt per Alukaschierung, ggf. noch per Dichtband)
    - Konterlattung
    - Lattung
    - Flachziegel

    Der normalerweise freie Raum in der Kante innen zwischen Außenwand und Dachschräge wurde durch ich denke 5er oder 10er Ziegel eben bis zur Sichtschalung geschlossen.

    Dachschräge ca. 36°, dadurch natürlich im OG hohe Räume mit hoher Dachschräge, und somit hoher "Schall-Angriffsfläche".

    Gruß, Paul
     
  9. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    so is das ..
     
  10. Roth

    Roth

    Dabei seit:
    13. August 2009
    Beiträge:
    973
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Hausfrau
    Ort:
    Franken
    an mls

    Ja, aber wie soll ich das wissen, wenn`s mein Arch. nicht einmal weiß, der mir die pur-Aufdachdämmung für Altbau(!) wärmstens empfohlen hat...

    Ich hatte damals in der Bauphase noch kein Internet. Hinterher wurde mir alles klar. Und zwar, als ich auf der Herstellerseite las, dass dieser Dämmstoff "verarbeiterfreundlich" :irre sei.
     
  11. Roth

    Roth

    Dabei seit:
    13. August 2009
    Beiträge:
    973
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Hausfrau
    Ort:
    Franken
    an paul21

    Was für eine Dampfsperre? Und wie sind die Anschlüsse hergestellt worden?(Giebel, Traufe, Dachfenster, Kamin)
     
  12. Eric

    Eric

    Dabei seit:
    8. Juli 2003
    Beiträge:
    5.056
    Zustimmungen:
    0
    Du sagst es doch schon selbst. Du mußt es nicht wissen. Der Architekt hätte es wissen müssen > er hat die für den Schallschutz nachteilige Aufdachdämmung geplant und hierbei offenbar die Randbedingungen ( zu hoher Außengeräuschpegel ) nicht beachtet.

    Für die Schalldämmung ist Masse erforderlich und absolut dichte Anschlüsse. Also wäre hier, wenn der Außengeräuschpegel erkennbar zu hoch ist, eine Vollsparendämmung mit doppelter Gipskartonbeplankung und schallgedämmten Dachflächenfenstern der " richtige Weg " gewesen.

    Der dem Archi vorzuwerfende Fehler ist bereits an der LPH 1 " Grundlagenermittlung " anzusetzen.

    Zunächst mit dem Architekten über das Problem reden. Wenn es zu keiner Einigung kommt, müßten von einem Gutachter in etwa folgende Fragen geklärt werden:

    1. Wie hoch ist der am Haus anstehende Außengeräuschpegel ( tagsüber und nachts )?
    2. Welcher Luftschallpegel kommt hiervon im Dachgeschoß noch an ?
    3. Wie ist der im Dachgeschoß ankommende Luftschallpegel unter Berücksichtigung der TA-Lärm und etwaiger Vorgaben im Bebauungsplan ( ? ) zu bewerten:
    a.) im Hinblick auf die konkrete Nutzung des Dachgeschosses ( z.B. besonders ruhebedürftige Räume, z.B. Schlafzimmer im DG ? ) und die sich hierdurch ergebenden Beeinträchtigungen,
    b.) im Hinblick auf den Luftschalldämmwert, der sich es bei einem anderen Dachgeschoßausbau ( z.B. einem sog. Warmdach ) ergeben hätte?
    4. War die Planung einer Aufdachdämmung unter Berücksichtigung des vorhandenen Außengeräuschspegels fachgrecht?

    Dann kommen die Anschlußfragen:

    5. Welche Maßnahmen sind erforderlich, um einen fachgerechten Schallschutz des Dachgeschosses herzustellen und wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten ? Der Gutachter wird hinsichtlich der zu ermittelnden Sanierungskosten darauf hingewiesen, daß er etwaige Sowiesokosten zu kennzeichnen hat.

    Wenn die Grenzwerte der TA-Lärm nicht überschritten sein sollten, käme es auf eine Auslegung des Vertrages an, ob danach mehr geschuldet war.

    TA-Lärm gibt es hier: http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/publikationen/talaerm.pdf

    Kosten des Gutachtens ? Schwer zu sagen ! Ich würde einmal 3 - 5.000,00 € schätzen. Wenn die Beeinträchtigung aber so schwerwiegend ist, ist dies ein Klaks gegenüber dem vielen umsonst rausgeschmissenen Geld.
     
  13. Roth

    Roth

    Dabei seit:
    13. August 2009
    Beiträge:
    973
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Hausfrau
    Ort:
    Franken
    an Eric

    Da hat jemand schon die ganzen Beweisfragen formuliert...
    Mein Gutachter hat die Sache anders angepackt. Er hat gemeint, dass das Dach nicht luftdicht sein kann, wenn so viel Schall reinkommt. Da die EnEV Luftdichtheit verlange und Gesetzescharakter habe, sei es leichter, da anzusetzen. Schall sei vielschichtig und schwieriger zu begutachten.
    Er hat das Dach aufgemacht und die fehlenden Anschlüsse und Fugen gefunden.
     
  14. Eric

    Eric

    Dabei seit:
    8. Juli 2003
    Beiträge:
    5.056
    Zustimmungen:
    0
    Mag ja sein, daß eine fehlende Luftdichtheit den Schallschutz noch zusätzlich reduziert. Aber die eigentliche Ursache wird es nicht sein. Denn Schallschutz wird nicht durch Folien hergestellt, sondern durch Masse oder Feder-Masse-Prinzip.

    Oh weh. Hat er kein Schallmeßgerät? Kann er den sich ergebenden Schalldämmwert einer Dachkonstruktion nicht rechnerisch ermitteln?

    Ist es ein Systemaufbau, dann könnte er das Verbesserungsmaß sogar beim Hersteller der Aufdachdämmung erfragen und diesen sodann in Bezug auf den anstehenden Außengeräuschpegel bewerten.

    ENEV und DIN 4108-7, in der die Luftdichtheit geregelt ist, befassen sich mit anderen Themen, nämlich Wärmeschutz und Feuchteschutz.

    Für Schall gilt die DIN 4109.

    Also hat er einen Ausführungsführungsfehler, gegebenenfalls auch Planungs- und Bauüberwachungsfehler, in Bezug auf die DIN 4108-7 gefunden. Glück gehabt. Dann wars wenigstens nicht sinnlos.

    An dem konstruktionsbedingt schlechten Schalldämmwert von Aufdachdämmungen bei hohem Außengeräuschpegel ändert das nichts. Der Gutachter soll die Mängel hinsichtlich der Luftdichtheit beseitigen lassen und dann erneut prüfen, ob sich die Schallwerte danach verbessert haben ( sofern er das begutachten kann ).
     
  15. Baumal

    Baumal

    Dabei seit:
    2. August 2007
    Beiträge:
    16.081
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Ravensburg
    eben.

    aber ließ der bestehende dachstuhl diese zusätzliche masse überhaupt zu?
     
  16. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    ich lese da nix von "bestehendem dachstuhl" ..
    selbst wenn es im bestand wäre:
    da ist der architekt (noch mehr als sonst) gefordert, fachleute beizuziehen.
    zur grundlegenden erkenntnis
    "uuups, da könnte schallschutz ein thema sein .. das untersuchen wir"
    sollte er schon in lph. 1 kommen.
     
  17. paul21

    paul21

    Dabei seit:
    16. März 2010
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    München
    Ich bin leider (noch :o) kein Fachmann auf diesem Gebiet: was meinst Du mit "Anschlüsse"?
     
  18. paul21

    paul21

    Dabei seit:
    16. März 2010
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    München
    Mal andersrum gefragt: was wäre denn der optimale Dachaufbau bei Aufdachdämmung/Sichtschaltung, um ein optimales Schallschutz-Ergebnis zu erreichen?
     
  19. Baumal

    Baumal

    Dabei seit:
    2. August 2007
    Beiträge:
    16.081
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Ravensburg
    @ mls

    wenn mir mein tragwerkplaner sagt, ich darf in einem dachgeschoßausbau
    so wenig als möglich masse einbringen, sprich keine sparrenaufdopplung/
    zwischensparrendämmung machen, schenke ich ihm erst mal glauben...
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    dann hast du keinen twp .. :p
    das entbindet dich auch nicht von deinen objektplanerischen grundpflichten.

    ich weiss auch, wie einfach sich der rechenklops das leben mit einer
    harten aufdachdämmung machen kann.
    "einfach" ist lukrativ - aber keineswegs grundsätzlich richtig.

    grundsätzlich: bei aufdachdämmung sollten alle fachleute, also alle, jenseits der
    gattungen genehmigungsbildlemaler und rechenschieber, von vornherein maximal
    sensibilisiert zu werke gehen.
     
  22. Baumal

    Baumal

    Dabei seit:
    2. August 2007
    Beiträge:
    16.081
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Ravensburg
    ich gehe so heran:

    bauherren über evtl. geringeren schallschutz informieren.

    twp rechnen lassen, wie wir doch noch zu einer
    "wirtschaftlichen" lösung kommen könnten, ohne aufdach....

    sind die zahlen auf dem tisch, entscheidet der
    kunde....
     
Thema:

Schall über's Dach

Die Seite wird geladen...

Schall über's Dach - Ähnliche Themen

  1. Tropfgeräusche am Dach - Dachdecker ratlos

    Tropfgeräusche am Dach - Dachdecker ratlos: Hallo zusammen, nachdem uns nun zwei Dachdecker nicht weiterhelfen konnten, versuche ich mal hier Hilfe für unser Problem zu bekommen: Wir hören...
  2. Dachfenster VELUX vor Einbau Innenfutter - s. Dach

    Dachfenster VELUX vor Einbau Innenfutter - s. Dach: Hallo, habe ein GPU 0060 SK 08 Austauschfenster einbauen lassen. Nun stellt sich die Frage des fachgerechten Einbaus der Dampfsperre und der...
  3. Dach nur umdecken ohne Konterlattung - entfällt Garantie für Dachziegel?

    Dach nur umdecken ohne Konterlattung - entfällt Garantie für Dachziegel?: Wo ich schon sicher war, bei der Neueindeckung des Daches wegen defekter Ziegel, zumindest eine Folie mit Konterlattung und Lattung einziehen zu...
  4. Sandwich Dach - Dachrinne abgerissen, wie erneut befestigen

    Sandwich Dach - Dachrinne abgerissen, wie erneut befestigen: Guten Abend, vor wenigen Stunden ist meine Dachrinne an einer Halle (Sandwichelemente 100mm mit Überstand) bei einem heftigen Sturm auf beiden...
  5. Fassade neu verkleiden. Übergang zum Dach

    Fassade neu verkleiden. Übergang zum Dach: Hallo. Die Fassade auf der Wetterseite unseres 1962 erbauten Hauses soll verkleidet werden. Das hat den Grund, dass die Fugen teilweise leer sind...