Schalldämmung durch Decke?

Diskutiere Schalldämmung durch Decke? im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, seit die Wohnung über uns durch den Vermieter mit Laminat modernisiert wurde, kann man jeden Schritt deutlich dumpf hören....

  1. Nooner

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    Hallo zusammen,

    seit die Wohnung über uns durch den Vermieter mit Laminat modernisiert wurde, kann man jeden Schritt deutlich dumpf hören. Vermutlich wurde an der Trittschalldämmung gespart. Das stört nicht zuletzt beim Einschlafen sehr. Die neuen Obermieter geben sich Mühe (Hausschuhe, an einigen Stellen Teppiche; komplett Auslegware wollen sie nicht), aber das Problem bleibt. Der Vermieter tut nichts. Umzug ist keine Option.

    Kann man was an der Decke machen? Sie besteht offenbar aus einer heruntergelassenen Rigips-Decke mit Holzbalken und Strohfüllung. 50er Jahre Bau. Kann man die Decke modernisieren oder eine weitere Decke mit Federschienen o.ä. abhängen (leider sind nur ca. 10cm Platz, dann kommt ein Jalousiekasten) oder gäbe es dann Probleme mit der Statik? An wen müsste man sich wenden, Trockenbauer? Wie viel würde das (grob geschätzt) bei ca. 30qm kosten?

    Freue mich über jeden Rat, vielen Dank im Voraus!!
     
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  3. ultra79

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    Wie sieht der Aufbau unter dem Laminat aus? Weisst du das?

    Decke mit Federschiene bringt etwas - im Vergleich zu starrer Lattung. Aber wenn bei dir schon abghängt ist wird es keinen Unterschied machen.
     
  4. Mikelas

    Mikelas

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    Schall wird hauptsächlich durch Masse oder Entkoppelung Reduziert.

    Da wirst du mit einer dazu gehängten Decke oder Ausstopfen des Hohlraumes nicht weit kommen.
    Die sinnvollste Lösung wäre für dich gut aber für deinen Nachbarn nicht!
    Laminat raus neue und gute Trittschalldämmung rein oder Trittschallhemmenden Boden verlegen.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Man sollte aber nicht vergessen, dass es sich um ein Gebäude aus den 50ern handelt (Aussage des TE), mit entsprechendem Bodenaufbau. Den zu ertüchtigen dürfte wohl weit über den Einbau einer einfachen Trittschalldämmung hinausgehen.

    Denkbar wäre auch Luftschall der durch den nun "harten" Boden entsteht, und der sich einen Weg in die Wohnung darunter sucht (Installationsschächte? Hohlräume in der Decke?). Es wäre auch gut möglich, dass beim Einbau nicht überall richtig entkoppelt wurde, so dass nun Wände, Rohre (Heizung) oder was weiß ich für eine Übertragung des Schalls sorgen.

    Das herauszufinden ist nicht ganz einfach. Konzentriert man sich jedoch nur auf irgendeine Trittschalldämmung, dann kann es passieren, dass man zuerst viel Geld investiert, und das Ergebnis kein bisschen besser ist.
     
  6. Julius

    Julius

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    Ja, das ist entscheidend nur von Oben zu lösen.
    Welcher Belag war vorher dort?
    Sind das neue Obermieter oder waren die schon vorher drin?
     
  7. ultra79

    ultra79

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    Die abgehängte Decke ist ja eine Art der Entkopplung - und schluckt tiefe Frequenzen durchaus. Ob es reicht das Problem in den Griff zu bekommen? Kann nur ein Bauakustiker sagen vermute ich.

    Genauso bringt das ausstopfen von Hohlräumen durchaus etwas - evtl. gibt es ja einen Trommeleffekt, den man so wegbekommt. Aber wissen kann das wieder nur der Bauakustiker :winken

    Der Einfluss der Trittschalldämmung wird meist deutlich überschätzt. Wenn da so Werte wie "20 dB" draufstehen, dann gilt das quasi für den schlechtesten Fall - nackte Rohdecke - Trittschalllage drauf und dann bekommt man die 20 dB. Aber auf einem schwimmenden Estrich erreichst du solche Werte gar nicht - weil der schon so gut entkoppelt das die Bedeutung der Trittschalllage sinkt.
     
  8. Nooner

    Nooner

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    Leider nein. Falls die Info hilft: In unserer Wohnung ist der Fußboden rot. Ich denke, der Boden wird über uns aus dem gleichen Material bestehen.

    Also die Decke klingt, wenn man gegen sie klopft, tatsächlich hohl (sie ist auch nur mit Stroh gefüllt). Ich vermute auch, dass die Wände am Schall (mit)beteiligt sind und dass das Laminat - nach meinem Laienverständnis - nicht schwimmend verlegt wurde.

    Die Mieter sind neu. Vor der Modernisierung lag zumindest in einem Raum auch schon Laminat. Es war so gut wie nichts zu hören.

    Sollte es auf eine abgehängte Decke mit Federschienen hinauslaufen: Reichen dafür die 10cm Platz überhaupt? Wie viel dürfe das in etwa für 30qm kosten?

    Schon einmal vielen Dank für Eure Antworten!
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Vermutest Du also, dass das Laminat auf dem Boden verklebt wurde? Sehr unwahrscheinlich.

    Man kann eine Decke auch 10cm abhängen, mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass damit das Problem noch nicht gelöst sein wird.

    Betreffs Kosten, am besten ein Angebot einholen. Bei kleinen Flächen kann man schlecht mit Erfahrungswerten hantieren, weil das drumherum mehr Kosten verursacht als die paar m2 selbst. Da spielt dann auch eine Rolle, ob man das Material kilometerweit durch die Gegend schleppen muss, usw. Da kalkuliert dann jeder etwas anders, und bei kleinen Flächen reden wir dann gleich von zweistelligen Prozenten die Einer teurer ist.
     
  10. Nooner

    Nooner

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    Ich vermute, dass sich unter dem Laminat zum einen eine minderwertige (zu dünne) Trittschalldämmung befindet und zum anderen, dass das Laminat direkt an den Wänden abschließt (ohne Lücke) und dadurch der Schall zusätzlich über die Wände übertragen wird.

    Holt man ein solches Angebot beim Trockenbauer ein?

    Vielen Dank nochmals für die Hilfe!
     
  11. drsos2

    drsos2

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    Mein erster Weg wäre mit den Nachbarn zu sprechen.
    Was sagen die dazu?
    Konntest du dir den fertig verlegten Laminat vor Ort anschauen?
     
  12. JWerner153

    JWerner153

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  13. Eric

    Eric

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    Es geht um eine Mietwohnung. In einer Mietwohnung kann ohne Zustimmung des Vermieters keine neue Decke eingezogen werden.

    Im Übrigen bringt das aber auch nichts. Denn die Verschlechterung des Trittschallschutzes beruht auf dem vom Vermieter neu und offenbar fehlerhaft eingebauten Laminat ( = schallharter Belag ). Altbau, Holzbalkendecke und dann Laminat: Manche Vermieter lernens offenbar nie.

    Rechtlich ist dagegen wahrscheinlich nichts zu machen. Der Vermieter schuldet nur den grottenschlechten Schallschutz eines Gebäudes aus den 50-iger Jahren. Siehe nachstehendes Urteil des BGH:

    Der Mieter wird Gefallen an dem Laminat gefunden haben und kaum die Kosten für das Ausräumen und die Verlegung eines besser geeigneten Belags ( = Teppichboden ) übernehmen.

    Bleibt die Kündigung und Anmietung einer anderen Wohnung. Das willst Du auch nicht.

    Lösung: Oropax.
     
  14. Nooner

    Nooner

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    Tja, Laminat ist eben "IN" und die Wohnung lässt sich besser und zu höheren Preisen vermieten. Vielen Dank für die ehrlichen, wenngleich für uns natürlich nicht unbedingt erfreulichen Worte.
    Ich habe mich mit der Trittschall-DIN-Norm befasst und finde es unglaublich, was da für Werte - auch bei heutigen Neubauten - erlaubt sind. Ich möchte denjenigen kennen lernen, der es schafft, bei einem Trittschall von 48 db einzuschlafen. Von den 1962 gültigen 63 db ganz zu schweigen. Ist es so viel teurer, schalldämmend zu bauen oder warum gibt es solche weit gefassten Normen. In anderen gesundheitsgefährdenden Bereichen - sei es nur der Feinstaub - gelten verhältnissmäßig viel strengere Regeln... Oder ist es nicht allgemein anerkannt, dass Lärm gesundheitsgefährdend ist?

    JWerner153, wir werden mal probieren, ob wir hinter die Randleisten schauen können... Vielen Dank für den Tipp!
     
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  16. Inkognito

    Inkognito Gast

    Trittschall sind Dämpfungsmaße, keine Lärmpegel.
     
  17. Julius

    Julius

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    Tja - wieder ein Fall von Verwirrung, der vermieden hätte werden können, wenn man überall die korrekten Einheiten benutzen würde...
     
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Schalldämmung durch Decke?

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