Schallschutz - Abgehängte Decke mit minimaler Dicke

Diskutiere Schallschutz - Abgehängte Decke mit minimaler Dicke im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich hab mir da mal was ausgedacht, um den - vermutlich auf gerichtlichem Wege nicht durchsetzbaren Tritschallschutz bei tiefen...

  1. GWeberJ

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    Hallo zusammen,

    ich hab mir da mal was ausgedacht, um den - vermutlich auf gerichtlichem Wege nicht durchsetzbaren Tritschallschutz bei tiefen Frequenzen - in unserer Wohnung (zunächst mal nur Schlafzimmer) zu verbessern.

    Ausgangssituation:
    (Filigranbeton-)Decke oben drüber ein paar cm PS-(Trittschall-)dämmung, dann Anhydritestrich mit FBH. Fliesenleger hat die Randdämmstreifen dann schon beim Schleifen des Estrichs entfernt und bestimmt ein paar Schallbrücken eingebaut. Für tieffrequente Geräusche sollen Schallbrücken aber nicht so bedeutend sein, wenn ich mich richtig informiert habe.
    In unserer Wohnung gibt es raumhohe Türen und Fenster. Mehr als 10 bis 15 mm Aufbauhöhe ist nicht machbar.

    Was haltet ihr von folgender Konstruktionsidee?

    2 mm Bleibfolie auf eine Trägerplatte (vielleicht ein paar mm Edelstahl?) geklebt. Solche Platten dann möglichst fugenlos an die Decke dübeln. Irgendein schlauer Mensch wird wohl schon Dübel/Schrauben mit körperschalldämpfenden Eigenschaften entwickelt haben, um eine Übertragung aus der Decke in die Trägerplatte zu minimieren. Die Unterseite der Trägerplatte dann mit irgendeiner Schicht bekleben, die verputzt/mit Malerflies beklebt werden kann. Spannend wird sicher der dauerhaft rissfreie Randanschluss der Konstruktion zu den Wänden. Falls mit Schallschutz veträglich, würde ich eine paar mm breite Schattenfuge vorsehen.

    Das werde ich natürlich nicht DIY planen oder gar ausführen. Aber hier Ideen zu sammeln kann ja nicht schaden.

    Tausend Dank!

    P.S. Da es erstmal nur um das Schalfzimmer mit 15 qm geht, kann der qm-Preis des Gesamtpakets ruhig bei einigen hundert Euro liegen. Wenn es am Ende etwas bringt, ist das schon ein paar Tausender wert.
     
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  3. drsos2

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    Abgesehen davon, ob deine Konstruktion schalltechnisch etwas bringt oder nicht, wird das Problem wohl auch sein, die Platten so anzubringen, dass sie nicht durchhängen und es eine ebene Fläche gibt.
    Sonst könnte das ganze in einer Wellenlandschaft enden.
     
  4. #3 ThomasMD, 13. Mai 2014
    ThomasMD

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    Also was Du uns da als Physiker zumutest, würde ich eher bei "Jugend forscht" oder um in Jena zu bleiben bei der "Messe der Meister von Morgen" ansiedeln und mit einem Schmunzeln (er hat sich redlich bemüht und nachgedacht) zur Tagesordung übergehen.
     
  5. #4 Bughandle, 13. Mai 2014
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    Du magst wirklich Blei, im Nachbarfred mit Schallschutz im Dach hattest du es ja auch vorgeschlagen...seh' ich genau wie Thomas!
    Da müssten schon einige Dübel verteilt werden, damit die Platten nicht wie eine Membran schwingen - was du bräuchtest ist einen möglichst großen Abstand in der Entkopplung, das Grundprinzip der Akkustikdecken, und der steht ja nicht zur Verfügung, naja als Putzträger eh untauglich.

    Wie sind denn die Schallnebenwege, evt. KWL oder Sani-Rohre? Trittschall wirklich nur im SZ, in angrenzenden Zimmern nicht?
    Wie ist der Estrichaufbau genau, bei Tieffrequenz würde ich trotzdem an die Resonanzfrquenz des Estrichs denken.
    Vielleicht mal mit dem Bewohner obendrüber sprechen, wie er den Boden belegt hat, Möbel gestellt hat...
     
  6. GWeberJ

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    Hm, dann bliebe nur, die Wohnung oben drüber auch noch zu kaufen (irrer Gedanke!) und den Boden komplett rauszureißen - oder dicken Teppichboden zu verlegen. Oder mit den Geräuschen zu leben, was ich mir nach einem 3/4 Jahr immernoch nicht vorstellen mag.

    Man kann grob den Laufwegen der Nachbarn folgen. Also nehme ich an, dass Nebenwege keine so große Rolle spielen. Messung durch Fachmann steht allerdings noch aus.

    Dass der Fußboden im Haus - aus welchem Grund auch immer - generell "wummert", stellen wir aber auch in unserer Wohnung fest. Mit dem hier im Forum vorgeschlagenen "Ballengang" kann man das etwas reduzieren. Während die anderen Wohnungen aber nur mit Singles oder Päärchen belegt sind, haben wir die recht aktive Patchwork-Family über uns.

    Nein, das Problem gibt es in allen Räumen. Im SZ nervt es nur am meisten, weil es dort besonders leise ist (zumindest bis vor kurzem, nun ist unsere Tochter da).

    Versuche ich noch rauszufinden. Wenn man der Werkplanung glauben kann, haben wir 25 cm Filigranbetondecke, darauf dann 14 cm FB-Aufbau (davon ca. 7 cm Estrich, 7 cm Wärme-Dämmung plus Trittschall aus PS).

    Maximal schlecht: Parkett auf Estrich geklebt. Also keine Trittschalldämmung des Belags, nur die unter dem Estrich.
     
  7. GWeberJ

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    Ok. Würdest du dann sagen, dass bei der geringen Aufbauhöhe in Sachen (zusätzlichem) Schallschutz prinzipiell nichts zu erreichen ist?
     
  8. #7 ThomasMD, 13. Mai 2014
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    Ja...
     
  9. #8 Sanierung2012, 14. Mai 2014
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    ich habe bezüglich Schallschutz schon öfter vom Einsatz von Walzbleifolien gelesen, ist also erstmal nichts "exotisches".
    Die Folien sind tatsächlich kein Schnäppchen, könnten aber m.E. etwas bringen.
    Würde aber eher eine abgehängte/entkoppelte Konstruktion versuchen.
    Evtl. könnten Lösungen aus dem Strahlenschutz angeschaut und beurteilt werden?
    Probehalber würde ich jedoch erstmal mit Schaumstoffmatten aus dem Akustikbeteich experimentieren.
    Problem Schallwege via Wand blieben jedoch.

    Grüße
     
  10. #9 Fliesenfuzzi, 14. Mai 2014
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    Wenns "ein paar Tausender" kosten darf- Schallschutzdecke drunter hängen, je nach Raumgröße auch freitragend.
    Die Tür- und Fensterflügel werden ja wohl nicht bis zur Decke reichen, in dem Bereich halt dann eine Abkofferung.

    Löst dann immer noch nicht das evtl. vorhandene Problem des Körperschall über Estrich-Wand-Schallbrücken.


    Interessenhalber: Wann wurde das Haus gebaut?
     
  11. ThomasMD

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    Hallo? Er schreibt, dass max. 1,5 Zentimeter (nicht Meter) möglich sind. Wenn dann noch die Fenster- und Türbereiche ausgespart werden sollen, kannst Du alle Versuche einstellen.


    Wahrscheinlich im Fahrzeug- oder Gehäusebau, um Resonanzen von Blechdeckeln o.ä. zu unterdrücken. An die Decke geklebt, um Körperschall zu vermeiden, ist wie das Werfen mit Wattebällchen gegen Bankräuber.
     
  12. GWeberJ

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    Ich habe nun nachgemessen. Die Fensterflügel beginnen ca. 5 cm unterhalb der Decke. Mit der abgehängten Decke könnte man also theoretisch um vielleicht 4 cm runtergehen. Aber die Optik wäre dann eher zum Wegschauen - ebenso wenn man vor den Fenstern entsprechend der aufschwingenden Flügel Platz lässt..

    Ist ganz neu: BJ 2012/13
     
  13. GWeberJ

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    Danke. Ich habe nun kapiert, dass es gerade der Abstand zwischen Wand und abgehängter Decke wäre, der für die Schalldämmung wichtig wäre. Besonders effizienz scheint das bei tiefen Frequenze zu funktionieren, wenn dieser Zwischenraum mit porösem, aber schwerem Material gefüllt ist.

    Demnach wäre das wahrgenommene Dröhnen vermutlich zu vermeiden gewesen, wenn man in der oberen Wohnung statt Polystyrol Mineralwolle zur Dämmung unter dem Estrich eingesetzt hätte.

    Was kostet sowas wohl mehr pro m^2? 25 Euro? 50 Euro?

    Oh Mann!
     
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  15. #13 Sanierung2012, 14. Mai 2014
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    Servus,

    Nein, da werden eher Bitumenschwerfolien eingesetzt (lassen sich auch leichter formen).
    Das wird tatsächlich im Baubereich eingesetzt (insbesondere im Strahlenschutz natürlich).

    Dass die Konstruktion mit Abstand angebracht werden sollte hatte ich ja bereits geschrieben.

    Übertragungswege durch Estrich Wand bzw. Wandankopplung bleiben natürlich weiter bestehen. Wenn darüber Schall eingebracht wird sieht es halt noch schlechter bezüglich Immissionsreduzierung aus.

    Falls bezüglich Schall irgendwelche Werte in den Bauunterlagen festgeschrieben wurden wäre das evtl auch ein Anknüpfpunkt

    VG
     
  16. #14 Bughandle, 14. Mai 2014
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    Ist fast preisgleich, ob's eine *deutliche* Besserung gebracht hätte ist nicht sicher, MiWo im Estrich hat auch Nachteile, die Zusammenpressbarkeit ist ist größer, und der Estrich geht über die Jahre einige Millimeter mehr in die Knie, habe bei mir den direkten Vergleich. Aber, wenn diese Messung von einem Bauakustiker gemacht werden sollte, kann der dir etwas über das tieffrequente Bollern sagen, ich denke der aussichtsreichste Weg wird über die Quelle gehen, und da habe ich immer noch die Resonanzfrequenz des Estrichs und seine Nebenwege im Fokus...
    Kannst ja berichten, würde mich interessieren. Btw, Messung braucht ja die Zustimmung von Oben - wenn du spekulierst, du kannst über Nichteinhaltung der DIN irgendwas an Kosten auf den BT abwälzen, vergiss das gaaanz schnell, dazu wirst du ihn juristisch treiben müssen, kostet nur und bringt nix. Ich würde den Dialog mit dem Bewohner über dir suchen...
     
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