Schallschutz Altbau - stark befahrene Strasse

Diskutiere Schallschutz Altbau - stark befahrene Strasse im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Ich möchte einfach nur erfahren, ob es möglich ist, einen Altbau wirklich RUHIG zu machen ? Ich kenne einen Neubau, an dem die S-Bahn...

  1. sonewyork

    sonewyork Gast

    Ich möchte einfach nur erfahren, ob es möglich ist, einen Altbau wirklich RUHIG zu machen ?

    Ich kenne einen Neubau, an dem die S-Bahn überirdisch vorbei fährt... Dort hört man nichts - weder die Züge noch sonstiges. Allerdings ist es ein öffentliches Gebäude, Baukosten: 260 Mio € .. und vollkommen entkoppelt etc. Dass die vorbeifahrenden Züge natürlich dennoch optisch ablenken und deswegen stören, dass sich der Luftdruck dennoch ändert und man diffus gesagt "irgendwie spürt" ist natürlich die subjektive Seite des Schallschutzes.

    MEIN (eventuell zukünftiges) Haus (1873 Baujahr) steht an einer stark befahrenen Strasse. Kein S-Bahn, keine Züge. Aber AUTOS - und das nicht zu knapp. Es hat 25 Fenster. Die Fassade ist aussen nicht stuckverziert, deswegen könnte man auch außen schallisolierende Materialien anbringen. Ich weiß noch nicht, wie dick die Wände sind etc. Aber ich würde gern Euer allgemeines Urteil dazu hören.

    Ich möchte gern erfahren, was das best mögliche zu erzielende Ergebnis wäre?

    Die Handwerker und Archis können mir da ja um den Sanierungszuschlag zu erhalten, viel erzählen. Ich hätte's gern etwas unabhängiger. Ich kann mir vorstellen, dass solche erstaunlichen Ergebnisse wie im Neubau kaum möglich sein werden?

    DANKE EUCH. :bef1004: :respekt
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Gegen den Luftschall kann man einiges unternehmen, aber Vibrationen die auf das Gebäude übertragen werden, wird man durch spätere Maßnahmen kaum mehr in den Griff kriegen.

    Schwachpunkte sind bei solchen Gebäuden meist die Öffnungen (Fenster, Türen, Tore) und das Dach, weniger das Mauerwerk.

    Ob man die Wohnung zumindest subjektiv ruhig bekommt, müsste man durch ein paar Messungen klären. Bei entsprechend hohen Schallpegeln steht nämlich der Aufwand in keiner sinnvollen Relation zum Nutzen. Da lässt man dann besser die Finger von so einem Objekt.

    Ansonsten gilt, machbar ist fast alles.

    Gruß
    Ralf
     
  4. sonewyork

    sonewyork Gast

    Danke für Deine Antwort.
    Ich suche schon seit einem Jahr, vor einem Jahr hätte ich ein Objekt in einer lauten Strasse auch nicht besichtigt. - Nun weiß ich, dass der Immobilienmarkt taff ist und es ebend gar nicht so einfach ist, ein tolles Objekt zu finden.

    Der Lärm ist halt wirklich der einzige PUNKT.

    Was sollte ich denn für Messungen beauftragen? Ich würde dann am Besten jemanden für die Messungen beauftragen - und dann jemand anderen die Sanierungen machen lassen,oder?
    Denn wenn derjenige.. auch auf den Auftrag hofft, erzählt er mir natürlich das blaue vom Himmel herunter. - So geschehen mit einem Architekten gestern.

    Ich kenne bisher nur die Ergebnisse der Schallmessungen der Stadt wegen Lärmschutzverodnung. Die haben Messungen durchgeführt.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Richtig. Unabhängigen SV beauftragen der kein wirtschaftliches Interesse an der Sanierung hat.

    Das wäre schon einmal ein guter Anhaltspunkt. Man müsste prüfen wo und wie gemessen wurde. Nicht nur 1 oder 2 Zahlen.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 21. Oktober 2010
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Auch mal den theoretischen Schallschutzwert der Aussenwände an Hand von Dicke und Material ermitteln lassen. Damit ist automatisch eine Obergrenze dessen definiert, was die Fenster erreichen müssen.
    Weitere Maßnahmen an der Fassade würden nur Sinn machen, wenn sie gleichzeitig energetische Effekte erzielen.
     
  7. jscheller

    jscheller

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    Ich stimme meinen Vorrednern zu und möchte ergänzen:

    1. Luftschalldämmung heisst (meistens), stark schalldämmende Fenster einzusetzen. (SSK4 oder mehr). Die kosten auch entsprechend mehr.

    Damit kann man die Gesamtschalldämmung erhöhen, bis die Werte der Wand alleine erreicht sind. Mehr geht mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand nicht.

    Es ist also für die Vorplanung und Machbarkeitsuntersuchung wichtig, die bestehende Schalldämmung von Wand und Dach herauszufinden. Konkret also den Aufbau herausfinden (Material, Dicke etc.), dann kann man das abschätzen.
    Schallisolierende Materialien außen sind kein gangbarer Weg.

    2. Gegen Erschütterungen (besonders von Bussen oder Schwerlastverkehr) kann man im Bestand nichts machen. Das kann man entweder herausfinden, indem man sich im Berufsverkehr im Haus mal eine halbe Stunde auf den Boden setzt und das selbst beurteilt. Oder man lässt messen, auch hier gibt es einschlägige Normen und Grenzwerte.

    Wie weit ist denn der Abstand Haus <-> straße? Bj 1873 klingt nach Holzbalkendecken, da spürt man normalerweise jeden Bus.

    Grundsätzlich richtig, aber SV kosten meist etwas mehr. Eine §26- Messstelle wär da preisgünstiger. Wichtig wäre erstmal nur ein Vor-Ort-Termin mit kurzer schriftlicher Ausarbeitung- die ellenlangen Gutachten braucht kein Mensch, dafür sind sie aber teuer.

    Schallmessungen der Stadt: Meistens sind das keine Messungen, sondern Verkehrszählung mit Lärmprognose. Man kann also selber messen, selber Autos zählen und den Fachmann umrechnen lassen oder direkt ne Messung beauftragen.

    mfg
    jscheller
     
  8. Baumal

    Baumal

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    baujahr 1873, da unterstelle ich einfach mal 42cm mauerwerk.

    die wirklichen probleme stellen die öffnungen dar.
    einbau von schallschutzfenstern, ist eine möglichkeit,
    ...funktioniert aber auch nur wenn die fenster geschlossen halten werden.

    ein neubau muss an einer viel befahrenen strasse nicht unbedingt
    erstaunlichere ergebnisse erlangen, wie ein altbau von 1873...

    frage ist halt, ob man dort wohnen möchte...
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Mein Hintergedanke war, dass er sich nicht nur einen Messknecht holt, sondern jemanden mit dem er auch Lösungswege besprechen kann. Das kann er zwar auch über einen Notified Body machen, aber der wird dann auch nicht günstiger.

    Gruß
    Ralf
     
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  11. jscheller

    jscheller

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    Ich glaub wir sind einig. Nach meiner Erfahrung sind die öbuv-SV eher der Typus Herr Professor mit entsprechendem Stundensatz. Ein Messknecht sollte es natürlich auch nicht sein, sondern im Idealfall ein Akustiker mit reichlich Erfahrung auch in der Planung.

    So oder so: Wichtig für den Preis ist auf jeden Fall der gewünschte Papiersalat als output. Wenn man lediglich das Problem lösen will, dann lässt man einen Akustiker da durch laufen und sich seine Gedanken in den Block diktieren, fragt bei Bedarf direkt nach und gut ist. Das kostet dann nur die Stunden, andererseits hat man eben nix in der hand, falls man evt. später vor Gericht damit rumwedeln möchte.
     
  12. sonewyork

    sonewyork Gast

    DAnke in die Runde

    Ich bin heilfroh, dass Ihr mir so klar geantwortet habt.
    Das hat mir sehr geholfen!
    DANKE! :o

    Ich habe mich nun dagegen entschieden.
    Geld verdienen ist eine Sache. Bei der Summe, die das Haus kostet (25 Whg.) finde ich auch noch etwas anderes.

    Schöneres. Ruhiges. Vielleicht mit Stuckfassade? - Nur Geduld! :hammer:

    DANKE !!!
     
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