Schallschutz durch Ziegelwand?

Diskutiere Schallschutz durch Ziegelwand? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Bauexperten, ich muss zugeben, dass ich mich extra für meine Frage in diesem Forum angemeldet habe, aber ich weiß einfach nicht...

  1. #1 schnullemaus, 17. Januar 2010
    schnullemaus

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    Hallo liebe Bauexperten,

    ich muss zugeben, dass ich mich extra für meine Frage in diesem Forum angemeldet habe, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter, es wäre wirklich lieb, wenn mir jemand weiterhelfen könnte, auch wenn ich von Bau etc nicht so viel Ahnung habe..

    Es geht um folgendes:

    Ich habe letztes Jahr eine ETW gekauft, in die ich im Dezember eingezogen bin. Es handelt sich hierbei um eine kernsarnierte Immobilie (Neubauqualität u. "Massivbau" gem. Expose).

    Meine Frage bezieht sich nun auf die Trennwand zu meinen Nachbarn. Diese Trennwand wurde aus Ziegelsteinen (habe gegoogelt, ist das ZIS?) gefertigt, das sah anfangs dann so aus:

    [​IMG]

    Entlang dieser Mauer verlaufen bei mir nun zwei Räume, der linke Teil des Fotos ist nun ein Badewannenbad, der rechte ist ein Duschbad. Die Trennwand zwischen diesen beiden Räumen wurde aus zwei Rigipsplatten erstellt.

    Hier sieht man die Bauweise während des Baus vom Badewannenbad aus:

    [​IMG]

    Nun zu meinem Problem:

    Ich habe kurz nach dem Einzug bzw. bei Einzug der Nachbarn festgestellt, dass ich von den Badezimmern aus wirklich alles höre, was die Nachbarn sprechen. Dabei meine ich nicht, dass meine Nachbarn ständig rumbrüllen, ich kann jedes Wort auch dann verstehen, wenn in Zimmerlautstärke gesprochen wird.

    In der Praxis konnte ich bisher nun ganz gut damit leben, weil ich tagsüber lange arbeite und mich abends im Wohnzimmer (EG) aufhalte; störend ist es trotzdem, weil nicht nur ich meine Nachbarn höre, sondern auch durch mich verursachte Geräusche (Sprache, Wasser) bei diesen hörbar sind - wenn ich aufstehe bzw. abends dusche, schlafen die.

    Während des Baus hatte mir der Bauleiter gesagt, dass die Trennwand extra aus diesen Schallschutzziegeln gefertigt wird, weil diese den Schall irgendwie "fressen" würden.

    Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich vielleicht zu überempfindlich bin (bin ich aber eigentlich nicht; es ist doch nicht normal, dass man das normal gesprochene Wort des Nachbarn fast vollständig durch die Wand versteht oder?) bzw. wie man diesen Mangel abstellen könnte. Dann fiel mir ein, dass die gefliesten Rigipswände ja vielleicht wie der Rest des Innenausbaus an Metallstangen festgemacht sind und dass man da vielleicht ein paar Stellen in der Wand öffenen könnte und Dämmmaterial dahinter puscheln könnte [Typisch weibliche Idee?]

    Nun habe ich während des Ausbaus viele Fotos gemacht, und bei der Durchsicht dieser habe ich nun festgestellt, dass das nicht funktionieren würde, denn die Platten scheinen an diese Ziegelwand angeklebt zu sein, dh es gibt keinen Hohlraum.

    Meine Frage ist nun:

    Kann es sein, dass dieses Schallschutzsystem nicht funktioniert, weil die Platten da direkt dran haften? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Geräusche durch die Wand kommen und nicht über den Boden, der Boden ist auch nicht durchgängig; die Nachbarn haben Laminat und ich Fliesen.
    Oder ist das Problem, dass die Trennwand zwischen den Bädern nicht auch aus diesen Ziegelsteinen ist?
    Ich habe bei der Online-Recherche gesehen, dass dieses ZIS normalerweise so eine Leiste zur "Entkopplung" hat; diese Leiste - wenn ich es richtig verstanden habe - bringt erst den Erfolg, oder? Könnt ihr (zB auf dem ersten Bild) sehen, ob da sowas ist?

    Ich weiß, dass mein Beitrag von fachlicher Sicht in keinster Weise mit den anderen hier mithalten kann, aber ich wollte es doch einmal versuchen.. vielleicht kann mich jemand von euch in die richtige Richtung stupsen?

    Mein Bauleiter ist die ganze nächste Woche nicht erreichbar (wollte das endlich mal live ansprechen), und bei den ganzen Ausreden, die er mir immer unterjubeln möchte, hätte ich dann doch gerne eine Ahnung, ob das was falsch gebaut wurde oder nicht. So chaotisch, wie der Rest der Bauarbeiten durchgeführt wurde, würde es mich nämlich nicht wundern :(

    Im Kaufvertrag bzw. in der Baubeschreibung wird der Punkt Schallschutz nicht explizit angesprochen, es ist halt im Grunde immer nur davon die Rede, wie massiv und Haus-im-Haus-Neubau-mäßig das Ganze wäre.

    Ich bedanke mich ganz herzlich auch für den kleinsten Hinweis!

    Viele Grüße

    Birgit

    Leider stehen weder im

    ---------- Post added at 20:04 ---------- Previous post was at 20:01 ----------

    Leider habe ich die editier-Funktion nicht gesehen..

    So sieht die geklebte (?) Rigips-Wand aus:

    [​IMG]


    Und meine letzten Worte ("Leider stehen weder im") bitte ich zu streichen
     
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  3. Josef

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    sehe ich richtig, die Schallschutzwand wurde als Putzersatz mit Gipskarton
    versehen die auf Abstand (Mörtelpatzen) sitzen ???

    wenn "ja" dann dürfte die Konstruktion 10db unter errechneten Schall-
    schutz liegen ... was wiederum ihren Endzustand erklären würde (!)
     
  4. salleD

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  5. Josef

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    bevor hier noch mehr schmarrn steht:

    eine Schallschutzmauer erreicht ihre Werkangabe (Schallschutz) erst
    mit beidseitigem Putz (!) ... mit nur punktgeklebten Gipskartonplatten
    verschlechtert sich die Schallschutzangabe um bis zu 10 db (!)

    das dritte Bild des Fragesteller zeigt Gibskartonplatten gesetzt auf Mörtelpatzen,
    daß das ganze auch für Sanitärleitungen hinter der Schallschutzwand
    gilt ist selbstredend (!)
     
  6. susannede

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    Und die Wand ist auch kein ZIS...war wahrscheinlich auch nicht vorgesehen, oder?

    Da die Wand nun mal so gebaut wird, dass nur die horizontale Fuge eine Klebefuge ist, ist zwischen Stein und Stein in der Vertikalfuge nix - absolut nix - drin. Da kann sich also über die Luft allerlei durchmogeln.

    Verputzt stände da wenigsten Putz davor.

    Batzenplatte bringt nix - sollte hier auch so nicht gesetzt werden. Lustig übrigens auch, wo grüne Platten verbaut werden, und wo nicht.
     
  7. #6 schnullemaus, 18. Januar 2010
    schnullemaus

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    Hallo,

    ich bedanke mich für das schnelle Feedback!

    Nein, wie gesagt, in der Baubeschreibung ist keine besondere Schallschutzwand erwähnt, ich weiß nur auf Grund mündlicher Nachfragen, dass diese Wand wohl den Schall schlucken sollte.

    Ich ärgere mich selber wie blöd dass hierüber nichts schriftlich vereinbart wurde, ich hab nämlich an alles mögliche gedacht und mich abgesichert - aber ich dachte beim Anblick der Ziegel wirklich, dass die Wand dick ist bzw dass es absolute Grundvoraussetzung ist, dass die Wohnungswände bei Neubaustandard schallisoliert(er) wären. Beim nächsten Haus weiß ichs dann besser .. *ironieoff*

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nur eine Schicht Ziegel ist, und auf Seiten unserer Nachbarn sind die Platten ebenso "angeklebt" wie bei uns.

    Ich muss leider nochmal nachfragen:

    Angenommen, das ist keine ZIS-Wand, sondern eine "gewöhnliche" Ziegel-Wand: Wie hätten die Platten dran befestigt werden müssen, um dem Schallschutz gerecht zu werden, bzw. um diese extreme Hellhörigkeit vermeiden zu können? Hätte da also normalerweise eine komplette Schicht Putz drunterkommen müssen? Oder die Platten an ein Metallgerüst angebracht werden? Oder ist die komische Zwischenwand Quelle allen Übels?

    Ohmann, ein reibungsloser Ablauf wäre ja auch wohl zu einfach gewesen :(

    Einen schönen Abend wünscht

    Birgit
     
  8. ThomasMD

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    Ich hätte da mal eine Frage:
    Dieses Kellerfenster auf dem Foto, ist das etwa die Belüftung und Belichtung des zweiten Bades?
    Ich kenne da einen hamburger Architekten, der baut sowas gern.

    Die übrigen Fragen hat Josef ja schon beantwortet.
     
  9. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    ZIS = soll 2schalige Wand heißen ??? ... tschuldigung Sie haben
    eine ETW gekauft und das noch dazu im Bestand (!)... klar nur
    einschalig alles andere wäre Perlen für die Säue ... bleibt nur die
    Frage aus welchen Ziegeln (Rohdichte ?) wurde die Wand erstellt
    bzw. wie wurden die Flanken zum Bestand hin ausgebildet ? ...
    wenn ich aufgesetzte Gipskartonplatte als Maßstab nehme wird
    dort das Inferno wohl seine weiteren Lauf finden.

    zuerst Putz unter den Gipskarton ? = Schwachsinn ... Metallprofile
    unter den Gipskarton ? = Luft bleibt Luft und der verschlechtert den Schallschutz.

    einfach alle Wände verputzen wär der Preis gewesen (!) (natürlich auch
    hinter den Sanitärleitungen)
     
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  11. Rigipser

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    Hallo Birgit,

    Mauerwerk sollte immer verputzt werden, Trockenputz ist aus meiner Sicht nur eine Notlösung. Der Schallschutzwert einer Mauer wird hauptsächlich vom Gewicht bestimmt und deshalb fehlt der Putz. Außerdem macht der Putz die Wand luftdicht, was ebenfalls eine Grundvoraussetzung für den Schallschutz ist. Bei Trockenputz wird das schon schwierig.

    Besonders negativ sind auch Leitungsdurchführungen.

    Falls eine Wand schalltechnisch verbessert werden soll, bieten alle TB-Hersteller Systeme an. Stellvertretend nenne ich das Detailblatt W61, hier sind die möglichen Verbesserungen sehr übersichtlich dargestellt:

    http://www.knauf.de/wmv/?id=1124

    Rigipser
     
  12. Baucon

    Baucon

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    Hallo,

    ein sogenanntes „ZIS-System“ wurde hier nicht eingebaut. Dieses System ist ohnehin nicht für den Anschluss der Wohnungstrennwand an die Decken bzw. Außenwände sondern für die Anschlüsse von leichten nichttragenden Ziegelwänden an die Wohnungstrennwand konzipiert. Die leichten Trennwände bestehen hier aber aus beplankten Metallständerwänden, die ohne schallschutztechnische Entkoppelung direkt an die Wohnungstrennwand und an die Decken angeschlossen wurden. Der Einfluss dieser leichten „flankierenden Bauteile“ vermindert den Schallschutz merklich.

    Der Anschluss der Wohnungstrennwand an die Querwände im 1. Bild zeigt noch Öffnungen in jeder zweiten Steinschicht. Wie wurden diese verschlossen? Auch die Decke ist ein flankierendes Bauteil mit Einfluss auf den Schallschutz. Welche Bauweise bzw. welcher Aufbau liegt hier vor?
    Wie Josef bereits ausgeführt hat, bewirkt die harte, punktweise Verklebung der Gipskartonplatten anstatt eines normalen Putzes eine weitere, erhebliche Verschlechterung des Schallschutzes.

    Beim Verweis des Unternehmers in der Leistungsbeschreibung auf "Schalldämmung nach DIN 4109“ muss mindestens die Schallschutzstufe II, also ein Luftschallschutzmaß von >=55 dB für übliche Komfortansprüche bei Wohnungstrennwänden bei einer Messung vor Ort eingehalten werden. In dieser Stufe ist Sprache mit normaler Sprechweise nicht verstehbar.
    :winken
     
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