Schallschutz Haustrennwand Fertighaus <-> Massivhaus

Diskutiere Schallschutz Haustrennwand Fertighaus <-> Massivhaus im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, wir planen derzeit eine DHH in Massivbauweise. Angebaut wird die DHH an ein bereits stehendes Fertighaus in...

  1. #1 MichaGue, 5. Juni 2011
    MichaGue

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    Hallo zusammen,

    wir planen derzeit eine DHH in Massivbauweise. Angebaut wird die DHH an ein bereits stehendes Fertighaus in Holzständerbauweise. Die Trennung der beiden Häuser wird zweischalig mit einer durchgängigen Trennfuge (auch Bodenplatte getrennt) ausgeführt. Die Fuge wird mit Mineralwolle gefüllt.

    Bzgl. zweischaliger Ausführungen in Porenbeton habe ich einen Link im Netz gefunden:
    Zweischalige Haustrennwand

    Wie kann ich das rechnerische Schalldämm-Maß ermitteln, wenn ich auf der einen Seite eine Holzständerbauweise und auf der anderen Massivbauweise habe? Reicht es, wenn ich von beiden Wandaufbauten das Schalldämm-Maß kenne und die Dicke der Fuge? Wie kann ich mit diesen Werten das Schalldämm-Maß berechnen?

    In meinen Recherchen wurde für eine Haustrennwand ein erhöhter Schallschutz >67dB empfohlen. Verstehe ich es richtig, dass dieses Schalldämm-Maß von der kompletten Konstruktion, also "Hauswand - Trennfuge - Hauswand" in Summe erfüllt werden muss?

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Gruß Michael
     
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  3. #2 jscheller, 6. Juni 2011
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    Das hast Du alles richtig verstanden. Abhaengig von der Fuge ist es allerdings schwierig das resultierende Schalldaemmass deiner Wand ohne Messung zu ermitteln: Eine dicke Wand ist einfach und zwei einzelne Waende mit reichlich Abstand sind auch einfach. Das hier ist ein unberechenbares Zwischending:mega_lol:. Es wird irgendwas zwischen (Summe der Schalldammmasse der einzelnen Waende) und (Massivwand mit biegeweicher Vorsatzschale) sein.
     
  4. MichaGue

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    Hallo jscheller,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Ich hatte jetzt Kontakt mit der Firma des Nachbarhauses. Bei dem Nachbarhaus handelt es sich um eine Holzständerbauweise. Laut Aussage des Bauunternehmens hat die Außenwand ihres Hauses ein Schalldämm-Maß von 43dB (ermittelt durch Messungen). Da die Haustrennwand als Brandwand ausgeführt ist (zusätzlich 3 Lagen Rigips), sollte deren Schlldämm-Maß auf Grund der zusätzlichen Masse etwas höher sein.

    Wie kann ich jetzt "grob" das Gesamtschalldämm-Maß der Haustrennwand errechnen? Muss ich dazu einfach das Schalldämm-Maß der einzelnen Wände addieren?

    Die Haustrennwand wird wie folgt aufgebaut sein:

    Trennwand des stehenden Fertighauses (Holzständerbausweise): 43dB
    + Komplett durgängige Trennfuge, gefüllt mit Mineralwolle: Schalldämm-Maß?
    + Massive Trennwand unserer DHH (ausführung noch nicht festgelegt): Schalldämm-Maß noch offen
    --------------------------------------
    = Gesamschalldämm-Maß?

    Vielen Dank.

    Gruß Michael
     
  5. R.B.

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    Nein, das führt zu einem falschen Ergebnis.

    Das zu erreichen wird bei den Vorgaben eine Herausforderung. Selbst mit einer dicken und schweren Wand auf Deiner Seite, wirst Du trotz Trennfuge kaum über 60dB kommen, eher deutlich darunter liegen.

    Gruß
    Ralf
     
  6. MichaGue

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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Diese Einschätzung ist natürlich für mich sehr unschön. In wieweit ist es von Vorteil, dass die Bodenplatte ebenfalls getrennt ist und unser Haus auf Galsschaumschotter stehen wird? Welche Breite der Trennfüge würdet Ihr vorschlagen. Aktuell sind 40mm geplant.

    Vielen Dank.

    Gruß Michael
     
  7. R.B.

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    Die Trennung der Bodenplatte bringt im KG 1-2 dB wenn ich mich richtig erinnere.

    Den Einfluß der Trennfuge bzw. deren Dicke, da müsste ich jetzt erst einmal suchen. Man kann ja nicht alles auswendig wissen. ;)

    Zuerst solltest Du aber mal beschreiben, wie der Wandaufbau auf Deiner Seite aussehen wird bzw. aussehen soll.

    Gruß
    Ralf
     
  8. MichaGue

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    Hallo Ralf,

    unser Haus ist an der Trennwand 1m länger als das Nachbarhaus. Deshalb ist aktuell geplant die Trennwand in den Wohnräumen aus Porentbetom (Greisel Klimanorm Extra, Breite 42.5cm, Schalldämm-Maß 43dB) herzustellen. Im Kellerbereich wird die Trennwand betoniert + Dämmung. Die Trennfuge soll mit Mineralwolle gefüllt werden.

    Gruß Michael
     
  9. R.B.

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    Da würde ich aber ganz schnell den Planer in die Pflicht nehmen. Was ist hinsichtlich Schallschutz vereinbart?
    Es würde mich nicht wundern, wenn die Kombination noch nicht einmal die Mindestanforderungen an eine Haustrennwand erfüllt. 2 leichte Wände, da kann das bischen Trennfuge auch nichts mehr retten.

    Gruß
    Ralf
     
  10. R.B.

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    Ach ja, wegen dem Schalenabstand habe ich mal nachgeschaut. Hier die Formel für eine Mineralfaserplatte in der Trennfuge.

    R´w,R = 27,5 lg(m´/200) + 10 lg(d/20) + 55 [dB]

    d = Schalenabstand in mm

    Bei gleichem Flächengewicht beträgt der Unterschied zwischen 30mm und 80mm grob 4dB (genauer 4,26dB).

    Gruß
    Ralf
     
  11. MichaGue

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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für Deine Einschätzung. Bei meinen Recherchen im Internet bin ich unter anderem auf folgenden Bericht gestossen.

    http://www.greisel.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Downloads_Berichte/Bericht_13_scan.pdf

    http://dib.schiele-schoen.de/118/11937/dib20711066/Schallschutz_bei_zweischaligen_Haustrennwaenden_Porenbeton_erfuellt_Anforderungen_bestens.html

    Mein laienhafter Gedankenansatz war nun wie folgt:
    1.) Ein Porenbeton Planstein PP4-0,6 d=175mm hat ein Schalldämm-Maß von 40dB. Der für unserer Haus aktuell geplante Porenbetonstein (Greisel Klimanorm Extra, Dicke 42.5cm) hat ein Schalldämm-Maß von 43dB. Die beiden Wände sind demnach vergleichbar, wenn nicht unsere Ausführung sogar etwas besser ist.
    2.) Die Nachbarwand in Holzständerbauweise kommt auf ein Schalldämm-Maß von 42dB (ohne die 3 Lagen Rigips bzgl. des Brandschutzes zu berücksichtigen) und ist demnach vergleich zu der in obigen Literaturstellen angegeben Porenbetonwand mit 175mm (PP4-0,6).
    3.) Die komplett durchgängige Trennfuge wird wie in obiger Literatur ausgeführt.
    4.) Im Endeffekt handelt es sich um 2 eher leichte Wände. Sie sollten aber im einzelnen Vergleichbar zu den genannten Literaturangaben sein (meine Meinung) und deshalb würde ich auch ein entsprechendes Ergebnis für den Schallschutz erwarten.

    Was spricht gegen meinen Gedankenansatz? Ich freue mich über weitere Meinungen.

    Vielen Dank.

    Gruß Michael
     
  12. R.B.

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    Na ja, man sollte immer bedenken, wer solche Berichte schreibt bzw. welche Interessen er damit verfolgt. Ich bin zwar ein Freud von PB, aber deswegen glaube ich noch lange nicht alles was mir vorgesetzt wird.

    Ach ja, und ob man die HRB Wand mit PB gleichsetzen sollte, nur weil sie eine ähnliche Schalldämmung aufweist? Letztendlich wird das Frequenzverhalten völlig anders sein.

    Du solltest den erhöhten Schallschutz auf jeden Fall schriftlich vereinbaren. Ich bin gespannt, ob Dein Planer dann immer noch der Meinung ist, dass er die 67dB zusichern kann.

    Gruß
    Ralf
     
  13. MichaGue

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    Hallo zusammen,

    nochmals vielen Dank für Eure Rückmeldung. Nach Rücksprache mit meinem Bauunternehmen haben wir nun folgende Festlegung für die Haustrennwand getroffen.

    Alte Lösung:
    Komplette Haustrennwand aus Porenbeton PPW2, 0.35, Dicke 42cm.

    Neue Lösung:
    Die Teile der Haustrennwand, die von der Nachbarwand bedeckt sind, werden in Porenbeton PPW6, 0.70, Dicke 42cm ausgeführt. Der Stein ist um ein vielfaches schwerer als die alte Variante. Überstehende Teile der Haustrennwand (im Prinzip ist es dann eine Außenwand) werden auf Grund des Wärmeschutzes in PPW2, 0.35, Lambda 0.08, 42cm ausgeführt.

    Gruß Michael
     
  14. R.B.

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    Ich erinnere an meinen obigen Beitrag:

    Eine Haustrennwand mit 42cm PB, Sachen gibt´s :bounce:

    Gruß
    Ralf
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 9. August 2011
    Ralf Dühlmeyer

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  16. Wieland

    Wieland Gast

    Grenzwand = Brandwand sollte ganau wie der Schallschutz berücksichtigt werden !

    :hammer:
     
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  18. MichaGue

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    Hallo zusammen,

    Problem ist, dass die angrenzende DHH in Holzständerbauweise erstellt wurde. Da wir massiv anbauen habe ich niemanden gefunden der mir eine entsprechende Garantie gibt. Rechnen wollte es auch keiner, da die beiden Konstruktionen grundverschieden sind. Das könnte man nur messen wurde mir von mehreren Quellen (verschiedene Statiker) bestätigt. Laut Fertighausanbieter hat die Trennwand der Holzständerkonstruktion ein Schalldämmmaß >45dB alleine. Ich hätte eine Wand bekommen, die alleine ein Schalldämmmaß von 67dB besitzt -> Aufpreis 5.000,- EUR.

    Tja, die gibt es wirklich. :D Da die Außenwand nur teilweise Haustrennwand ist (Nachbarhaus ist etwas kürzer und flacher) und wir unsere Außenwand aus 42cm starkem Porenbeton herstellen haben wir uns für die dicke Variante entschieden. Einen Rücksprung in der Wand oder dergleichen auf der Innenseite wollten wir nicht.

    Genau genommen sieht der Aufbau der Haustrennwand nun wie folgt aus:

    Holzständerbauweise (Schalldämmmaß >45dB) | Trennfuge mit Mineralwolle durchgängig durch alle Ebenen, auch Bodenplatte | Massivwand mit Porenbeton PPW6, 0.7, Schalldämmmaß 49dB.

    Gruß Michael
     
  19. jscheller

    jscheller

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    Den Thread hab ich aus den Augen verloren, aber das wichtige oben ja schon geschrieben. Im Gegensatz zu den Mitpostern halte ich mit dem nun beschriebenen Aufbau irgendwas um die 65 durchaus fuer realisch, aber das ist letzlich Glaskugelleserei.
     
Thema: Schallschutz Haustrennwand Fertighaus <-> Massivhaus
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