Schallschutz Holzrahmenbau

Diskutiere Schallschutz Holzrahmenbau im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo, unser Architekt ist überzeugter Massiv-Fan, sprich Poroton. Wir planen ein EFH an einer durchschnittlich befahrenen Straße (50km/h...

  1. #1 Sebastian344, 19. August 2013
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    Hallo,

    unser Architekt ist überzeugter Massiv-Fan, sprich Poroton.

    Wir planen ein EFH an einer durchschnittlich befahrenen Straße (50km/h innerorts).
    Das Haus muss mindestens 7m von der Straße entfernt sein.

    Nun sagte mir der Architekt mit der von mir angestrebten Holzrahmenbauweise wird es aufgrund fehlender Masse schwierig einen vernünftigen Schallschutz einzuhalten.

    Ich habe mir folgenden Wandaufbau vorgestellt:

    -Gipsfaserplatte 15mm (mehr Masse als Gipskarton und besser für Befestigungen)
    -Konterlattung 60mm mit Dämmung als Installationsebene
    -aussteifende Schicht OSB (wird wahrscheinlich zwischen 10 und 15mm liegen, je nach statischer Erforderniss)
    -240mm Stiele KVH, Schwelle aus Lärche mit Holzfaserdämmung wegen sommerlichen Hitzeschutz
    -Holzfaserdämmplatte 60mm
    -Konterlattung und Hinterlüftung 50mm
    -Lärche Rhombusfassade 20 bis 25mm (gehobelt und geölt)

    Was ist dran an der Aussage?
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 19. August 2013
    Ralf Dühlmeyer

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  4. MoRüBe

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    Wie, bastelt Schwiegervater nicht mehr?:respekt
     
  5. #4 Sebastian344, 19. August 2013
    Sebastian344

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    doch tut er Garagen und Werkstatt stehen, aber bzg. meines Wohnhauses habe ich andere Vorstellungen ....
    Kostengünstig bauen ist ok, aber wir haben für uns festgelegt etwas andere Prioritäten zu setzen.
    Das muss aber denke ich jeder für sich entscheiden.

    Ich werde mir das Ständerwerk mit aussteifenden OSB Platten von einer Zimmerei stellen lassen und anschließend unter Aufsicht vom Architekten + Bauleiter Dämmung usw. vornhemen
     
  6. ultra79

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    Was ist denn gefordert? Gibt es Auflagen vom Bauamt?

    Schall ist immer ein schwieriges Thema - vor allem weil auch die Wahrnehmung sehr subjektiv ist - was den Einen in den Wahnsinn treibt ist dem Andern nichtmal aufgefallen.

    Evtl. ein paar Denkanstöße:

    - Schwachstellen sind in der Fassade immer die Fenster (auch hier wieder die Frage ob es Auflagen gibt)
    - eine 24er Kalksandsteinwand mit hoher Rohdichte wird einen besseren Schalldämmwert erreichen als die HRB Wand die du skizzierst
    - "zu viel Schalldämmung" kann problematisch werden, weil sich die Aufmerksamkeit nach innen richtet und sich dort dann evtl. Probleme auftun
    - Masse dämmt Schall - aber es ist nicht der einzige Weg - im HRB ist Entkopplung das Stichwort
    - im HRB sind die tiefen Frequenzen eher das Problem - Schalldämmung ist eben auch Frequenzabhängig


    Was man machen könnte:

    - die innere Schale entkoppeln - Federschienen
    - die innere Schale schwerer machen - doppelt beplanken, Platten mit hoher Rohdichte, lieber zwei dünne als eine dicke Platte - hilft besonders viel in Verbindung mit Entkopplung
    - deine Angedachte Holzfaserdämmung sollte schonmal etwas mehr bringen als Mineralwolle
    - und wenn du eine Klinkerwand davorstellst wird es noch besser ;-)


    Und vor allem den Link von Ralf lesen...

    Du kannst auch auf den verschiedenen Seiten der Fertighaushersteller stöbern - da finden sich hin und wieder auch Angaben zu Schalldämmaßen.
     
  7. #6 Sebastian344, 19. August 2013
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    Hallo,

    danke für den Link, habe erstmal nur überflogen und werde mir es heute abend genau durchlesen.
    Was mir aufgefallen ist, dass mein gedachter Wandaufbau deutlich besser ist als Poroton (47dB <> 42dB)
    Ich würde mich nicht als sonderlich lärmempfindlich bezeichnen, möchte aber auch nicht, dass man jedes vorbeifahrende Auto hört.

    Auflagen seitens des Bauamts gibt es nur für den benachbarten Fußballplatz (der nie genutzt wird) ... in Form von Schallschutzverglasung
    Also Fenster werden nicht der Schwachpunkt sein, da habe ich einen Fachmann zur Hand.

    Ich werde das Paper vom Informationsdienst Holz mal meinem Architekten weiterleiten, schlißelich ist er für die Planung zuständig, aber es ist prinzipiell mgl. -> halt nur eine Frage der Kosten, dass muss er rechnen.

    Ich möchte eigentlich ungern vom Holzrahmebau weg.
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 19. August 2013
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    Ob es allerdings eine gute Idee ist, einen reinen Massivler für einen HRB zu engagieren, das wage ich doch arg in Zweifel zu ziehen.
    Man kann zwar mit kleinen Änderungen HRB-Grundrisse massiv bauen, aber Massivbau-Grundrisse sind äusserst selten HRB kompatibel.
    Da ists mit kleinen Änderungen nicht getan, da gibts dann entweder SHRB (Stahl-Holz-Rahmenbau) oder komplett andere Grunrisse!
     
  9. #8 Sebastian344, 19. August 2013
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    so ist es nicht, er macht auch HRB, aber seiner Aussage nach eher für Ferienhäuser (allerdings 120m² +)
    Er sagt halt für HRB spricht, dass sich das Gebäude schnell erwärmt, aber auch schnell abkühlt wegen fehlender Masse.

    Er hat zwar sehr spezielle Ansichten, insbesondere in Hinblick auf die Zusammensetzung der verwendeten Werkstoffe (Sperrholz statt OSB usw.) aber seine Entwürfe sind top und die Bauausführung wird auch von einem seiner Bauleiter überwacht, der in dem Bereich besser ist.

    Ich möchte ungern einen anderen Architekten, da ich diesem vertrauen kann und seine Ideen sehr gut finde.
     
  10. #9 ultra79, 19. August 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. August 2013
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    Das hatte ich noch vergessen: Poroton (ungefüllt) ist sicher nicht der Knaller was den Schallschutz angeht. Vieles was heute als "massiver Baustoff" durchgeht hat auch kein besseres Schalldämmaß als eine HRB Wand (Poroton, Porenbeton).

    Was ich meinte war das das Fenster immer weniger dämmt als die Wand (also außer ein exzellentes Fenster und eine arg schwache Wand)...


    Ich würde in die Richtung der entkoppelten Innenschale gehen - Federschiene + 2 x 10mm Gipsfaser z.B.

    Wenn Geld keine Rolle spielt kannst du auch statt Installationsebene auf Lattung eine Vorsatzschale vor die Außenwand setzen die voll entkoppelt ist ;-)
     
  11. #10 Sebastian344, 19. August 2013
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    ok interessante Idee, also meinst du für die Inst-Ebene eine horizontale Holzlattung verwenden und darauf eine Federschiene (die für die Holzbalkendecken?) und zwei Lagen Gipsfaser oder Gipskarton.
     
  12. ultra79

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    Schau mal bei den großen Herstellern von Gipswerkstoffen - Knauf z.B. - dort gibt es detaillierte Dokumente über den Aufbau von Wänden incl. ANgaben zur Schalldämmung etc - hilft auch um abzuschätzen wieviel welche Maßnahme bringt.
     
  13. #12 Sebastian344, 20. August 2013
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    so, nachdem sich der Architekt sich das paper mal durchgelesen hat, steht er dem Holzrahmenbau deutlich positiver gegenüber ....
    Vielen Dank für den Link.

    Jetzt wird er die ersten Entwürfe machen und dann heißt es eine passende Zimmerei suchen, die nur das Ständerwerk+austeifende OSB Lage stellen.
    Leider hat man hier oben kaum etwas von Balloon framing gehört, mir gefällt der Ansatz aber sehr gut.

    Falls jemand eine entsprechende Zimmerei im Norden (Rostock) kennt würde ich mich sehr über einen Hinweis freuen.
     
  14. #13 Sebastian344, 21. August 2013
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    kurze Frage, nach Rücksprache mit dem Architekten meint dieser der von mir angedachte Wandaufbau ist nicht optimal. folgende Änderungen sind angedacht:
    - Installationseben auf 40mm verrgingern (20% sollen maximal auf der Innennseite der luftdichten Ebene (OSB) sein)
    - Ständerwerk nur 180mm und dann mit Konterlattung und Dämmung 80mm diese nochmal überdecken (quer auf die Stiele), dann Holfaserdämmplatte

    Macht das Sinn?
     
  15. MoRüBe

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    der hat nen Vogel!
     
  16. #15 Sebastian344, 21. August 2013
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    wo siehst du die Schwachstelle und ist mein angedachter Wandaufbau besser?
     
  17. #16 MoRüBe, 21. August 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. August 2013
    MoRüBe

    MoRüBe Gast

    befestige mal 80er Konterlatten. Viel Spaß:respekt

    Sowas macht man nicht ohne Not.

    und 40er Inst-Ebene ist Mist!
     
  18. #17 Sebastian344, 21. August 2013
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    Ok, werde also nochmal nachfragen ob es nicht doch ne 60er Instebene sein kann.
    Sein Argument für die 80er Dämmung war, dass so die Stiele überdämmt werden
     
  19. #18 Alfons Fischer, 21. August 2013
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    das macht doch außen schon die 60er Holzweichfaser...?

     
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  21. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Du hast doch schon ne 60er Dämmung druff. Da die Latten druff zu befestigen ist doch schon gequäle genug. Da muss man das doch nicht noch unnötig schwerer machen für einen thermischen Nutzen im Nachkommabereich.

    Theoretiker:mauer
     
  22. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Hihi, 2****** 1Gedanke :D
     
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