Schallschutz: Lüftungsrohre in oder auf darüberliegende Geschossdecke?

Diskutiere Schallschutz: Lüftungsrohre in oder auf darüberliegende Geschossdecke? im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, wir erwägen, in unseren ZFH-Neubau (Kalksandstein+WDVS) diese Lüftungsgeräte einzubauen (sozusagen Mischung aus zentral /...

  1. Jim888

    Jim888

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    Hallo zusammen,

    wir erwägen, in unseren ZFH-Neubau (Kalksandstein+WDVS) diese Lüftungsgeräte einzubauen (sozusagen Mischung aus zentral / dezentral).

    Uns ist der Schallschutz innerhalb der Hauses, insbesondere zwischen den Wohneinheiten äußerst wichtig. Insofern mache ich mir etwas Sorgen bzgl. der Nebenraum-Anschlüsse mittels 75mm Rundrohren in den Geschossdecken. Es gibt wohl zwei Varianten:
    1) Verlegung direkt in die Geschossdecke
    2) Aussparung von 2-3cm Vertiefungen beim Gießen der Decke, so dass die Rundrohre unter den Estrich passen
    Die dritte Variante (Flachrohre) scheiden aus.

    Was ist bzgl. Luftschallübertragung das kleinere Übel und wie groß ist das Übel überhaupt?

    Im ersten Fall wird die Geschossdecke über die komplette Rohrlänge „geschwächt“. Allerdings liegen überall noch gute 10cm Beton + Trittschalldämmung + Estrich darüber.
    Im zweiten Fall ist die Schwächung über die Rohrlängen zwar geringer, dafür entsteht jedoch an der Stelle, wo das Rohr durch die darunterliegende Decke taucht eine größere Schallbrücke.

    Theoretisch müsste sich das ausrechnen lassen, ich vermute aber mal, dass es so viele Erfahrungswerte zu beiden Varianten gibt, dass eine klare Empfehlung möglich ist? Bin gespannt…

    Danke und Gruß,
    Jim
     
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  3. feelfree

    feelfree Gast

    Ehrlich gesagt glaube ich weder, dass man das theoretisch ausrechnen kann, noch dass es dazu irgendwelche konkreten Erfahrungen gibt. Dazu müsste man nämlich 2 exakt gleiche Häuser einmal ohne, einmal nach deiner Variante 1) und einmal nach deiner Variante 2) bauen und dann messen.

    Bauchgefühl: Die Differenzen verschwinden im Rauschen.
     
  4. Jim888

    Jim888

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    Und die Differenz zu "gar keine Rohre in der Geschossdecke"? Ich könnte mir denken, dass die nicht im Rauschen verschwinden?

    Alle predigen, dass in einen Neubau eine KWL gehört - da muss es doch auch theoretische und praktische Aussagen zu den Auswirkungen der Rohre in den Decken geben? Insbesondere dort, wo ein Nachweis der DIN 4109 oder nach VDI 4100 gefordert ist?
     
  5. Inkognito

    Inkognito Gast

    Wenn der Tragwerksplaner davon weiß und die Decke entsprechend dicker macht, dann kommt man von sowas schnell wieder ab. Wieder erwarten ist es statisch relevant Beton durch kunststoffummantelte Luft zu ersetzen.
     
  6. Jim888

    Jim888

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    Dachte ich mir. War deshalb auch überrascht, dass der Lüftungs-Planer diese Variante als eindeutig überlegen anpreist. (Insbesondere bzgl. Aufwand/Kosten.)
     
  7. #6 Thomas Traut, 7. Oktober 2014
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    Lass Deinen Statiker beide Varianten betrachten. Sowohl Deckenaussparungen als Rohre in der Decke müssen statisch berücksichtigt werden. Reines Bauchgefühl: Der Mehraufwand bleibt etwa gleich. Hören solltest Du bei beiden Varianten nicht viel.

    Vermutlich gibt es Brandschutzanforderungen an die Decke beim ZFH. Dein Planerteam sollte überprüfen, ob die Deckenauslässe ohne weiteres funktionieren.
     
  8. Jim888

    Jim888

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    Danke für den Hinweis mit dem Brandschutz, daran hatte ich nicht gedacht. Spricht ja eher für Rohre in der Rohdecke.
    Klar, ich bespreche das kommende Woche mit unseren Planern. Will nur gerne gut vorbereitet sein und die richtigen Fragen stellen können...
     
  9. Zellstoff

    Zellstoff

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    Jim88. Ich kenne diese KWL, hat mein direkter Nachbar. Ganz ehrliche Meinung: mach das nicht...
    Willst du wirklich 2 Räume unterrschiedlicher WE mit einem Gerät versorgen? Da ist das Schallproblem vorprogramiert.
    Mach ein anderes Lüftungskonzept, v.a.: günstig sind die Dinger auch nicht....und: Kondensatproblem nicht unterschätzen, das muss wohin und v.a. im Winter ein Problem...
     
  10. Jim888

    Jim888

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    Hallo Zellstoff,

    das habe ich schlecht ausgedrückt: Natürlich werden niemals zwei Zimmer unterschiedlicher Wohneinheiten über ein Gerät versorgt. Jede Etage bekäme ein eigenes Gerät, ein Geschoss sogar zwei. Allerdings laufen die 75mm-Rundrohre für die Zweitraumanschlüsse halt in der Rohdecke oder eben direkt darauf. Also sozusagen unter dem Boden der darüberliegenden Wohneinheit. Das ist mein potentielles "Problem". Aber das ist ja bei einer zentralen KWL vermutlich nicht anders gelöst.

    Zum konkreten Gerät: Nach ausgiebiger Recherche und Konsultation diverser Ratgeber schien mir das am besten zu sein. Negative Meinungen habe ich bisher nicht gehört, deshalb werde ich nun natürlich hellhörig! Bisher klang alles ziemlich überzeugend (niedrige Schallemissionen, guter Wirkungsgrad, gute Regelung, gute Sommer-Bypass-Lösung und auch problemlose Kondensatabführung, selbst im Winter). Dein Nachbar hat also Probleme mit den Dingern und bereut die Entscheidung? (Mal ganz frei gefragt: Wäre persönliche Kontaktaufnahme möglich?)

    VG, Jim
     
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  12. Zellstoff

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    Ich denke nicht, dass er die Entscheidung wirklich bereut, aber...
    Kondensat: ja, das wird abgeführt. Nach aussen logischerweise. Bei ihm tropfts genau aufs Eingangsvordach und die Terrasse. Gibt im Winter stattliche Eisklumpen, die auf dem Vordach echt gefährlich wenn die ins rutschen kommen und aus 2,2m auf dem Pflaster aufschlagen.
    Lautstärke: es ist und bleibt ein dezentrales Gerät, das man hört. Bei höherer Stufe deutlich. Leistung: geht so. Bei geringer Stufe nicht ausreichend um eine ganze Ebene konsequent zu versorgen, bei höherer Stufe eben lauter.

    Steuerung und Schnittstellen zu Laptop etc. gut, aber eigentlich nur Spielerei, die man nach ein paar Monaten nicht braucht.

    Kosten: wenn man wirklich jede Ebene sauber versorgen will, brauchts einige Geräte. In summe sind wir nicht mehr weit weg von zentraler KWL.

    Lautstärke von draussen auch zu hören, ist ja ein Loch in der Wand...

    Im Neubau finde ich dezentral mit WRG nicht sinnvoll. Entweder ganz einfach und günstig ohne WRG oder zentral mit WRG.

    Ganz frei geantwortet. Kontakt möchte ich nicht so gerne herstellen, nicht böse sein.
     
  13. Jim888

    Jim888

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    Vielen Dank, verstehe ich bzgl. Kontakt, hast ja vermutlich auch schon alles aufgezählt. Prinzipiell ist die Aufzählung der Nachteile auch ungefähr die Liste der Punkte, die ich kritisch sehe.

    - Lautstärke von draußen: Wundert mich ein wenig. Wenn die Herstellerangabe zum Schalldämmmaß korrekt ist (wovon ich ausging, sonst würde es doch ganz schön Ärger geben, wenn z.B. eine garantierter Schallschutz deswegen scheitert), dann liegt das doch im Bereich guter Fenster?
    - Eiszapfen im Winter: Positionen wären so gewählt, dass das kein Problem darstellt.
    - Der Zug für "zentral mit WRG" ist bereits abgefahren. Wäre initial auch wirklich sehr teuer gewesen (wegen ZFH). Dezentral hat den Charme, dass die Kosten nicht zwingend komplett initial anfallen.
    - "Ganz einfach und günstig ohne WRG": Also einfache Zu- und Abluftgeräte? Ich kam auf den angedachten Hersteller eigentlich gar nicht wegen der recht ordentlichen WRG, sondern wegen der Neben-Disziplinen (Schall, Kondenswasser, Verhalten bei Sturm,...). Bei den günstigen Geräten hätte ich da mehr Angst. Würde dann vermutlich eher auf "noch einfacher und günstiger ohne WRG" setzen und das Fenster öffnen.
     
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