Schallschutz / Trittschall bei Decke/Boden aus BSH

Diskutiere Schallschutz / Trittschall bei Decke/Boden aus BSH im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, ich habe eine Frage, wie man am sinnvollsten einen Schallschutz bei einer Decke / Boden aus Brettschichtholz 14 cm macht. Konkret...

  1. #1 DerJuergen, 17.10.2021
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    Hallo zusammen,
    ich habe eine Frage, wie man am sinnvollsten einen Schallschutz bei einer Decke / Boden aus Brettschichtholz 14 cm macht.
    Konkret wurde bei uns ein 2-geschossiger (EG / OG) Anbau aus Holz gemacht. Die Decke zwischen EG und OG besteht aus BSH und ist 14 cm dick.
    Im OG sollten wir nun den Boden aufbauen und möchten da natürlich auf einen sinnvollen Schallschutz nicht verzichten.
    Aufbauhöhe haben wir ca. Davon gehen 6 cm ab (3 cm für FBH, 2 cm Fermacell zur Lastverteilung, ca. 1 cm Bodenbelag).
    Ist es z. B. sinnvoll einen Rieselschutz auf den Boden zu legen und dann mit Kies "Masse" reinzubringen?

    Die Wände werden noch mit Gipskarton verkleidet, damit wir die Installationen machen können.

    Danke schon mal,

    Jürgen
     
  2. zulu

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    Was heißt denn "3 cm Fußbodenheizung"? Worin ist die denn eingebettet? Mir ist der Aufbau überhaupt nicht klar. Gibt es einen schwimmenden Estrich oder nicht? Und was bedeutet "Aufbauhöhe haben wir ca."? Wer etwas wissen will, sollte sich schon bemühen sein Anliegen nachvollziehbar zu schildern.
    Am besten beschreibst Du den Aufbau nochmal detailliert und in der richtigen Reihenfolge, z.B. von unten nach oben, oder Du machst eine Skizze.

    Grundsätzlich sind bei Brettstapeldecken zwei Dinge sinnvoll: Masse der Rohdecke erhöhen (z.B. durch Quarzand oder Betonsteine) und tief abgestimmten schwimmenden Estrich auf möglichst weicher Trittschalldämmung, Bevor man Zusatzmassen draufpackt ist aber natürlich zu klären wieviel die Decke überhaupt mitmacht.
     
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  3. #3 DerJuergen, 23.10.2021
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    Hallo,
    die FBH ist ein Trockensystem. Also Styropor mit Aluleitblechen. Das haben wir schon in anderen Zimmern verbaut und finden das ganz gut.

    Genereller Aufbau von oben nach unten.
    2 cm Parkett (15 mm Parkett + 5 mm Kleber)
    2 cm Fermacell Trockenestrich (evtl. reichen hier auch 10 mm)
    3 cm FBH Trockensystem
    evt. OSB als Unterlage für die FBH
    hier dann die angefragte Schüttung oder sonstwas
    BSH

    Ich hoffe, dass das damit klarer wird.

    Nassestrich wollen wir in dem Holzbau nicht einbringen und da sehen wir auch keinen Vorteil. Lass mich da aber gerne belehren

    Grüße
     
  4. #4 Fred Astair, 23.10.2021
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    Nassestrich wäre aber, ob seiner Masse, zur Verbesserung des Schallschutzes wesentlich geeigneter. Bei Deinem (Joco?) FBH System reichen dafür 4 cm Estrichstärke, weil die Rohre ja darunterliegen. Ob die Tragfähigkeit der Decke dafür ausreicht, muss der Tragwerksplaner beurteilen.
     
  5. #5 DerJuergen, 23.10.2021
    DerJuergen

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    Ja, wegen der Masse hast du sicherlich recht. Aber wir haben jetzt schon in einigen Räumen die FBH trocken (Cosmo Top 30) verlegt und sind mit dem System sehr zufrieden.
    Die Masse können wir ja unter der FBH einbringen. Das ist ja genau die Frage, ob das Kies sinnvoll wäre.
    Den haben wir eh noch massig da, da in den anderen Zimmern (Altbau) Kies raus muss um die FBH da einzubauen.

    Unsere Überlegung ist momentan, unter die Platten er FBH noch Balken zu legen und dazwischen mit Kies aufzufüllen um die Masse reinzubringen.
    Also von oben nach unten
    2 cm Parkett (15 mm Parkett + 5 mm Kleber)
    2 cm Fermacell Trockenestrich (evtl. reichen hier auch 10 mm)
    3 cm FBH Trockensystem
    -> 70 mm "fix".
    Bleiben noch 40 mm
    Die mit Kies auffüllen. Evt. nur 30 mm und noch 10 mm OSB als saubere Auflage für die Platten der FBH.
     
  6. #6 zulu, 23.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 23.10.2021
    zulu

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    Zuallererst müsste mal der Estrichaufbau entkoppelt werden - d.h. man benötigt eine Lage Trittschalldämmung. Ich würde da höchstens eine Steifigkeit von 15 MN/m³ nehmen, das bedeutet 30 mm Stärke.
    Das bringt selbst mit dem Trockenestrich noch mehr als 30 mm Massenerhöhung,

    Damit wäre dann die Höhenreserve verbraucht.

    Wenn es meine Decke wäre, würde ich statt 2 cm Fermacell und 3 cm Trockensystem Heizung lieber 5 cm schwimmendem Zementestrich mit FB-Heizung ausführen - das ist schalltechnisch bei der gegebenen Aubauhöhe die beste Lösung. Auch wenn es nicht so schön einfach zu bauen ist.

    Einfach ein bißchen Kies dazukippen macht die Sache dagegen nur minimal besser. Ohne Entkopplung ist es in der Tat egal wo die Zusatzmasse reinkommt, dann bleibt die Decke ein einschaliges System mit extremer Trittschallübertragung und es wird ohne Ende Verbesserungspotential verschenkt.

    Ist schon ungünstig - extrem begrenzte Aufbauhöhe einerseits, und dann soll noch alles trocken (=leicht) verbaut werden. Dabei kommt kein doller Schallschutz raus.
     
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