Schallschutzkonzept sinnvoll?

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  1. Amibobo

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    Guten Abend,

    ein Neubaugebiet hat Südhanglage. Unten geht eine gut befahrene Straße daran vorbei, der Architekt meinte, man könne dort an der Straße nicht in Ruhe telefonieren. Umgekehrt würde man, wenn die Häuser errichtet sind, weiter oben nicht mehr so viel hören. Das stimmt sicher, aber ein Theater hat auch aufsteigende Ränge damit man auch weiter hinten noch die Schauspieler versteht. In diesem Fall wäre der Straßenlärm aber weniger erwünscht. Das Grundstück, welches mich interessiert, ist ca. 18 m über dem Straßenniveau. Wegen Einzelhausbebauung stellen die 3 Häuser"reihen" zwischen dem betreffenden Grundstück und der Straße meiner Laienmeinung nach keinen echten Schallschutz dar.

    1. Wäre dies sinnvoller ein Fall für ein Schallschutzkonzept?
    2. Bei welchen Themen ist dies eine Entscheidungshilfe? "Nur" bei der Auswahl der Fenster?
    3. Wer ist dafür der "richtige" Ansprechpartner? Der Architekt?
    4. Was kostet sowas ungefähr (Größenordnung)?

    Vielen Dank und Grüße


    PS: Es geht mir um den Sinn eines Schallschutzkonzepts als Entscheidungshilfe, ob der Dauerlärmpegel erträglich sein wird!
    Ich bin nicht gegen eine guten Straßeninfrastruktur in meiner Umgebung, im Gegenteil. Wollte man völlige Ruhe muss man auf einen Einödhof mitten im Wald o.ä. ziehen. Jedoch sollte ein erträgliches Maß an Lärm nicht überschritten werden und ich kann noch nicht abschätzen, wie es sein wird, wenn die Häuser stehen.
     
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  3. #2 toxicmolotow, 8. Januar 2014
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    Was Allgemeines am Rande: Der Schalldruck nimmt bei Abstandsverdoppelung um 6dB ab.

    Das benötigten wir mal im Rahmen der Genehmigung einer Modellbaurennstrecke für Verbrennermotoren, damit wir wussten wie weit wir von Wohngebieten Abstand halten mussten.

    Jetzt liegt die Rennstrecke neben einer Anlage zum Test von Flugzeugtriebwerken. Unser Problem war gelöst.

    Jetzt was Praktisches: Wir wollten uns ein Haus im Sommer kaufen, Autobahn, Lärmschutzwand auf Erdwall mit dichter Begrünung durch Hecken und Laubbäume. Dann zwei Häuserreihen zweigeschossig und das eigene Haus. Dahinter der Garten.

    Die Geräuschkulisse der Autobahn war hörbar, aber erträglich. Fasst wie Meeresrauschen im Urlaub, das Haus haben wir dann aus anderen Gründen nicht gekauft.

    Jetzt waren wir vor Kurzem nochmal dort und sind froh, es nicht gekauft zu haben, denn es ist im Winter deutlich lauter, was ich auf die gestutzten Bäume und fehlenden Blätter schiebe. Ich glaube daher, dass eine ordentliche Begrünung einiges an Lärm schlucken kann.

    Aber auch jedes andere Bauwerk schluckt einen Teil Lärm. Das konnte man dort von Häuserreihe zu Häuserreihe merken. Wie sich das für dich aber real entwickelt kann ich dir leider nicht sagen.

    Schall sucht sich immer irgendwie einen Weg. Es wäre ja schön wenn er sich nicht den Weg zu euch sucht, aber jede Wand kann die Schallreflexionen ändern.
     
  4. Jan81

    Jan81

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    Im Winter und Herbst ist meistens deutlich Lauter. Liegt an den Bäumen und an den Wind. Im Herbst und Winter ist der Wind meistens stärker und verstärkt den Schall (kommt halt auf die Richtung an).
    Schön dichte Nadelbäume sind in meine Augen ganz gut gegen Schall.

    Musst ihr nicht sowieso irgendwie einen Schallschutz nachweisen? Für das Bauamt?
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Bevor man an ein Schallschutzkonzept denkt, müsste zuerst einmal geklärt sein, mit welchen Schallpegeln man rechnen muss. Frage mal bei der Stadt/Gemeinde ob es für den Bebauungsplan bereits Daten zum Schallschutz (Einhaltung Immisionsrichtwerte) gibt. Falls in dem Gebiet mit entsprechendem Lärm zu rechnen ist, dann müsste ja bei der Planung(Stadt) dieser Punkt berücksichtigt werden. Meist wird ein Schallschutz-Gutachten erstellt in dem dann aufgeführt ist, mit welchen Pegeln zu rechnen ist. Darauf basierend kann man dann sein eigenes "Schallschutzkonzept" erstellen.

    Abhängig von den zu erwartenden Schallpegeln würde ich mir schon Gedanken zum Schallschutz machen. Die Frage ist halt, ob überhaupt Pegel auftreten die ein Schallschutzkonzept erforderlich machen. Allein aufgrund der Tatsache, dass in der Nähe eine Straße verläuft, kann man noch nicht unterstellen, dass es zu einer erheblichen Lärmbelästigung kommt. Man kann dies höchstens vermuten.

    Meist denken die Leute zuerst an die Fenster, vergessen dabei aber, dass ein Haus aus mehr besteht als nur aus Fenstern. Die Fenster sind sicherlich ein wichtiger Punkt, aber was ist beispielsweise mit dem Dachaufbau? Schlafräume befinden sich oft im DG. Man muss also beachten, welche Bauteile an der Schalldämmung beteiligt sind, und wo das schwächstes Glied in der Kette ist.

    d.h. die beste Hülle taugt nichts wenn es irgendwo eine Schwachstelle gibt.

    Weiterhin wird man bei der Planung des gesamten Gebäudes das Thema Schallschutz beachten müssen. Das fängt bei der Auswahl der Bauteile an, und hört bei der Anordnung der Räume noch lange nicht auf. Beispielsweise wäre es sinnvoll, wenn schutzbedürftige Bereiche so angeordnet werden, dass sie nicht in Richtung Schallquelle ausgerichtet sind. Man wird also versuchen sie auf der der Schallquelle abgewandten Seite zu platzieren.

    Der erste Ansprechpartner ist auf jeden Fall der Architekt. Er sollte dann aufgrund seiner Erfahrung wissen, ob und welche Fachplaner er einschalten muss.

    Kosten für was? Für ein Gutachten? Für eine erweiterte Planung? Für die Umsetzung eines Schallschutzkonzepts?

    Das kann man im Vorfeld nicht in Euro beziffern, denn niemand weiß, was letztendlich notwendig wird um den gewünschten Schallschutz zu erreichen. Erfahrungsgemäß wird es um so günstiger je früher man das Thema Schallschutz in die Planung mit einbringt. Nachträglich lässt sich der Schallschutz nur aufwendig verbessern, was zu höheren Kosten und meist unbefriedigenden Ergebnissen führt. Sonst wird für viel Geld an den Folgen herum operiert, weil man die eigentliche Ursache des Problems nicht mehr beseitigen kann.

    Deswegen zuerst mal klären mit welcher Lärmbelastung überhaupt zu rechnen ist. Hierfür kann man zuerst mit Erfahrungswerten rechnen und die Schallbelastung abschätzen. Danach wird man genauere Daten benötigen, sprich es werden Messungen erforderlich. Evtl. gibt es diese Messwerte ja schon, dann hat man von vornherein eine Basis auf der man aufbauen kann.

    Abhängig von der zu erwartenden Lärmbelastung wird man dann die Planung des Gebäudes entsprechend vornehmen, s.o. Anordnung der Räume, Auswahl der Bauteile etc.

    Das kann man kaum vorhersagen, weil der Schall sich seinen Weg sucht. ;)
    Es gibt Teile die Schall absorbieren können (Bepflanzung beispielsweise) und Teile die Schall reflektieren (Wände zum Beispiel). Dadurch ergeben sich Ausbreitungswege für den Schall die man selbst mit komplexer Mathematik nicht vorhersagen kann. Ich würde hier einfach so rechnen, als wenn keine störende Bebauung vorhanden wäre. Das dürfte in den meisten Fällen den worst case darstellen.

    Und wie weit weg von der Straße? Schall breitet sich nicht wie eine flache Scheibe aus, sondern in alle Richtungen, auch nach oben.

    Gruß
    Ralf
     
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