Schalungsmethode: "mit Fallkopf"

Diskutiere Schalungsmethode: "mit Fallkopf" im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich beschäftige mich derzeit im Rahmen meines Studiums mit verschiedenen Deckenschalungssystemen. Ich habe diesbezüglich die Vorteile der...

  1. Baulli01

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    Hallo,
    ich beschäftige mich derzeit im Rahmen meines Studiums mit verschiedenen Deckenschalungssystemen.
    Ich habe diesbezüglich die Vorteile der Deckenschalung mit Fallkopf noch nicht wirklich verstanden, klar sie dient zum Frühausschalen: die Fallköpfe werden abgesenkt und die Schalhaut kann so frühzeitig entfernt werden.

    Geht das Frühausschalen nicht allerdings auch mit Deckenschaltischen?

    Also sukzessives Ausschalen: einen Tisch wegnehmen und dann die Nachlaufunterstützung hinstellen?
    Der Vertreter eines großen Schalungsherstellers kann/ will mir da, als kleines Studentenlicht, glaub ich nicht wirklich weiterhelfen. :cry
    Will auch wohl nur das teuerste Produkt verkaufen...
    Laut Hersteller heisst es ja die Fallkopfmethode hätte eine Vorhaltezeit von 60 % im Vergleich zu Schaltischen, ist aber auch teurer in der Miete, gut und auch kranunabhängig.
    Danke im Voraus
     
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  3. jhd

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    grundsätzlich:

    Schalung mit Fallkopf, darunter verstehe ich eine konventionell geschalte Konstruktion.
    Tragkonstruktion "gelbe Doka-Träger" mit Stützen, Träger in Stützenköpfen mit Fallkopf, darüber Querträger und Schalungsplatte.
    Der Grundriss wird "frei" geschalt.

    Demgegenüber werkseitig montierte Deckentische, die im Grundriss positioniert werden und die Randbereiche werden wie oben konventionell geschalt.

    Der Vorteil der Fallköpfe ist, dass man nicht die Drehsteifen mühselig abspindeln muss, da ist nämlich ordentlich Dampf drauf, sondern zack fällt die ganze Sche!ße runter. Zumindest um das maß des Fallkopfs. So die Theorie.

    Mit dem Fallkopf ist somit eine Verbesserung der Ausschalzeiten zu erreichen.

    Welches System letztendlich bei der Ausführung zum tragen kommt hängt im wesentlichen von mehreren Faktoren ab.

    1)Wie oft kann ich die Schalung einsetzen, also wieviele Decken mache ich damit.
    2) Wie sind die Zeiten für ein- + ausschalen.
    3) Was kostet der Spass; Miete, Vorhaltung
    4) Transportwege, Lagermöglichkeiten da fällt einem sicherlich noch was ein.

    Ein System, welches mich in Begeisterung versetzt ist dieses:

    http://www.peri.de/ww/de/produkte.cfm/fuseaction/showproduct/product_ID/44/app_id/4.cfm

    Aber teuer in der Miete (annodunnemal).
    (Aber die Handwerker waren begeistert, und nur nen paar Stützen.)

    Jörn
     
  4. Baulli01

    Baulli01

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    Danke erstmal für die schnelle Antwort!

    Die genannten Fakten waren mir auch schon bekannt. Meine Frage ist, ob ich Deckenschaltische auch schon teilweise nach 2 Tagen, wie die Schalung "Skydeck" von der Firma Peri wie im Link beschrieben, ausschalen kann, halt sukzessiv (Tisch für Tisch) dann so die Nachlaufunterstützung setzen kann oder ob das nach 2 Tagen aufgrund der Festigkeitsentwicklung des Betons noch nicht geht, da sonst die "ganze Scheiße" runter kommt;). Weil so, könnten die Tische ja auch schon per Kran ins nächste Geschoss gesetzt werden, um weiter zu schalen.
    Letzten Endes bringt mir die Fallkopfmethode ja nicht bei jedem Bauwerk eine Bauzeitverkürzung, beim Hochhaus beispielsweise gibt mir der aussteifende Kern ja die Geschwindigkeit vor (kann den ja nicht mit den Decken überholen)!
    Geometrisch würden bei dem Bauwerk, um das es geht, beide Systeme zum Einsatz kommen können.
    Nur frag ich mich, wenn die Fallkopfmethode mir doch keinen zeitlichen Vorteil verschafft und teurer ist als Schaltische...tja?!?! :(
    Olli
     
  5. jhd

    jhd

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    Du wirst die Schaltische sicherlich nicht nach 2 Tagen aus dem Bau bekommen, außerdem sind die Dinger unhandlich.
    Ausschalfristen, Deckenstützen, die im Weg stehen beim rangieren, etc.

    War beim Fallkopf bei den normalen Stützenköpfen mit und ohne Fallkopf zum Ausschalen, nicht unbedingt bei Peri, aber da ist das ja auch und geht wirklich schnell.

    SchXXße pol. korrekt bitte so Sche!ße
     
  6. Baulli01

    Baulli01

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    Upps OK, sorry Sche!ße!!!
    Dachte ich mir auch, wäre natürlich mehr (Kraft-) Aufwand erforderlich!

    Und nu noch eine Frage zum Thema Vorhaltezeit. Die Vorhaltezeit ist ja die Zeit, die die Schalung auf der Baustelle liegt, bzw. eingesetzt wird. Ob sie liegt oder eingeschalt ist, ist ja bezüglich der Miete egal (gleicher Mietsatz) oder?!?

    Bezüglich der Vorhaltemenge würde ich bei einer einzuschalenden Fläche von bspw. 10.000m² und einer ständig wiederholenden einzuschalenden Fläche von pro Geschoss 1.000m² (bei 10 Geschossen) ja eine Vorhaltemenge von 1.000m² Schalung mieten plus vielleicht n Puffer oder gilt es noch etwas zu berücksichtigen ???
    Muss ich bei der Kalkulation gemieteter Schalung auch Abschreibung und Verzinsung berücksichtigen oder nur EKT´s, Lohn, SoKo´s, Reinigung, Wartung etc.??? In der Literatur wird immer nur mit gekaufter Schalung kalkuliert...

    Puuh viele Fragen..., dankbar für Antworten...
     
  7. LSBau

    LSBau

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    Hallo muss mal was zum Fallkopf beisteuern.

    Das Fallkopfsystem wird bei Pery Skydeck angewendet und bestecht aus einer normalen Stahlrohrstütze mit aufgeschraubten Fallopf der gleichzeitig der Träger der Schalungskonstruktion ist.

    Nach dem erhärten des Betones wird der Keil am Fallkopf ausgeschlagen und die Stahlträger (nicht die vt oder gt) und die Schalrahmenelemente fallen nach unten 10 cm (circa) und du kannst sie ausschalen die Stahlrohrstütze bleibt aber mit dem fallkopf zur Aussteifung stehen, du entfernst also nur die Schalhaut und die Träger. die Stütze bleibt.

    Und in die EKT kommt natürlich die AVR mit rein.
     
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  9. #7 JamesTKirk, 29. Juli 2008
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Es ist mein tägliches Brot, die auf einer Baustelle benötigten Betonrezepturen so anzupassen, dass der Bauablauf möglichst optimal gestaltet werden kann. So ist es z.B. unter Verwendung eines CEM I 42,5 R bei einem C 30/37 locker möglich, nach 2 Tagen eine Festigkeit von 15-20 N/mm² zu erreichen, was zum Lösen der Deckenschalung i.d.R. ausreicht. So funktioniert das also problemlos (sogar im Winter, mit besonderen Massnahmen (Warmbeton und gute Nachbehandlung)). Prüfen kann man so etwas ganz gut über die gewichtete Reife durch Temperaturmessung (Reifecomputer), dann hat man sofort auch einen Festigkeitsnachweis.
    Wir hatten auch schon Objekte gehabt, wo die Tische nach 24 h abgesenkt wurden. Alles machbar.
     
  10. mls

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    da bin ich dann doch lieber der böse bube, der verdopplung der
    din-ausschalfristen verlangt - weil, wenn die zunehmend immer schlankeren
    decken gehen (kriechschwindbiegen) , will keiner dran schuld sein .. ich
    auch nicht ;)
    ein höherfester beton (im vgl. zu den din-forderungen) kann natürlich trotzdem
    sinn machen.
     
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Schalungsmethode: "mit Fallkopf"