Schimmel an Kellerinnenwänden in weisser Wanne

Diskutiere Schimmel an Kellerinnenwänden in weisser Wanne im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo Expertenforum, seit heute bin auch ich aktives Mitglied in diesem Forum, habe aber bereits vor dem Baubeginn viel in diesem Forum...

  1. papakai

    papakai

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    Hallo Expertenforum,

    seit heute bin auch ich aktives Mitglied in diesem Forum, habe aber bereits vor dem Baubeginn viel in diesem Forum gestöbert und dabei viele nützlich Tips für mein Bauvorhaben herausziehen können.

    Nun habe ich selber mit meiner DHH ein Problem, deshalb vorab erst eine kleine Historie und dann die Beschreibung des Schadens.

    Wir haben in Durmersheim im Tiefgestade mit Keller gebaut. In diesem Gebiet ist es vorgeschrieben mit weisser Wanne zu bauen, da der GW-Spiegel sehr hoch ist.

    Gebaut wurden dort mehrere DHH, insgesamt mindestens 12 mit/ohne Keller, je nach Bauherrenwunsch.
    Bauträger ist ein hessisches Unternehmen, die diese DHH in grossem Stile verkauft. Bauleitung geschah durch ein Architekturbüro, das sich für die Bauprojekte immer dieselben Handwerksfirmen ins Boot holt.

    Mit dem gesamten Ablauf war ich sehr zufrieden. Zur schlussendlichen Bauabnahme habe ich einen befreundeten Architekt hinzugezogen, der mir - abgesehen von sehr geringen Mängeln - bestätigen konnte, dass das Haus qualitativ gut ist und die Arbeiten sehr gut ausgeführt wurden. Bei den einzelnen Bauabnahmen während der Bauphase hatte ich niemand hinzugezogen, sondern nur per Fotos gecheckt, ob der erforderliche Baufortschritt auch tatsächlich erreicht wurde. Beim Keller hatte ich leider keine Möglichkeit den Bau einzusehen, bzw. irgendwelche Fotos zu schiessen.
    Mittlerweile wohne ich mit meiner Frau und meinen vier Kindern seit knapp einem halben Jahr in der DHH.

    Im Keller liegt nun auch das Problem. Hier habe ich an allen Innenwänden an verschiedenen Stellen grossflächig Schimmelbefall, egal ob Kalksandsteinwänden oder Regipswand (Bad). Der Schimmel tritt nur an der untersten Steinschicht im Bereich von ca. 15 cm ab Kellerboden auf, die Steine sind sichtlich feucht. Im Badbereich (Regipswand) ist eine Platte im unteren Meter komplett vom Schimmel befallen.

    Auf die Mängelrüge, die ich daraufhin an Architekturbüro und Bauträger geschrieben habe, fand umgehend eine Besichtigung statt. Der Bauleiter erklärte, es könne bei so einem Schadensbild nur zwei Möglichkeiten geben:
    1.) Schaden in einem Wasserrohr im Kellerbereich (kann durch Druckmessung ermittelt werden)
    2.) Fehler in der Ausführung der weissen Wanne
    Nach einem Kontrollbesuch bei den Nachbarn, stellte sich heraus, dass diese denselben Schimmelbefall im Kellerbereich haben, womit der Bauleiter klar feststellte, dass nur der zweite Schadensfall (weisse Wanne undicht) in Frage käme. Wahrscheinlich stehen die DHH in derselben Wanne...


    Leider bekamen meine Nachbarn und wir am folgenden Tag eine E-Mail mit der Nachricht, dass der Bauleiter sich wohl geirrt habe und vermutlich während der Bauphase etwas Wasser unter den Estrich gekommen wäre. Dies könnte durch eine Trocknungsbaufirma beseitigt werden.

    Nun habe ich folgende Fragen:
    1.) Was halten die Experten von der Mail des Architekturbüros? Meiner Meinung nach wird da nur versucht Zeit zu schinden. Jetzt wird erst mal getrocknet, dann sind alle zufrieden und in ein paar Jahren, wenn die Gewährleistung abgelaufen ist, haben wir vielleicht wieder Wasser, und damit Schimmel im Keller.
    2.) Kann ein Gutachter den Schaden genau feststellen? Gibt es da Verfahren, und wenn ja, wie aufwendig ist das Ganze? Müssen wir dazu vielleicht vorübergehend wieder ausziehen?
    3.) Kann man eine weisse Wanne „reparieren“? Und wie aufwendig ist das? Oder müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass unser Traum vom Eigenheim zum Albtraum wird?
    4.) Kann ich Schadensersatz geltend machen? Kellerraum1, Flur und Bad waren fast fertiggestellt von mir in Eigenleistung, d.h. Wand- und Bodenbeläge fertig.
    5.) Falls da wochenlang im Keller gearbeitet werden muss und wir Waschmaschine/Trockner nicht mehr benutzen können haben wir ebenfalls ein Problem mit vier Kindern. Kann ich dafür Schadensersatz verlangen?
     
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  3. #2 bauworsch, 3. August 2007
    bauworsch

    bauworsch Gast

    Da im Forum keinen Namen genannt werden dürfen, rein interessehalber eine Frage.
    Fängt das Wohungsbauunternehmen mit V an, oder die ausführende Firma für den Rohbau ggfs. mit J?
     
  4. papakai

    papakai

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    Hallo bauworsch,

    nein, so fangen die Firmennamen nicht an.
    Mir geht es auch gar nicht darum die Firmen zu denunzieren, bis hierher war ich eigentlich sehr zufrieden mit Bauträger/Architekturbüro.

    Mich interessiert eher, ob hier ein Schaden in der weissen Wanne vorliegen kann bzw. ob man dies überhaupt technisch feststellen kann.
    Falls ja, würde mich interessieren wie man den Schaden beheben kann.

    Ich denke, falls Streitigkeiten mit der Bauleitung bezüglich dieses Problems auftreten sollten, werde ich wohl eh einen Anwalt mit hinzuziehen müssen.

    Ich mag mich im Moment nur nicht einzig auf die Aussagen der Architekten verlassen, weil die aus Kostengründen ein berechtigtes Interesse haben die Sache herunterzuspielen. Für mich sieht das nämlich nicht nach einer Lapalie aus...


    Gruß
    papakai
     
  5. #4 bauworsch, 3. August 2007
    bauworsch

    bauworsch Gast

    Servus papakai,

    es geht auch nicht um Denunziantentum, nur wären diese Vorgaben erfüllt gewesen, dann wäre es nicht das erste mal gewesen.

    Es kann ein Schaden in der WW vorliegen, zumal der Nachbar die gleichen Symptome aufweist. Es kann aber auch bei einem von Euch beiden auf welche Art auch immer Wasser im/unter Estrich sein und dann in solchen Mengen, dass es in die andere Hälfte zieht.
     
  6. Eric

    Eric

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    Da hier keiner Hellseher ist, wird nur helfen, den Bodenaufbau im Keller an einer sehr feuchten Stelle und dann gegebenenfalls an zwei bis drei weiteren Stellen vor den Außenwänden bis zur Bodenplatte zu öffnen und dort ( insb. Anschluß Wand/Boden ) nachzusehen, wo die Feuchtigkeit/Wasser herkommt. Alles andere wäre Kaffeesatzleserei.

    Erste Öffnung könnten Sie ja, wenn Sie sich das zutrauen, alleine aufstemmen. Spätestens dann müßte aber ein Sachverständiger hinzugezogen werden.

    Der SV sagt dann auch, was die Ursache des vorhandenen Mangels ist und wie sie zu beheben ist.

    In Betracht kommt neben der vom Bauleiter genannten Ursache: Kondensatausfall, Undichtigkeiten im Bereich von Durchdringungen in der Bodenplatte, am Boden- Wandanschluß usw.
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 3. August 2007
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Einen Rohrbruch...

    auszuschliessen, nur weil der Nachbar das gleiche hat, ist ein bissel mutig.
    Ich nehme an, die Trennwände zwischen den DHH sind NICHT als WW ausgeführt.
    Dann läuft Wasser aus Rohren genauso unter der Wand durch wie Wasser aus dem Erdreich.
    Eine Lecksuche ist immer aufwändig.
    Wasser- und Heizungsleitungen kann man abdrücken.
    Schmutzwasserleitungen (So auf dem Kellerboden verlegt) mit etwas Aufwand auch.
    Schäden an der WW lassen sich nur mit großem Aufwand suchen.
    Den Spruch mit dem Regenwasser halte ich für Dummsinn.
    Wer läßt denn einen Estrich einbauen, wenn der Bau noch nicht regendicht ist.
    Das der GU seinen BL zurückgepfiffen hat, ist auch klar. Der weiß, wie langwierig und aufwändig die Suche werden kann.
    Ich würde den GU anschreiben, ihn um eine ordnungsgemäße Ursachenermittlung bitten und darauf hinweisen, daß Sie im Zweifel einen eigenen Gutachter einschalten werden, dessen Kosten der GU (wahrscheinlich - aber DAS brauchen Sie ja nicht schreiben) zu tragen hätte, falls sich ergibt, daß es KEIN Regenwasser war.
    Aus der Reaktion ersehen Sie dann, wohin der Hase laufen wird.
    Mfg
     
  8. drulli

    drulli

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    Bei uns sah das ähnlich aus, ist aber mit der Zeit verschwunden. Wir werden es aber genau beobachten.
    Such mal hier nach 'feuchte erste Steinreihe' oder 'Restfeuchte'...
    Wenn es z.B. im Bereich der DHH-Trennwand verstärkt auftritt, und könnte es im Zwischenbereich auch von oben kommen...
    Bei uns war es dort wohl Restfeuchte aus der Bauphase.
    Grüße!
    Uli
     
  9. sepp

    sepp

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    schäden an einer WW sind schneller zu orten und besser zu reparieren als eine abdichtung unterhalb der bopla.
    um entfernen des estriches wird man sowieso nicht umhinkommen. soferns kein schaden an den rohren ist.
     
  10. papakai

    papakai

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    Erstmal vielen Dank für die Antworten.
    Ich habe so reagiert wie mir Ralf Dühlmeyer geraten hat und die Maßnahme des Bauleiters mit der Trocknungsfirma vorerst abgelehnt, allerdings mit der Bitte das ein Gutachter zuerst die Ursache herausfindet.

    @Eric: Ist mir klar, dass hier niemand gescheit eine Ferndiagnose stellen kann. Mir war jedoch wichtig, dass andere Bauexperten einmal Ihre Meinung zu diesem Sachverhalt schreiben. Komischerweise war mein Bauleiter nämlich in der Lage mittels Ferndiagnose vom Schreibtisch aus seine Aussage zu revidieren und zu behaupten wir hätten Wasser unterm Estrich.

    @drulli: Der Schaden mit mittlerweile erheblichen Schimmelbefall ist mehr als nur Austrocknen des Baus. Hier liegt ein konstruktiver Fehler vor, den der Bauleiter ja sogar nach der Begehung schon zugegeben hat (zuerst hatte er sogar am Telefon behauptet unser Ablufttrockner sei Schuld...)

    @sepp:Muss der Estrich auch entfernt werden, falls schon festgestellt wurde, dass der Schaden z.B. an der Fuge BoPla-Wand ist?

    Weiterhin bin ich natürlich für jede Anregung und Kommentar bezüglich des dargestellten Falles dankbar.

    Grüsse
    papakai
     
  11. #10 Carden. Mark, 3. August 2007
    Carden. Mark

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    Schließe mich im Gro den Vorschreibern.
    Es kann - noch alles sein.
    Aus der Entfernung ist nichts auszuschließen.
    Brauchwasser, Abwasser, Leckage der WW - noch ist alles offen.
    Tauwasser will mir bei Innenwänden nicht so schmecken, aber nun gut.
    Ein WW zu reparieren, auch den Anschlußbereich Wand / Sohle ist ein einfache Sache. In wenigen Stunden erledigt.
    .....nur, muss der Leckageort erst einmal gesucht und gefunden werden. Dummerweise ist nicht immer die augenscheinlich nasseste Stelle die betroffene.
    Daher geht man an solche Untersuchungen Systematisch im Ausschlußprinzip ran. Erst das leicht feststellbare, einseh- und erreichbare. Dann die weniger gut Zugänglichen usw.
     
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  13. #11 T9-Liebhaber, 4. August 2007
    T9-Liebhaber

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    Eine Undichtigkeit an der weissen Wanne ist das letzte in so einem Fall in Betracht gezogen werden sollte. Es gibt viel zu viele andere Faktoren, die ursächlich sein könnten.

    Wasser in der Bauphase, welches unter den Estrich gelaufen sein könnte (wie der Bauleiter schon schreibt), ist eines davon.
    Wenn die Trocknung bezahlt wird, würde ich diese Option erst mal in Anspruch nehmen. Eine gute Firma sollte eine eventl. vorhandene Undichtigkeit (punktuell oder flächig) im Laufe der Trocknung schnell bemerken.
    Aufgrund des beschriebenen Schadensbildes, sollte ein erheblicher Wasseraustritt stattgefunden haben. Sollte dieser Wasseraustritt nach wie vor vorhanden sein, wird man an den Messpunkten der Trocknungsmaßnahme dies Nachweisen können. Bedingung ist natürlich, daß in allen Ecken der verschiedenen Räume feste Messpunkte angebracht werden, um diese zu vergleichen.
    Mach doch mal bitte Fotos! Das würde uns allen sehr helfen, den Schaden etwas besser zu beurteilen.
     
  14. papakai

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    Hier ein paar Fotos. Habe ich am Wochenende geschossen.
    Zum Einen 2 verschiedene Wände in hinteren Kellerraum, wo der Schimmel in den unteren 15 cm klar zu erkennen ist (einmal mit einem fast schwarzen Kalksandstein...) und die Regipsplatte im Bad.
    Dies ist mein erster Versuch Bilder einzustellen, ich hoffe es klappt auf Anhieb:)
     
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Schimmel an Kellerinnenwänden in weisser Wanne

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