Schimmel durch zuviel Dämmung?

Diskutiere Schimmel durch zuviel Dämmung? im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Aktuell sanieren wir unsere DHH BJ. 53. Nun habe ich einen Energieberater im Haus gehabt der mir nun vorschlägt, das Dach mit 18 cm...

  1. Shockabuku

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    Aktuell sanieren wir unsere DHH BJ. 53. Nun habe ich einen Energieberater im Haus gehabt der mir nun vorschlägt, das Dach mit 18 cm Aufsparrendämmung zu versehen, die alten Holzfenster und ein paar 3.0er Kunststofffenser mit neuen auszutauschen. Die Fassade sollte ich auch Dämmen jedoch erscheinen mir die Kosten dafür im Vergleich zur Einsparung zu hoch. Nun bin ich auf diverse Seiten (http://www.konrad-fischer-info.de/7waefe02.htm#Wärme- und Feuchteschutz beim) gestoßen, welche die Schimmelseuche der letzten Jahre auf die Superdämmung der Häuser zurückführen. Was ist davon zu halten? ich mein es ist schon was dran, das in den konventionell gebauten Altbauten Schimmel kein Thema ist. bei mir ist auch nicht mal die kleinste Spur von Schimmel, obwohl z.B. die Kellerwand direkt am Erdreich ist.
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 20. Oktober 2011
    Ralf Dühlmeyer

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    Au ja KF [​IMG]

    Das Thema hatten wir schon lange nicht mehr.

    Gruß
    Ralf
     
  5. Shockabuku

    Shockabuku

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    also Humbug?
     
  6. R.B.

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    Du hast es erfasst. Wird natürlich der KF naturgemäß anders sehen. ;)

    Wenn nur die Fenster getauscht werden, solltest Du aber daran denken, dass ausreichend gelüftet wird. In diesem Fall kann es nämlich passieren, dass plötzlich die Wände kälter sind als das/die Fenster, und die Feuchtigkeit die früher am Fenster kondensieren konnte, kondensiert dann an den Wänden. Hinzu kommt, dass die Räume nicht wie früher durch die zugigen Fenster von alleine "gelüftet" werden.

    Gruß
    Ralf
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 20. Oktober 2011
    Ralf Dühlmeyer

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    Vor allem entfällt bei fachgerechter Montage der neuen Fenster die unkontrollierte Wohnraumlüftung, im Volksmund Zugluft genannt!!!
     
  8. #7 ReihenhausMax, 20. Oktober 2011
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  9. solib

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    Schimmel durch zuviel Dämmung ist bullshit.
    Schimmelpilz entwickelt sich immer dann, wenn die Luftfeuchtigkeit an den Bauteiloberflächen über 80% liegt.
    Aus der Sicht des Energieberaters sind alle aufgelisteten Maßnahmen sicher sinnvoll und auch in einer Kosten-Nutzen-Analyse bewertbar.
    Bei einer Sanierung ist allerdings der Umstand zu beachten, dass das Gebäude durch den Einbau neuer Fenster, das Anbringen z.B. eines WDVS und das Dämmen des Daches sehr viel luftdichter wird.
    Dem trägt die DIN 1946 Teil 6 vom Mai 2009 Rechnung.
    Zitat: "Für neu zu errichtende oder zu modernisierende Gebäude mit lüftungstechnisch relevanten Änderungen ist ein Lüftungskonzept zu erstellen. Das Lüftungskonzept umfasst die FEststellung der Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen und die Auswahl des Lüftungssystems."
    Sie sollten also berechnen lassen, ob Ihr Gebäude nach der Sanierung noch einen für den Feuchteschutz ausreichenden Luftwechsel haben wird. Im Übrigen ist dieser Luftwechsel Nutzerunabgängig zu realisieren, also nicht über Fensterlüftung.
     
  10. sarkas

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    DAS stimmt NICHT weil zu pauschal.

    Das Ergebnis einer solchen Berechnung wird die Notwendigkeit einer nutzerunabhängigen Lüftung erst zeigen.
     
  11. solib

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    Ich glaube, sarkas hat mich falsch verstanden.
    Nutzerunabhängig bedeutet: der Nutzer muß nicht aktiv werden. Er muß das Fenster also nicht aktiv öffnen, um den Luftwechsel für den Feuchteschutz zu realisieren.
    Da an dieser Stelle bis jetzt nicht von luftungstechnischen Einrichtungen geschrieben wurde, gehe ich davon aus, dass keine vorhanden sind - also erfolgt die Lüftung über Fenster (auch Freie Lüftung genannt).
    Lüftung zum Feuchteschutz ist das unterste Level, welches erreicht werden muss, um Schimmelpilzschäden die auf zu hohe Raumluftfeuchte zurückzuführen ist auszuschließen.
    Hier noch ein Zitat aus der DIN 1946-6, Rubrik Freie Lüftung:
    "Für die gesamte Nutzungseinheit....ist die Lüftung zum Feuchteschutz...ohne Nutzerunterstützung durch Infiltration über die Undichtheit der Gebäudehülle...und durch Auslegung und Ausführung von ggf. notendigen ALD bzw. von Lüftungsschächten (kein manuelles Fensteröffnen) sicherzustellen."
    Ob lüftungstechnische Maßnahmen zur Gewährleistung des Feuchteschutzes notwendig sind, kann relativ schnell berechnet werden. Im Falle, dass sie notwendig sind, kann man ja die Fenster z.B. gleich mit den entsprechenden Fensterfalzlüftern (einfachste Variante) einbauen lassen - und nicht erst die Pilzkulturen wachsen lassen.
     
  12. #11 Ralf Dühlmeyer, 27. Oktober 2011
    Ralf Dühlmeyer

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    Wieder mal einer, der der zwangsweisen mech. Lüftung das Wort reden will
     
  13. sarkas

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    Nein, ich hab das schon genau so verstanden und auch so gemeint.

    Du schreibst, dass der Luftwechsel nutzerunabhängig zu realisieren ist, obwohl noch keine derartige Berechnung gemacht wurde.

    Diese Formulierung, Zitat "zu realisieren ist", besagt, dass dies grundsätzlich sein muss, und das ist nicht richtig.

    Wenn durch das/die Lüftungskonzept/berechnung festgestellt wird, dass in der Wohnung durch normale Fensterlüftung der erforderliche
    Raumluftaustausch erfolgen kann, muss keine nutzerunabhängige Lüftung realisiert werden.

    Was sinnvoll ist, ist ein anderes Thema.
     
  14. solib

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    genau Herr Dühlmeyer,
    "...für die Lüftungsstufen, für die die Einrichtungen zur freien Lüftung nicht ausgelegt sind ..."
    Und die Normvorgabe für Freie Lüftung ist die Lüftung zum Feuchteschutz. Und die ist nutzerunabhängig zu realisieren.

    Aber zurück zur Ausgangsfrage:
    Durch Sanierungsmaßnahmen wie den Einbau neuer Fenster und die Dämmung von dach und Wänden wird das Gebäude luftdichter. Können wir uns darauf einigen?
    Wenn es Ihr Eigentum ist, können Sie warscheinlich tun, was Sie wollen. Ist ja dann im Falle des Falles auch Ihr Schimmelpilz.
    Wenn Sie vermieten und es kommt zu Schimmelpilzwachstum bin ich gespannt auf Ihre Argumentation, wenn Sie von der gegnerischen Partei nach dem seit 2009 vorgeschriebenen Lüftungskonzept gefragt werden.
     
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  16. sarkas

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    Die Din 1946-6 besagt, dass ein Lüftungskonzept (NALU) u. a. belegen muss, dass die Lüftungsautorität beim Lüftungssystem (nutzerunabhängige Lüftung) liegen muss und nicht bei den unkontrollierten Luftströmen durch das Gebäude aufgrund der "normalen" Undichtigkeiten einer Gebäudehülle. Dies heißt, dass eine nutzerunabhängige Lüftung wie Fensterfalzlüftung, ventilatorgestützte Lüftung etc. zu hohe thermische Verluste bewirken "kann".

    Gefahr laufend, mich zu wiederholen,
    eine nutzerunabhängige Lüftung kann ja nach Ergebnis von Nutzungsart, Anforderung, Luftmengenrealisierung
    (Umsetzung) zwingend sein, MUSS ES ABER NICHT !!!!!
     
  17. #15 Hundertwasser, 28. Oktober 2011
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    Den Zusammenhang von Schimmelwachstum und Fassadendämmung (gilt auch für andere Dämmungen, z.B. im Dach) habe ich ausführlich in meinem Blog ausführlich beschrieben. Einfach mal dem Link folgen.
     
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