Schimmel-/Feuchtigkeitsproblem in Ferienhäuschen

Diskutiere Schimmel-/Feuchtigkeitsproblem in Ferienhäuschen im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Es handelt sich um ein Ferienhäuschen auf 1.800 m, das von zwei Familien inkl. halbwüchsigen Kindern und deren Freunden (viele Köche…!) sehr...

  1. #1 gigaluis, 2. März 2016
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. März 2016
    gigaluis

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    Es handelt sich um ein Ferienhäuschen auf 1.800 m, das von zwei Familien inkl. halbwüchsigen Kindern und deren Freunden (viele Köche…!) sehr sporadisch benutzt wird (jeweils 3-4 Wochen im Winter und im Sommer). In einigen Jahren (Pension) wollen wir das Häuschen durchaus etwas mehr bewohnen.

    Der Bau wurde Anfang der 60er Jahre aus 25er Betonsteinen errichtet. Vor etwa 5 Jahren wurde an drei Seiten aufgegraben, abgedichtet, drainagiert und mit XPS-Platten das Fundament gedämmt (angeblich hatte an einer Ecke eine Quelle das Mauerwerk durchfeuchtet). An den Außenwänden wurde ein 5 cm starkes WVS („Styropor“) angebracht. Entfeuchtet wurde das Objekt leider nicht, bevor die Außendämmung angebracht wurde. Das Feuchteproblem wurde m.E. trotzdem etwas entschärft, es gibt auch keine Eiskristalle mehr an der Innenseite der Außenwand.

    Heizung: Aktuell ausschließlich elektrisch (hauptsächlich Flachheizkörper und zwei Ölradiatoren), da der Kamin sanierungsbedürftig und nicht benutzbar ist (wird gerichtet). Der Vorraum und der Lagerraum, der ev. zukünftig auch als Skistall dienen soll (zusätzlicher Feuchtigkeitseintrag!) sind aktuell unbeheizt.

    Wir haben ein Schimmelproblem in fast allen Räumen. Schwarzschimmel an den Außen- aber auch an den Innenwänden. Dazu gibt es einen muffeligen Geruch, der nicht nur auffällt, wenn man das Gebäude betritt, sondern auch an allem, was man von dort mitbringt, tagelang haftet (Schimmelsporen?).

    Zu den geplanten Sanierungsschritten habe ich unter Altbau/Sanierungskonzept & Kostenschätzung gepostet.

    Um in Zukunft das FEUCHTIGKEITS-, GERUCH- und SCHIMMELPROBLEM in den Griff zu bekommen (abgesehen von vernünftigem Lüften bei Anwesenheit) muss ich wohl für einen regelmässigen Luftaustausch/Feuchtigkeitsaustrag auch bei Abwesenheit sorgen. Das Haus ist nur sporadisch bewohnt und auch dann sind nicht immer alle Räume beheizt.

    Temperaturdaten: Mitte Februar, aber nicht speziell kalt, wir waren nur zu zweit und heizten Wohnraum/Küche, WC, Bad und ein Schlafzimmer.
    In den beiden restlichen Zimmern (Heizkörperthermostat auf 5-6°) hat es zwischen 8° und 12° (bei 65-70% rLF), im unbeheizten Lagerraum 4-5° bei 85-92% rLF, im ebenfalls unbeheizten Vorraum 11-12° bei 65-70% rLF.

    Ich habe versucht, von möglichen/mir bekannten Lösungen Vor- und Nachteile zusammenzufassen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!):

    Solar Luftkollektoren
    + energieautark, kaum Folgekosten (außer Filter)
    + in alpinem Klima bewährt (viele DAV-Hütten sind damit ausgerüstet)
    + könnte auch für eine Grundtemperierung sorgen
    - sinnvolle Montage im aktuellen Fall schwierig wegen beschattendem Vordach über der Südfassade
    - kaum Steuermöglichkeit: Was passiert bei längeren sonnenlosen Phasen, z.B. Nov./Dez.? Gefahr, deutlich feuchtere Luft einzubringen?

    Einzelraumlüfter mit WRG
    + steuerbar über Leistungsstufen oder mittels Zeitschaltuhr
    + durch WRG verzögertes Auskühlen nach der Abreise
    + im Küchenbereich installiert, könnte er auch bei der Eliminierung von Küchengerüchen helfen
    - Preis, falls ich wirklich mehrere brauche (KÜ, WZ/EZ, 3 SZ sind zusammen ca. 47m²/115m³- die Türen können bei Abwesenheit offen bleiben) plus mehrere Perforierungen d. Außenwand
    - Gefahr des Einfrierens bzw. Einstellung der Lüftung bei Minusgraden außen bzw. zu geringer Temperaturdifferenz (wir temperieren üblicherweise bei Abwesenheit auf ca. 5°)
    - Wind/Sturm: auf 1.800m nicht ungewöhnlich. Drückt es unkontrolliert kalte Luft gegen die Strömungsrichtung herein/unterbindet Lüftung?

    Zuluft oder Zu- und Abluft mit Steuerung (Temperatur-/Feuchtigkeitssensoren)
    + günstigste Lösung betr. Investition
    - es wird ständig warme Luft abgeführt und durch kältere/trockenere ersetzt > laufende Kosten; widersinnig!?

    Luftentfeuchter
    + relativ günstig in der Anschaffung
    + steuerbar (rLF)
    - Stromkosten
    - bei Anwesenheit: Geräuschentwicklung
    - bei Abwesenheit: nur an Stelle mit Wasserablauf einsetzbar

    Ich tendiere zu einer Lösung mit einem möglichst leistungsfähigen Einzelraumlüfter mit WRG, den ich auf der Westseite im (ev. erweiterten) Küchenbereich platzieren würde. Der Wohn/Essbereich und die 3 Schlafräume haben ein Raumvolumen von ca. 115 m³. Wenn man einen solchen Lüfter bei Abwesenheit ein- oder zwei Mal täglich mit hoher Leistung oder eben beständig auf sehr niedriger Stufe...

    Für den Lagerraum/Skistall brauche ich wohl eine eigene Lösung, da ich die Tür zum Rest der Hütte eher möglichst dicht machen möchte um nicht zu viel Feuchtigkeit einzutragen.

    Was haltet Ihr von den einzelnen Möglichkeiten bzw. was haltet Ihr für eine sinnvolle Lösung. Und warum?
    Was würdet Ihr im Vorzimmer machen (Schimmelproblem an der Außenecke), wo es rund 10° weniger hat als im Wohnbereich. Bei Abwesenheit auch die Tür auf zum WZ? Mitheizen?
    Was im Lagerraum, den ich zum Skistall umfunktionieren möchte, wo mir aber eine Kühlraumtemperatur von 4-5° reichen würde.

    Ich bin sicher, dass ich noch viele Fragen nicht bedacht habe....

    Danke für euren Input!
    Alois
    Lagerraum_Richtung_Westen-6110.jpg Lagerraum_Richtung_Norden-6109.jpg Grundriss-0381.jpg SO-0371.jpg
    Das erste Bild zeigt einen Blick vom Lagerraum Richtung W zur Tür in das Zimmer am nordwestlichen Eck (neben Küche), das zweite Richtung Osten, wo die Türlaibung mit den Resten der Perimeterdämmung notdürftig isoliert ist. Überall Schimmel....
    Am Plan ist rot strichliert, wo ich die Küche ev. vergrößern möchte, die Tür in das Zimmer würde zu einem Durchgang erweitert (grau schraffiert).
     
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  3. sarkas

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    Wie masochistisch muss man veranlagt sein um in so einer Burg (auch nur temporär) zu wohnen.

    Hol Dir erst mal einen Betrieb für Schimmelsanierung (unter fachmännischer Leitung) und lass die Scheune entkernen und neu aufbauen (wenn sich's rentiert).
    Parallel kannst Dir dann Gedanken über beheizen, entfeuchten und erhalten machen.
     
  4. gigaluis

    gigaluis

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    Ich weiß nicht, was genau unter "entkernen und neu aufbauen" zu verstehen ist, aber ich habe in einem anderen Thread (Altbau/Sanierung dargelegt, welche Sanierungsschritte geplant sind:

    Vorhaben: Ich habe mich mit einem „Sanierungsexperten“ beraten und möchte Folgendes machen (etwa in dieser Priorität, aber budgetabhängig, da ich leider bei der Sanierung alleine bin:
    1. Alle Tapeten herunter und den Putz an allen befallenen Stellen (inkl. Fensterlaibungen und Bodenanschluss) großzügig abschlagen (z.T. gibt es vor den Wänden Holzverkleidungen, die ich entfernen werde; mal sehen, wie es dahinter aussieht…)
    2. Kalkgebundenen Perlit-Dämmputz aufbringen.
    3. Entfeuchten
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    6. Überprüfung der Dämmung der Decke und der Dachschräge > ev. Verbesserung
    7. Entfernung des Bodenaufbaus: Das wird/würde eine Herausforderung, da der bestehende Aufbau recht seicht zu sein scheint. Der vorgeschlagene „neue“ Aufbau sieht folgendermaßen aus (von u nach o): Geotextil – Liapor – Trasskalk Estrich – Polsterhölzer/Schüttung – Pfostenboden. Vorgeschlagen wird auch eine Temperierung eines Randstreifens (?).
    8. Möglichkeit, die E-Heizung mittels Handy zu aktivieren (von“ Frostschutz“ auf „Heizen“), um vor der Anreise einheizen zu können. In diesem Zusammenhang überlege ich auch, die elektrischen Leitungen neu zu ziehen und eine zeitgemäße Anzahl von Steckdosen zu setzen.
    9. Kaminofen, Speicherkaminofen, kleiner Kachelofen…. > Budget?
    10. Lagerraum wieder von außen zugänglich machen, um ihn auch als Skikeller nutzen zu können. Dazu muss innen, nach der Blechtür, eine Eingangstür (inkl. Zarge) installiert werden und außen ein Windfang (Holzverschlag gegen Verwehungen). Allerdings wird dann durch Skier und Rodeln zusätzliche Feuchtigkeit eingetragen.
    11. Ich überlege auch, das dritte, fast nur als Abstellraum genutzte Schlafzimmer zu einer Schlafkoje zu verkleinern und die Küche (aktuell ca. 2,5 m²) zu vergrößern.
    Wer es geschafft hat, bis hier zu lesen:respekt, ist eingeladen, Kommentare zu den geplanten Sanierungsschritten – Zustimmung, konstruktive Kritik, alternative Vorschläge – abzugeben. Ich bin für Anregungen offen und dankbar, da ich leider (bau)technisch ein wirklicher Laie bin.
     
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