Seltsame Gaubenkonstruktion?

Diskutiere Seltsame Gaubenkonstruktion? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, mein neues Haus (Fertighaus) steht kurz vor der Übergabe. Bislang war der Bauablauf ganz o.k., nur die beiden Gauben machen mir...

  1. #1 Nochniegebaut, 27. April 2009
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    Hallo zusammen,

    mein neues Haus (Fertighaus) steht kurz vor der Übergabe. Bislang war der Bauablauf ganz o.k., nur die beiden Gauben machen mir noch Kopfzerbrechen. Die Ausführung der Wandanschlüsse (Übergang Gaubenwand - Dach) ist in einer Art und Weise ausgeführt worden, die ich so noch nie gesehen habe - vielleicht o.k., aber mein Baulaienverstand sagt mir, dass das evtl. doch nicht so ganz der Stand der Technik ist.

    1. Wärmedämmung

    Für eine Menge Extrageld haben wir eine besonders hochwertige Wärmedämmung vertraglich vereinbart, u.a. auch 10cm (statt 6cm) Außendämmung (Styropor). Bei den Gauben wurde diese 10cm Dämmung nun auf die Außenwände angebracht - an den Seiten endet die Dämmung aber ca. 5cm oberhalb der Dachsteine. So entsteht eine 10cm breite und 5cm hohe Lücke, die sich auf die volle Schleppgaubenlänge erstreckt. Meiner Meinung nach entsteht hier eine Wärmebrücke.

    2. Wandabschluss

    Der Wandabschluss / Schutz gegen eindringendes Wasser wurde einfach mittels Mageflex Aufklebfolie realisiert. Wie lange hält sowas, vor allem auch im Vergleich zu üblichen Blechanschlüssen?

    Meiner Meinung nach müsste die 10cm-Dämmung bis auf die Dachsparren heruntergeführt werden.
    Was sagen die Experten dazu? Ich bin zwar Ingenieur, aber leider im Bau völlig fachfremd. Den Bauleiter kann ich dazu nicht befragen, der kommt von der Fertighausfirma...

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  3. carpe

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    typischer fall von mangelnder kommunikation.
    da wusste der dachdecker nicht dass die gauben noch so stark gedämmt werden und hat seinen anschluss bis zur konstruktion geführt anstelle die 10 cm dämmung gleich zu berücksichtigen.
    ich würde das so nicht haben wollen.
     
  4. #3 Nochniegebaut, 27. April 2009
    Nochniegebaut

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    Hallo carpe,

    die Konstruktion von Dach und Gaube stammen aus einer Hand (der Fertighaushersteller) - ebenso wie die Baudurchführung von Dach, Gaube und Wärmedämmung. Das war also kein Kommunikationsproblem.
    Neben der für mich wichtigsten Frage der Wärmebrücke ist so eine lange Lücke in der Gebäudehülle auch ein genialer Nistplatz für nestbauende Tierchen aller Art (gefiedert, 6-Beiner mit und ohne Stachel usw.).
    Die Kernfrage: Kann ich auf Nachbesserung - also Ausführung der Dämmung bis auf Sparrenhöhe - bestehen? Schließlich haben sowohl die Extra-Gauben wie auch die Extra-Wärmedämmung satt Geld verschlungen.
     
  5. Thomas B

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    Ja...nüüüün...fachgerecht würde ich mal sagen ist dies nicht gerade. Wobei es aber keine "Gauben"-Norm gibt, die beschreibt wie eine Gaube auszusehen hat bzw. wie die Datails aufzusehen haben.

    Als in der Tat problematisch würde ich den "Tunnel" ansehen. Der Rücksprung der Dämmung setllt sicher eine Verschlechterung der Wärmedämmung an dieser Stelle dar, vielmehr aber würde mich die Problematik im dauernden Betrieb interessieren. Wie schon richtig angemerkt wurde: ein netter Nistplatz, aber auch ein Bereich, an dem sich schnell mal etwas verhaken kann (Ästchen, Herbstlaub) und dann irgendwann hier den fachgerechten Ablauf von Dachwasser hemmt.

    Zudem bleibt zu befürchten, daß bei einer Dachsanierung (die hoffentlich erst in 30 o. 40 jahren notwendig sein wird) die Gaubenanschlüsse ebenfalls komplett neu ausgeführt werden müssen. Auch bei kleineren Reparaturen braucht der Ausführende schlanke Hände.

    Gruß

    Thomas
     
  6. R.J.

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    Schön ist das nicht.
    Ein "Mindestsockelhöhe" gibt es bei Gauben m.W. auch nicht (konstruktiv empfohlen ~10cm).
    Das irgendetwas hängen bleibt und den Abfluss stört glaube ich bei der Neigung auch nicht unbedingt.
    Bleibt die Wärmebrücke.
    Schau mal in den EnEV Nachweis wie die Wärmebrücken (garnicht/pauschal/detailliert) berücksichtigt wurden. Wenn pauschal (wie fast immer und überall) dann lass dir die Übereinstimmung mit DIN 4108Bbl2 nachwiesen bzw. den Nachweis erbringen.
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 27. April 2009
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    Also - im Prinzip ist so eine "Taillie" für den Dachanschluß sogar besser als das draufbappen.
    Aber
    1) Nicht 10 cm (wenn nicht ausdrücklich im EnEV-Nachweis so enthalten)
    2) nur mit einer Lagesicherung des Anschlusses - egal aus was der ist
    3) Dann bitte auch an dem vorderen Anschluß - auch wenn der nur 2 - 5 cm lang ist.

    2 cm weniger Dämmstärke hätten völlig ausgereicht, dann eine Pressleiste mit Schrauben in Dämmstoffdübeln befestigt als Lagesicherung.
    Hätte aber 1) Planung und 2) Denken bei den Ausführenden erfordert.
    Das war wohl mal wieder nicht im Preis enthalten
     
  8. Thomas B

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    @Ralf: Wenn Du mit der Taille 1 - 2 cm meinst, gebe ich Dir recht.

    Nun...was soll man dem Besitzer dieses Kunstwerkes empfehlen????

    Thomas
     
  9. #8 Ralf Dühlmeyer, 27. April 2009
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    Alles neu macht der Mai
     
  10. Thomas B

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    Ob das der FH-Hersteller auch so sehen wird....?

    Thomas
     
  11. mc3d

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    Wenn er etwas Ehre im Leib hätte, wüßte er was zu tun ist... aber mir fehlt allein der Glaube.
     
  12. Thomas B

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    ..und wenn er in sein Portemonnaie schaut, weiß er auch was zu tun ist.....

    Mit "Ehre" hat das nichts zu tun!

    Gruß

    Thomas
     
  13. archi3

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  14. archi3

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    @Ralf

    Nee, bei 2 cm geht das nicht... denn unterhalb des WDVS ist das Wakaflex mit der Sockelschiene im Werk bereits festgeklemmt...

    Wetten, wenn der Fragesteller nachschaut, hat er auch 8 mm Konterlattenstreifen im Sichtschalungsbereich...

    Ich würde mal mit dem "zwischen Daumen und Zeigefinger" vorsichtig sein und nicht meinen letzten Trumpf rausgeben und mir ganz sicher vorher im EnEV-Nachweis den Gefachanteil nachweisen lassen..., nicht, dass der im Nachweis bei 83% liegt und tatsächlich viel niedriger...
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 27. April 2009
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    Sorry, Kollege. Mir doch sch.....egal, was die im Werk machen/können/wollen/dürfen.
    Die sollen das gefälligst fachgerecht machen, sonst muss einer auf der Baustelle nachbasteln.

    Sowas ist für mich nicht mal ein Denkansatz (auch wenn ich weiß, dass genau solche Sprüche kommen werden).
    Dann muss das gesamte Werk eben mal zur Nachschulung "Detailplanung Gaubenanschluß"
     
  16. archi3

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    @Ralf

    Das war provokativ... sorry, hatte den Ironie on/off-Modus nicht eingeschaltet...:winken

    Bin ganz Deiner Meinung!!! Sowas gehört in die Tonne!

    Aber wenn der BH bezahlt hat (4. Aufbautag ist auch teilweiser Zahltag), wird keiner mehr was ändern - ihm fehlt die Argumentation auf Augenhöhe... = eigener/gekaufter Sachverstand.

    Meine Liste an Punkten zu diesem Thema wäre (fast) unendlich lang...
     
  17. #16 Nochniegebaut, 27. April 2009
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    Hallo an alle,

    erstmal besten Dank für die vielen Antworten! Die Dachlattung ist aus meiner Sicht zum Glück o.k. und nicht vergleichbar mit der 1cm-Variante, die von archi3 gepostet wurde. Hier ein Bild, das während des Antennenbaus entstand - das ist das einzige Detailbild der Lattung. Um die Dampfsperre nicht zu verletzen, kam nur eine Zwischensparrenmontage des Antennenmastes in Frage. Die Latten liegen enger als der Mindestabstand des Montagesets (kein Billigteil sondern Fuba), deshalb der Versatz im Bild.
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    Die Bauabnahme steht an und es ist noch einiges an Geld zu zahlen. Nach den Kommentaren hier werde ich die Konstruktion der Gaube auf jeden Fall als Mangel reklamieren und auf Nachbesserung drängen.

    Eine Frage ist noch offen: Dieses Selbstklebefolienzeugs (Mageflex) - ist das nun o.k. oder nur billig? Sollte das bei einer Nachbesserung nicht wieder verwendet werden?
     
  18. Jonny

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    by the way,

    Die Schrauben des Aufdach-Mastes sollten aber schon in die Sparren gehen!

    oder ist der Sparrenabstand auch so gering?
     
  19. #18 Nochniegebaut, 27. April 2009
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    Hallo Johnny,

    die frei liegende Schraube ist die Erdungsschraube -> war da noch nicht angeschlossen. Ansonsten ist der Sparrenabstand so gering (geringere Abstände müssten ja Stabilität bringen) und deshalb haben wir ein Stück herausgesägt und durch ein längeres seitlich versetzt ersetzt. Die Mastbefestigung selbst erfolgt mit 2 x 3 Schrauben 10 x 100 - an dieser Stelle durch die Lattung in den darunterliegenden Balken (deshalb auch leicht schräger Schraubenansatz). Auf gut badisch sollte das "heben".
     
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  21. #19 Nochniegebaut, 27. April 2009
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    Hallo Johnny,

    habe gerade die Begriffe verwechselt, sorry. Also die Schrauben für den Mast gehen durch die Lattung in die Sparren. Herausgesägt und versetzt wurde natürlich nur ein Teil der Lattung auf einer Seite. Das neue Stück ist aber wieder mit der Sparre ("Balken") verschraubt.
     
  22. archi3

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    Moment...

    @Nochniegebaut: Du bist auf der Dachgaube??
    Schau einfach mal an der Traufe des Hauptdaches zur Sicherheit nach... das Gerüst steht ja bestimmt noch, ich wette 1 Kasten Bier!:winken
    Die Konterlattung lässt sich durch Anheben eines Dachsteines ja fotografieren.

    Wie wäre es mit "Zusatzmassnahmen" auf der Dachgaube wg. Unterschreitung der Regeldachneigung und erhöhten Anforderungen (z.B. wasserdichtes Unterdach)???

    Dachneigung der Gaube hat mind. 10°??
    Die Detailpläne hängen an den Wänden rum, einfach mal fotografieren.
    Meine anderen Hinweise hast Du verstanden?
     
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