Silizium auf'm Dach, macht das Spaß?

Diskutiere Silizium auf'm Dach, macht das Spaß? im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, hier tobt ja gerade der Bär, was Sonnenkollektoren angeht. Meiohmei! Gestern kam ein Kollege auf mich zu und schwärmte mir was von...

  1. MasterQ

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    Hallo,

    hier tobt ja gerade der Bär, was Sonnenkollektoren angeht. Meiohmei!

    Gestern kam ein Kollege auf mich zu und schwärmte mir was von Fotovoltaik vor. Wäre alles super, konservativ gerechnet lägen pro Monat etwa 500 €uronen mehr im Geldbeutel, da über Jahrzehnte der Strompreis, an den ich den produzierten Strom ans Netz abgebe, garantiert wäre.
    Amortisierung der Anlage gar kein Problem.

    Soviel Sonnenschein macht mich stutzig. Ist zwar bei Fotovoltaik ganz nett, wenn die Sonne brennt, doch was steckt wirklich drin in einer solchen Anlage?

    Das Häusle des Kollegen kenne ich nicht. Es liegt an der Nordgrenze von Bayern zu Hessen und hat eine Dachfläche nach Süden geneigt (37°, glaube ich). Größe der Dachfläche kenne ich nicht, aber das Haus ist für 4 Personen ausgelegt und zweietagig.

    Alles was ich am Rande über Fotovoltaik nebenbei mitgekriegt habe ist, dass es sich auch eher um ein Hobby handelt, das nicht wirklich das Einkommen aufbessern kann.

    Kommentare?

    Gruß

    MQ
     
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  3. Bauwahn

    Bauwahn

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    Photovoltaikanlagen

    lassen sich tatsächlich betriebswirtschaftlich rechnen, eine gewisse Mindestgröße vorausgesetzt. Um 500€ monatlich nach Abzug aller Kosten auf dem Konto zu haben, ist aber schon eine ganz ordentliche Anlage nötig.

    Nicht umsonst haben hier in der Gegend viele Landwirte ihre ältesten Scheunen bis zum Rand damit ausgestattet und es gibt Fonds, die in Photovoltaik investieren (Du brauchst nur Dein Dach, wenn es groß genug ist, zur Verfügung zu stellen und bekommst eine monatliche Miete).

    Durch das Energieeinspeisegesetz (was in anderen EU-Ländern inzwischen kopiert wurde) bekommt man für die nächsten Jahre eine garantierte Einspeisevergütung, die höher ist als der durchschnittliche Strompreis und die allerdings von Jahr zu Jahr abnimmt (Wer vor 2 Jahren angefangen hat, kommt Summa-summarum dadurch besser weg, als wer jetzt investiert). Das auch schon deshalb, um keine Dauersubvention enstehen zu lassen und sinkende Anlagenkosten zu beschleunigen (was offenbar auch funktioniert). Dennoch kann man innerhalb der zu erwartenden Lebenserwartung mit einer Rendite rechnen, die zwar geringer ist als bei diversen Heuschreckenfonds und auch mit einem gewissen Risiko (z.B. Reparaturen bei Ausfall einzelner Module) versehen ist, das aber ebenfalls geringer ist als in manch anderen Anlageformen.

    Also: Zum reich werden gibt es effektivere Möglichkeiten, aber man kann damit ökologisch* orientiert investieren und nebenbei ein wenig Geld verdienen.

    * Über die Gesamtökobilanz einer Photovoltaikanlage gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen und sicher ist eine PV-Anlage in Spanien effektiver zu betreiben als bei uns, aber verglichen mit der Investition in Aktien diverser Automobil-, Rüstungs oder Sonstwas-Firmen...

    Gruß

    Thomas
     
  4. R.B.

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    Hallo,

    vielleicht unter www.solarrechner.de ein paar Daten eingeben und dann überlegen ob man in PV investieren möchte. Dabei berücksichtigen, daß die solaren Erträge mit Vorsicht zu genießen sind. Die wenigsten Hausbesitzer haben ein "optimales Dach", und so sind Mindererträge nicht auszuschließen.

    Zudem würde ich mit meinem Steuerberater darüber sprechen (Abzug USt, Verrechnung Verluste und Gewinn usw.). Irgendwo im Haustechnikdialog hatte ich darüber mal einen längeren thread geschrieben.

    Es gibt auch weitere PV-Rechner im I-Net wo man die verschiedenen Optionen durchspielen kann.

    MEINE Meinung, als Renditeobjekt oder als Rentenabsicherung ist eine PV Anlage denkbar ungeeignet, vor allen Dingen dann, wenn diese über Kredite zwischenfinanziert werden muß. Außer dem Elektriker der die Anlage installiert und der Bank die den Kredit bereitstellt oder durchleitet, "verdient" zuerst einmal niemand daran. Der Besitzer kann auf einen Gewinn seiner Anlage hoffen, der irgendwann vielleicht einmal eintritt, doch er trägt auch das volle Risiko.

    Gruß
    Ralf
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Ach ja, typ. Solarerträge findet man auch hier.

    http://www.pv-ertraege.de/

    Die Daten aber mit Vorsicht genießen. Nicht vergessen, jede Installation ist anders.

    Gruß
    Ralf
     
  6. MasterQ

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    hallo,

    die bisherigen Kommentare bestätigen meine Einschätzungen.

    So eine Anlage ist mit einer langfristigen Geldanlage zu vergleichen. Man sollte sein Geld nur da reinstecken, wenn man es nicht wirklich braucht, bzw. wenn das Geld rumliegt und Schimmel ansetzt.

    Für einen Hausbesitzer, der Geldeinnahmen benötigt weil es knapp ist und die Investition über Kredite finanzieren müsste, bleibt diese Art meist unrentabel.

    Ein Kollege hat in eine Windkraftanlage investiert. Irgendwo auf'm Acker steht seine Windmühle. Ob da was hängen bleibt ist fraglich. Kürzlich war eine Wartung des Rotors fällig und schwubs waren 5000 €uronen wieder weg.

    Ich lass die Finger davon. Ich habe nämlich keinen einzigen Schimmelpfennig übrig!

    Gruß

    MQ
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Eben, man kann sich alles schönrechnen.

    Wenn ich Beiträge lese wo die Leute schon mehrfach ihre Wechselrichter austauschen mußten, und die Gewährleistung leider bereits abgelaufen war, dann müssen die guten Leute schon ziemlich alt werden bis sich ihre PV rentiert.

    Auch die Unterhaltskosten werden oft unterschätzt. Wie sieht´s mit Versicherung aus? Was übernimmt die Versicherung? Wie steigen dadurch die Beiträge? Wie kann ich die steuerlichen Vorteil geltend machen...oder auch nicht?

    Man kann auch Glück haben, aber dafür ist mir mein Geld zu schade.

    Für Technik-Freaks die eine PV als Hobby betrachten und evtl. auch die komplette Installation selbst machen, sieht die Rechnung etwas anders aus.

    Gruß
    Ralf
     
  8. Jens77

    Jens77

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    Also so unrealistisch ist das nicht wenn die Dachfläche (rund 93m²)genau nach Süden zeigt und ich vermute die Dachneigung 37° ist, könnte man gut mit 75 x 175W Modulen in der Gegend Würzburg schon auf die Einspeisearbeit im Wert von 500€ im Schnitt kommen. Aber nur wenn man die Tarife für Dachanlagen im Jahr 2007 berücksichtigt.Nächstes Jahr gibt es weniger.
     
  9. MasterQ

    MasterQ

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    Hallo,

    Ich möchte dies auch gar nicht bestreiten. Mein Kollege, der sich das durchgerechnet hat ist zwar über 42 aber dennoch Elektroingenieur. Seine Frau ist Juristin und die Kinner sind aus dem Haus. Da hat man durchaus finanziell etwas Luft.
    Doch ich z.B. bin erst seit knapp 1 Jahr Hausbesitzer und mein Sohn ist erst 3, meine Frau hat zur Zeit kaum eigene Einkünfte und mein finanzieller Rahmen ist ausgeschöpft. Ich denke, für mich wäre das im Moment eher ein zusätzliches Riskio als eine zusätzliche Einnahmequelle, die die monatliche finanzielle Belastung mindern könnte.

    MQ
     
  10. Jens77

    Jens77

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    um Gottes willen das nicht bei euch in der Gegend , aber dennoch gesagt ich habe micht jemanden aus dem Algäu unterhalten der hat die Anlage nur von Krediten finanziert. Ich habe mal drüber gerechnet der kommt vor lachen nicht in den Schlaf. Was ich so für Erfahrungen gemacht habe, viel billige Komplettanlagen können garnicht ewig halten. Ich rechne auch für mich eine Anlage durch ich könnte Durch viel Eigenleistung auf eiene günstigen Preis kommen müsste aber diese zu 100% (das Material) durch Kredite finanzieren.Aber wie gesagt die Anlage ist keine Komplettanlage ich stelle die Komponenten selber zusammen.
     
  11. OldBo

    OldBo

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    Ich hasse Werbungen, die ich nicht genehmigt habe
    Moin,

    ist ein PV-Betreiber nicht als Gewerbebetrieb zu führen? Wie sieht es dann mit der Eigenleistung, den Erträgen, der Umsatzsteuervoranmeldung und den Steuern aus?

    Gruß

    Bruno
     
  12. planfix

    planfix Gast

    jupp, gewerbeanmeldung und alles was dann folgt ist notwendig, weil der strom ja gewebesmäßig verkauft wird. aber vielleicht kann man ja, dann privaten pkw mit abschreiben?:lock
     
  13. Jens77

    Jens77

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    naja mit dem Gewerbe das macht jede Stadt anders ,Freiburg sagt nach 6kWp bist Gewerbetreibender andere wollen das schon bei drei (laut Photon Special 2006)
     
  14. #13 Sven Köhler, 17. August 2007
    Sven Köhler

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    Hallo
    @planfix, habe ich versucht aber das Finanzamt sieht das ganz anders.
    @Oldbo; Gewerbeanmeldung ist notwendig.
    Bei der USt sollte man §19 UStG außer acht lassen und sich die Vorsteuer für die Invest wiederholen. Im ersten Jahr musste ich dafür monatlich und seitdem je Quartal eine USt-Voranmeldung abgeben (mit Elster ca. 2 Miuten).
    Am Jahresende machst Du eine Gewinn+Verlust-rechnung und versteuerst den letztlich verbleibenden Gewinn zum persönlichen Steuersatz.
    @all, ich habe meine Anlage (9kWp, süd, 45°, 40k€) 2004 im Dezember zu guten Konditionen (57,4 ct/kWh netto) in Betrieb genommen. Die Invest ist 100 % Kreditfinanziert und nach Abzug von Zins und Tilgung verbleiben z.Zt. im Jahr ca. 2.100 € vor Steuern. Und dafür habe ich kein eigenes Geld benötigt! Der Erlös ist nach der Fast-Fertigstellung des Hauses eine willkommene Quelle um auch mal in Urlaub zu fahren.
    Allerdings habe ich für diese Rendite auch das Risiko des Ausfalls.
    Meine Gebäudeversicherung versichert Elementarschäden für ca 25 €/Jahr zusätzlich ab.
    Über die Laufzeit kann ich noch keine Aussagen zu Leistungsabfall oder so wagen, aber offensichtlich merke ich da nichts.
    Wie die Anlagenpreise jetzt sind weiß ich nicht, aber die Vergütung liegt dezeit 14 % niedriger als 2004 und dann würde sich die Sache bei mir nicht mehr rechnen.
    Was mich mal interressieren würde, wie das nach den 20 Jahren Garantievergütung weitergeht? Kriegt man dann den Preis von Atomstrom (2,3 ct) oder den dann gültigen Preis für Lichtstrom (heute 16 ct) oder gar nichts oder oder?

    Gruß Sven
     
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  16. Jonny

    Jonny

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    gar nichts? Na mindestens das was du an eigenverbrauch einsparst! Anlage einfach auf den hauszähler klemmen.
    Welche Pv-erträge (in Kwh) erzielst du mit der Anlage? Wir rechnen bei Projektierungen mit 900KWh/a pro installiertem KWp.

    @MasterQ
    durchrechnen (lassen)! Garantieverlängerungen und Rücklagen für auftretende Defekte mit einrechnen.
    Nötige umbauten für die Zähleranlage nicht vergessen.
    Und ganz wichtig, vorher beim EVU anklopfen ob und wieviel eingespeist werden kann.

    Grüsse
    Jonny
     
  17. #15 Sven Köhler, 17. August 2007
    Sven Köhler

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    @Jonny : 2005 waren es 9506 kWh und 2006 9714 kWh bei genau 8,89 kWp.
    Dieses Jahr sieht es bislang wie ein Mittelwert der beiden Vorjahre aus.

    Ich heize mit WP (Flachkollektor) und habe mit Licht und Heizung einen Jahresverbrauch von knapp 9000 kWh. Vielleich gibt es in 17 Jahren kurz-oder mittelfristige Speicherlösungen, dann lebe ich vom selbst gewonnenen Strom (falls ich und die Anlage überhaupt noch leben).

    Gruß Sven
     
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