Sondenbohrung unter Bodenplatte?

Diskutiere Sondenbohrung unter Bodenplatte? im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Mitstreiter und Wissende, mangels ausreichendem Grenzabstand steht bei uns derzeit der Vorschlag im Raum, die Erdsonden für Wärmepumpe...

  1. rueckseil

    rueckseil

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    Hallo Mitstreiter und Wissende,

    mangels ausreichendem Grenzabstand steht bei uns derzeit der Vorschlag im Raum, die Erdsonden für Wärmepumpe unter die Bodenplatte zu setzen. Da nach dem Verpressen sowieso nichts mehr geht, muss da auch nicht mehr an die Sonden rankommen. Zudem werden die Zuleitungen gering gehalten. Bei guter Planung und gleichen Abständen der beiden Bohrungen zum Hausanschlussraum spart man sich auch den hydraulischen Abgleich. So der Plan.

    was ist davon zu halten? Geht so was? Kann es zu Vereisungen kommen? Ist der natürliche Energieeintrag in den Boden (Sonne, Regen) bei einer Tiefenbohrung nicht relevant? Ist was besonderes zu beachten (z.b. Dämmung der Zuleitungen?

    Alternativ könnten wir die Bohrungen auch auf den hinteren Grundstücksteil legen. Das würde aber Zuleitungen Sonde - Heizung von ca. 20 m mit sich bringen.

    Danke für eure Meinungen
     
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  3. Uwe!

    Uwe!

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    Gar nix!
    Erdsonden (bis grob 100m) leben fast ausschließlich vom Energieeintrag über Sonne und Regen und dürfen deshalb nicht überbaut werden. Außnahmen allenfalls bei sehr starken Grundwasserströmungen.
     
  4. Rene'

    Rene'

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    Hi Uwe,

    jetzt musst Du uns aber mal erklären/vorrechnen wie der Jahresenergieertrag einer 100 Meter tiefen Erdsonde über eine Fläche von 10*10 Meter gespeist wird/werden kann. ;)

    Ich glaube kaum das der hundertste Meter einer Erdsonde überhaupt mitbekommt das da oben was überbaut ist. ;)
    Ab welcher Tiefe die überbaute Fläche keinen Einfluss mehr hat (da Energie von der Seit nachströmen kann) kann wohl schwer beantwortet werden.
    Der Name "Vertikalsonde", das ist eine Erbohrung nämlich, sagt aber schon viel darüber aus woher die Energie nachströmt die entzogen wird.

    Ich persönlich hätte kein Problem damit die Sonde unter der Bodenplatte bohren zu lassen. Zur Sicherheit vielleicht 5% oder 10% tiefer bohren.

    Magenschmerzen hätte ich bei der Ausführung. Der Bohrschlamm und das Bohrwasser weichen den Untergrund (auf den die Bodenplatte soll!) schon ganz schön auf. Es gibt aber Verfahren dieses zu vermeiden.


    Gruß,
    Rene'
     
  5. Julius

    Julius

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    Auch schräge Bohrungen sollen möglich sein, hab ich gehört...
     
  6. Rene'

    Rene'

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    Rischtisch gehört.....;)

    Aber:

    Der Vorteil ist, das wenn laut Bohrgenehmigung z.B. nur 50 Meter tief gebohrt werden darf eine unter einem Winkel eingebrachte Bohrung durchaus 70 Meter lang werden kann. Im Prinzip eine Kombination aus Vertikal-/Horizontalkollektor.
    Das Problem ist aber das man mit seiner (Ziel-)Bohrung einen gewissen Abstand zum Nachbargrundstück einhalten muss.....

    Und wenn eine 50 Meter Tiefe Bohrung z.B. unter 45 Grad 50 Meter "zur Seite" geht dann wäre das Grundstück sicherlich auch groß genug für einen Flächenkollektor.

    "Schrägbohren" wurde vor einigen Jahren mal groß angepriesen.Durchgesetzt hat es sich, aus den oben genannten Gründen, aber soweit ich weiss nicht.

    Gruß,
    Rene'
     
  7. Uwe!

    Uwe!

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    Vorrechnen kann ich Dir das nicht, dass können vielleicht die Geologen hier. Ich kann Dir aber einige Zitate liefern:

    Von http://www.kroeckel.de/html/erdsonden.html
    Wobei das natürlich noch nicht heißt, dass die 98% genau senkrecht von oben kommen, die Energie strömt natürlich auch "seitlich". Aber ohne dass Sonne auf die Erde scheint, bleibt die Sonde kalt.

    oder hier:http://www.energieberatung-mw.de/html/sole-waermepumpe.html
    Wobei ich zugeben muss, dass man auch Links findet, wo es genau anders drin steht....
    Also sollen sich die Geologen mal zu Wort melden.
     
  8. SvenW

    SvenW

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    Die 6m zum Nachbargrundstück würde ich nicht so ernst nehmen, zumindestens in Niedersachsen scheint es keine solche Verordnung zu geben. Ich würde die Sonde aber so setzen, das mindestens 3m zum Nachbarn eingehalten werden, damit der mit 3 m (also insgesamt 6m) Abstand auch eine Bohrung setzen kann (so er denn will).
     
  9. Rokklith

    Rokklith

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    Du darfst

    Hallo rueckseil,

    Unter die Bodenplatte „darfst“ Du in Thüringen Deine Sonde setzen. Das ist m.E. dort ausdrücklich nicht verboten. In einigen anderen Bundesländern ist das jedoch untersagt und das hat seinen Sinn. Also lieber nicht unter das Haus.

    Zum Grenzabstand Thüringen: 5,00 m (siehe Leitfaden), mit Einverständniserklärung des Nachbarn aber auch geringere Abstände möglich.

    Die Sonden lieber auf das hintere Grundstück legen. „Längere“ Zuleitungen sind überhaupt kein Problem, wirken diese bei richtiger Verlegung noch zusätzlich als Kollektor. Aufpassen, dass die Soleleitungen keine TW- oder AW-Leitungen kreuzen – Abstand halten.

    Zum hydraulischen Abgleich: der geht entweder mittels Taccosetter (zu empfehlen ab drei Sonden) oder nach Tichelmann (siehe Wikipedia) da sollten die Summen der einzelnen Rohrlängen gleich sein, was nicht automatisch bedeutet, dass die Abstände der Sonden zum Einbindepunkt / WP gleich sein müssen.

    Der jahreszeitlich bedingte Beeinflussung der Temperatur im Boden reicht je nach Lage von 10 m bis max. 20 m (Literaturangabe) – ich denke 20 m sind da schon die max. Obergrenze.
    @ Uwe! „Erdsonden (bis grob 100m) leben fast ausschließlich vom Energieeintrag über Sonne und Regen und dürfen deshalb nicht überbaut werden. Außnahmen allenfalls bei sehr starken Grundwasserströmungen.“ Das stimmt komplett nicht.
    @ Rene´: Die Bohrspülung weicht den Untergrund nicht auf!

    Mit freundlichen Grüßen Rokklith
     
  10. rueckseil

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    Danke ersteinmal allen Beitragenden,


    Hallo Rokklith,

    danke für diese ausführlichen Erläuterungen. Was ich aber noch nicht verstanden hab

    WARUM?
     
  11. Uwe!

    Uwe!

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    Na dann is ja gut...:shades
    @rueckseil: Dann lass mal ruhig unter den BoPla bohren und dann melde Dich hier mal in 2-3 Jahren wieder:mauer
     
  12. rueckseil

    rueckseil

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    Hey...

    ...bitte nicht schon nach 9 Beiträgen resignieren und klein bei geben.:fleen

    Eine Diskussion lebt doch davon, dass man Meinungen vorträgt und sachlich begründet.
     
  13. Uwe!

    Uwe!

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    100% Zustimmung!
    sehe ich aber nicht als
    an und stimmt leider nun mal auch nicht.
    Dafür ist mir die Zeit dann zu schade. Wir können ja gern weiter diskutieren!
    Irgendwo hatte ich auch mal ne Grafik, wie die Wäremströme im Erdreich laufen. Hängt natürlich stark vom Schichtenaufbau ab.
    Wie sind denn Deine Platzverhältnisse? Gibt's nen Lageplan Grundstück/Haus?
    Sonde unter BoPla wäre für mich die allerletzte Lösung.
     
  14. rueckseil

    rueckseil

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    Meinst du sowas?

    [​IMG]

    Das würde aber deiner Sichtweise eher entgegenstehen, da ja bereits ab 15 m keinerlei Einfluss von außen erkennbar ist.

    Die Platzverhältnisse geben alle Möglichkeiten her.

    [​IMG]

    Wie sehr schränke ich mich denn im Garten ein mit zwei Sonden? Oder fallen die gar nicht auf?
     
  15. Uwe!

    Uwe!

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    nein, die Grafik meinte ich nicht. Sie spricht auch weder für noch gegen meine Meinung. Sie zeigt nur, das das Erdreich eine große Speichermasse hat und Tempearturändeung sich daher nicht schnell "durchschlagen". Die Schwankungen von der Oberfläche werden also gut weg gepuffert.

    Zum Lageplan: Da verstehe ich Deine Aussage "mangels ausreichendem Grenzabstand" nicht. Im Garten hast Du doch massenhaft Platz! Warum nciht da!?

    Die "Einschränkung" ist minimal. Die Sonde selbst schränkt gar nicht ein, die Anbindung an den Heizraum natürlich in sofern, dass dann da eine Leitung im Garten liegt, also an der Stelle sollte man dann keinen Teich graben wollen, nicht einen "echten" Baum Pflanzen (normale Büsche, Hecken sind kein Thema), aber sonst kein Thema. Drauf achten, dass Abstand zu Frisch- und Abwasserleitungen bleibt. Ansosnten ausreichend tief verbuddeln >1,0m besser so 1,40, dann kommt man a) bei Gartenarbeiten niemals ran und b) ist man in Frostfreier Tiefe, so dass die Zuleitung eher einen zusätzlichen Gewinn bringt.
    Weitere Einschränkung: wenn Du mehrere Bohrungen brauchst ist es meist sinnvoll irgendwo im Garten einen Verteilerschacht zu haben, so dass nicht alle Bohrungen einzeln in den Keller geführt werden müssen.
     
  16. Uwe!

    Uwe!

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  17. rueckseil

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    Hi Uwe!, danke für den Link.

    Der HWR liegt in der südlichen Ecke des hinteren Gebäudeteiles. Deshalb war mein ursprünglicher Plan, die Bohrungen auf den schmalen Streifen hinter der Garage zum westlichen Nachbarn hin zu platzieren. Da wird wohl in hundert Jahren nichts mehr gebaut. Dieser Streifen ist aber nur ca. 6m. Das reicht also nicht bei 5 m Abstand zum Nachbarn und 2 m Abstand zum eigenen Gebäude.

    Bleibt die Alternative, ab damit in den Garten. Lange Leitungen kosten aber auch mehr (im Wesentlichen Erdarbeiten).
     
  18. Uwe!

    Uwe!

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    Korrekt, aber im Vergleich zu den Bohrkosten ist das fast vernachlässigbar.
     
  19. rueckseil

    rueckseil

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    Da steht aber auch auf Seite 8:

    "Erdwärmesonden können direkt unter dem Bauwerk platziert werden."

    Sogar in dem Beispiel (Hotel) kam eine 70 cm dicke BoPla drauf. Und die Schweizer sind da glaub ich recht weit in der Umsetzung.
     
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  21. Uwe!

    Uwe!

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    ja, da steht aber auch "mit je über 150m Länge" und rechts steht was von "bis 400m"

    Das ist kein Widerspruch. Wenn Du 200 m bohrst, wird der "Verlust" durch den fehlenden Wärmeeintrag von der Oberfläche anteilig immer geringer. Außerdem steigt da dann die Temperatur eh schon langsam an. Bei 400 m ist es sicher vernachlässigbar.

    In D wird in der Regel aber max. 100m gebohrt, da sonst eine Bergwerksrechtliche Genehmigung nötig ist. Bei entsprechenden Wasserstöcken darf oft nur deutlich weniger gebohrt werden, bei uns z. B. nur 40m!

    Außerdem kann ich mir gut vortsellen, dass das Grundstück vom Hotel nicht groß genug ist, um da die 70 Bohrungen unter zu bekommen.

    Natürlich ist eine Bohrung unter dem Haus technisch machbar, das war aber doch nie der Punkt. Die Frage ist doch, ob es in Deinem Fall Sinn macht, oder?
     
  22. R.B.

    R.B.

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    Wenn ich mir den großen Garten so anschaue, dann frage ich mich, warum man nicht über einen Flächenkollektor nachdenkt.

    Gruß
    Ralf
     
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Sondenbohrung unter Bodenplatte?

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