Soooo extreme Unterschiede???

Diskutiere Soooo extreme Unterschiede??? im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo! Wir befinden uns in der "heißen Phase", d.h. wir vergleichen gerade die Bau- und Leistungsbeschreibungen unserer Favoriten, weil wir gerne...

  1. #1 Flockenmolly, 29.04.2005
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    Hallo!
    Wir befinden uns in der "heißen Phase", d.h. wir vergleichen gerade die Bau- und Leistungsbeschreibungen unserer Favoriten, weil wir gerne bald mit dem Bauen loslegen möchten.
    Der Angebotspreis zwischen Firma A und Firma B hat eine Differenz von ca. 22.000,- €! :wow
    Die Unterschiede sind:

    Firma A
    Dämmung 8 cm
    Dachstuhl Salzbasis-Imprägniert
    Innentüren Kunststoff
    Toilette stehend
    Estrich / Keller Verbund
    Rohbauhöhe 2,13m
    Gewährleistung BGB (5 Jahre)
    Außenwanddämm. 8 cm Innenwände Porenbeton
    Wärmedämmung 180 mm
    Kellermauer außen Porenbeton + Anfüllschutzmatten


    Firma B
    Dämmung 12 cm
    Dachstuhl KVH
    Innentüren Furniert
    Toilette hängend
    Estrich / Keller schwimmend
    Rohbauhöhe 2,25m
    Gewährleistung VOB (4 Jahre)
    Außenwanddämm. 12 cm
    Innenwände Kalksandstein
    Wärmedämmung 200 mm
    Kellermauer außen Kalksand + Perimeterdämm. 6cm


    Firma B gibt uns zusätzlich eine Gewährleistungs + Vertragserfüllungsbürgschaft

    Firma A übernimmt dafür die Baugrunduntersuchung, Bauherrenhaftpflicht + Bauleistungsversicherung, liefert allerdings keine Bautoilette.

    Ist Fa. B wirklich in allen Teilen besser als Firma A? Oder gibt es Dinge auf die man doch verzichten kann? Die nicht wirklich wichtig sind? Und sind die aufgezählten Dinge wirklich Ihre 22.000€ wert???

    Ich hoffe, Ihr könnt uns helfen, denn wir sind absolute Laien - und es erzählt einem ja jeder etwas anderes...

    Danke und LG
    Anja
     
  2. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "bevor"

    Sie nicht alle auf einen gleichen Nenner bekommen vergleichen Sie:
     
  3. #3 simones, 29.04.2005
    simones

    simones Gast

    Um Himmels willen 22.000 Euro!!!!! Bei welcher Bausumme denn, bitteschön???
    Bei 400Tausend Euro ist das glaub ich noch ein Witz. Selbst bei 250Tausend Euro sind es 8%.

    Was erwarten Sie?
     
  4. #4 Flockenmolly, 29.04.2005
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    Sorry...

    Die Bausumme beträgt 170.000 € zu 148.000 €.
    Mag sich witzig anhören - aber für MICH sind 22.000 € 'ne Menge Geld! :(
    Und wenn ich das Problem z.B. bei ein und demselben Neuwagen hätte, wäre es doch wohl auch für niemanden die Frage, bei welchem Händler man kauft???!
    Und die Frage ist für mich Laien ja auch, ob das, was Fa. B anbietet, wirklich besser ist - oder ob man es uns nur so verkaufen will!
    Also, ich möchte natürlich Geld sparen, wo ich es kann - und wenn es zu Lasten der Qualität geht, dann geht es eben nicht. Aber das kann ich nicht beurteilen, deshalb mein Posting hier...!

    LG Anja
     
  5. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "dann" fragen

    Sie einfach mal Anbieter a.) was es kostet:

    • Kellerhöhe aus 2.25m zu erhöhen ... "und" das ist noch sozialer Wohnungsbau (!)
      .
    • Dämmung anstatt 8cm 12cm
      .
    • Funierte Türen uswusf.
      .
    desweitern bleib ich dabei ... "man" kann A.) mit B.) nicht vergleichen (!) ... höchtens am Preis :motz
     
  6. Lebski

    Lebski Gast

    Wie kommen Sie auf die Idee so zu Bauen? :wow

    Kaufen Sie sich selbst Sachverstand dazu, sonst können Sie Ihr Geld gleich wegwerfen. :Brille
     
  7. #7 Hendrik42, 30.04.2005
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    Anja,

    im Moment sind das wirklich Äpfel und Birnen. Firma B hat im Moment die "bessere" Qualität, aber sie wollen auch mehr Geld dafür. So gesehen ist der Unterschied zwischen den Firmen vielleicht nicht sehr groß.

    Es gibt hier im Forum Leute, die beurteilen können, ob die höhere Qualität das Geld wert ist. Vielleicht schreiben die noch was.

    Aus meiner eingeschränkten Bauherrensicht, und egal ob Sie Firma A oder Firma B nehmen:
    - Dämmen Sie so gut, wie Sie es sich leisten können, denn die Energiepreise steigen und damit ist das Geld gut angelegt. Vielleicht vereinbaren Sie in Sachen Dämmung lieber einen Standard, den Sie auch prüfen können; lassen Sie sich ein KfW60 oder sogar KfW40 Haus anbieten.

    - Gewährleistungsbürgschaft (5% der Bausumme über 4 Jahre nehme ich an?) und Vertragserfüllungsbürgschaft (100% der Bausumme über Bauzeit nehme ich an?) sind heutzutage Pflicht. Bauen Sie nicht mit einer Firma, die das nicht leisten will (auch wenn Sie die Kosten übernehmen).
    Wenn Ihr Zahlungsplan gut ist, Sie also nie für etwas zahlen, was noch nicht fertig aufgebaut ist, dann kann die Vertragserfüllungsbürgschaft auch weniger als 100% der Bausumme sein.

    - Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung brauchen Sie sowieso und kostet nicht viel (zusammen um die 700 EUR). Das Ihnen das Firma A "schenkt" ist nett (machen hier im Norden auch viele), aber die Bürgschaften sind noch wichtiger.

    - Wie ist das mit Baustrom/Wasser, Grundstückserschliessung (Gas, Wasser, Abwasser), Gehwegüberfahrt (kostet in HH 2500.- EUR weil die Stadt das macht!) usw.?

    - Schön das Firma A eine Baugrunduntersuchung macht, aber was für Sie als Bauherr wichtig ist, ist dass der Keller nicht plötzlich das doppelte kostet, weil der Bodenaushub viel viel teurer geworden ist. Mein Rat: machen Sie die Baugrunduntersuchung jetzt auf eigene Kosten und teilen Sie das Ergebnis den Firmen mit. In JEDEM Fall vereinbaren Sie, dass das Baugrundrisiko bzw. Mehrkosten für Bodenaushub- und -abfuhr bei den Baufirmen liegt. Sonst haben Sie schnell eine 2-8000 EUR Überraschung am Hals.

    - Haben Sie die Verträge und Leistungsverzeichnisse mit einem unabhängigen Architekten durchgesprochen? Sie haben bestimmt einen im Bekanntenkreis, fragen Sie mal.

    - Was die Ausstattung angeht: JEDES Teil muss im Leistungsverzeichnis mit Hersteller und Modell (oder Preisklasse) genannt sein. Sonst können Sie nie beurteilen, ob die Mehrkosten für ein hübscheres Waschbecken gerechtfertigt sind oder nicht.

    - und sonst: nach meinem Verständnis imprägniert man Dachstuhholz für EFH nicht mehr. Ob Sie mit Plastiktüren zurechtkommen, müssen Sie selber wissen.

    - Sie werden 5% unerwartete Mehrkosten haben. Wenn alles gut geht. Und wenn Sie ein Jahr lang verhandeln und sich in allem ganz sicher sind und alles in der LV steht: Sie werden 5% unerwartete Mehrkosten haben. Wenn alles gut geht. Also sorgen Sie dafür, dass das Geld da ist.

    - Vereinbaren Sie einen Blower Door Test. Andere mögen von dem Test nicht so viel halten, aber die Planer und Handwerker wissen, dass ein solcher Test gemacht wird, dann wird sich die Qualität nicht verschlechtern... kostet so bei 250 EUR.

    - zuletzt: Sie haben die AGB der beiden Unternehmen durch einen RA prüfen lassen? Bei uns kam gleich einer mit unwirksamen (weil sittenwidrigen) AGB an...

    Gruß, Hendrik
     
  8. Andre

    Andre

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    Ohne Architekt geht es nicht...

    Ein Tipp von einem Fastbauherren:

    Nach zwei harten Jahren intensiver Recherche habe ich alle Möglichkeiten, ein Haus für meine Familie auf die Beine stellen zu lassen durchgeprüft und bin zu folgendem Schluss gekommen:

    Ohne eigenen Architekten geht es nicht!

    Eigener Architekt heisst hier, dass man den wirklich selbst bezahlt, nicht irgendein festangestellter Architekt des Bauträgers. Nur wenn man den Menschen selbst bezahlt arbeitet der auch im Sinne des Bauherren.

    Natürlich kann man dann immer noch mit einem Bauträger zusammenarbeiten... wenn diese dann noch mitmachen. Will der vorher noch so interessierte Bauträger nun doch kein Angebot mehr abgeben, dann spricht das Bände. Man kann dann froh sein, diesen nicht beauftragt zu haben.

    Liebe Anja,
    Du wirst es nicht schaffen, Dir mit auch noch so viel Einsatz den Sachverstand anzulesen, der notwendig ist, um solche Angebote prüfen zu können.

    Das Geld für den Architekten holst Du dreimal wieder raus, weil Du nicht mehr ganz einfach übers Ohr gehauen werden kannst.

    Und über eins musst Du Dir klar werden: Allein aufgrund der Tatsache das Du sonst im Projekt niemanden hast, der kompetent ist und nur auf Deiner Seite steht, wird es den einen oder anderen Punkt geben, wo Dinge unnötigerweise zu Deinem Nachteil laufen.

    Und dabei wirst Du mehr Geld verlieren, als Dich der Architekt gekostet hat.
    Ein schönes Buch dazu:
    "Oberheims Heim", Dietmar Treiber http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3816764320

    Lies dieses Buch. Das macht im Unterschied zu vielen anderen nicht schlauer, sondern zeigt einem, wie viel man nicht weiss.

    Andre
     
  9. #9 Baufuchs, 31.05.2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31.05.2005
    Baufuchs

    Baufuchs Gast

    @ Hendrik 42

    Vertragserfüllungsbürgschaft über 100% der Bausumme für gesamte Bauzeit? Den BU möchte ich sehen, der so etwas unterschreibt. Und Pflicht -wie Sie schreiben- ist eine solche Bürgschaft ganz und gar nicht. Der BU kann, muss aber eine solche Bürgschaft nicht abgeben. Dass man eine Vertragerfüllungsbürgschaft zu vernünftigen Konditionen als Bauherr verlangen sollte steht auf einem anderen Blatt. Gewährleistungsbürgschaft ist OK. Wichtig sonst: ordentlicher Zahlungsplan -bezahlt wird was gebaut ist- und Vertragserfüllungsbürgschaft (meist ca. 10% der Bausumme) um das Risiko höherer Kosten bei Weiterbau nach Insolvenz des BU abzudecken.
    Auftragsvergabe und Bauüberwachung durch unabhängigen Fachmann begleiten lassen.
    Die vom Fragesteller aufgeworfenen Probleme der Nichtvergleichbarkeit sidn typisch. Keine Ausschreibung/Baubeschreibung als Vorgabe für die Anbieter, jeder kalkuliert eigenen Bau-/Ausstattungsstandard und oftmals erhält dann (unter Einsatz von AWG-Hormonen) der Billigste den Auftrag. Ärger vorprogrammiert....
     
  10. mls

    mls Bauexpertenforum

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    kann man besser nicht sagen :respekt :respekt
     
  11. #11 Hendrik42, 31.05.2005
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    Meiner hätte es getan. Wir haben es dann aber auf 20% beschränkt, weil das a) die größte Rate war und nicht so teuer.

    BU/GU wie Viebrock-Haus arbeiten hier mit Baufertigstellungsversicherungen. Ich habe mich damit nicht näher beschäftigt, aber Stiftung Finanztest hält das für eine klasse Sache. Sowas ist natürlich auch eine gute Option.


    "... ist Pflicht" heisst in meinem Sprachgebrauch, das man sowas machen sollte im Sinne von total doof, wer's nicht macht. Nicht "gesetzliche Pflicht" oder so. Wir sind hier also einer Meinung. Für Konditionen ist die Hausbank des BU zuständig und hier ist es fast interessanter, ob der BU überhaupt eine Bürgschaft von der Bank bekommt...

    Gruß, Hendrik
     
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