Spannbetonelemente statt Filigrandecken

Diskutiere Spannbetonelemente statt Filigrandecken im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir lassen gerade eine schlüsselfertige Doppelhaushälfte bauen. Massive Bauweise, vollunterkellert, Kalksandstein. Decken...

  1. rookie

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    Hallo zusammen,

    wir lassen gerade eine schlüsselfertige Doppelhaushälfte bauen. Massive Bauweise, vollunterkellert, Kalksandstein.
    Decken Keller/EG und EG/OG lt. vertraglicher Bauleistungsbeschreibung aus Stahlbeton als Filigrandecken, Stärke 16 cm.
    Rohbau steht jetzt bis einschließlich Decke EG/OG.
    Allerdings wurden keine Filigrandecken verbaut, sondern Spannbetondecken (Hohlkammern), die nicht mehr flächig vergossen werden.

    Der Bauträger sagt, aus statischer Sicht seien keine Filigrandecken möglich gewesen, welche noch die Lasten der Vollgipswände aufnehmen (fragt jetzt bitte nicht, warum er dann nicht die Baubeschreibung geändert hat, das ist jetzt sein Problem...). Filigran wäre nur in viel größerer Dicke möglich gewesen, dann hätte es eine steilere Treppe gegeben. Außenmaße der DHH: 10,20 x 6,40 m.
    Die nunmehr verbauten Deckenelemente seien ebenfalls aus Stahlbeton und sogar 18 cm hoch und hätten damit einen besseren Schallschutzwert.

    Uns stellt sich jetzt die Frage, ob wir das akzeptieren sollen oder nicht. Daher: Kann man hier von technischer Gleichwertigkeit sprechen? Wie sieht es aus mit Schallschutz, Stabilität, Rissfestigkeit? Sind die Ausführungen des Bauträgers zur Deckendicke/Statik nachvollziehbar? Wollte BT eventuell nur Kosten sparen?

    Ich weiß, die Frage Filigran oder Spannbeton wurde bereits ein paar mal diskutiert, die entsprechenden Beiträge ermöglichen mir allerdings noch keine Entscheidung in meinem Fall, wäre daher für Eure Einschätzung dankbar.
     
  2. PeMu

    PeMu

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    Nun, der Schallschutz ist nicht gleichwertig. Beim Luftschallschutz zählt die Masse und die fehlt in den Löchern.

    Wesentlich für Sie ist die Deckenuntersicht: spachteln ist da nicht drin. Die Unebenheiten sind viel größer als bei Filigran-Decken.
    Haben Sie auch kurze Elemente - Treppenöffnung? Alles so unter 3,50m brauchte eine Zeit, bis sich die endgültigen Durchbiegungen einstellen. Nicht zu früh verputzen.

    Und nachteilig sind auch die gegebenenfalls notwenigen Auswechslungen aus Stahl. Die stehen über die Deckenuntersicht über.

    Darauf achten daß alle (je Röhre unter der Decke im Endbereich) Entwässerungsbohrungen offen sind. Sonst Nachbohren - aber Achtung es kann Wasser kommen.

    Und warum der Unternehmer hier umgeschwenkt ist von Filigran auf Spannbetonhohldielen - in der Summe ist es in der Regel nicht günstiger. Der Fugenverguß - alle Fugen sind zu vergießen, umlaufender Ringanker am Deckenauflager ist zu betonieren. Die Decke muß Verputz werden oder Unterdecke ist einzubauen. Kurze Elemente neigen zu starken Überhöhungen -> Rohdecke uneben, Auswechslungen nur mit Stahlträgern möglich. Dies muß auch ausgeführt werden.
     
  3. rookie

    rookie

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    Lieber PeMu,
    danke für die Hinweise.
    Treppenöffnungen haben wir. Da beträgt die Spannweite ca. 3,50 m. Wie lange sollte denn mit dem Verputzen gewartet werden? Besteht eine Pflicht des Unternehmers, die Decke zu Verputzen? Oder kann er uns mit Fugenverspachteln abspeisen?
    Den Hinweis zu den Auswechslungen aus Stahl verstehe ich leider nicht. Könnten Sie das nochmal für einen Laien erläutern?
    Wenn alles ordentlich gemacht ist, scheint mir die Lösung - abgesehen vom Schallschutz - akzeptabel. Habe ich Sie da richtig verstanden?
     
  4. PeMu

    PeMu

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    - Verputzen: Die Decken haben so große Höhenunterschiede an einigen Fugen, dass ein Spachteln nicht funktioniert. Und die Betonoberfläche ist selten "glatt", eher etwas leicht wellig/dellig.
    Die Sache mit den kurzen Elementen ist vertrackt. Man sollte hier das Einbringen des Estrichs abwarten. Aber da werden Sie auf Granit beißen. -> Kompromiß mind. 4 Wochen eher 8 Wochen nach Einbau solte es schon sein.
    Wenn der Unternehmer nur spachteln will, er soll Ihnen Referenzobjekte nennen. Und Sie gehen hin, schauen es sich an, fragen die Eigentümer. Wenn es hingehauen hat, nageln Sie den Unternehmer auf das Ergebnis schriftlich fest.

    Mein Komproß: wenn es geht: Latten unter die Decke und Gipskarton oder Gipsfaserplatten (Fermacell) 1-lagig. Ist auch nicht teurer als verputzen und das funktioniert wenigstens.

    Im Industriebau stört entweder die Unebenheit nicht oder es wird z.B. bei Büros mit einer Unterdecke gearbeitet.

    Stahlträger: sehen Sie keine, dann haben Sie keine. Die Deckenelemente müssen immer am Ende irgendwo aufliegen. Ist keine Wand, z.B. am Treppenloch, dann braucht man einen Stahlträger am Ende des Plattenelementes. Und die Platten dürfen auch nur an den Enden aufliegen! Nicht zwischendurch auf einer Wand und dürfen auch nicht auskragen (überstehen).
     
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