Sparren angelascht / Ausführung fachgemäß?

Diskutiere Sparren angelascht / Ausführung fachgemäß? im Dach Forum im Bereich Neubau; Ich würde mich freuen eine Zweitmeinung zur abgelieferten Ausführungsqualiät zu bekommen. Bestellt waren Zimmermannsarbeiten für Pultdach inkl....

  1. BobRoss

    BobRoss

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    Ich würde mich freuen eine Zweitmeinung zur abgelieferten Ausführungsqualiät zu bekommen. Bestellt waren Zimmermannsarbeiten für Pultdach inkl. Pavatex-Dämmung über den Sparren. Es handelt sich um KVH in NiSi Qualität, die Sparrenzwischenräume werden noch mit Steinwolle 032 ausgefüllt. Dimensionierung der Sparren: 24 x 8. Im Bild zu sehen ist ein Bereich um die Mittelpfette. Laut Aussage Zimmermann hatte der eine Sparren an dieser Stelle ein Materialschwächung und musste deshalb angelascht werden. Sollte sowas nicht bereits beim Abbund auf dem Betriebsgelände festgestellt werden und der Sparren im Vorfeld getauscht werden?

    Vielleicht wurde auch nur ein Schnitt an der falschen Stelle gemacht und der Fehler dann bei der Montage behoben. Ist aber nur eine Vermutung.

    Zwei Fragen ergeben sich für mich:

    A) ist ein anstückeln bei KVH so hinzunehmen weil NiSi Qualität bestellt war? Nach Plan sollte dieser Sparren von der Fußpfette kommend über die Mittelpfette bis zum Firstauflagerholz durchlaufen. Wärmedämmwert wird sich an der Stelle durch das anlaschen leicht verschlechtern

    B) ist die Ausführung der Anlaschung so fachgemäß? Ich kann nur einzelne Nägel erkennen beidseitig, ist das tatsächlich ausreichend oder sollte mein Statiker da besser nochmal einen Blick drauf werfen? Der Sparren überspannt von der Mittelpfette ca. 5m bis zum Firstauflagerholz, bei 7Grad Dachneigung.

    Ausführung durch ortsansässiges Zimmermanns-Traditionsunternehmen mit gutem Ruf.
     

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  3. Gast036816

    Gast036816 Gast

    frag den statiker, der die holzkonstruktion gerechnet hat. der wird sich das anschauen und sich dazu äußern.

    kein bauleiter vor ort, der das beim aufrichten des dachstuhls rechtzeitig feststellt und den austausch des sparren veranlassen kann?
     
  4. Friedl1953

    Friedl1953

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    Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden. Da wurde irgendein Fehler kompensiert. Allerdings gehört es sich, dass man mit Dir darüber spricht und Dich an der Lösung beteiligt. Die Verschlechterung Deines Wärmeschutzes würde ich dabei mit Null bewerten.
    Ist nicht die feine englische Art es so laufen zu lassen.
    Was anderes ist die Ausführung der Anlaschung. Wenn Du sowieso mit einem Statiker im Kontakt bist würde ich Ihn das mal ansehen lassen. Da gibt es schon genaue Regeln wie so was zu erfolgen hat. Allein die Verwendung eines Brettes (anstatt OSB oder besser Sperrholz) legt die Vermutung nah, dass hier einfach mal was gemacht wurde, ohne jeglichen statischen Nachweis.
    Da würde ich nach dem Motto verfahren: "Vertrauen ist gut, Kontrolle besser"!
     
  5. mls

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    gäb´s g´scheite holzbaupläne als vertragsgrundlage, wär die frage
    überflüssig - jetzt gehen diskussionen und gesundbetereien los.
    besser als hingepfriemelt wirds auch durch ein vielleicht rechnerisch
    ausreichendes ergebnis nicht.
     
  6. Wieland

    Wieland

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    Vielleicht handelt es sich bei der Ausführung um ein Gerbergelenk ? Wonach es nicht aussieht .

    Grüße
     
  7. Friedl1953

    Friedl1953

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    @ Wieland, na gut aber was soll das jetzt sagen. Irgendwann ist etwas schief gegangen, in den Abbundplänen stand das so bestimmt nicht. Ich finde es ist ein legitimes Mittel den Fehler so zu beseitigen, wenn ich das mit dem Bauherren vorher abgestimmt habe.
     
  8. BobRoss

    BobRoss

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    Vielen Dank für die Rückmeldungen. Dem Zimmermann wurde ein Plan zur Sparrenlage bei Auftragsvergabe übergeben. Der betreffende Sparren war wie bereits erwähnt durchgängig geplant. Der Zimmermann hat bzgl. der abweichenden Ausführung nicht das Gespräch mit dem Bauleiter gesucht, vielmehr der Bauleiter die Planabweichung erst am Folgetag entdeckt und dem Zimmermann daraufhin gemeldet - dieser hat dann argumentiert das der betreffende Sparren an dieser Stelle eine Materialschwächung hatte, und hat den Mangel abgewiegelt. In dem Zusammenhang interessiert mich ob fehlerhafte KVH Sparren (Materialfehler so stark das Sparren nicht mehr tragfähig ist) vom Zimmermann ohne Rücksprache mit der Bauleitung überhaupt verbaut werden dürfen. Der Bauleiter war jeden Tag vor Ort, allerdings nicht 24/7. Statiker wird benachrichtigt. Danke.
     
  9. Friedl1953

    Friedl1953

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    Ob man was darf oder nicht, ist hier vielleicht nicht ganz die Frage. Nun kann es sein, dass einfach mal bei der Bearbeitung die angebliche Schwächung (übergroßer Flügelast, fehlerhafte Keilzinkung usw.) nicht bemerkt wurde. Der Montagezimmerer hat es zum Glück bemerkt. Welche Lösung, anlaschen und der Bau geht weiter, oder austauschen mit einer vielleicht nicht unerheblichen Montageverzögerung wenn ein solcher Sparren erst besorgt werden muss? Er hat die wirtschaftlich sinnvollste Lösung gewählt. Aber das geht natürlich nicht ohne mit Dir zu sprechen, da hat er sich falsch verhalten. Aber das bringt Dich doch nun auch nicht weiter, oder? Sag Ihm das unmißverständlich, berechne Ihm den statischen Nachweis für die Laschen, lass Dir was vergüten, wie auch immer.
    Grundsätzlich muss eine Mängelbeseitigung in einem wirtschaftlichen Verhältnis von Aufwand und Schaden stehen. Einfach, Du findest einen schadhaften Balken, darauf ist nun ein ganzes Geschoß und ein Dachstuhl aufgebaut, dann kannst Du nicht erwarten das alles wieder abgebaut wird um diesen Balken auszutauschen wenn man Ihn durch solche Laschen ertüchtigen kann.
    Allerdings glaube ich nicht an die Schwächung, warum sollte ich den Sparren dann zerstückeln. Ein einfaches Verstärken durch solche Laschen hätte auch gereicht. Ich sehe hier zwei Stöße, einer links in etwas Abstand von der Pfette, einer rechts direkt an der Pfette. Vielleicht hat es den Balken in diesem Bereich einfach zerbröselt (runter gefallen oder was auch immer).
     
  10. Gast036816

    Gast036816 Gast

    dann hätte der bauleiter sofort den austausch des fehlerhaften sparrens anordnen müssen und gleichzeitig den bauherrn dazu informieren müssen. das soll jetzt nicht heissen, das der bauleiter schuld oder eine teilschuld hat.

    am besten umgehend eine mängelanzeige an den zimmermann und mit fristsetzung den austausch des fehlerhaften sparrens anordnen, um den anspruch erst einmal anzumelden. sollte der statiker die aufdoppelung gesundrechnet, kann die mängelanzeige noch zurückgezogen werden.
     
  11. H.PF

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    Manche Dinge kann man auch groß reden...

    Und aus einer Mücke einen Elefanten machen. Was in Gottes Namen soll denn DA passieren? Es merkt doch keiner an irgendetwas das das gelascht wurde.

    Schön, er hätte vorher fragen können. Ob DANN der Balken nicht da reingekommen wäre? Ich bin mir sicher das er da auch drin wäre. Mit Laschen dran. Weil es nämlich die wirtschaftlich sinnvollste Löstung für alle war.

    Lass den statikus das noch mal überschlagen aber ich bin mir ziemlich sicher das er das abnicht...
     
  12. H.PF

    H.PF

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    *BREEEMS* Moment: Der ist komplett durchgetrennt und nicht nur geschwächt?

    DANN auf jeden Fall Statikus fragen, kann sein das da Bolzen durch gehören oder das dickeres oder andere Material zur Ertüchtigung genommen werden muß.

    Aber austauschen? Vergiss es, Kollateralschaden ist höher als der Nutzen...
     
  13. Kalle88

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    Der direkt an der Pfette wird die Kerve seien... die einfach durch Blickwinkel der Kamera so aussieht, als wurde hier etwas durchgetrennt.

    Mal abgesehen von dem ganzen statischen Schischi, 7 Grad Dachneigung und Pavatex? TS soll das Dach Wärmegedämmt werden?
     
  14. Friedl1953

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    @ Kalle, hat er schon oben geschrieben, Steinwolle 032, Pavatex hat hier wohl die Funktion Unterdach. Wie die 7 Grad eingedeckt werden??????
     
  15. Kalle88

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    Das hat mit der Eindeckung nur wenig zu tun... Wenn ich die Fachregel nicht falsch interpretiere, dann ergibt sich mit der Wärmedämmung zwei erhöhte Anforderungen, wobei das eigentlich weniger die Rolle spielt. Denn meiner Auffassung nach muss hier ein wasserdichtes Unterdach hergestellt werden. Ebenso sind mir keine Zulassungen bekannt, die Pavatex und 7° Grad Dachneigung regelkonform machen.

    TS: Ist hier ein wasserdichtes Unterdach ausgeschrieben?
     
  16. Kalle88

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    Bevor ich jetzt wieder Mecker bekomme, der erste Satz war etwas unglücklich. Natürlich hängen die Maßnahmen auch vom Bedachungsmaterial ab und der damit verbundenen Regeldachneigung. Daher die zweite Frage, was soll oben drauf TS?
     
  17. bauschaden

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    Die Bemerkung lässt tief blicken! Laschen wurden auf jeden Fall nicht vereinbart.

    Sollen hier noch Nebenkriegsschauplätze aufgemacht werden?

    Da weiß ich noch einen:

    Die "Allgemeinen Verarbeitungshinweise" des Herstellers auf der
    Seite 11 des Handbuchs "Technik für den Profi DACH" Ausgabe 2011 wurden nicht beachtet:

    Mit dem Reststück der ersten Plattenreihe
    beginnt man die zweite Reihe, jedoch
    mit mind. einem Sparrenfeld Fugenversatz.

    Auf dem 2. Bild kann man neben den Laschen den fehlenden Plattenversatz feststellen.
     
  18. Kalle88

    Kalle88

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    Neben Rentner noch Hobbypsychologe? Das du aufgrund einer Aussage deren Zusammenhang du nicht mal verstanden hast, in der Lage bist meine Geistehaltung festzustellen? Respekt. Kannst dich jetzt gerne weiter drum kloppen was vereinbart war was nicht und was nun wirtschaftlich oder nicht ist. Am Ende trifft der Statiker des TS die Entscheidung und es wird umgesetzt was er fordert, Punkt.

    Welches mögliche Problem wiegt wohl schwerer? Entschuldige, das in deinen Augen nur drauf hingeweisen werden darf was offensichtlich gefragt wurde... Es handelt sich jedoch nur um eine Frage, die der TS ja entsprechend beantworten kann. Dein Geblubber hat dem TS nun auch nicht in seiner Frage weitergeholfen. Nur dazu beigetragen über einen hier schreibenen User vermeidlich herzuziehen - unnötig oder?
     
  19. bauschaden

    bauschaden

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    Nicht der Statiker trifft hier die Entscheidung.
    Er ist nur der Erfüllungsgehilfe des Bauherrn.

    Der TE wird wissen, ob er ein Flickwerk bestellt hat
    und der Zimmerer sich als Resteverwerter betätigen sollte.
     
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  21. mls

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    seh ich ähnlich:
    der statiker hat im normalfall NICHT die aufgabe, vertragswidrige
    ausführungen hinzubeten, bzw. in diesem kontext in planung und
    vergabe einzugreifen - gleichwohl mag die fachliche herausforderung
    und das klingeln im geldbeutel verlockend sein, erst recht, wenn
    der bauherr den weg des geringsten wiederstandes gehen will ;)
     
  22. bauschaden

    bauschaden

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    Was meinen Sie hier als "Weg des geringsten Widerstandes"?
     
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Sparren angelascht / Ausführung fachgemäß?

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