Sperrgrund im ganzen Neubau - Risiken

Diskutiere Sperrgrund im ganzen Neubau - Risiken im Ausbaugewerke Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, nachdem unser gesamter Innenputz (Gipsputz) vom Keller bis zum Dachgeschoss mit Maschinenöl verunreinigt ist (an allen Wänden...

  1. kkurza

    kkurza

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    Hallo zusammen,

    nachdem unser gesamter Innenputz (Gipsputz) vom Keller bis zum Dachgeschoss mit Maschinenöl verunreinigt ist (an allen Wänden und Decken sind braune Flecken von 2-5cm Größe), kommt nun der Vorschlag, das Maschinenöl rauszukratzen, dann zu gucken ob noch welche kommen. Falls ja, noch mal rauskratzen und dann ggf. Sperranstrich.

    Was halten die Experten davon in einem Neubau alle Wände und Decken mit einem Sperranstrich zu streichen?
     
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  3. #2 Annette1968, 26. Mai 2014
    Annette1968

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    Ich bin kein Experte, aber ich halte davon NICHTS. Es geht ja gar nicht nur um den Sperrgrund (von dem versteh ich nichts= aber der Putz läßt sich punktuell gar nicht so ausbessern, dass man das nicht sieht. An ein zwei Stellen im haus würde ich mich vielleicht ja darauf einlassen. Aber bei deinem "Dalmatiner"? Du wirst die ausgebesserten Stellen immer sehen, sprich du mußt alles tapezieren. willst du das? Und willst du dich durch einen anerkannten mangel dazu dauerhaft zwingen lassen?
     
  4. #3 Stolzenberg, 26. Mai 2014
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    Warum Sperrgrund? Hattest Du einen maschinenölhaltigen Wandputz bestellt?

    Schreib erst einmal wie man auf den Vorschlag kommt und wer diese tolle Idee hatte... - Deinen anderen Thread kenne ich! Da hieß es recht schnell "entfernen" und ich habe auch nichts geschrieben!!!

    Schönen Gruß aus dem sonnigen Harz!

    PS: Los Annette! Feuer frei auf Deinem Fachgebiet...
     
  5. kkurza

    kkurza

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    Ich bin auch derzeit fassungslos, da vorhin das Gutachten von unserem Sachverständigen reingekommen ist, der während des Ortstermins immer sagte, es gibt keine andere Möglichkeit als Vollsanierung. Keine Teilsanierung und erst recht keine Anstriche.

    Nun ist sein Vorschlag folgender, nachdem er vorher schreibt, dass die bisherigen Versuche von Anstrichen erfolglos waren und bei Teilsanierung (also einzelne Putzstellen entfernen oder mit Entfettungsmitteln bearbeiten) nicht sichergestellt werden kann, dass sie in Wochen oder Monaten wieder kommen:

    - sofortiges Entfernen aller Einschlüsse
    - maschinelle Trocknung der Wand- und Deckenoberflächen (s. o. zus. Maßnahmen)
    - anschl. erneute Kontrolle der Wand- und Deckenoberflächen und erneutes Entfernen
    ggf. neuer Einschlüsse
    - ggf. Aufbau eines Sperranstriches

    Ich bin sprachlos! Wie das nachher eine Q3 Qualität haben soll möchte ich gerne wissen
     
  6. sarkas

    sarkas

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    Grundsätzlich würde ich auch sagen, vereinzelte, betroffene Stellen zu entfernen und auszubesser. Aber nur unter der Prämisse, dass die Oberflächenoptik nicht verändert wird. Und da hakt die Geschichte.

    Ich würde aber unter keinen Umständen im ganzen Haus einen Sperrgrund (welchen auch immer) haben wollen, da dieser (zumindest in geringem Ausmaß) die Raumluftqualität durch Vermindern der Sorptionsfähigkeites des Putzes verschlechtert.
     
  7. #6 Stolzenberg, 26. Mai 2014
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    Einen Gruß an die "Doofe Nuss" (DN)!

    Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) können sie sich in ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften und auch in ihrer mikrobiellen Abbaubarkeit erheblich voneinander unterscheiden.
    Es gibt leichtflüchtige und gut abbaubare MKWs sowie schwerlösliche, schwerflüchtige, schwer abbaubare hochmolekulare Verbindungen aus Schmier- und Altölen.

    Innerhalb der relevanten Kohlenwasserstoffe kann man drei Gruppen unterscheiden:
    1. gesättigt
    2. ungesättigt
    3. aromatische

    Einige MKW stehen im Verdacht erbgutverändernd und krebsauslösend zu sein. Dennoch ist für die gesundheitliche Bewertung die Raumluftkonzentration an aromatischen Kohlenwasserstoffen wichtiger.

    Ohne die Bestandteile des Schmierstoffes zu kennen ist selbst die Äußerung einer vagen Vermutung über die Bedenklichkeit oder Unbedenklichleit schon grenzwertig. MKW's in der Schrauberbude sind ja OK, aber in Innenräumen eines Neubaus hat so etwas nichts verloren!!!

    In seiner Abfalleigenschaft handelt es sich in der Regel um gefährlichen und überwachungsbedürftigen Abfall nach LAGA M20 (oder alternativen Regelungen) nach Abfallverzeichnisverordnung (Abfallschlüsselnummer 17 01 06 - "Gemische aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die gefährliche Stoffe enthalten")

    Viel Spaß mit der Diskussionsgrundlage!

    - Christian -

    PS: Schöner Sachverständiger ist das...
     
  8. kkurza

    kkurza

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    Ganz herzlichen Dank. Ich kann jedes Argument und so wunderbare Ausführungen sehr gut gebrauchen.

    Der Sachverständige schreibt nämlich folgendes:
    "Da es sich bei den Verfleckungen und Braunfärbungen um geringe Mengen und Bestandteile
    handelt und diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Putzmatrix „gebunden“ sind kann eine
    gesundheitliche Beeinträchtigung nahezu vollständig ausgeschlossen werden."

    Es wird wohl irgendwas von 100-200ml Maschinenöl sein, dass aufs ganze Haus verteilt ist. Hört sich wenig an, aber diese Menge ergibt unzählige Tropfen, die dann an den Wänden doch sehr viel sind.

    Christian, kann solch eine Menge denn aus Deiner Sicht doch gesundheitsgefährdend sein? Und wie ist das mit chemischen Reaktionen, wenn es auf normale Malerfarbe oder andere Anstriche trifft?
     
  9. #8 Stolzenberg, 26. Mai 2014
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    " Ohne die Bestandteile des Schmierstoffes zu kennen ist selbst die Äußerung einer vagen Vermutung über die Bedenklichkeit oder Unbedenklichleit schon grenzwertig. MKW's in der Schrauberbude sind ja OK, aber in Innenräumen eines Neubaus hat so etwas nichts verloren!!! "

    Das sagte es schon aus... - Gesundheitsgefahr nein, aber so bestellt und haben wollen auch nein...

    Liebe Grüße

    - Christian -
     
  10. #9 Stolzenberg, 26. Mai 2014
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    Sorry: Ein NEIN bei Gesundheitsgefahr gibt es nur mit Analyse / Raumluftmessung. - Ich meinte "voraussichtlich" nein und damit nicht unbedenklich...
     
  11. Bauking

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    Darf man fragen, wie das Öl in den Putz kam?
     
  12. kkurza

    kkurza

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    In unseren Innenputz ist das Maschinenöl der Mischmaschine gelandet :-(
     
  13. Bauking

    Bauking

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    Was es nicht alles gibt - Hoffe für euch das Beste.
    Glaube aber kaum, dass Maschinenöl in so geringen Mengen auf einer solch großen Fläche eine Gesundheitsgefahr birgt, zumal technische Öle x-fach destilliert und
    gefiltert sind und hohe Grenzwerte eingehalten werden müssen.

    Die Frage ist eher, ob das Zeug nachher keine Probleme beim Anstrich bzw. Tapezieren verursacht oder später gar durchkommt.
     
  14. #13 Stolzenberg, 26. Mai 2014
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    Hier sind jetzt die Fachleute des Baurechts gefragt. Bei mir hört es beim Chemikalien- und Abfallrecht auf...

    Abfallrechtlich sehe ich definitiv die Notwendigkeit einer Probenahme! - Mehr nicht!

    Der Rest reicht für ein schlechtes Gefühl bei einem mittelmäßigen Sachverständigen aus. Aber ob das zum gewünschten Ziel führt? Da haben die Baurechtler dann doch die besseren Argumente!
     
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  16. Markul

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    Boh. Jetzt bin ich platt. Hab grad im anderen Thread noch geschrieben, dass du Glück im Unglück hast, und die Verursacher wenigsten nicht "rumzicken" und ohne Kompromisse bereits sind den Schaden (Putz) komplett zu entfernen. Und jetzt lese ich das!!! Wer hat den Gutachter beauftragt? Du oder die Herstellerfirma?
     
  17. kkurza

    kkurza

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    Der Witz ist, dass der Gutachter von uns beauftragt wurde. Wir haben mittlerweile mit mind. 15 Fachleuten gesprochen und alle sagen, der Putz muss runter, nur unser staatlich bestellter Gutachter ist der einzige, der den schönen Putz bewahren möchte und für die Teilsanierung plädiert.
     
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