Spitzboden ausbauen - geeigneter Fußbodenaufbau um Feuchteschäden zu vermeiden

Diskutiere Spitzboden ausbauen - geeigneter Fußbodenaufbau um Feuchteschäden zu vermeiden im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, es handelt sich um ein recht neues Haus (BJ 2012) mit Satteldach und ausgebautem Dachgeschoss. Der Spitzboden soll nun zusätzlich...

  1. #1 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Hallo,

    es handelt sich um ein recht neues Haus (BJ 2012) mit Satteldach und ausgebautem Dachgeschoss.
    Der Spitzboden soll nun zusätzlich ausgebaut, beheizt und über die KWL belüftet und als Wohnraum integriert werden.

    Dafür wird im Spitzboden planmäßig eine 2. luftdichte Hülle erstellt, die geschlossen über die Schrägen und den Fußboden geführt wird und an der Treppe mit der bestehenden Dampfsperre verbunden wird. Die Vor- und Nachteile dieser Lösung habe ich schon ziemlich gründlich recherchiert.
    Der Nachteil besteht darin, dass die Kehlbalkenlage zwar mit 180mm Mineralwolle gedämmt ist, aber nicht luftdicht abgeschlossen ist. An anderer Stelle wurde hier der Begriff der Kühlrippe verwendet. Alles in allem kann aber wohl keine andere Lösung gewählt werden, weil die Alternative - der Anschluß an die bestehende Dampfbremse nahezu unmöglich ist.

    Ich plane auf die Kehlbalkenlage 22mm OSB Platten zu verschrauben, verleimen und die Stöße mit geeignetem Klebeband luftdicht abzukleben. Die Stöße sollen möglichst auf den Balken (8cm dick) liegen. Anschließend wird eine dünnere OSB Lage in gleicher Form mit versetzen Stößen aufgeschraubt. Darauf werden dann Hobeldielen geschraubt, die dann in Richtung der Kehlbalkenlage verlaufen können. Das sieht schöner aus und ließe sich wegen der Raumbreite von 4,75 mit einer Diele ohne viel Verschnitt lösen.
    Wegen des guten Schallschutzes und der niedrigen Aufbauhöhe sehe ich zu diesem Aufbau wenige Alternativen.

    Nun meine Frage:
    Ist an der Unterseite der unteren OSB Lage mit Feuchteschäden zu rechnen, wenn wir davon ausgehen, dass es keine Leckagen in den beiden luftdichten Hüllen gibt?

    Schöne Grüße

    LK
     
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  3. R.B.

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    Zuerst mal klären ob Du den Spitzboden als "Wohnraum" integrieren darfst.
    Dann prüfen ob der Spitzboden für die zu erwartenden Lasten geeignet ist.

    Wenn diese Punkte geklärt sind, kann man sich über einen Bodenaufbau Gedanken machen. Was die vielen OSB Platten "verklebt" dabei sollen erschließt sich mir noch nicht. Falls Schallschutz ein Thema ist, wäre der gesamte Bodenaufbau zu betrachten.
     
  4. #3 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Meinst Du damit Baugenehmigung etc.? Muß das bei einem selbst genutzten Objekt gemacht werden? Der Boden soll zur Hälfte als Kellerersatz dienen, aber vollflächig wohnlich eingerichtet werden. Die andere Hälfte könnte "wohnlich" genutzt werden. Die Treppe spielt sicherlich auch eine Rolle. Diese wird ausreichend groß werden: 3,60x1,00m beträgt der vorbereitete Wechsel.

    Das Haus wurde mit ausbaufähigem Spitzboden gekauft. Insofern gehe ich davon aus, dass die vorliegende Statik passt.

    Der Bodenaufbau besteht momentan lediglich aus der Kehlbalkenlage mit zwischenliegender 180er Dämmung. Die Abstände der Kehlbalken betragen 75cm. OSB wegen der geringen Aufbauhöhe, Masse und Dichtheit. Für Alternativen bin ich selbstverständlich offen.
     
  5. R.B.

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    Aber klar doch. Du kannst doch nicht so einfach Wohnraum schaffen wenn dies in der Baugenehmigung nicht vorgesehen ist. Für Wohnraum gelten ganz andere Anforderungen, und das hat seinen Grund.

    Wer hat das gesagt? Wenn dies beim Kauf vertraglich so vereinbart war, dann sollte man davon ausgehen können, dass die Statik das auch hergibt. Stellt sich dann nur noch die Frage was unter "ausbaufähig" vereinbart war, sprich Nutzung als Lagerraum, Wohnraum oder was auch immer.

    Wieso muss das "dicht" sein? Die "(luft)dichte" Hülle wird doch über die Dachschrägen zum First gebildet, und hoffentlich fachgerecht angeschlossen.
     
  6. #5 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Das funktioniert aus baupraktischer Sicht leider nicht mehr. Man kann die bestehende Dampfsperre, die unter den Kehlbalken verläuft nicht anschließen, ohne das große Risiko vieler unbemerkter Leckagen einzugehen. Das wurde an einigen Stellen bereits diskutiert und der Einbau einer zweiten luftdichten Ebene mit Anschluß über das Treppenloch erscheint die einzige pragmatische Lösung. Die OSB Fläche würde dann den unteren Teil der zweiten luftdichten Hülle bilden und über die Pfetten mit der Dampfbremsfolie in den Schrägen nach oben verbunden.
     
  7. R.B.

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    Haarige Konstruktion, da halte ich mich zurück. Das soll jemand beantworten der damit mehr Erfahrung hat.
     
  8. #7 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Ja. Das ist nicht ganz ohne. Leider wurde in der Bauphase verpasst, die Sache besser vorzubereiten.
    Mir wurde von meinem Baubetreuer seinerzeit geraten, die luftdichte Hülle in der o.g. Form zu planen und auszuführen. Im Netz habe ich kontroverse Meinungen zum Sachverhalt gefunden und letztlich gehen wohl beide Lösungen, wobei meine deutlich weniger Fehlerträchtig ist und im besten Fall "nur" energetische Nachteile hat.
     
  9. #8 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Hier eine Skizze und eine präzisere Fragestellung:
    "Ist bei einer derartigen Konstruktion mit Kondensat zu rechnen?"

    Scan0005.jpg
     
  10. #9 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Der Dachaufbau im bereits ausgebauten Geschoss sieht folgendermaßen aus:

    - Dachziegel
    - Lattung
    - USB
    - 180mm Mineralwolle
    - PE Folie
    - U-Profile / 12,5mm Gispkarton
     
  11. Kalle88

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    Ja, ist es - mit angrenzender Wahrscheinlichkeit sogar.
     
  12. #11 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Als logische Konsequenz müßte man also andere Materialien als OSB wählen. Wenn als erste Lage auf den Kehlbalken eine variable Dampfbremse verlegt werden würde und anschließend eine Lattung als Auflage für die Dielung, würde dann eine Kondensatbildung vermieden werden können, bzw. würde diese ggf. keinen massiven Schaden anrichten?
     
  13. Kalle88

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    Es liegt nicht am Material, es liegt an der Linienführung. Jeder Kehlbalken stellt eine Durchdringung da, das kann nicht funktionieren. Hier müssen andere "kreative" Maßnahmen getroffen werden. Entweder, in dem man das Tragwerk modifiziert und die Folie bis in den First duchgehend legen kann. Oder man könnte darüber nachdenken zwei separate Luftdichtigkeitsschichten zu verarbeiten.
     
  14. #13 lastkonvoi, 9. Januar 2015
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    Das wurde auch bereits in Erwägung gezogen. Allerdings ist es wirklich riskant, im Hinblick auf Fehlstellen bei der Verklebung, weil die Bereiche unter den Kehlbalken nur schwer bis gar nicht zugänglich sind. Die Bereiche zwischen den Kehlbalken, dort wo nur Dämmung liegt, könnte man sicherlich anschließen.

    Wie könnte man das Tragwerk modifizieren?

    So ist mein Plan von weiter oben. Mein Baubetreuer sagt, Spitzboden und der restliche Wohnraum seien 2 getrennte Raumschiffe, die nur über die Treppe verbunden würden.
    Oder gibt es da noch eine dritte Möglichkeit?
     
  15. Kalle88

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    Das sagt dir dein TWP-Planer in Zusammenarbeit mit dem Zimmermann.


    Wenn das Treppenloch sauber eingedichtet wird und an jetzt bestehende Luftdichtigkeitsebene angeschlossen wird - ist das kein Problem. Gibt es sicherlich, über spezielle Bewertungen von Fachleuten (Bauphysikern), mir fällt keine weitere ein.
     
  16. lastkonvoi

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    Die Planung ist nun ein wenig fortgeschritten.
    Der Anschluß im Pfetten - Kehlbalkenbereich scheidet aus. Der Trockenbauer meinte, dass dort oben ja kein Bad und keine Küche wäre und deswegen der Dampfdruck nicht so groß sei. Deswegen könne man mit den "in Handarbeit" entstehenden "kleinen" Lecks leben. Nein danke.

    Die Sache mit der Tragwerksänderung würde bedeuten, dass die Kehlbalken gekappt werden müßten und das ist insgesamt zu aufwendig. Das gleiche gilt für die Lösung, das Dach abzudecken und das Detail von außen zu lösen.

    Bleibt also die Lösung, eine komplett neue luftdichte Hülle für den Spitzboden zu erstellen, wie vorher auch schon angesprochen.
    Hierzu habe ich nochmal eine exaktere Skizze angefertigt.

    Unklar ist mir noch, ob der Bereich hinter der Drempelwand gedämmt werden sollte. Der Trockenbauer meinte, das wäre nicht nötig, aber da habe ich (berechtigte?) Zweifel.

    detail-luftdichtigkeit-spitzboden.jpg
     
  17. Neutal

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    Ich habe eher den Eindruck, das das hier alles nichts mit Planung zu tun hat. An der Kehlbalkenlage haben Sie gar nicht zu verändern. Die ist ein statisch wichtiger Bestandteil Ihres Dachtragwerkes.
    Es wurde bereits im Vorfeld vergessen den späteren Ausbau des Spitzbodens zu berücksichtigen, das jetzt zu korrigieren ist Zeitaufwendig, notwendig und wichtig.
    Bevor Sie sich hier allerdings weiter Gedanken machen ist es wichtig die machbarkeit des Vorhabens bei Ihrem Bauamt zu erfragen. Ein nicht genehmigter Dachausbau zieht leider jede Menge ernster konsequenzen nach sich. Beginnend beim fehlenden Versicherungsschutz geht es über Baurechtliche Verstöße( Schwarzbau) über das Wohl der eigenen Gesundheit. Fehlende Rettungswege kosten im Ernstfall eventuell Ihr Leben oder das von Familienangehörigen und genau an den Rettungswegen scheitern viele dieser Vorhaben
     
  18. Kalle88

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    Sofern das Zwischensparrenfilz im Pfettenbereich dicht gestoßen wird ist eine Dämmung des Drempels nicht notwendig, da die Pfette im warmen Bereich liegt und überdämmt ist. Das was Flocke aber geschrieben hat - zur Baugenehmigung - vorab bitte berücksichtigen und erst mit einem Ok das Handeln anfangen.
     
  19. lastkonvoi

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    Das möchte und werde ich wohlweislich nicht tun. Die Kehlbalkenlage und Statik soll unangetastet bleiben.
    Grundsätzlich steht dem Ausbau die Statik nicht im Weg. Die Auslegung erfolgte mit Blick auf einen späteren Dachbodenausbau.

    Ja. Leider wurden die Details nur teilweise bedacht und vorbereitet. Hätte wäre wenn - ich würde selbstverständlich ein Argusauge auf diese Details werfen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte. Dennoch ist es hoffentlich noch nicht zu spät und die Planung unter Berücksichtigung der Gegebenheiten läuft.

    Im Moment befindet sich im Bereich unter der Pfette zwar 18cm Dämmung, diese ist aber teilweise ein wenig gestaucht, so dass ein Spalt von ca. 2-3 cm Höhe zwischen Dämmung und Pfette raumseits liegt. Nach außen hin befindet sich aber durchgängig 18cm Dämmung, da der Bereich hinter der Pfette voll ausgedämmt werden kann.
    An anderen Stellen habe ich gehört, dass es hinter der Dampfbremse im "kalten" Bereich keinerlei Hohlräume geben darf.
    Dies wäre aber gegeben, wenn man den Drempel nicht voll ausdämmen würde.
     
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  21. Kalle88

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    Wenn Dampfsperre nur Dampfsperre ist mag das zutreffend sein. Wenn Dampfsperre auch gleich Luftdichtigkeit ist, ist das irgendwie Blödsinn... Weil der Anteil der per Diffusion in den "kalten" Teil einströhmt so gering sein dürfte... Vielleicht dient es gut zur Panikmache, wer weiß.

    Wenn das DG mal Wohnraum darstellen soll sind einige baurechtliche Dinge zu berücksichtigen. Es ist aber mühsig das bei jeder Ausbaugeschichte immer und immer wieder zu erwähnen. Das technische ist das eine, das baurechtliche das andere.
     
  22. lastkonvoi

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    Das wäre schön, wenn hierzu ein Bauphysiker o.ä. etwas sagen könnte. Vielleicht gibt es ja auch verlässliche Literaturquellen.
    Umgekehrt würde es ja auch bedeuten, dass sämtliche Hohlräume unter dem Fußboden gedämmt werden müßten. Die Kreuzlattung bringt ja automatisch wieder Hohlräume.
     
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