Spitzboden - was ist richtig?

Diskutiere Spitzboden - was ist richtig? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo an die Experten, ich befinde mich in der Rohbauphase eines "ganz normalen" Einfamilienhauses und bin immer noch nicht sicher ob ich den...

  1. Simmersdorf

    Simmersdorf

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    Hallo an die Experten,

    ich befinde mich in der Rohbauphase eines "ganz normalen" Einfamilienhauses und bin immer noch nicht sicher ob ich den Spitzboden dämme. Die Beiträge über "Tropfsteinhöhlen" hier im Forum machen mir echt Angst.

    Haus: KfW60 mit Sole-Wärmepumpe, kontrollierte Wohnraumlüftung, Bloowing Door Test geplant. Dach: Pfettendach, Tondachziegel, 45Grad Neigung, keine Fenster im Dach, eine Gaupe.

    Bisher habe ich zwei Architekten und den Dachdecker befragt und sehr unterschiedliche Antworten bekommen.

    Mein Architekt: ich soll die Kehlbalkenlage dämmen, denn das ist die Trennlinie zwischen warm und kalt.
    ABER weil durch das Spitzdach die Kanäle für die Wohnraumlüftung gehen und es besser ist wenn diese innerhalb der warmen Hülle bleiben, sollte man das Spitzdach zusätzlich mit 200mm Mineralwolle und Dampfsperre versehen. Das wäre auch ein gewisser sommerlicher Hitzeschutz. Also Kehlbalkenlage und Spitzdach gleich gut dämmen mit Dampfsperre.
    Der Spitzboden ist dann ein abgeschlossener Raum ohne Lüftung einzige Öffnung ist die (wärmegedämmte) Bodentreppe.

    Dazu meint ein anderer, befreundeter Architekt, der hauptsächlich Passivhäuser projektiert: Das bringt nichts, es kann nur eine Thermische Ebene geben, kalt gegen kalt dämmen hat wenig Sinn, da das Spitzdach nicht beheizt wird. Ich solle das Geld lieber in eine einzige Dämmebene stecken. Er schlägt vor das Spitzdach zu dämmen und die Kehlbalkenlage nur mit 5cm Dämmung als Installationsebene zu nutzen. Das Spitzdach soll also komplett in die warme Hülle aufgenommen werden. Außerdem wäre es gut, wenn ich das Dach statt mit einer Unterspannbahn mit diffusionsoffenen Dachplatten einschalen lasse und als Dampfsperre eine "feuchteadaptive" Folie nehme.

    Dazu meint nun wiederum der andere Architekt: Damit werde ich sinnlos das Spitzdach mitheizen und was passiert mit der Feuchtigkeit, die durch die fast ungedämmte Kehlbalkenlage in das etwas kühlere unbelüftete Spitzdach gelangt? (zumal sich darunter das Bad mit Dusche befindet)

    Der Dachdecker findet den Vorschlag mit den Unterdachplatten gut (kostet auch mehr). Meint aber die Unterdachplatten würden nur richtig Sinn machen, wenn Dämmung darunter ist.
    Der Bauunternehmer plädiert für eine Dämmung der Kehlbalkenlage, Spitzdach kalt lassen und die Rohrleitungen für Lüftung abkoffern und dämmen. Dazu Unterdachplatten statt Unterspannbahn hält er für nützlich aber nicht unbedingt.

    Was meinen die Experten dazu?
    Wie sieht der "ideale" Spitzboden aus, wenn man ihn lediglich als Abstellraum nutzen will, sich das Gebäude im Sommer aber auch nicht zu sehr aufheizen soll?

    Viele Grüße
    Thomas S.
     
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  3. Bauwahn

    Bauwahn

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    Dazu solltest Du schreiben, ob die abgestellten Dinge Frost und größere Hitze abkönnen.
    Wenn Du dort z.B. Farbeimer lagern wolltest, sollte es in der beheizten Hülle sein, sonst muss es nicht unbedingt.
    Ob man es mitheizen sill, hängt natürlich auch von der Größe ab. Wenn's nur ein paar Quadratmeter sin, ist das zu verschmerzen.
    Gerade mit der Lüftung halte ich es für effektiver alles mitzudämmen, weil die Rohrdämmung auch Geld kostet.
    Allerdings muss ein beheizter Spitzboden auch gelüftet werden (Wobei, wenn Du eine KWL hast, ist das ja einfach zu bewerkstelligen). Dafür spart man sich die besonders gedämmte Bodenluke, die auch regelmässig ein Quell von Ärgernissen ist.

    Platten statt Unterspannbahn (diffusionsoffen sollten sowieso beide sein):
    Kann man in beiden Fällen machen, muss aber nicht. Erhöht den sommerlichen Wärmeschutz etwas.

    M.E. kann man sehr wohl auch an beiden Ebenen dämmen, man spart dadurch etwas Heizenergie (rechnen wird es sich kaum) und erhöht den Hitzeschutz. Der Raum bleibt dadurch aber ein "beheizter" Raum und muss entsprechend gelüftet werden. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen im Spitzboden werden dadurch natürlich auch wieder höher, weshalb die Dämmung zur "warmen" Seite hin, weniger als 50% der Dämmung zu kalten Seite ausmachen sollte. Eine zusätzliche dampfbremsende Wirkung sollte dann trotzdem eingebaut sein, also nicht nur Gipskarton und Dämmwolle.

    Thomas
     
  4. Simmersdorf

    Simmersdorf

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    Hallo Bauwahn,

    der Spitzboden ist an der höchsten Stelle 1,90m hoch und in der Grundfläche 3,20x11m. Weiß nicht ob es sinnvoll ist diese Fläche zu beheizen, damit ich da Flüssigkeiten lagern kann... Die Gefahr von Bauschäden gering zu halten und den Wohnkomfort zu erhöhen wäre mir da wichtiger.
    Du schreibst wenn ich dämme muss ich auch lüften. Dann bräuchte ich wenigstens ein Fenster im Dach zum Lüften?
     
  5. Bauwahn

    Bauwahn

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    Also wegen den 30 m³, die zusätzlich zu beheizen wären, würde ich mir energiesparmässig keine Gedanken machen. Die zusätzliche Gebäudeoberfläche hält sich auch in Grenzen.

    Ich denke, Deine Lüftungsrohre verlaufen dort.
    Also: An möglichst entgegengesetzten Raumenden je eine Öffnung mit 2 cm Durchmesser in ein Zuluftrohr und in ein Abluftrohr, fertig. Beim Abgleich der Anlage (5..10 m³/h reichen völlig aus) notfalls mit Klebeband verkleinern. Wenn Du zusätzlich noch in je ein Tellerventil investierst, hast Du eine Nobellösung.
     
  6. Pfriem

    Pfriem

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    Ja, aber nur um im Sommer die Hitze raus zu bekommen. Sonst würde ich mit KWL-WRG lüften. Ein ungedämmter Spitzboden braucht "Dauerdurchzug" sonst gammelt dir da evtl. alles weg, weil die ständigen starken Temperaturschwankungen zu Kondensat führen.

    Kurz:
    Wenn Spitzboden ungedämmt, dann volle Kanne Dauerlüften, am besten mit Fenstern auf gegenüberliegenden Seiten.
    Wenn Spitzboden gedämmt, dann KWL mit WRG nehmen. Für den Sommer sind aber trotzdem Fenster sinnvoll die dann einfach Tag und Nacht offenstehen.
    Aber für beide gilt: Bodenluke sollte 100% dicht sein.
     
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