Statiker-kosten

Diskutiere Statiker-kosten im Baupreise Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo! Also... Man stelle sich folgendes vor: ein alter massiver Ziegelsteinbau, so um die 100 Jahre alt. Alleinstehendes Gebäude bestehend...

  1. Waldhorn

    Waldhorn

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    Hallo!

    Also... Man stelle sich folgendes vor:

    ein alter massiver Ziegelsteinbau, so um die 100 Jahre alt. Alleinstehendes Gebäude bestehend aus einem großen Saal und einem Treppenhaus mit ein paar Nebenräumen. Der Saal ist ca. 16m lang, ca. 13m breit und ca. 9m hoch. Die Gesamtlänge des Gebäudes ist so 21m. Innenliegend ein Balkon Grundlage eine Stahlbetonplatte. Auf ca. halber Höhe und 3m vom Balkon entfernt soll quer durch den Raum ein Stahlträger eingezogen werden und dann der Raum mittels Trockenbau geteilt werden. Also vom Stahlträger einmal nach oben und einmal Richtung Balkon dicht gemacht. Nach oben bindet der Trockenbau an einen Stahlbetonträger an, der die Dachplatte (auch Stahlbeton) trägt.

    Ich hoffe, daß ist soweit verständlich?

    Für die Abtrennung ist ein Architekt beauftragt.

    Meiner Meinung nach sollte es kein allzu großes Problem für einen Statiker sein, das zu berechnen. Das ist doch eher ein Miniauftrag als im Gegensatz ganze Gebäude zu berechnen, Brücken oder sonstiges...

    Der Statiker hat 10 Arbeitsstunden angesetzt. Was ich schon als fast etwas viel empfinde dem Gefühl nach... Aber noch akzeptabel. Da kämen dann so 700 bis 900 Euro als Kosten raus...

    Also beim Bauamt abgegeben, nun sagt der Prüfstatiker des Bauamtes, das muß geändert werden und der Statiker hat mich informiert, daß für die Änderungen noch mal 10 Stunden anzusetzen sind, was dann ja schon Richtung 1500 bis 2000 euro geht allein für den Statiker....

    Wobei das ganze in einer überschaubaren Stadtgröße ist wo sich die Statiker schon seit Jahren kennen (lieben tun die sich wohl nicht, aber trotzdem ja kennen)...

    a)
    Müßte für eine so einfach Aufgabe wie eine Wand einziehen der Statiker das nicht auf Anhieb hinbekommen?
    b)
    Sind 20 Stunden nicht wirklich etwas viel Aufwand?
    c)
    Muß der Bauherr wirklich die Kosten tragen, wenn der Statiker nicht in der Lage ist, die Statik so zu gestalten, daß das Bauamt das für OK erachtet?

    d)
    von wem wird der Statiker eigentlich für gewöhnlich bezahlt? Dem Bauherrn oder sollte der erstmal die Rechnung an den Architekten schicken oder wie läuft das!?
     
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  3. mls

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    die fragestellungen bieten mehr raum für sophisterei oder spekulation,
    als für antworten auf basis gesicherter erkenntis ;)
    das das thema qualität in der planung eng mit den vertraglichen
    vereinbarungen gekoppelt ist, gilt für das planungssoll wohl ein spruch, den du
    als kaufmännischer profi kennst: pacta sunt servanda.
     
  4. #3 Ralf Dühlmeyer, 5. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Ausserdem sollte mensch bedenken, dass auch viele Prüfstatiker ihr Honorar über erfolgreiche "Fehlersuche" rechtfertigen wollen.
    Also erstmal prüfen, ob der Prüfer gemeckert hat, weil ein grober Schnitzer vorlag (dann sollte die Nachbesserung kostenfrei/-gering sein).
    Oder ob es darum geht, zwei verschiedene Wege, aber gleichwertige Wege nach Rom zu wählen.
    Dann wären die Kosten wohl gerechtfertigt.
    Mensch könnte dann höchstens überlegen, die jetztige Lösung durchzudrücken. Ausgang und Dauer ungewiss!
     
  5. pauline10

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
    Den Träger kann in der Tat ein Berufsschüler rechnen.

    Aber ob das wirklich eine massive Wand ist und nicht eine dicke Wand in der lauter Schornsteine eingelassen sind ,(auch das gab es schon!) kann man nur vor Ort prüfen.
    Auch das was unter dieser Wand ist, geht nur vor Ort. Notfalls nochmal mit dem Spaten nachsehen.

    Sonst sollte man es eben selbst machen . Das ist ja zumindest in Hessen möglich und sich den Statiker sparen.

    pauline
     
  6. Waldhorn

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    Nun, der Statiker ist mit dem Bau an sich vertraut. Den "begleitet" er seit vielen Jahren und hat da schon diverses gemacht. Kennt also die Umstände.

    Insofern frag ich mich wirklich - grade wenn dieser eine Träge eher leicht zu berechnen ist - was da 10 stunden dauert dann vom bauamt abgelehnt wird und noch weitere 10 stunden gearbeitet werden muß.....

    Denn:
    Wenn DAS schon so viel arbeit macht und so schwer ist, wie schwer sind dann neue Bauten und größere Vorhaben.............
     
  7. mls

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    weit gefehlt.

    das thema prüfstatiker dreht auch gern mal andersrum:
    wenn geprüft und für gut befunden wird - dann hätte man doch
    bestimmt noch was sparen können? :p

    also: wie man´s macht, ist´s verkehrt.
     
  8. Waldhorn

    Waldhorn

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    Naja, das mag zutreffen, wenn es denn um richtig Geld geht. Und dann ein paar Stunden Statikerarbeit peanuts sind...

    Aber EIN Träger... Da sind die Statikerkosten größer als der eventuelle Materialmehraufwand bzw. möglicherweise auch nur die Rechenformel... ich weiß ja leider nicht, wo genau da das Problem ist...
     
  9. mls

    mls Bauexpertenforum

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    richtig. jetzt guck dir aber nicht nur den einzelnen träger an, sondern das
    umgebende und bereits vorhandene bauliche ensemble: das verursacht zwar
    keine baukosten, muss aber zwingend bei der planung mitbehandelt werden.

    um das etwas greifbarer zu machen, der klassiker im efh-bereich:
    eine bestehende wand soll durch einen träger ersetzt werden.
    wie üblich gibt´s keine bestandsstatik oder pläne.
    die lasten aus allen drüberliegenden geschossen, inkl. dach,
    müssen erfasst und in ihrer auswirkung auf den neuen träger
    berücksichtigt werden.
    8h
    statik für den neuen träger, brandschutz.
    1h
    problemlösungen für ausreichende standsicherheit zum zeitpunkt des
    umbaus, weil zwischen "loch machen" und "träger einbauen" die
    luft brennt.
    5h
    erstellen vollständiger pläne, revisionen etc.
    12h

    insgesamt 26h. dabei reicht eigentlich 1h .. ;)
    ortstermine (aufschlüsse, bauteilöffnungen, überwachung, abnahmen)
    sind noch nicht enthalten.
     
  10. Waldhorn

    Waldhorn

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    Deine "Berechnung" ist schlüssig und nachvollziehbar... ;)

    Wenn derartige Probleme für mich erkennbar wären, würde ich auch gar nicht so blöde fragen... Aber... *smile*

    Es wird weder eine Wand herausgerissen, noch müssen Lasten ersetzt werden, ja nichtmal beim Ausbau gibt's statische Probleme die abzufangen wären.

    Zwei Wände rechts und links. Ziegelsteinmauerwerk mal mindestens 30 cm stark.

    Auf halber höhe sollen zwei löcher (eins in jede wand) - na wie groß werden die sein... 30x30 vielleicht, also nix, was der wand tief zu leibe rücken würden - gemeißelt werden, und dazwischen dann ein träger der in drei teilen geliefert wird und vor ort zusammengeschraubt in diese löcher zum liegen kommt.

    Die Frage für die Wände ist also, können sie die Last vertragen. Und da die Wand 15 meter lange ist, verteilt sich das "bißchen" gewicht auch prima, Wieviel wird da an Gewicht vom Träger und Trockenbau und ein paar schweren Schallschutzmaßnahmen dazu kommen... 3 Tonnen vielleicht 4 Tonnen?
     
  11. Ortwin

    Ortwin

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    Wenn du schon so superschlau bist, weshalb hast du die Berechnung überhaupt von einem Statiker erstellen lassen? An deiner Stelle hätte ich mir auch schon die ersten 700 Euro gespart. Weshalb hörst du net auf Pauline und machst es einfach selber?
    .
    mfg Ortwin
     
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  13. mls

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    ich hab ein anderes beispiel gewählt, weil ich den planungsaufwand für
    deine "einfache wand" nicht einmal ansatzweise abschätzen kann, da
    ich die örtliche situation nicht nachvollziehen kann. dafür braucht man
    ortskenntnis, pläne, besprechungen usw.

    wenn der unterschied zwischen dem tatsächlichen planungsaufwand und
    "ein bisschen statik" deutlich wird, ist schon allerhand erreicht ;)

    diesen unterschied kann man auf ganz viele planungsaufgaben extrapolieren.

    bei einem grösseren objekt (auch das gibts im bestand) könntest du
    extern prüfen lassen, ob die planung für dich taugt (das ist ein wesentlich
    anderer aspekt, als die hoheitliche prüfung durch e. prüfstatiker) .. mit der
    gefahr, weitere kosten zu produzieren, ohne ein zufriedenstellendes
    ergebnis zu erzielen.
     
  14. SteineErden

    SteineErden

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    Schwer daran ist folgendes:

    Es handelt sich um ein ca. 100 Jahre altes Gebäude. Keine Bestandspläne gibt es nicht. Ob also der genannte "Stahlbeton"träger existiert, ob da eine Bewehrung drin ist und wenn welche, läßt sich nicht feststellen

    Der Statiker plant also in´s graue hinein.

    Aber: Falls etwas passieren sollte, wird er den Arsch voll hinhalten müssen.

    Ein Statiker, der nicht dem Wahnsinn anheim gefallen ist, wird also bei solchen Gebäuden immer einen Zuschlag machen.

    Kannst aber gerne beim Statiker anrufen und sagen: "Min Jung, falls was schiefgeht, bist nicht haftbar.":28:

    Schwuppdiwupp, is die Statik viel billiger.:biggthumpup:

    Warum rennste eigentlich zum Statiker hin, wenn´s so einfach is? Eigentlich brauchst du ihn doch nicht, sagst du.

    Also suchst du doch nur jemanden, der dir den Schaden von 78532 € ersetzt, wenn was passiert, der den Arsch hinhält. Nich wahr? Und das hat der Statiker in seinem Honorar sinnvollerweise berücksichtigt.:28:
     
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Statiker-kosten

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