Steuern sparen mit Sanierung von Denkmälern?

Diskutiere Steuern sparen mit Sanierung von Denkmälern? im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir interessieren uns für ein Steuersparmodell basierend auf § 7i Einkommensteuergesetz. Dabei wird man Eigentümer einer Wohnung...

  1. drulli

    drulli

    Dabei seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Kommunikator
    Ort:
    Hamburg
    Benutzertitelzusatz:
    Bauherr
    Hallo zusammen,
    wir interessieren uns für ein Steuersparmodell basierend auf § 7i Einkommensteuergesetz. Dabei wird man Eigentümer einer Wohnung in einem zu sanierenden Denkmal-geschützten Haus.
    Meine Fragen:
    Hat jemand Erfahrung damit gemacht, die er hier berichten möchte?
    Wer wäre der richtige Ansprechpartner für die Prüfung der Verträge und des Bau/Sanierungsvorhabens?
    Werden solche Vorhaben von der jeweiligen Denkmalschutzbehörde so gut überwacht, dass ich mich als Käufer darauf verlassen kann? Oder sollte ich eine eigene Überwachung beauftragen?
    Wo kann ich mich im Internet allgemein zum Thema informieren?
    Vielen Dank!
    Viele Grüße!
    Drulli
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Stefan61, 25. Mai 2008
    Stefan61

    Stefan61

    Dabei seit:
    13. Januar 2007
    Beiträge:
    632
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    StB
    Ort:
    Hannover
    Steuerbegünstigt sind - grob gesagt - nur die eigenen Erhaltungsaufwendungen, die zudem schriftlichen Segen der Denkmalschutzbehörde benötigen.

    Daher Vorsicht mit einem Bauträgermodell!

    Eine "Bauüberwachung" zugunsten des Erwerbers leistet die Denkmalschutzbehörde in keinem Fall.

    Insgesamt sollten Sie aus meiner Antwort eine gewisse Reserve heraushören. Bauträgermodelle finde ich ohnehin problematisch. Kombiniert mit Denkmalschutz wird's nicht einfacher. Die dann benötigte Riege (RA, StB, Archi) zur Wahrung der eigenen Interessen kann den Steuervorteil schnell auffressen.
     
  4. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Und wie schräg die Denkmalschutzbehörde manchmal denkt ist ja auch bekannt. Da kommen dann Forderungen die jenseits der Realität sind, und der Eigentümer darf die mit seinem hart erarbeiteten Geld umsetzen, nur um ein paar Euro Steuern zu sparen?

    Vor 15 Jahren hat mich mein Architekt vor so einem Unsinn bewahrt, dabei war ich zuerst auch begeistert von der Idee. Nach ein paar ruhigen Wochenenden und vielen Stunden vor meinem Rechner, war ich froh daß ich ausgebremst wurde.
    Als die Behörde nach einigen Monaten nochmals nachfragte ob ich jetzt "kaufen" würde, habe ich denen geantwortet "nur wenn der Blitz einschlägt und die Hütte abfackelt".

    Seitdem klingeln bei mir sämtliche Alarmglocken wenn ich Steuersparmodell höre, vor allen Dingen in Verbindung mit Immobilien.

    Gruß
    Ralf
     
  5. drulli

    drulli

    Dabei seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Kommunikator
    Ort:
    Hamburg
    Benutzertitelzusatz:
    Bauherr
    Vielen Dank schon mal.
    Auf dem Papier sieht so ein Konzept natürlich sehr schlüssig aus. Zins und Tilgung für den Kredit werden zum großen Teil durch die reduzierte Einkommensteuer und Mieteinnahme gedeckt. Und nach 10 Jahren verkauft man die Wohnung mit Gewinn.
    Ich sehe da im Moment einige Risikopunkte:
    - Mietausfall: Die Quote kann man ja anhand der bisherigen vergleichbaren Objekte überprüfen.
    - Abzugsfähigkeit der Sanierungs/Baukosten (Erhaltungsaufwendungen? ): Kann man sich das vertraglich zusichern lassen? Wie stellt man diese Aufwendungen in einem Kaufvertrag einer Wohnung in einem solchen Objekt für das FA dar?
    - Ausbleibender Anstieg der Immobilienpreise: Das bleibt natürlich spekulativ. Allerdings sind die Randbedingungen für die Auswahl solcher Objekte sehr eng gesteckt.
    - Sanierungskonzept: "Bekomme ich etwas Vernünftiges für mein Geld?"

    Auf der anderen Seite sehe ich Realisierungschancen nur bei Fachleuten, die sowas häufiger machen und damit Erfahrungen haben. Und da hat man dann eben alles aus einer Hand...
    Welche Fragen sollte ich denen Stellen?
    Nochmal die Frage nach Erfahrungen und Internetquellen!
    Danke!
    Grüße!
    Drulli
     
  6. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Du hast die Risiken sehr gut erkannt.

    - Mietausfall lässt sich nicht anhand von Vergleichsobjekten abschätzen. Jedes Objekt ist ein Unikat. Das Risiko von Mietausfall ist heute höher als jemals zuvor.
    - Was willst Du vertraglich absichern lassen? Was Du letztendlich beim FA wie durchsetzen kannst wird Dir niemand vorab zusichern können. Der Ärger beginnt dann mit den Steuererklärungen, ohne einen versierten StB würde ich hier erst garnicht in den Ring steigen.
    - Ansteigende Immobilienpreise? Nur noch in allerbester Lage denkbar. Immer daran denken, Immobilienpreise könnten auch "fallen".
    - Was Du für Dein Geld bekommst kann Dir nur externer Sachverstand ermitteln.

    Fazit: DU trägst das Risiko, und dieses Risiko ist kaum abschätzbar.

    Über weitere Erfahrungen kann ich nicht berichten, da für mich solche Konstruktionen schon lange nicht mehr in Frage kommen. Das Thema ist für mich durch, und Dank meiner Berater habe ich wohl Geld gespart, auch wenn ich ein paar Euro mehr ans Steuern gezahlt habe.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  8. #6 Ralf Dühlmeyer, 27. Mai 2008
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

    Dabei seit:
    14. Juni 2005
    Beiträge:
    34.325
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Hannover
    Zuallerallererst:
    Denkmalschutz bedeutet grundsätzlich HÖHERE KOSTEN.
    Beispiel neue Fenster. Gleicher Baustil ohne Denkmalschutz kriegt 08/15 Fenster mit heute üblichen Profilen.
    Denkmalschutz kriegt dazu/alternativ:
    Sprossen glasteilend oder aufliegend
    profilierte Profile
    ggf. Kastenfenster (aussen Denkmal, innen "heute")
    usw. usw.
    Schon mal erkundigt, was ein Jugenstil-Balkongitter im Ersatz kostet? :yikes :yikes
    ******************
    Ich vermute WEG. Also gips zusätzlich zu den kostenträchtigen Ideen der Denkmäler noch die Auflagen der EG.
    Ausserdem gehen bestimmte Dinge (so gut wie) nicht:
    Aussenliegender Sonnenschutz
    Rollläden
    WDVS
    Das kann mietmindernd gegenüber der Vergleichsmiete sein!!!!!! Insbesondere WVS = hohe Energiekosten.
    Zur Vermietung brauchts ja heute einen E-Pass!!
    ++++++++
    Finanzierung durch 7i und Miete. [​IMG] [​IMG]
    Da gabs schon mal so ähnliche Modelle - die, die damals gekauft haben, stehen Schlange beim Insolvenzverwalter!!!!
    *************************
    Bei näherem Einsteigen dringend die Realitätsnähe (rsp. -ferne) der angegeben Mieteinnahmen prüfen!!! Sind das "zufällig :o" Miete incl. Nebenkosten???
    Ist die Erhaltungsrücklage in der Aufstellung mit drin???
    Gibt es nicht an Mieter weiterleitbare Nebenkosten. (Verwalter!!!!!)
    Wie "hochwertig" ist die Sanierung
    +++++++++++++++
    Bei Mietausfall sind neben den Nicht-Einnahmen 3-5000 € für Anwalt, Spedition und GV für die Räumung + 1* Totalrenovierung im Hinterköpfchen zu haben!!!!!
    *****************

    ICH würds nicht machen.

    MfG
     
  9. drulli

    drulli

    Dabei seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Kommunikator
    Ort:
    Hamburg
    Benutzertitelzusatz:
    Bauherr
    Vielen Dank für die konkreten Hinweise! Mit den Punkten werden wir den Berater löchern...
    Grüße!
    Drulli
     
Thema:

Steuern sparen mit Sanierung von Denkmälern?

Die Seite wird geladen...

Steuern sparen mit Sanierung von Denkmälern? - Ähnliche Themen

  1. Sanierung Bungalow-DHH BJ 1974

    Sanierung Bungalow-DHH BJ 1974: Hallo liebes Forum, meine Partnerin und ich haben uns eine schöne Doppelhaushälfte in Bungalow-Stil (Flachdach), BJ 1974 gekauft. Nun planen wir...
  2. Sanierung Rolladenkästen Frage

    Sanierung Rolladenkästen Frage: Hallo Im Zuge einer Kernsanierung müssen auch die Rolladenkästen saniert werden . Bei mir seht es so aus das in dem Sturz außenrum einfach ein...
  3. Grundstückskauf - Sanierung Zielebene 2 (oSW2-Werte)

    Grundstückskauf - Sanierung Zielebene 2 (oSW2-Werte): Hallo, ich falle mal gleich mit der Tür ins Haus... Wir haben ein gutgeschnittenes Grundstück in günstsiger Lage in Sicht (Neubaugebiet). Dieses...
  4. Sanierung alte Außenwand = mittlerweile eine Innenwand

    Sanierung alte Außenwand = mittlerweile eine Innenwand: Guten Tag, erneut habe ich ein Anliegen, welches ich so nicht im Forum finden konnte. Sollte es bereits einen Beitrag hierzu geben, bitte ich um...
  5. Sanierung gemauerter Gartenlaube

    Sanierung gemauerter Gartenlaube: Hallo zusammen, ich bin neu hier und habe schon einiges hilfreiches gelesen aber leider noch keine 100%ige Antwort auf ein paar meiner Fragen...