Stückgutheizung + Abluftwärmepumpe

Diskutiere Stückgutheizung + Abluftwärmepumpe im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Hallo miteinander, derzeit plane ich die Heizungsanlage für den Ausbau eines ehemaligen Landwirtschaftlichen Betriebsgebäudes. Eckdaten: 140 qm...

  1. #1 LagoDeConstanza, 24. Dezember 2013
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    Hallo miteinander,

    derzeit plane ich die Heizungsanlage für den Ausbau eines ehemaligen Landwirtschaftlichen Betriebsgebäudes.
    Eckdaten: 140 qm Wohnfläche, KFW70 Standart, Holzständerbauweise.
    Es ist keine Lüftungsanlage geplant.

    Die Heiztechnik hatte ich mir ursprünglich so vorgestellt:
    Scheitholz Vergaserkessel + Solarthermie für die WW-Bereitung im Sommer (keine Lust im Sommer zu heizen)
    Scheitholz ist fix gesetzt da im eigenen Wald weit über Bedarf Brennholz anfällt.

    Ich liebäugle derzeit mit einem Kombikessel.
    Hier wäre noch ein kleiner Pelletsbehälter mit dabei, um den Ofen auch mal eine Woche unbeaufsichtigt lassen zu können.

    Mein Heizungsbauer hat mir nun folgenden Vorschlag gemacht.
    Anstelle der von mir favorisierten Solarthermieanlage bietet er mir alternativ eine Abluftwärmepumpe an, welche aus dem Gebäude
    warme Luft entzieht und das Brauchwasser erwärmt. Die Zuluft würde dezentral über mehrere Zuluftventile zugeführt.

    Neben dem geringeren Investitionskosten wäre eine dezentrale Lüftung quasi im Preis mit drin (Die entsprechenden Wärmepumpen haben eine ausreichende Luftförderleistung).


    Was ich mich schon gefragt habe bzw. gerade nachforsche:
    - Wie gut ist die Schalldämmung der Zuluftventile
    - Wie zuverlässig sind Ventile und Wärmepumpe im Vergleich zur Solarthermie
    - Wie oft müssen die Lüftungskomponenten gereinigt werden bzw. Filter getauscht werden
    - Wieviel warmes Brauchwasser muss die WP im Jahr erzeugen (Um die laufenden Kosten abschätzen zu können)

    Was meint Ihr zu der Alternative?
    Hat jemand eine solche Anlage vielleicht schon im Einsatz?

    Ich freue mich auf Eure Beiträge:28:
     
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  3. #2 LagoDeConstanza, 24. Dezember 2013
    LagoDeConstanza

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    Habe gerade bemerkt dass ich in die falsche Rubrik gepostet habe - da gehört wohl eher zu Heizung 1 oder regenerative Energien. Sorry, vielleicht kann es ein Moderator verschieben...
     
  4. R.B.

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    Thema habe ich verschoben.

    Die Variante mit der BW-WP gefällt mir in diesem Fall nicht so sehr. Nachteile in meinen Augen, es wird im Winter sehr kalte Luft in die Räume transportiert (keine WRG im Lüftungsteil) und die Effizienz einer BW-WP ist ja auch nicht gerade überragend, selbst wenn man sie ständig mit warmer Luft aus den Räumen füttert. Zudem wird dann nur gelüftet wenn die BW-WP in Betrieb ist um WW zu erzeugen, und da sind die Laufzeiten ja durch den WW-Bedarf begrenzt.

    Wie soll man das abschätzen wenn man Euren WW-Bedarf nicht kennt? 2 Personen, 4 Personen, 10 Personen, Warmduscher, Gelegenheitsduscher, Dauerduscher, BadewannenFreak, 500 Liter Whirlpool im Bad, ........

    Dir sollte halt klar sein, dass mit der BW-WP jede kWh für das WW irgendwas um die 7-8Ct. kosten kann. Daran ändert auch die Nutzung der Raumluft aus dem Haus nichts.

    Es wird auch nicht genügen einfach ein paar Lüftungsrohre zu verlegen, denn die BW-WP wird über diese Druckverluste hinweg keinen ausreichenden Luftdurchsatz erreichen. Das kostet Leistungszahl und wird weitere Lüfter erforderlich machen.
     
  5. #4 LagoDeConstanza, 28. Dezember 2013
    LagoDeConstanza

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    Würde es Sinn machen, das Brauchwasser im Winter vom Holzekssel mit erwärmen zu lassen? (WP nur im Sommer betreiben)

    Das würde ich in Kauf nehmen, da ich urpsprünglich gar keine Lüftungsanlage einbauen wollte.


    Gibt es irgendwo Tabellen mit denen man eine grobe Hausnummer rechnen kann?
    (So ähnlich wie die Berechnungswerte für Abwasserleitungen)
    Wir sind zu zweit, baden eigentlich nie, Duschen täglich einmal. Mittelfristig wird evtl. 1 bis 2 mal Nachwuchs dazukommen.

    Guter Tipp, da werde ich dann mal genauer nachfragen - ich war der Meinung die Leistung des integrierten Lüfters reicht aus.
     
  6. R.B.

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    Das wäre um ein Vielfaches billiger.

    Heutzutage sollte man nicht auf ein Lüftungskonzept verzichten, das erspart später viel Ärger. Ich kenne niemanden der es schafft, manuell die geforderten Luftwechsel zu erreichen. Glücklicherweise wird in den meisten Haushalten auch nicht so viel Feuchtigkeit erzeugt, sonst hätten wir viel mehr Schadensfälle.

    Es gibt Normen und Richtwerte, aber wer lebt schon nach Norm?

    Nehmen wir mal an, 5 Minuten geduscht bei einem Duschkopf mit 10 Litern/Minute. Das macht 50 Liter gemischtes WW. Bei einer Speichertemperatur von 50°C werden dafür knapp über 32 Liter aus dem Speicher entnommen, der Rest ist KW das zugemischt wird. Um die 32 Liter von 10°C auf 50°C zu bringen sind etwa 1,5kWh erforderlich. Sollte die BW-WP das mit einer Arbeitszahl von 3 schaffen, dann würde der Stromzähler nach dem Duschen 500Wh mehr anzeigen, oder bei einem Strompreis von 25Ct./kWh halt 12,5Ct. mehr.

    Unterstellen wir mal einen Tagesbedarf bei 2 Personen von 100 Liter aus dem Speicher (ergibt ca. 150 Liter gemischtes WW), denn man will ja nicht nur warm duschen, sondern auch mal die Hände waschen, oder in der Küche was schnell abspülen, dann sind das 100 Liter * 40K * 1,16 = 4.640 Wh. Dazu zählen wir mal Stillstandsverluste des Speichers von noch einmal 1,5kWh, also zusammen etwa 6kWh pro Tag. Die WW Zirkulation, sofern vorhanden, wird auch dafür sorgen, dass mehr nachgeheizt werden muss. Das lässt sich aber ohne Anlagendetails kaum abschätzen. Diese "Verluste" können aber höher liegen als die Stillstandsverluste, ja sogar höher als der Energieaufwand für die WW-Erzeugung an sich. Deswegen muss man die WW-Zirkulation sehr genau betrachten.

    Für 6kWh wird die BW-WP etwa 2kWh el. einsetzen, also bei 25Ct./kWh wären das 50Ct. pro Tag. Dazu dann die Mehrkosten durch die Zirkulation.

    Aber bitte daran denken, das ist jetzt wirklich nur eine grobe Abschätzung. Wird nur sparsam geduscht, dann wird der Verbrauch niedriger liegen, hat man im Badezimmer einen Wellness Tempel eingerichtet mit Wasserfalldusche und allem drum und dran, dann wird der Verbrauch höher liegen.

    Bei den meisten BW-WP finden sich die Infos in den technischen Unterlagen. Da ist dann beispielsweise von 100Pa bei 300m3/h die Rede, und das muss man berücksichtigen. Manche Hersteller geben auch an, dass die Rohre nicht länger als 10m sein dürfen.

    Man darf dabei nicht vergessen, dass Luft ein schlechter Wärmeträger ist. Die spez. Wärmekapazität liegt irgendwo um 0,34Wh/m3K. Nehme ich jetzt beispielsweise die o.g. 300m3/h und kühle diese um 10K ab, dann reden wir über gerade mal 1.020Wh.
     
  7. #6 LagoDeConstanza, 28. Dezember 2013
    LagoDeConstanza

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    Vielen Dank für die Infos,

    werde das nach meinem Urlaub weiterverfolgen...
     
  8. Julius

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    Ach? Dann bekommt man sogar noch etwas heraus? Toll!

    Fast: 1.020Wh/h oder einfach gut 1kW.
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Richtig. Das kommt davon wenn man zuerst länger schreibt und danach kürzt.

    Um also ganz genau zu sein, wenn ich die 300m3 um 10K abkühle erhalte ich 1.020Wh an Energie. Bei einem Volumenstrom von 300m3/h ergibt sich daraus eine Leistung von 1.020W oder etwa 1kW.

    Zu dem "Vielfaches billiger" schreibe ich jetzt nichts. Mit Korinthen habe ich es heute nicht so. Vielleicht Montag wieder. Wer es trotzdem nicht verstanden haben sollte, kann sich ja einfach bei mir melden und kriegt dann eine ausführliche Erklärung.

    Gruß
    Ralf
     
  10. #9 LagoDeConstanza, 4. Januar 2014
    LagoDeConstanza

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    Im Winter würde ich an dieser Stelle auch nicht weiter rechnen wollen. Da geht der Holzverbrauch einfach nach oben. Machen muss ich das Holz eh. Bleibt nur noch die Betrachtung im Sommer. Wenn ich ein Angebot habe und auch die lüftungsrelevanten Fragen geklärt sind werde ich mal ausrechnen wie lange ich

    A) mit der Preisdifferenz zur Solarthermie mit "Strom" heizen könnte.
    oder
    B) ganz ohne weitere Technik das Wasser mit Pelltes erwärmen kann (der Kombikessel würde das ja theoretisch hergeben).

    Bleibt das Thema Abluft generell (egal wie das Brauchwasser erwärmt wird) - hier muss ich noch ein wenig googlen, in diesem Thema bin ich noch nicht so drin.

    Grüße
     
  11. SvenW

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    Ich hab eine Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Ganz ehrlich: Nie wieder ohne! Ich wollte sie um Energie zu sparen aber inzwischen will ich sie wegen des Komforts egal ob ich damit spare oder nicht. Immer gute Luft in der Bude ohne dauernd die Fenster aufzureißen ist wirklich sehr angenehm und erledigt fast jedes Schimmelproblem nebenbei. Vor allem beim Umbau eines alten Hauses und damit einhergehenden Verbesserungen der Fenster kann dir die Anlage jede Menge Ärger ersparen.
     
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  13. #11 LagoDeConstanza, 8. Januar 2014
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    Der Komfortgewinn ist sicher ein gutes Argument für eine Lüftungsanlage.
    Wenn ich aber solche Berichte sehe:
    http://www.youtube.com/watch?v=AWD0HeZLufM
    Bin ich wieder verunsichert.

    Ca. ab Min 34 gehts um den Wartungsaufwand für die Lüftung welcher ja der Energieeinsparung entgegengesetzt werden muss.
    Eine regelmäßige Reinigung der Rohre scheint auch unabdingbar wenn man weiter schaut ab ca min. 37.

    Wie lange hast du deine Anlage schon? Kannst du Infos aus "erster Hand" geben? Im TV stimmt halt immer nur die Hälfte.
     
  14. SvenW

    SvenW

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    Die Anlage läuft seit 8 Jahren. Der Wartungsaufwand ist minimal, ab und an den Filter tauschen bzw. auswaschen. Bei meiner Junkers Anlage sind allerdings die Preise für die Filter schlichtweg nur als Frechheit zu bezeichnen. 30€ sind einfach nur Geldschneiderei. (ja ich habe die Firma genannt aber das ist nun einmal eine Eigenschaft dieses Systems)

    Ob sich in meinen Rohren etwas festsetzt hab ich nie überprüft, warum auch. In den Abluftrohren wo sich wirklich was festsetzen könnte interessiert es mich nicht, die Luft geht eh nach draußen und in den Zuluftrohren kann es maximal Staub sein, interessiert mich auch nicht. Allerdings würde ich bei einer neuen Anlage auf 3 Sachen achten: Feuchtigkeitsrückgewinnung, die Luft wird bei tiefen Temperaturen sehr trocken, und einen Bypass der im Sommer den Wärmetauscher umgeht. Man kann zwar auf Sommerlüftung umschalten, nur Absaugung, aber ein automatisches System das die gleiche Belüftung unabhängig von den Außentemperaturen sicherstellt ist IMHO besser.
    Das dritte sind die Rohre. Unser Sani hat damals die Verrohrung mit ganz normalen glatten PVC Abwasser-Rohren gemacht, was in jedem Fall die Ansammlung von Dreck minimiert und eine Reinigung, falls ich sie jemals mache, deutlich erleichtern dürfte.
     
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