Stürze auf Porenbeton-Steine

Diskutiere Stürze auf Porenbeton-Steine im Fenster/Türen Forum im Bereich Neubau; Hallo eine frage an die Fachleute. Wir haben einen kleinen Anbau ca. 6,00 m² mit Porenbeton gemauert. Es ist ein Raum damit vergrössert....

  1. #1 ggrasputin, 13. August 2007
    ggrasputin

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    Hallo eine frage an die Fachleute.

    Wir haben einen kleinen Anbau ca. 6,00 m² mit Porenbeton gemauert.
    Es ist ein Raum damit vergrössert.

    Jetzt ergibt sich die Frage ob wir auch Holzbalken 10 x 10 - 2 Stück nebeneinander als Stürze verwenden können.
    Die grösste Weite (Fenster) ist 1,30 mtr.

    Die Balken sollen sichtbar bleibe.

    Auf den Balken kommen noch ca. 2 Reihen - also ca. 50 cm drauf.

    Geht Holz oder muss ich Betonstrüze nehmen

    mfg
    ggrasputin
     
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  3. Bauwahn

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    Sach mal...

    ...plant Ihr eigentlich oder baut Ihr einfach drauf los? :mauer

    Holzbalken ist eher keine so gute Idee, wenn Du noch weiter mauern musst. Durch das unterschiedliche Schwindverhalten bekommst Du relativ sicher Risse im Mauerwerk darüber.

    Ob Betonsturz mit soundsoviel Bewehrung oder ein Porenbeton-Fertigsturz oder ein Porenbeton-Flachsturz reicht, hängt davon ab, was das Ding tragen soll. Wenn es sich nur selbst tragen soll, reicht ein Flachsturz, ordnungsgemäß mit vermörtelten Stoßfugen übermauert.

    Aber irgendein Dach wird der Anbau ja wohl auch bekommen. Wo liegt das Dach auf, Eigenlast, Schneelast, ... ???

    Gruß

    Thomas
     
  4. pauline10

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
    Holzbalken

    Hallo,

    selbstverständlich geht das mit Holz und man hat es früher bei Fachwerk auch gemacht.

    ABER: Ein Betonsturz bildet mit dem darüberliegenden Mauerwerk ein Gewölbe. Der Sturz selbst wird nur gezogen.
    Beim Holzbalken ist er selbst das tragende Element und wird vom darüberliegenden Mauerwerk belastet. Er biegt sich also durch, es gibt sichtbare Risse, die man heute nicht mehr hinnimmt.

    Fazit: Finger weg davon. Aber man kann sich einen Betonsturz selbst herstellen und zwei Bretter als Schalung benutzen und sie später sichtbar daran belassen. Oder man nimmt einen schmaleren Fertigsturz und verkleidet ihn später mit zwei Brettern.

    Denke immer daran: Holz arbeitet! Es wird immer die Neigung zu einem Riß zwischen dem Holz und dem Porenbeton bestehen.

    Gruß

    Pauline
     
  5. Bauwahn

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    Jaja,

    ich weiß, im Gegensatz zum Menschen arbeitet Hoilz immer...

    pauline, so ganz stimmt das alles nicht:

    Ja, aber da sind die Steine nur Füllung, das Tragende Gerüst war das Holz und die Steine waren meist weiche Lehmsteine. Man macht das heute auch noch, aber dann braucht's eine elastische Fuge, die nix trägt.

    Das ist in der Allgemeinheit Käse. Auch ein Holzbalken kann ein "reiner" Zuggurt sein. Und ein Betonsturz kann alles mögliche sein (ohne Stahl taugt er aber eh nix als Zuggurt)

    Ob man die Schalbretter nachher noch ansehen möchte, sei mal dahingestellt. Und was ist mit der Bewehrung?

    Gruß

    Thomas
     
  6. Bauwahn

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    und nicht zu vergessen:

    So ein Betonsturz in der Aussenwand muss irgenwie gedämmt sein.

    Gruß

    Thomas

    PS: Im übrigen biegt sich jeder Sturz durch, die Frage ist nur, wieviel
     
  7. Robby

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    Auch Holzstürze wurden damals im Mauerwerk bereits als Zuggurte eingesetzt... Die Gewölbewirkung oberhalb hatten die Leute schon viel früher erkannt!

    Aus oben genannten Gründen ist trotzdem abzuraten!
     
  8. pauline10

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
    Fenstersturz

    Hallo,

    also ich denke wir sind uns alle einig, Sinnvoll ist die Lösung mit Holz plus Porenbeton nicht. Vielleicht hätte ich das deutlicher herausstellen sollen.

    Aber eine Frage habe ich jetzt trotzdem:

    Wie sollen die Längskräfte aus dem Porenbeton in den Holzbalken eingeleitet werden. Er ist ja nur 1,30 m lang (plus vermutlich das Auflager).
    Insbesondere wenn man einen frisch geschnittenen Balken einbaut (darüber ist ja nichts ausgesagt, und Heimwerker wissen das vermutlich beim ersten Mal noch nicht) hat man nach einem Jahr 5% weniger. Dann wäre ein 5 mm breiter Spalt zwischen Holzbalken und dem, darüber vermutlich frei schwebenden, Porenbeton. Da könnte man den berühmten Hut hochkant durchwerfen. Wie will man da noch die Längskräfte einleiten?

    Eine grübelnde Pauline
     
  9. #8 ggrasputin, 16. August 2007
    ggrasputin

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    Stürze auf Porenbeton

    Hallo,

    ich möchte allen danken, die sich meiner angenommen haben.

    ich werde also Betonstürze - verwenden.


    Vielen Dank


    ggrasputin


    Wer vom Rathaus kommt, weiss mehr - oder hier im Forum frägt
     
  10. Bauwahn

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    Etwas wirr

    die Frage
    Was hat das jetzt mit der Länge zu tun?
    Was von oben auf den Sturz einwirkt, sind aus Sicht des Balkens Querkräfte, vielleicht verstehe ich deshalb Deine Frage nicht so ganz.

    Es gibt 2 Möglichkeiten: Die Übermauerung trägt sich selbst (dann war der Sturz ja eigentlich überflüssig :D ) oder sie setzt sich solange, bis sie (zumindest teilweise) wieder aufliegt und Kräfte einleiten kann. War's das?

    Gruß

    Thomas
     
  11. pauline10

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    Gewölbe

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für Deine Mühe!

    Ich denke ich fang noch mal beim Anfang an.

    Ein Betonsturz enthält ein Zugband und darüber bildet sich ein Gewölbe aus. Der seitliche Komponente aus dem Gewölbedruck wird vom Zugband übernommen.
    Früher haben die Maurer das richtig sichtbar hergestellt. Eine gewölbte Kappe wurde über dem Zugband gemauert und mit etwas Sand aufgefüttert. Darüber mauerte er den Sturz ähnlich einer Rollschicht. War der Mörtel ausgehärtet, bzw. der Rest des Bauwerkes darüber errichtet, kratzte er den Sand heraus und hatte ein wirkliches, frei tragendes Gewölbe.

    Querkaft in dem Zugband: Null. Die Querkraft ist die vertikale Komponente der Druckspannung im Bogen und geht im Auflager nach unten.

    „Was von oben auf den Sturz einwirkt, sind aus Sicht des Balkens Querkräfte, vielleicht verstehe ich deshalb Deine Frage nicht so ganz.“

    Bildet sich ein Gewölbe aus, ist die Querkraft eben nicht im Zugband, sondern im darüberliegenden Gewölbe.

    Natürlich mußte hier die seitlichen Druckkräfte aus dem Gewölbe als Zugkraft in das Zugband eingeleitet werden. Mit Mauerwerk und Betonsturz durchaus möglich. Die Reibung ist dazu groß genug.

    Wenn wir heute die Fertigstürze einbauen und das darüberliegende Mauerwerk nicht knirsch sondern solide vermörtelt errichten, machen wir auch ein solches Gewölbe. Es ist eben nicht so sichtbar wie früher. Die Drucklinie liegt als gedachte Linie unsichtbar im Mauerwerk.

    Aber mit einem dazu relativ glatten Holzbalken geht das Einleiten der Druckkräfte als Zugkräfte in den Balken, besonders bei der kurzen Länge von 1,30, vermutlich nicht. Folge: keine Gewölbe dann eben ein Balken mit Biegung und Querkraft.

    Deswegen kann ich die Bemerkung von Robby dazu nicht nachvollziehen.

    Bei einem langen, durchgehenden Balken mit entsprechender Auflast mag das anders sein. Dann kann über die Länge vermutlich ausreichend Längskraft eingeleitet werden. Dann würde auch die Bemerkung von Robby zutreffen.

    Jetzt klar geworden??

    Es kommt eben darauf an, wie man das vorhandene System erkennt und in welches Modell man es so umsetzt, so daß es der Wirklichkeit nahe kommt.

    Gruß

    Pauline
     
  12. ISYBAU

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    Hammerhart

    Was frau heutzutage im haus alles wissen muss. wahnsinn ! Vielleicht gibts ja noch ein Kochbuch für Baukonstruktion. Ich bin ernsthaft beeindruckt aber frage mich doch, ob es sich hier um eine frage oder eine vorlesung handelt. :respekt :respekt :respekt
     
  13. R.B.

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    ..Hausfrau sitzt tagsüber am Nibelungeplatz und lauscht dort den Vorlesungen.:respekt

    Gruß
    Ralf
     
  14. Jonny

    Jonny

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    Geben die dort auch Elektrotechnik?
    :D

    Grüsse
    Jonny
     
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  16. #14 VolkerKugel (†), 18. August 2007
    VolkerKugel (†)

    VolkerKugel (†)

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    Ja, und garnicht schlecht..:D

    Und den Bau.Ing. und Archis waren wir sowieso immer einen Schritt voraus.:biggthumpup:

    Gruß
    Ralf
     
Thema: Stürze auf Porenbeton-Steine
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