T9 und Wärmebrückendetail - Eilt n bissle ...

Diskutiere T9 und Wärmebrückendetail - Eilt n bissle ... im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich hab da eine Frage zu Wärmenbrücken. Meine Familie und ich haben einen T9 Neubau mit 36,5er Außenmauer. Dort sind an 2 Stellen...

  1. Reilinga

    Reilinga

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    Hallo,

    ich hab da eine Frage zu Wärmenbrücken.

    Meine Familie und ich haben einen T9 Neubau mit 36,5er Außenmauer. Dort sind an 2 Stellen Betonstützen für die Statik notwendig. Leider hatte sich mein Planer die Geschichte einfach gemacht und einfach nur den Einheitlichen Putzgrund berücksichtigt und meiner Meinung nach nicht genug die Wärmenbrückendetails.

    Er wollte (weil das ja keine große Fläche ist) dort die fertigen Porotonschalungen (U-Schalungen aus Poroton mit dem bissel eingekapselten Dämmmaterial drin) hinbauen lassen. Damit bin ich aber nicht wirklich zufrieden (weil die Stelle in jedem Fall keine gescheite Wäremdämmung so hätte) und habe mir nun selbst was überlegt - eine analoge Geschichte zum "Thalhammerschen Deckenauflager" in der Wand.

    Unterhalb der Stütze befindet sich die betonierte Kellerdecke, die nach außen mit nur 6cm Styrodur WLG 035 gedämmt ist. Auch der Rest der Betonkellerwände hat diese Dämmung. Teile der Kellerräume werden eine Heizung bekommen, die jedoch nicht oft benutzt werden wird, da keine Wohnräume geplant sind - lediglich 2 Räume (Werkstatt, Raum für Abstellsachen) haben dann Heizung, der Rest (Vorratsraum, Heizungsraum mit Gasheizung, Waschküche) nicht. Außerdem liegt unser Keller im Durchschnitt bis auf die letzten 20 cm (also im Prinzip nur die Kellerdecke) unterhalb der umliegenden Erde. Daher schienen mir die 6cm Styrodur auch ausreichend.

    Oberhalb der Stütze kommt ne Betondecke mit dem "Thalhammerschen Deckenauflager" (Speziell hier nochmal ein dickes Dankeschön an Dich Josef für Deine Infos. Die öffnen einem für so manche Kleinigkeiten die Augen und lassen bessere Bauten entstehen, weil man dann halt auf die Wärmedämmung im allgemeinen mehr achtet. Wenn nicht so weit weg wärst :( , dann hätt ich schon vorher gewusst, welchen BU ich für meinen Bau genommen hätte :) - EHRLICH (!) )

    Anbei ein Bild meiner Lösung mit der bitte um möglichst baldige kritische (!) Kommentare hierzu und ggf. auch natürlich wenn möglich Verbesserungsvorschläge.

    Viele Grüße und ein dickes Dankeschön im voraus.
    Reilinga
     
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  3. Bruno

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    Die Alukaschierung ist von den Wärmeströmen her kontraproduktiv (Wärmestrom über Beton ins Alu, von dort seitlich ins Mauerwerk, Umströmung der hochwertigen 025er Dämmung). Die Oberflächentemperatur geht dadurch um 0,3° runter.

    Bild 1: "Amtsvorschlag"
    Bild 2: ohne Alukaschierung

    Randbedingungen nach DIN 4108 (-5° außen, +20° innen, Rse=0,04, Rsi=0,25)

    Bilder: Wärmeströme und Isothermen überlagert
     
  4. Bruno

    Bruno

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    Eine Verbesserung, die mit exakt den selben Materialien auskommt und nur die Schichten anders anordnet: die alukaschierte Dämmung wird nach innen verlegt. Kleine Ursache, große Wirkung.

    Hier ist die Kaschierung von Vorteil. Die Wärme strömt vom warmen Innenputz und den obersten Schichten des Mauerwerks über die Betonstütze, die dahinter liegende Dämmung verhindert unmittelbares Abströmen Richtung Beton.

    Ob das Ganze praktisch auszuführen ist betrachte ich mal nicht. Immerhin muss Putz auf Alu aufgebracht werden. Streckmetall als Putzträger würde aber den positiven Effekt der Alukaschierung nochmal verstärken, die Kaschierung bauphysikalisch sogar ersetzen können.
     
  5. Reilinga

    Reilinga

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    Dicken herzlichen Dank Bruno für deine Mühe !!!

    Ich hoffe dass auch andere Leute die Zeichnungen hier mal gebrauchen können - es wird sicher nicht das letzte mal gewesen sein, dass ne Betonstütze irgendwo hin muss.

    Gruß Reilinga
     
  6. Bruno

    Bruno

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    Eines interessiert mich noch. Die Stütze steht ja dort nicht aus Selbstzweck oder um den Bauherrn mit einer Wärmebrücke zu ärgern. Soll sie nur vertikale Lasten aufnehmen, funktioniert sie als eingespannte Stütze quasi freistehend oder braucht sie Verbund mit dem Mauerwerk? Im letzten Fall wird es schwierig, sie seitlich mit Dämmung vom Mauerwerk zu trennen.
     
  7. Reilinga

    Reilinga

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    Hallo Bruno :winken ,

    die genauen statischen Details weis ich leider nicht. Letztlich steht die Stütze da, weil wir aus baurechtlichen Gründen unseren Erker im EG nicht weiter nach oben bis ins Dach durchziehen konnten.
    Einfach gesagt - im EG und im Keller ist n Erker, im OG ist der nicht mehr da, so dass die Mauer und das Dach hier ziemlich auf Decke über dem Erker drückt => Stütze. Der Erker befindet sich direkt an einer Hausecke (also nicht mittig irgendwo in der Wand), so dass die Last von der Mauer im OG über die EG-Decke direkt auf nur eine Steinbreite in der Hausaußenwand trifft. Und das is dort halt zu viel.

    Ich hoffe es war verständlich.

    Gruß Reilinga
     
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  9. Bruno

    Bruno

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    Dann könnte es sein, dass die Stütze nur für senkrechte Lasten zuständig ist und seitlich gedämmt werden kann. Ich frage deshalb nach, weil bunte Bildchen im Forum schnell den Anschein erwecken, dass das Dargestellte richtig ist. Und der Nächste, der das Bildchen unreflektiert adaptiert, sagt dann: "laut der Zeichnung im Forum ist aber kein Verbund zwischen Beton und Mauerwerk notwendig".
     
  10. Reilinga

    Reilinga

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    Da geb ich dir Recht Bruno,

    bei horizontalen Kräften muss in jedem Fall eine Mauerverbindung zwischen Stütze und Mauer her. Nicht umsonst sollen ja auch die normalen Mauersteine immer im Verband gemauert werden. Bei uns is die Stütze für die Kraft "von oben herunter" (wegen der darüberliegenden Mauer) notwendig.

    Gruß Reilinga
     
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