Tauwasser in der Dachdämmung - wo ist mein Denkfehler?

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  1. #1 drguenzelsen, 2. Juli 2014
    drguenzelsen

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    Hallo zusammen,

    Ich brauche einmal einen Rat zur Berechnung des Taupunktes in der neu zu erstellenden Dachdämmung!

    In unserem EFH Bungalow Bj. 1964 haben wir derzeit folgenden Deckenaufbau von unten nach oben:
    Gipsputz (15mm)
    Strohmatte
    Schalung (ca 20mm)
    Papier als Rieselschutz
    Dämmwolle (ca 40mm)

    Der Dachoden ist bis auf einen Gang zum Schornstein nicht begehbar und soll auch zukunftig nicht anders genutzt werden. der Dachboden ist gut gelüftet.

    Wir wollen prinzipiell den Deckenaufbau so lassen und nur die Dämmung (auf ca. 15cm) verstärken. Dazu hatten wir eine Energieberaterin vor Ort, die uns gesagt hat, dass das keinesfalls so funktioniert, da dann Tauwasser in der Dämmung anfiele. Wir müssten daher die bestehende Decke mit einer Dampfsperre von unten versehen und dann eine Schicht Gipskartonplatten als neue Decke darunterbauen.

    Ich habe den Aufbau wie von uns geplant (also ohne Damofsperre) jetzt mal in einem u-Wert Rechner eingegeben und komme erst bei sehr extremen Innen und Außentemperaturen ( Innen 20c und 80% Feuchte und außen -20c) bei einer Dämmstärke von >20cm zu Tauwasser im Dämmbereich, aber so viel wollten wir gar nicht dämmen.

    Wo liegt mein Denkfehler? Was habe ich nicht berücksichtigt bei meinen Überlegungen? Warum brauche ich dann eine Dampfsperre?

    Vielen Dank im Voraus für ein paar Denkanstöße.

    Viele Grüße
    Willi
     
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  3. tgaeb01

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    Hallo,
    Lohnt der Aufwand tatsächlich?
    Die sicherste Variante, sofern korrekt ausgeführt.
    Mal deren AGB lesen => Haftungsausschluß! ;-)

    v.g.
     
  4. #3 Alfons Fischer, 3. Juli 2014
    Alfons Fischer

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    wenn ein sehr diffusionsoffener Aufbau in Verbindung auf eine einigermaßen "gute" Dämmwirkung trifft, kann der Tauwasserausfall auch woanders auftreten als innerhalb des untersuchten Aufbaus.
    Zum Beispiel auch am Dach darüber.
    Im Dachboden wird es ja kälter als vorher, der Wasserdampfeintrag bleibt aber gleich. Damit steigt dort das Kondensatrisiko.
     
  5. #4 Rudolf Rakete, 3. Juli 2014
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    Zu dem Thema mal eine Frage, es gibt ja auch streichbare Dampfbremsen. Könnte soetwas nicht auch funktionieren. So wie ich das verstanden habe funktioniert das ähnlich wie die Badabdichtung, an die Ränder kommen dann Dichtstreifen.
    Hat damit schonmal jemand gearbeitet.
     
  6. #5 Alfons Fischer, 3. Juli 2014
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    ich denke nicht, dass das in der Fläche das Richtige ist.
    Es gibt auch Dampfbremstapeten. Aber was ist, wenn jemanden die Rauhfaser nicht mehr gefällt und diese wieder abmacht?

    @ TE: Was spricht eigentlich gegen einen Aufbau mit konventioneller Dampfbremse?
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 3. Juli 2014
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    Warum wird diese Frage nicht der Energieberaterin gestellt?

    Die sollte doch am besten wissen, was sie warum wie errechnet hat!
     
  8. #7 Rudolf Rakete, 3. Juli 2014
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    Warum nicht wenn ich mal in den technischen Datenblatt nachlese Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke 80 m. Das wäre leichter zu verabeiten als eine Folie und die Unterkonstruktion. Randdichtstreifen setzen und anschleißend zwei bis dreimal streichen. Das hört sich interessant an vor allem im Altbau wenn die Deckenhöhe u.U. eh begrenzt ist.
     
  9. tgaeb01

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    Übernimmst Du die wirtschaftliche Haftung, wenn Deine Idee in die Hose geht?

    v.g.
     
  10. #9 Rudolf Rakete, 3. Juli 2014
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    Das ist ja die Frage wie weit kann man solchen Angaben trauen. Bei einer Folie kann man auch genug Fehler machen.
     
  11. tgaeb01

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    Eben, Planer verlassen sich i.d.R. nur auf Bewährtes, weil sie hierfür auch die Haftung übernehmen müssen.
    Dafür gibt es ja auch Ausführungsvorschriften. Wer die mißachtet, kann nachträglich nicht einen Anderen vor´s Loch schieben.
    Jeder Hersteller, wie auch DIN Normen, geben Einsatzgrenzen, -beschränkungen vor, nicht völlig grundlos! Wer ins Risiko gehen möchte, kann sich darüber hinweg setzen, darf hinterher jedoch nicht jammern!

    v.g.
     
  12. #11 Rudolf Rakete, 3. Juli 2014
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    Also nach dem Motto "kenn ich nicht, mach ich nicht" und "Ham mer immer schon so gemacht".

    Wenn alle so denken, dann würden wir noch in Höhlen hausen.

    Außerdem gibt es für die streichbare DB (zB. von W...ber) auch Ausführungsvorschriften.

    Ich versteh auch nicht warum hier von Haftung gesprochen wird anstatt, mal sachlich theoretisch über so etwas zu diskutieren.
     
  13. Taipan

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    Hat die Streichpampe für GENAU DIESEN Einsatzzweck eine baufsichtliche Zulassung?
     
  14. #13 drguenzelsen, 3. Juli 2014
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    Hallo zusammen,
    Schon mal vielen dank für die Anregungen. Ich habe der Energieberaterin die Frage auchngestellt, aber leider keine klare Antwort bekommen.

    Wir sind uns auch noch nicht sicher, ob sich die Zusatzdämmung überhaupt lohnt, aber die derzeitige erfüllt nochnnicht einmal die Minimalanforderungen, so dass wir etwas machen müssen...

    Wer hat denn schon positive Erfahrungen mit streichbarer Dampfbremse/-Sperre gemacht?
     
  15. #14 Alfons Fischer, 4. Juli 2014
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    Erfahrung mit streichbarer Dampfbremse habe ich nicht. ich kann mir das nach wie vor nicht vorstellen. Ein solcher "Anstrich" kann doch maximal so gut sein, wie der Untergrund. Und da sehe ich bei einem Altputz schon Probleme.

    Und dann die Frage: wie sieht das aus, wenn man da diese Kunststoffpampe drauf streicht?

    ich will meine Frage nochmal wiederholen:
     
  16. #15 Rudolf Rakete, 4. Juli 2014
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    Na die Antwort habe ich dir schon gegeben. Bei Altbau mit niedriger Deckenhöhe, einfacher kein Höhenverlust.
    Das natürlich der Unterputz fest sein muss ist klar. Aber im Grunde ist das doch das selbe Prinzip wie im Bad mit der Flüssigfolie zum Abdichten und das funktioniert doch auch.
     
  17. tgaeb01

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    Wohl eine falsche Schlußfolgerung. Neue Verfahren, Materialien durchlaufen die FuE, ehe sie zur allgemeinen Anwendung in den Verkehr gebracht werden. Zudem gibt es ja auch noch eine bauaufsichtliche Zulassung.
    Ganz einfach, weil ein Profi oder Hersteller haften muß! Daher basieren Empfehlungen stets auf Bewährtem.
    Wenn sich ein Bauhher als beta-Tester auf eigenes Risiko verwenden mag, kann er das ja tun.
    Die billige Hose beim Discounter gekauft, wirft man in die Tonne und ist beim nächsten Mal schlauer. Das Lehrgeld ist verschmerzbar. Beim Bau bzw. der Anlagentechnik sieht das völlig anders aus, Fehler sind oftmals nicht oder nur mit riesem finanziellen Aufwand korrigierbar.

    v.g.
     
  18. #17 Rudolf Rakete, 4. Juli 2014
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    Du hast es nicht verstanden ich wollte über dieses Prinzip diskutieren und zwar auf theoretisch praktischer Ebene.
    Der Rest ist erstmal sekundär. Es ging hier nicht um Empfehlungen und ich mache dich sicher nicht dafür haftbar.
     
  19. jetter

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    in dem, was du rechnest.
    Tauwasser aufgrund von Diffusion ist im Aufbau selbst eher nicht das Poblem, aber durch das "mehr" an Dämmung können andere Bereiche des Spitzbdens (Abkühlung Unterdeckung) betroffen sein.
    Das "mehr" an Dämmung macht den Aufbau aber empfindlicher gegenüber konvektivem Feuchtentrag. Das wird auch der Grund für die empfohlene Dampfbremse sein, aber weniger als Dampfbremse denn als luftdichte Ebene.
     
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  21. jetter

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    Dat löppt
    BTW und etwas OT:
    Welche Dampfbremsfolie hat eine bauaufsichtliche Zulassung als Dampfbemse? - bitte mit nachvollziehbarer Verlinkung auf die abZ und nicht nur mit unprüfbaren Worten
     
  22. tgaeb01

    tgaeb01

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    Du hast ja Recht, für "geregelte" Bauprodukte ist eine Zulassung nicht erforderlich, da deren Verwendung bzw. Wirksamkeit (Eigenschaften) durch die jeweilige DIN geregelt ist!

    v.g.
     
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