Tecalor THZ 5.5 eco Taktung optimieren / reduzieren

Diskutiere Tecalor THZ 5.5 eco Taktung optimieren / reduzieren im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Zusammen, wir wohnen seit ca. einem Jahr in einem KFW 40+ Neubau (Fertighaus) mit einer Tecalor THZ 5.5 eco LWWP. Das Haut hat knapp 157m²...

  1. #1 1mannlan, 24.11.2021
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    Hallo Zusammen,
    wir wohnen seit ca. einem Jahr in einem KFW 40+ Neubau (Fertighaus) mit einer Tecalor THZ 5.5 eco LWWP.
    Das Haut hat knapp 157m² Nutzfläche und eine FBH mit 10cm Verlegeabstand.

    Bereits Anfang diesen Jahres habe ich versucht die Heizkurve zu optimieren.
    Einen Thermischen Abgleich habe ich gemacht, alle Räume werden gleichmäßig warm, die Ventile habe ich demontiert.

    Dann habe ich versucht die Heizkurve immer weiter abzusenken und habe auch die Pumpenleistung etwas reduziert.

    Im Prinzip bin ich mit dem Verbrauch und der Heizung schon ganz zufrieden, habe aber noch Effekte die ich mir nicht ganz erklären kann.

    Im Heizbetrieb läuft der Verdichter bei den aktuellen Temperaturen meist ein paar Stunden und man kann gut sehen, wie die Drehzahl immer weiter abfällt, die Rücklauftemperatur steigt und die Vorlauftemperatur abgesenkt wird.

    Dann jedoch schaltet der Verdichter ab (vermutlich weil die Rücklauftemperatur zu hoch wird) und startet einige Stunden später wieder.

    Eine meiner Vermutungen ist, dass die Verdichterleistung einfach noch ein wenig zu hoch für die aktuellen Temperaturen ist. Aber weiter runter geht halt nicht (Minimum ist 20% ~1,6kW).

    Ein paar Eckdaten:
    -Raumtemperatur fast im ganzen Haus zwischen 23,5 und 24 Grad.
    -Anteil Vorlauf 30%
    -Einschaltleistung Verdichter 40% (weniger geht nicht)
    -Gewählte Raumtemperatur 22,5°C
    -Nachabsenkung zwischen 00:00 und 10:00 Uhr auf 21°C
    -Fußpunkt 0
    -Steigung 0,24
    -Volumenstrom der Heizpumpe 10,5l/min
    -Warmwasser wird um 12:30 bereitet, das sieht man gut in der Grafik
    -SG Ready über PV im Falle von Überschuss (WW-Tempeartur und Raumtemperatur wird erhöht)


    Ich würde die Taktung gerne weiter reduzieren weil ich das Gefühl habe, durch das Ausschalten von ein paar Stunden verschenke ich Strom. Je milder es wird, desto kürzer werden die "EIN" Phasen und desto länger die Pausen.

    Das Phänomen kann man gut zwischen 19:30 und 21 Uhr, sowie zwischen 08:00 und 10:00 Uhr sehen.
    Die Heizung schaltet ab, nur um einige Stunden später mit höherer Leistung wieder zu starten, anstatt niedrig durchzulaufen.

    Wenn ich den Durchfluss weiter reduziere, erhöhe ich die Spreizung, aber ich denke das Problem bleibt.
    Oder eventuell den Anteil des Vorlaufes erhöhen, damit die Anlage mit weniger Temperatur reinfährt, aber den wärmer werdenen Rücklauf mehr "ignoriert"?
    Oder geht es einfach nicht anders und die Anlage ist einfach für die aktuellen Temperarturen noch zu stark, aber müsste ich dann nicht mit weniger Vorlauf (und dafür durchlaufen ohne Pause), bessere Ergebnisse erzielen?

    Vielleicht kann mir jemand Tipps geben ob ich mit den oberen Versuchen nicht auf dem Holzweg bin. Ich habe mit beiden Parametern schonmal etwas gespielt, ohne großen Erfolg.

    Danke!

    Grüße
    Wolfgang
     

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  2. #2 Donpepe, 24.11.2021
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    Moin,

    das Takten ist noch im Rahmen, aber die WP ist ein bisschen zu groß... eigentlich sollte sie um die AT 0°C druchlaufen. Aber unter 5kW findet man auch nicht mehr so viele WP. Es gibt Leute die haben in Vergleichbaren Häusern LWWP mit 8kW und mehr...

    Kannst du die Anzahl der Starts und Gesamtlaufzeit des Kompressors bis jetzt auslesen?

    Grundsätzlich sind aber die Temp. fühler nicht kalibiert: VL und RL Temperatur sollten bei ausgeschaltetem Kompressor (aber laufender Umwälzpumpe) gleich sein.

    Durchfluss ist ok, da auch wenn WP im Vergleich zu anderen Wärmeerzeugern, viel Durchfluss brauchen, man immer auch den Verbrauch der Umwälzpumpe im Auge haben sollte.

    Du kannst mal schauen, ob es eine Taktsperre gibt: damit kann man quasi eine Mindestpause nach Taktende vorgeben. Nachtabsenkung machst du schon, wenn es von den RT morgens OK ist, kannst du die nocht etwas stärker absenken. Wichtig wäre, sie morgen schrittweise hochzusetzen z.B. 1K jede 1,5 Stunde um sie in einem niedrigeren Modulutionsbereich zu bringen/halten.

    Ein niedrigerer Soll VL / oder RL wird das Problem nicht lösen, da sie einfach die Energie nicht los wird und die RT ja eh schon recht hoch ist.

    Wenn sie unter 3.000 Kompressorstarts im ersten Jahr war, ist eingentlich alles OK... Man rechnet ca. mit 100.000 Starts für den Kompressor bis er defekt ist.

    Grüße
     
  3. #3 1mannlan, 24.11.2021
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    Die Heizung ist seit 07/20 in Betrieb, das erste mal geheizt wurde also im Winter 2020. Davor lief schon das Estrichprogramm für einige Wochen.
    Insgesamt hat der Verdichter 1654 Starts und 4254 Betriebsstunden für Heizung und knapp 340 für Warmwasser.

    Ich schau nochmal nach einer Taktsperre, habe bisher aber nichts in der Richtung gefunden. Die Temperatur fällt nachts nicht merklich ab, auch wenn die Heizung aus ist. Vielleicht 0,5 Grad, je nach Raum. Ich versuche mal noch weiter runter zu gehen, aber Stand jetzt läuft die Heizung nachts meist gar nicht, es sei denn es wird richtig kalt (Minus 5 Grad oder mehr).

    Die Kalibrierung der Temp-Fühler werde ich mal beim Hersteller anfragen, vielleicht hat der ja eine einfache Möglichkeit.

    Danke schonmal für die Anregungen!
     
  4. #4 Donpepe, 24.11.2021
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    Moin,

    Mit Glück kannst du bis weit in den negativen AT Bereich die LWWP nachts (oder gerade in der zweiten Nachthälfte) auslassen. Sie sollte den Rest der Zeit dann aber nie mehr als mit ca 40% Kompressorleistung (meist der beste Betriebspunkt bei modulierenden WP) der arbeiten müssen, sonst lohnt es sich nicht. Grund sind die niedrigeren Temperaturen in der Nacht und in der Übergangszeit vereisen die LWWP meist nachts, aber nicht am Tag.

    Bezgl der Starts / Laufzeit ist das für 1 Jahr Betrieb für eine LWWP absolut Spitze. Sehe keine akuten Handlungsbedarf, eher Feintuning...

    Hast du einen externen Wärmemengenzähler (WMZ) und Stromzähler? Die Daten der WPen für Leistung und COP / AZ sind meist für die Tonne... Alleine mit dem Messfehler der Temp. Sensoren kann ein interner WMZ nichts belastbares rechnen...

    Grüße
     
  5. #5 1mannlan, 25.11.2021
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    Die Idee mit der Nachabsenkung war auch die höhere Effizienz der Wärmepumpe tagsüber, weil die Temperaturen höher sind. Ich schau mal wie viel ich noch runtergehen / blockieren kann, das würde ja automatisch dazu führen, dass der Verdichter tagsüber länger laufen muss, ohne Stopps.

    Einen Wärmemengen und separaten Stromzähler habe ich Stand heute nicht, da ich die Kosten / nutzen bisher nicht gesehen habe. Die Werte der Wärmepumpe (zumindest der Strombezug) erscheinen mir aber nicht all zu falsch, das hatte ich schon einmal geprüft als damals das Estrichprogramm lief, da lagen die Werte des Stromzählers und die Anzeige der WP nicht weit auseinander.

    Ob der COP nun 4,5 oder 3,8 oder doch 5,1 ist ist mir auch nicht so wichtig, mir gehts bei der Anzeige eher darum zu sehen wie sich dieser im Verhältnis zur Außentemperatur verhält.
    Im Januar bis April hat die Wärmepumpe überschlagmäßig 800 kW/h für Heizung verbraucht (~200 kW/h pro Monat), da hatte ich aber noch nicht so viel optimiert und es war auch wirklich eisig kalt (-18 Grad im Februar).
     
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Tecalor THZ 5.5 eco Taktung optimieren / reduzieren

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