tragfähiger Boden und Schichtenwasserproblematik bei Bodenplatte

Diskutiere tragfähiger Boden und Schichtenwasserproblematik bei Bodenplatte im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo, ersteinmal an alle Entschuldigung, wenn ich evtl. nicht ganz im richtigen Themengebiet liegen sollte, hab lange überlegt, welches denn...

  1. MNicaeus

    MNicaeus

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    Hallo,

    ersteinmal an alle Entschuldigung, wenn ich evtl. nicht ganz im richtigen Themengebiet liegen sollte, hab lange überlegt, welches denn zu meinem Problem passen würde und nun bin ich hier gelandet.

    Also mein Problem:

    Ich baue ein EFH auf Bodenplatte (also kein Keller), hab ein Bodengutachten machen lassen und anschließend hat die Baufirma auch nach der Empfehlung des Bodengutachtens gebaut. So weit so gut. Nun steh ich kurz vor der Abnahme und plötzlich macht mich mein neuer Nachbar nervös, da ihm das offeriert, dass jede Menge Erdarbeiten (Bodenaustausch und Abdichtungen gegen Schichtenwasser) machen müsse (alles aufwendig und teuer) obwohl er auch nur mit Bodenplatte (ohne Keller) baut.

    Mein Bodengutachten wurde mit 2 Bohrlöchern bis 4 Meter Tiefe erstellt (1. Borhloch vorne rechts am Haus, 2 Bohrloch hinten links am Haus) und ergab folgende Bodenschichten:

    1. Bohrloch:

    0-1,20m -> Auffüllungen (Feinsand, mittelsandig, schwach grobsandig, sehr schwach fein- bis mittelkiesig, schwach humos bis humos, vereinzelt Schlacke und Splitt, z.T. lehmig), locker, [OH],[A],3, schwarzbraun/braugraun

    1,20-1,50m -> Feinsand, mittelsandig, schwach schluffig, mitteldicht, SU,3, hellbraun

    1,50-2,20m -> Geschiebelehm, Sand, schluffig, schwach tonig, sehr schwach kiesig, kalkfrei, weich bis steif, ST, 4, gelbbraun

    2,20-4,00m -> Geschiebemergel, Sand, schluffig, tonig, kiesig, kalkhaltig, weich bis steif, ST, 4 braun

    2. Borloch:

    0-0,30m -> Auffüllungen (Feinsand, mittelsandig, schwach humos bis humos, mit Schlacke und Kohlengrus), OH, A, 3, graubraun
    0,30-0,40m -> Feinsand, mittelsandig, schwach schluffig, SU, 3, hellbraun
    0,40-0,60m -> Feinsand, mittelsandig, schwach grobsandig, SE, 3, gelbbraun
    0,60-0,90m -> Geschiebelehm, Sand, schluffig, schwach tonig, schwach kiesig, kalkfrei, steif, ST, gelbbraun
    0,90-1,10m -> Geschiebelehm, Sand, schluffig, schwach tonig, sehr schwach kiesig, kalkfrei, weich bis steif, ST, gelbbraun
    1,10-2,10m -> Geschiebemergel, Sand, schluffig, schwach tonig, sehr schwach kiesig, kalkhaltig, weich, 4, braun
    2,10-3,00m -> Geschiebemergel, Sand, schluffig, schwach tonig, sehr schwach kiesig, kalkhaltig, weich bis steif, ST, 4, braun
    3,00-4,00m -> Geschiebemergel, Sand, schluffig, schwach tonig, sehr schwach kiesig, kalkhaltig, weich, ST, 4

    Hinweis: -> in diesem Gebiet Stand bis vor 10 Jahren mal ein Gartenbaubetrieb (Gewächshäuser, etc.), daher die 1,20m Auffüllungen im 1. Borloch (evtl. mal Fundamentgraben gewesen) und im hinteren Bereich nur 0,30m

    Wichtig: im 1. Borloch trat bei 0,82m Tiefe GW auf, im 2. Borloch bei 0,95m Tiefe. Im Erklärungstext hies es dann "Es handelt sich um zeitweise auftretendes Grundwasser, das in niederschlagsreichen Jahren/Jahreszeiten bis auf wenige Dezimeter unter GOK ansteigen bzw. in niederschlagsarmen Zeiten auch nicht ausgebildet sein kann".

    Gründungsempfehlung:

    tragfähiger Baugrund
    1. Borloch: 1,20m unter GOK
    2. Borloch: 0,30m unter GOK

    "Im vorgesehenen Standortbereich sind die aufgefüllten Böden vollständig auszuräumen und durch nichtbindiges, gut verdichtbares material (z.B.: Sande und/oder Kiessande mit einem Ungleichförmigkeitsgrad U > 3) bis zum erforderlichen Niveau zu ersetzen. Das Austauschmaterial ist lagenweise einzubauen und sorgfältig zu verdichten. Als Verdichtungsziel gilt ein VErdichtungsgrad Dpr >= 98%. Das nichtunterkellerte Gebäude kann in den gewachsenen Böden bzw. in dem verdichteten Austauschmaterial flach auf Streifenfundamenten oder auf einer elastisch gebetten Bodenplatte über Frostschürze mit einer Mindestgründungstiefe von 1,0m (frostempfindlicher Untergrund) gegründet werden."

    Bauausführung wie folgt:

    -> im vorderen Bereich die 1,20 abgetragen, im hinteren 0,30 und Füllboden eingebracht udn verdichtet
    -> dann sogar noch 0,30cm Füllboden auf GOK aufgetragen und verdichtet
    -> darauf dann elastische Bodenplatte mit Frostschürze 1,00m

    So, nun meine Fragen:

    1. Ist das Bodengutachten zu den richtigen Gründungsempfehlungen gekommen?
    2. Wurden die Gründungsempfehlungen richtig umgesetzt (für mich sieht es so aus)
    3. Brauch ich mir für mein Haus wirklich keine Gedanken hinsichtlich des Schichtenwassers machen (ja, ich weiß, dass es im Garten nicht richtig absickern wird wegne dem Lehmboden, aber hat es irgendeine Bedeutung für mien Haus?)
    4. bei meinem Nachbarn hat das Bodengutachten (andere Firma) für mich als Laie ähnliche Bodenverhältnisse ergeben, Schichtenwasser bei 2,00m Tiefe (schnell angestiegen auf 1,80), die haben aber nur ein Borloch in der Mitte des Hauses gesetzt -> Bodengutachten hat aber daraus völlig andere Schlussfolgerungen gezogen (2,5 A4 Seiten -> grob gesagt: 1,50 Erdaushub, dann Füllboden, lagenweise verdichten, Geofließ einziehen, wieder Lage Füllboden, Geofließ´umschlagen, wieder verdichten -> "schwimmende Gründung", dann noch 0,5m über bisherige GOK anheben mit Füllboden, verdichten und wichtig Füllboden trennen von umgebenene Boden damit Erderuption nicht zur Vermischung führt) -> auch er baut nur mit Bodenplatte -> So welches Bodengutachten hat nun recht?

    Vielen Dank vorab und Entschuldigung wegen dem vielen Text ;-)

    Gruß
    MNicaeus
     
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  3. mls

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    beide? ;)
    die beurteilung des erdkörpers durch den baugrundgutachter wird wohl richtig sein, ebenso die gründungsvorschläge.
    die letztendliche festlegung der gründungsmassnahmen erfolgt aber nicht duch den baugrundgutachter, sondern durch den tragwerksplaner - in abstimmung mit dem baugrundgutachter.
     
  4. MNicaeus

    MNicaeus

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    Hm, sowas hatte ich befürchtet (beide Recht) ;-) Verstehen tu ich es trotzdem nicht. Wie können bei 2 nebeneinanderliegenden Grundstücken mit (für mich als Laien) gleichen Bodenverhältnissen, so stark unterschiedliche Gründungsvorschläge gemacht werden (bei im Prinzip nix besonders wegen Schichtenwasser und Erdaustausch und Verdichtugn, bei meinem Nachbarn komplizierter Erdaustausch in viel größerem Umfang und vo allem Schutzmaßnahmen mit Geofließ, etc gegen Schichtenwasser), obwohl wir beide nur mit Bodenplatte bauen.

    Den zweiten Teil der Antwort (Tragwerksplaner in Abstimmung mit Baugrundgutachter) deute ich mal so, dass wenn Probleme hinsichtlich der Standfestigkeit des Gebäudes autreten ist der Haftende (wie lange eigentlich 5 Jahre BGB steht in Bauleistungsbeschreibung und was ist dann?) der Tragwerksplaner (Hausbaufirma ? ich bau schlüsselfertig, keine Ahnung welche Detailleistungen die an Subs vergeben) -> was spielt hier eigentlich der Prüfstatiker für eine Rolle?
     
  5. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Weil immer die Umsetzung der Bauaufgabe mit der Gründungslösung eine Einheit bildet.

    Manche bügeln da grob drüber, manche stimmen die Konstruktion ab ...
    Und jeder Baugrundgutachter ist etwas anders in seiner Beurteilung.

    Allerdings zeigt doch schon Ihr Baugrundgutachten, dass der Boden auf kurzer Entfernung andere Verhältnisse aufweist 1. zu 2. Bohrloch.

    Was steht nun genau im 3. Aufschluß? Ist hier ein Schlammloch?

    Die Bodenverhältnisse können sich auch auf 1m! drastisch ändern. Alles schon gehabt.
     
  6. MNicaeus

    MNicaeus

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    Den Inhalt des 3. Aufschluß (also genau gesagt das borloch meines Nachbarn) kann ich gern auch hier reinposten (mach ich noch). Wenn aber die Aussage ist, innerhalb eines Meters kann sich die Bodensituation dramatisch ändern, frag ich mich als Laie warum man dann nur 2 Borlöcher oder wie bei meinem Nachbarn nur 1 macht und nicht 100 (bei einer 100qm Bodenplatte) ;-)

    Also meine Hauptbedenken gelten eigentlich der Schichtenwassrproblemtaik, die bei mir bei 0,85m (bzw. 0,95m) angetroffen wurde. Hätte man da bestimmte Vorkehrungen treffen müssen (wie gesagt nur Frostschürze und Bodenplatte, kein Keller) oder nicht ?
     
  7. #6 C. Schwarze, 22. Februar 2006
    C. Schwarze

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    Tja, und warum wurde nur 4 m tief gebohrt? kann sich ja auch nach unten um 1m der Boden "drastisch" ändern? :irre
    Sag mal was interessiert dich eigentlich die Schichtenwasserproblematik?
    du hast kein Keller, und deine Bodenplatte sollte doch eh abgedichtet sein/werden(wegen Diffusion)? Wasser macht dem Beton nix aus.

    Ich frage mich nur, ob für dein Bauvorhaben nicht nur ein einfacher Statiker gereicht hätte, ohne Gutachten.
     
  8. H.PF

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    Ich frage mich auch die ganze Zeit, was man mit dem Schichtenwasser für Probleme hat. WU-Beton, G200 S4 drauf und das war es, wie soll da noch mal Wasser durchkommen? Wenn, dann hat man ein anderes Problem.



    Gruß Holger
     
  9. MNicaeus

    MNicaeus

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    Also nochmal bin Laie und versuch hier halt irgendwie rauszubekommen ob irgendwas faul ist bei mir.

    Wu-Beton -> Wasserundurchlässig ? Naja in anderen Beiträgen hab ic gelesen Wasserundurchlässigen BEton gibt es nicht -> selbst wenn, welche BEtonklassen C10, B25 etc. -> da seh ich nicht durch.

    Was ist G200 S4 ???

    Diffusion = Dampfsperre ? -> die hab ich (also Bodenplattenbeton -> Dampfsperre -> Dämmung -> Estrich)
     
  10. MNicaeus

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    Naja bloß das Argument gilt immer -> bohrst du 6 Meter hättens auch 7 sein können udn bohrste 100 hättens auch 200 sein könne oder gibt es da etwa ne DIN - Norm die besagt wieviel ein zwingendes muß ist ?
     
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  12. mls

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    der baugrundgutachter könnte zb. wissen, dass ab 4m tiefe homogener, kartierter baugrund ansteht, für den er keinen lokalen aufschluss braucht ...

    wenn wasserführende schichten im einflussbereich der gründung keine rolle spielen sollen, wird sich hoffentlich der tragwerksplaner was dabei gedacht haben ...

    die gti 200 sport gibts hier:
    http://planungsgruppe-dach.de/bahnen.html
     
  13. MNicaeus

    MNicaeus

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    D.h. aus Statischen Gründen spielt das schon eine Rolle? Was genau muß da beachtet werden?
     
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