Tragfähigkeistverlust durch feuchten Lehmboden?

Diskutiere Tragfähigkeistverlust durch feuchten Lehmboden? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Durch Starkregen vor ca. 2 Wochen war die Baugrube voll. Nach Ausschachten des Schlamms bildeten sich Wasserpfützen, die nicht oder kaum...

  1. #1 Passivcontainer, 17. August 2014
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    Durch Starkregen vor ca. 2 Wochen war die Baugrube voll. Nach Ausschachten des Schlamms bildeten sich Wasserpfützen, die nicht oder kaum austrocknen. Entsprechend feucht ist die Grubensohle. Grundwasser steht nach Baugrundgutachten eigentlich erst 50 cm tiefer an. Sicher bin ich mir da aber nicht.

    Es ist ein bindiger Boden und es werden Streifenfundamente ohne Keller mit oberseitiger Abdichtung.

    Ist die Tragfähigkeit (150 kN/m2 lt. Gutachten) durch die nun feuchte Sohle noch gegeben? Immerhin sinke ich ja nun auch etwas ein.
    Kann ich wirklich einfach die Pfützen abschöpfen und auf die feuchte Grubensohle betonieren?
     
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  3. peterk61

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    Lass die Gründungssohle vom Bodengutachter abnehmen. Bindiger Boden weicht bei Nässe auf und gibt das Wasser nur sehr, sehr langsam ab. Die aufgeweichten Bereiche müssen in jedem Fall ausgetauscht werden.

    Bei bindigen Böden wird für solche Fälle nur bis 30 cm oberhalb der Baugrubensohle ausgehoben. Die letzten 30 cm werden erst unmittelbar vor dem Einbringen der Sauberkeitsschicht und der entsprechenden Wettervorhersage entfernt.

    Viele Grüße
     
  4. #3 Passivcontainer, 20. August 2014
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    Der Baugeologe hat eine Bodenstabiliserung durch Einmischen von Zement vorgeschlagen, da 20 cm tiefer bereits Wasser ansteht. Klingt für mich erstmal gut. Meinungen?
     
  5. peterk61

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    Kommt auf die Randbedingungen an. Die Bodenstabilisierung ist aufgrund der hohen Baustelleneinrichtungskosten nur bei größeren Flächen gegenüber anderen Verfahren wirtschaftlich. Eventuell kann auch das statische Einwalzen von Grobschlag/Schotter Körnung 0/150 helfen.

    Der Geologe kennt die Örtlichkeiten, den Untergrund und die weiteren Umstände.
     
  6. malgucken

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    Hi.
    Das erinnert mich irgendwie etwas an meine Bodenverhältnisse. Unter aktueller GOK, 2-3m tiefer Grundwasser. GOK runter, so 0.7m Mutterboden danach schluffiger Lehm.
    Da in der Grube siehst du die mit Keller gebaut haben, links und hintendran ohne Keller.


    https://my.mail.de/dl/f16ae337f1fd9392635b26079f6920a4

    Laut BGGA soll nur der Mutterboden abgetragen werden und mit rolligem Material aufgefüllt werden, also ca. 1.5m auffüllen nachm Abtragen.

    Das Wasser hoch ist, ist wohl normal. Habe bei mir auch ein paar Löcher/Schürfe gemacht, nach 1-3 Tagen stand da Wasser drin.

    150kN/m*m erscheint mir etwas wenig für die Belastung am Streifenfundament. Wie hoch baust du...bei mir steht drin, dass bei 0,5m breitem Fundament knapp über 300kN/m*m zustande kommen, dies zu viel sei, und deswegen eine elastische Bodenplatte gemacht werden soll, die dann auf so 50kN/m*m kommen, was wohl eher etwas wenig ist.

    Baust du mit GU oder so? Die werden es ja sicherlich bedacht habe...

    Hast du eine dicke gute bewehrte Bodenplatte, so 30er... dann sollte bei Setzungen nichts passieren, da dass Grundwasser wohl im Kies liegt und ein paar cm gleichmäßige Setzungen unkritisch sein sollten. Aber wozu habt ihr ein Fundament, damit es sich nicht verdreht oder so....

    (Alles von einem Laien, aber vllt. kannst du dir ein paar vergleichen herbeiziehen, bei ähnlichem Untergrund).
     
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  8. Gast vS

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    klingt nicht gut - bei dem zu erwatenden Wassergehalt ... nö - stabilisieren besser mit Geogitter / Geotextil. Einwalzen von Stützkorn / Grobschlag ist hier nicht zu empfeheln, da der vernässte Boden keinesfalls dynamisch beansprucht werden darf.

    Aber, wie vorstehend: ohne nähere Kenntnisse nicht zu beurteilen


    Anmerkung:

    für die Bodenverbesserung mit Bindemittel braucht es bei kleinen Flächen / Massen keine gesonderte Baustelleneinrichtung. Damit kann es auch wirtschaftlich sein.
     
  9. #7 Passivcontainer, 8. September 2014
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    Hab nach weiterer Recherche es nun so ausgeführt und zusätzlich die ganz schlammigen Stellen mit ein wenig Kalk vorbehandelt. Funktioniert gut. Ist etwa so hart wie trockener Lehm. Regenpfützen weichen den Boden (zumindest von gestern zu heute) nicht mehr auf.

    Natürlich ohne Spezialgeräte, nur mit Spaten und Handstampfer.
     
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