Trittschall Neubau

Diskutiere Trittschall Neubau im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, vergangenes Jahr habe ich mir eine Neubauwohnung gekauft und diese im Dez. vor Weihnachten bezogen. Jetzt bin ich in der...

  1. XXALEXX

    XXALEXX

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    Hallo zusammen,

    vergangenes Jahr habe ich mir eine Neubauwohnung gekauft und diese im Dez.
    vor Weihnachten bezogen.
    Jetzt bin ich in der lästigen Phase der Reklamationen und Fehlerbeanstandungen.
    Ich bewohne das 1OG eines 7 Familienhauses mit 4 Stockwerken.
    Ein Thema liegt mir dabei sehr schwer im Magen.

    Ich höre aus der oberen Wohnung
    jeden Schritt der Mitbewohnerin. Es wummert wie ein Bass eines Lautsprechers. Auch bei mir
    wummert es auffällig beim begehen des Parketts. Ich hab auch schon mit ihr gesprochen und sie
    hat mir daraufhin ihre flauschigen Hausschuhe gezeigt.

    Kurz zum Aufbau des Bodens:
    Es ist ein schwimmender Estrich mit Fußbodenheizung verbaut. Darauf wurde der 6mm Eichenparkett
    geklebt. Die Sockelleisten sind auch Massiv und wurden auf den Parkett genagelt.

    Der Bauträger hat wegen meiner Aussagen bereits eine Schallmessung durchgeführt. Dabei kamen
    allerdings nur Werte in der Norm heraus.

    Ich Vermute dass eventuell die Sockelleisten noch den Schall übertragen könnten!?

    Bitte um ein paar Tipps oder Erfahrungen was ich noch tun kann um dieses Problem in den Griff
    zu bekommen.

    Besten Dank!
     
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  3. ultra79

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    Bei den Schallmessungen am Bau werden (soweit mir bekannt) Frequenzen unter 100 Hz nicht berücksichtigt - in dem Bereich liegt "wummern" allerdings.

    Angenagelte Fußleisten sind meiner Meinung nach eine Schallbrücke.
     
  4. Jan81

    Jan81

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    Möbel wenn zu dicht an der Wand überträgt auch Schall, Bass Lautsprecher direkt an der WAnd und ohne gummi Boden, Fliesenleisten und und und.

    Ich wohne auch in Neubau und höre zum Teil das getrampel von der netten Frau über mir, aber nicht wirklich von Oben, sondern von der seiten Wänden und hauptsächlich genau an einer Stelle.
    Da hat sich so eine massive Kommonde im Flur direkt an die Wand gestellt und natürlich alles gefliest mit schönen fliesenleisten. Echt super, kein Wunder dass ich so viel höre.
     
  5. XXALEXX

    XXALEXX

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    Das Gutachten vom Bauphysiker bekomme ich noch. Werde die Ergebnisse dann posten.
    Die Montage der Fußleisten entzieht sich bei mir jeglicher Logik!!
     
  6. au vareck

    au vareck

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    Tag,

    Das "Wummern" (gemeint ist wohl "Dröhnen") kommt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht daher, denn diese würden ggf. "Schallbrücken" verursachen, die den Trittschallpegel im mittleren und oberen Frequenzbereich anheben würden, da spielt dann die Musik besonders bei Einsatz von Stöckelschuhen o. ä. hartem Schuhwerk, herunterfallende harte Gegenstände etc. hören sich dann auffällig anders an wie bei schallbrückenfreiem schwimmendem Estrich. Dröhnen entsteht durch starke Anregung tiefer Frequenzen, die i. d. R. wie von ultra79 bereits erwähnt im Bereich unter 50 - 100 Hz und damit außerhalb des bauakustisch interessierenden Frequenzbereichs liegen.

    Bei Holzbalkendecken meist größeres Problem als im Massivbau, führt aber bei beiden immer wieder zu Beanstandungen - soll nicht heißen, daß in diesem Fall nicht doch (trotz Einhaltung der Anforderungen nach DIN 4109) eine Abweichung von dem was geschuldet ist vorliegt.

    MfG
     
  7. XXALEXX

    XXALEXX

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    Das klingt recht plausibel, danke für die Erklärungen!
    Wenn ich die Sockelleisten ausschließen kann, wo muss ich dann ansetzen?

    Liegt das dann an der Konstruktion selber?

    Ich hab leider keine Anlaufstelle und fühl mich dem Bauträger und den Handwerkern
    ziemlich ausgeliefert.
    Bei meinen Reklamationen bekomm ich immer zu hören, die DIN Norm wurde eingehalten.....
    (Jetzt nicht nur wegen dem Dröhnen)
    Damit möchte ich mich aber nicht zufrieden geben denn es ist echt zu Laut und stört mich ungemein. Ich hab schon in vielen Wohnungen gelebt, aber so hab ich es noch nie gehört.




    Das klingt recht plausibel, danke für die Erklärungen!
    Wenn ich die Sockelleisten ausschließen kann, wo muss ich dann ansetzen?

    Liegt das dann an der Konstruktion selber?

    Ich hab leider keine Anlaufstelle und fühl mich dem Bauträger und den Handwerkern
    ziemlich ausgeliefert.
    Bei meinen Reklamationen bekomm ich immer zu hören, die DIN Norm wurde eingehalten.....
    (Jetzt nicht nur wegen dem Dröhnen)
    Damit möchte ich mich aber nicht zufrieden geben denn es ist echt zu Laut und stört mich ungemein. Ich hab schon in vielen Wohnungen gelebt, aber so hab ich es noch nie gehört.
     
  8. Corinna72

    Corinna72

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    So wie es Dir bereits erklärt wurde: Die Messungen werden lt. DIN leider nur bis 100 Hz hinab durchgeführt. Der sehr störende wummernde Trittschall tritt aber tiefer auf. Bei uns lag er bei 60 Hz. Störendes Wummern vom Nachbarhaus (DHH). Doch leider nicht zu beanstanden, da von der DIN nicht erfasst. Die DIN bedarf in diesem Falle dringend einer Nachbesserung!
    Dies ist eine eklatante Schwäche im DIN Regelwerk (!)

    Ziemlich sicher hörst Du die Resonanzfrequenz des Estriches durch und so gut wie sicher liegt diese unter 100 Hz., wird also damit nicht mehr von der Messung erfasst.

    Du könntest aber trotzdem versuchen , Deine Ansprüche gerichtlich durchzusetzen. Die DIN Normen sind nur ein Mindeststandard, der gewährleistet sein muss. Besser geht immer. Und manchmal kann besser auch geschuldet sein. Mit einer Schallmessung (EUR 1000.- bis 1500.-), einem SV Gutachten (am besten SV öbuv) nochmal so EUR 1000 - 1500, gutem und engagiertem RA (Spezialist Baurecht) und entsprechendem Schreiben, danach Klageschrift und Klageerhebung,Gerichtskosten etc. Also zumindest mal EUR 5000.-, die Du in der Sache erst einmal vorfinanzieren musst, könntest Du gewisse Chancen haben.
    Meinem Bauchgefühl nach liegen die so bei 50%

    Aber Du brauchst Nerven wie Stahlseile und eine evtl. jahrelange Engelsgeduld!
     
  9. GWeberJ

    GWeberJ

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    Hallo Alex,

    die DIN 4109 für den Schallschutz im Hochbau ist grob gesagt für den Ar... (im Sinne einer heutigen Standards entsprechenden Wohnqualität)
    Auf Grundlage dieser Norm kann man - etwas überspitzt - noch eine Flüchtlingsunterkunft bauen, aber kein MFH im mittleren oder gar gehobenen Standard (wurde in einigen Gerichturteilen so schon bestätigt). Dass die DIN eingehalten wird, bedeutet also noch nicht, dass bei deiner Wohnung der Schallschutz in Ordnung ist.

    Deine Situation hängt aber ganz entscheidend davon ab, was im Kaufvertrag bzw. der Baubeschreibung für deine Wohnung zugesichert wurde. Wenn zum Schallschutz nichts explizit vereinbart wurde, dann ist das geschuldete Maß dem übrigen Niveau des Gebäudes zu entnehmen ("gehobener Standard", "ruhige Wohnlage" - solche Begriffe können für dich Gold wert sein). Um das zu beurteilen, musst du zu einem Fachanwalt gehen, der idealerweise schon ein paar Schallschutzgeschichten durchgekämpft hat.

    Zur technischen Seite ist zu sagen, dass generell der Schallschutz geschuldet ist, der bei einer fachgerechten Verarbeitung/Montage aller Bauteile zu erreichen ist. Ohne Baupläne, die dir der Bauträger unter Umständen nicht freiwillig herausgibt, ist das theoretisch zu erwartende Schallschutzmaß aber wohl gar nicht zu bestimmen.

    Wenn du dich mit deinen Nachbarn aus der "störenden" Wohnung gut verstehst, könntest du mit einem eigenen Sachverständigen dort vorstellig werden und auch mal ein paar Randeisten abnehmen. Falls dann der Rand des Estrich einsehbar ist, wäre zumindest überprüfbar, ob die Randdämmstreifen vorhanden und korrekt angebracht sind. Im einem schweren Gummihammer sollen Profis angeblich auch in der Lage sein, mögliche Schallschutz-Schwachstellen im Boden einzugrenzen. Wenn du dann später eine eigene Schallmessung in Auftrag gibst, hast du so vielleicht schon Anhaltspunkte, was diese - recht teuren - Experten sich genauer ansehen sollten

    Meine bisherige Erfahrung als ebenfalls blauäugiger Wohnungskäufer: Es ist sinnvoll, sich soweit möglich, selbst ein Bild zu machen und Informationen zu beschaffen. Aber wirklich weiter kommst du erst, wenn du einen (kompetenten) Sachverständigen an deiner Seite hast. Ich bin zuerst zu einem Anwalt und habe mir dort ein paar SVs empfehlen lassen.

    Wie von Corinna schon angesprochen: Leg gedanklich einige tausend Euro zur Seite, um die Sache durchzufechten.
     
  10. GWeberJ

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  11. XXALEXX

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    Besten Dank für die Hilfe!

    Gibt es denn einen Anhaltspunkt wo man ansetzen kann, um eine Besserung
    zu erzielen. Oder Ist hier in der Grundkonstruktion der Hund begraben?

    Es gibt ja die Möglichkeit eine Decke abzuhängen und gegen Schall zu
    isolieren. Wird der Schall eher über die Decke oder den Wänden übertragen.
    Kann die tiefen Frequenzen nicht orten.
    Heute morgen hab ich aus der Wohnung im 3.OG (ich 1.) sogar die
    Dame lachen gehört. Sie hat heute ihre Wohnung bezogen.

    Ich denke, dass nächste Woche der Physiker mit dem Bauträger bei mir vorbeikommt,
    bis dahin möchte ich noch ein paar Tips ergattern wie ich weiter vorgehen kann.

    Euch ein schönes We
     
  12. Julius

    Julius

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    Wenn man Lachen über zwei Etagen hört, würde ich an Nebenwege denken, z.B. Installationsschächte mit nicht erfolgem Verschluß der Deckenöffnungen.
     
  13. XXALEXX

    XXALEXX

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    Könnt Ihr mir mit der Bestimmung des Ergebnises weiterhelfen.
    So wie ich das sehe, entspricht das Diagramm genau dem was
    ich am stärksten höre. Das Wummern beim Auftritt des Obermieters
    sehe ich in dem Peak bei 63bB. Denke aber dass es nicht ins
    Beurteilungsraster fällt. Der Guachter schreibt, dass die Mindestanforderung
    nach DIN 4109 mit 42dB erfüllt ist.
     
  14. bernix

    bernix

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    ....in meinem Fall hat mir dieses Teil schon mal weitergeholfen
    http://www.ebay.de/itm/Spionage-Abh...werker_Sicherheitstechnik&hash=item1c3b074ea6

    Problematisch bei mir: (sehr) laute Stimmen in der ELW.
    Ergebnis hier: schlechtestes Bauteil: die TB Wand zwischen Bad und Schlafzimmer, mässig: die Aussenwände, unproblematisch von unten nach oben: der Estrich (der überträgt aber hervorragend Absatzklappern horizontal).

    Weitere Erkenntnis: eine entkoppelte Innenwandfläche hilft.....


    Du brauchst dazu eine kontante Schallquelle, also die Mithilfe der Mitbewohner

    gruss
     
  15. XXALEXX

    XXALEXX

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    Hallo bernix,

    in Deinem Falle bist Du also die Wände mit besagten Geräuschverstärker
    abgegangen und hast die Brücken damit ausfündig gemacht?
    Interessanter Ansatz!
     
  16. H.PF

    H.PF

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    Finanziert hat er die Arbeiten über die Erlöse des Verkaufs der dabei gewonnenen Geheimnisse *g*
     
  17. XXALEXX

    XXALEXX

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    Ich habe eben mit dem Bauphysiker telefoniert um mir die Messergebnis
    erklären zu lassen. Er meint, Fequenzen unter 100Hz werden nicht berücksichtigt,
    da diese vom menschlichen Ohr nicht erfasst werden.
    Ich kann nicht einschätzen in welcher Frequenz nun das Trittwummern ist?!
    Ich denke in meinen Fall ist nur der Bereich von 250 bis 60Hz interessant.
     
  18. H.PF

    H.PF

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    Das ist Plödsinn, das Frequenzen unter 100 Herz nicht gehört oder wahrgenommen werden können.

    30 Herz ist hörbar, 16 Herz sind immer noch zumindest wahrnehmbar. Orgelpfeifen gibts in dieser Tonlage. Die erzeugen das Alfred H.-Feeling...
     
  19. XXALEXX

    XXALEXX

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    Er spricht auch mit der Zunge seines Auftraggebers....
     
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  21. XXALEXX

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  22. R.B.

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    Das Bild der Messung zeigt einen typischen Verlauf, und die 42dB ergeben sich durch die Bearbeitung der Messdaten (sprich Vergleichskurve). Es ist korrekt, dass niederfrequente Geräusche hier nicht beurteilt werden.


    Das von Dir beschriebene Wummern spielt sich im niederfrequenten Bereich ab, genau gesagt bei wenigen Herz (Anregung). Man kann dies auch nicht einer einzelnen Frequenz zuordnen, denn der "Ton" hängt von der Anregung (Auftritt einer Person auf den Bodenbelag) und dann der Ausbreitung bzw. Dämmung des Belags ab.

    Hier ein ähnlicher thread, leider auch ohne echte Lösungsmöglichkeiten.

    http://www.bauexpertenforum.de/show...quenter-Trittschall-in-neuer-Eigentumswohnung

    Das Problem wird sein, hier einen Mangel zu erklären der auch als Mangel anerkannt wird. Die Messung nach "Norm" hat ja erst einmal gezeigt, dass alles OK ist. Trotzdem bleibt die Beeinträchtigung des Wohnkomforts.
     
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