TT-System mit 500mA FI/RCD

Diskutiere TT-System mit 500mA FI/RCD im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, bei einer bestehenden Installation mit Netzart TT-System und 1x 500mA RCD sollte doch der "zusätzliche Schutz für Steckdosenstromkreise"...

  1. #1 StefanWert, 22.12.2009
    StefanWert

    StefanWert Gast

    Hallo,

    bei einer bestehenden Installation mit Netzart TT-System und 1x 500mA RCD sollte doch der "zusätzliche Schutz für Steckdosenstromkreise" durch RCD's (30mA), wie er seit 01.06.2007 mit der Neufassung der DIN VDE 0100-410 gefordert wird (Übergangsfrist 01.02.2009), ohne "größeren Aufwand" realisierbar sein.

    Tausch des 500mA RCD durch einen 30mA RCD (die in anderer DIN geforderten min. 2 RCD's wegen Verfügbarkeit mal nicht beachtet)

    Die Anlage gewinnt damit mehr Sicherheit (vor allem im Bad/Kinderzimmer/Aussenbereich...) und die Änderung ist mit geringen Kosten verbunden.

    Wird dies in der Installationspraxis auch so gehandhabt/ausgeführt?

    Gruß
    Stefan
     
  2. Jonny

    Jonny

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    vorher Bestandsaufnahme, Isolationsmessung!

    Nicht das der 30mA dauernd meckert.

    Warum nicht denn 500mA drinlassen und danach (mehrere) 30mA RCDs?
    Wenn's zu teuer ist, stufenweise (Bad,Kinderzimmer, usw.. und den Rest später wenn wieder 100€ für einen RCD über sind)

    Grüsse
    Jonny
     
  3. #3 StefanWert, 22.12.2009
    StefanWert

    StefanWert Gast

    Hallo Jonny,

    wie ist denn Deine Erfahrung bzgl. "meckern" mit einem 30mA RCD?
    Ist der Tausch in der Praxis (500mA gegen 30mA) üblich, oder eher Deine Vorgehensweise?
    Wo siehst Du bedenken in den Ableitströmen?

    "Bestandsschutz"? Wenn ich Deine Ausführung lese, dann braucht in der Praxis nicht der ganze HV/UV auf die neue RCD-Regelung angepasst zu werden, wenn man eine Änderung vornimmt.

    Gruß
    Stefan
     
  4. #4 Dieter70, 23.12.2009
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    Den 500mA drinlassen bringt imho gar nichts, wenn man vom doppelten Schutz bei versagen eines FI mal absieht.

    Auslösen würden wahscheinlich im Fehlerfall beide.

    Erfahrungsgemäss(was die Iso-Werte angeht) spricht nichts gegen einen tausch des FI, etwas anderes ist aus Platzgründen oftmals auch nicht möglich.

    Was man meist mit wenig aufwand machen kann: Einen der Hauptlichtstromkreise(Wohnzimmer etc.) rauspicken, und über einen eigen FI/LS schützen. Damit lässt sich die (meines erachtens auch sinnvolle) Forderung leicht erfüllen.
     
  5. elo22

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    Selektivität? Hättest besser parallel geschrieben, danach liest sich wie Reihenschaltung.

    Lutz
     
  6. Jonny

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    :confused: :irre
     
  7. #7 StefanWert, 27.12.2009
    StefanWert

    StefanWert Gast

    Hi,

    nene Lutz, Jonny hat das schon richtig geschrieben. Habe schon verstanden was er gemeint hat!

    Gruß
    Stefan
     
  8. #8 StefanWert, 28.12.2009
    StefanWert

    StefanWert Gast

    Nochmal eine Frage bzgl. dem TT-System mit FI/RCD

    Die Erdungswiderstände im TT-Netz sind nach heutiger Norm so festgelegt:
    Bemessungsdifferenzstrom I(delta)n in A / Erdungswiderstand RA in Ohm
    0,03 / 1600
    0,1 / 500
    0,3 / 160
    0,5 / 100
    1,0 / 50

    RA ist hierbei der Erdungswiderstand (Summe der Widerstände des Erders und der Schutzleiter der Körper).

    Wenn bisher ein 0,5A-FI/RCD zum Einsatz kam, dann sollte im Haus der Erdungswiderstand RA<=100 Ohm sein.

    Damit würde das ganze durch einen 0,03A-FI/RCD doch wesentlich verbessert, da hier 1600 Ohm für RA zulässig wären. Wie Dieter geschrieben hat, kommt es des öfteren ja zu Platzmangel....

    1) Ist es im TT-System erlaubt, dass die Stromkreise in zwei (oder mehr )Bereiche aufgeteilt, und diese durch zwei (oder mehr) 30mA-FI/RCD geschützt werden ohne dass ein selektiver FI/RCD "S" mit höherem Bemessungsdifferenzstrom vorgeschaltet wird?
    Oder gibt es dafür eine Vorschrift? (Ich habe ein Interpretationspapier, in welchem dies wirklich missverständlich beschrieben ist!!! Daher hier die Frage an die Praktiker!)

    2) Sollte es erlaubt sein, dann nehme ich an mit den gleichen Werten (oben) wie für einen FI/RCD!? (auch das ist missverständlich beschrieben...)

    Gruß
    Stefan
     
  9. Trabi

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    Moin,

    es gibt die Leute, die lesen die 0100-410 so, dass dort ein reiner Schutz durch doppelte Isolierung auf dem Weg zu den RCD nicht ausreichend ist, folglich ein seklektiver die Verteilungskreise schützen muss.

    Die DKE will aber eigener Ankündigung nach eigentlich mal eine Stellungnahme verfassen, dass es doch geht.

    Es gibt einige TT-EVU, die dann in den TAB verlangen, dass der PE separat verlegt wird. Meines erachtens sinnig, denn die Sicherungen schützen im TT nur vor Kurzschlüssen, nicht aber vor Erdschlüssen durch hineingedrehte Schrauben zwischen L und PE. Da ist etwas Abstand zu geerdeten Teilen ganz nett. Andererseits kann man argumentieren, dass PE und L ja jeweils als Ader schon isoliert sind, und immer noch zwei Aderisolatonen gleichzeitig versagen müssen und die nicht ganz unübliche Praxis mit separatem PE vor'm RCD überflüssig ist. So sieht's jedenfalls der Hörmann. Allerdings scheint er mir aber noch nie in einem TT-Gebiet gearbeitet zu haben, die meisten EVU wollen das getrennt halten vor'm RCD.

    Ich persönlich würde s-RCD vorschalten oder notfalls auf separaten PE im vor-RCD-Bereich ausweichen.


    Mehrere RCD an einem Erder - hab ich keine Fundstelle für, aber der Logik nach sollte man berücksichtigen, dass jeder RCd ja schon bis zum halben Nennstrom anliegen haben darf ohne Abschaltung. Im Kiefer findet sich da eine Formel, die nach Anzahl der RCD unterscheidet und Reduktionsfaktoren für den Widerstand vorsieht. Quasi je mehr RCD im Spiel sind, umso weniger Auslastung der Auslösegrenze wird angenommen. Gan nach dem Motto, da wird höchstens einer am Anschlag sein, nicht alle zugleich. Allerdings ist mir da keine Grundlage für die Formel ersichtlich. Mag rein vom Autor erwürfelt sein.
    Allerdings sollte es bei 30mA-RCD nicht so schwer sein, den Erder auch für den aufsummierten Nennfehlerstrom auszulegen, damit ist man definitiv auf sicherer Seite. Wenn's wirklich viele werden, dann halt ggf. noch 'nen 0,3-selektiv davor und den Erder auf den bemessen. Mehr als die 300mA können es dann ja nicht werden, wenn der die gesamte Anlage als Zusatzebene überwacht.
     
  10. #10 StefanWert, 29.12.2009
    StefanWert

    StefanWert Gast

    Im Hösl/Ayx/Busch steht diesbezüglich (hab ich auch noch grad entdeckt):
    "Bei Sammelerdern von Fehlerstromschutzeinrichtungen (RCDs) ist bei bis zu 4 RCD's der so errechnete Wert zu halbieren, bei bis zu 10 RCD's zu dritteln."

    [Hinweis:Berechnet wurde vorher RA=50V/I(delta)N]

    Was die Grundlage für diese Aussage ist steht hier leider auch nicht!

    Also ich seh schon, dass es durchaus verschiedene Interpretationen in diesem Bereich gibt.

    Gruß
    Stefan
     
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